»Schöne Grüße aus Rostock, ich studiere hier Medizin«
Eines Tages las eine Kommilitonin im Seminarraum eine Grußkarte aus Deutschland von einer Mitstudentin vor: »Schöne Grüße aus Rostock, ich studiere hier Medizin«, stand da. »Da habe ich gehört, dass es diese Stipendien gibt, und meine drei besten Freundinnen und ich haben gesagt: Das machen wir auch. Einfach so, ganz spontan.« Letztlich ging Jenny De la Torre als Einzige in die DDR. Sie dachte an Robert Koch und Albert Einstein und dass es fantastisch sein muss, in Deutschland zu studieren. Als sie ankam, verstand sie kein Wort. »Ich konnte nur ›Milch‹. Ich dachte, dass ist ja wie Englisch – milk.«
Nach dem Studium folgte eine Facharztausbildung zur Kinderchirurgin, dann eine Promotion an der Charité, abgeschlossen summa cum laude. Mitte der achtziger Jahre wollte sie zurück nach Peru, doch dort wurde ihr DDR-Abschluss in Medizin nicht anerkannt. Also kam sie zurück, arbeitete hier und da, war irgendwann arbeitslos. Dann traf sie die Frau vom Schwangerenprojekt.
Den Patienten mit der Krücke und dem Loch im Fuß kennt »Frau Doktor« noch vom Ostbahnhof. Er schwärmt von ihr. Kein Arzt sei so gut wie sie. Ein wahrer Engel! Da lacht sie verlegen und schaut auf den Boden. So viel Lob hört sie nicht gern. Ob er denn schon gegessen habe, fragt sie. »Ihr Körper verträgt den Alkohol viel schlechter, wenn sie so wenig essen.« Essen sei nebensächlich, sagt er. »Ich lebe von Alkohol. Es stellt sich nur die Frage, wie lange noch.«
Jenny De la Torre hofft, dass irgendwann keine Obdachlosen mehr auf Berlins Straßen leben. »Zumindest nicht in diesem Zustand«, sagt sie. Was ihr Hoffnung macht, sie durch den Alltag trägt? »Ich kann nicht nur die Patienten behandeln, sondern ein bisschen auch die Gesellschaft.«
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- Datum 20.08.2010 - 14:46 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.08.2010 Nr. 34
- Kommentare 13
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meine Hochachtung und meinen Dank an diesen Menschen und an Alle die sie persönlich und finanziell dabei unterstützen den Schwächsten in dieser Gesellschaft zumindest eine Grundversorgung zukommen zu lassen.
Wohin sendet man eventuelle Spenden für das Projekt?
http://www.delatorre-stif...
War ein Griff zur Suchmaschine ;-)
nach jenny de la torre stiftung suchen und voila!
http://www.delatorre-stif...
die spendenadresse ist direkt auf der rechten seite
"Die Elenden" war doch eigentlich finsterstes 19.Jhdt
und nu im 21.:
Armen-Ärzte sind ganz schwer im Kommen.
Hoffentlich bald auch in Ihrer Nähe
Nun,
da wir das Bundesverdienstkreuz auch an Fußballer und deren Trainer überreichen, sollte für diese Dame auch eines zu vergeben sein.
Nicht nur, da es notwendig wäre. Nein es würde dem Verdienstkreuz auch endlich wieder etwas Glanz verleihen und seinem Namen Legitimation anheften.
"Diese Frau macht "nur" ihren Job", mag man sagen. In einem Land mit Ärzte-Mangel, könnte dieser aber heute auch anders aussehen.
Aaaahhh!
Ich lese eben, sie hat ja schon eins!
Nun, das waren wohl noch andere Zeiten.
--- immer die Artikel zu Ende lesen ---
Aaaahhh!
Ich lese eben, sie hat ja schon eins!
Nun, das waren wohl noch andere Zeiten.
--- immer die Artikel zu Ende lesen ---
Aaaahhh!
Ich lese eben, sie hat ja schon eins!
Nun, das waren wohl noch andere Zeiten.
--- immer die Artikel zu Ende lesen ---
Hochachtung für diese Frau.
Hinweis an die FDP: DAS sind die wahren Leistungsträger dieser Gesellschaft!!!
Wenn das zur allgemeinen Meinung werden würde, dass nicht der finanzielle Erfolg (hat ja auch der Mafiaboss, nahezu alle Diktatoren und auch viele kleine Betrüger) der Gradmesser für einen Leistungsträger ist, wären wir schon einen ganzen Schritt weiter. Aber oft werden solche echten Leistungsträger dann auch von den vermeintlichen Leistungsträgern grandios umgarnt und in deren Gesellschaftsschicht eingelullt (korrumpiert), so dass am Ende praktisch nur noch Marionetten ihrer selbst übrig bleiben.
Wenn das zur allgemeinen Meinung werden würde, dass nicht der finanzielle Erfolg (hat ja auch der Mafiaboss, nahezu alle Diktatoren und auch viele kleine Betrüger) der Gradmesser für einen Leistungsträger ist, wären wir schon einen ganzen Schritt weiter. Aber oft werden solche echten Leistungsträger dann auch von den vermeintlichen Leistungsträgern grandios umgarnt und in deren Gesellschaftsschicht eingelullt (korrumpiert), so dass am Ende praktisch nur noch Marionetten ihrer selbst übrig bleiben.
...das wir überhaupt Ärzte für Obdachlose brauchen, weil wir welche haben.
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