Islamdebatte Moscheen-Kriege

Josef Joffe: Das Recht auf Gotteshäuser ist so heilig wie die Pflicht zur Rücksichtnahme

»Warum dort?«, fragen New Yorker und meinen das geplante islamische Zentrum am Rande von Ground Zero . »Warum so hoch?«, echauffierten sich die Schweizer im Anti-Minarett-Entscheid . »Warum so riesig?«, murrten die Münchner und stoppten die Groß-Moschee in Sendling. »Nicht hier«, hieß es in Hamburg, wo die Polizei die Moschee als »Brutstätte des Fanatismus« versiegelte , in der Mohammed Atta und Mitverschwörer die Mordflüge ausgeheckt hatten.

Das Cordoba-Zentrum von Manhattan, 15 Stock hoch, ist inzwischen ins Weiße Haus gerückt; erst hat Obama es bejaht, jetzt schwächt er ab. Der Streit hat die klassischen Reflexe ausgelöst. Links ist dafür, Rechts dagegen. Wer gegen »Cordoba« opponiert, sei intolerant, hysterisch, ein verkappter Rassist. Wer das Zentrum bejaht, ehre die Mörder von 9/11; die Saudis sollten gefälligst Kirchen und Synagogen daheim zulassen.

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Sortieren wir vorweg die törichten Argumente aus. Religions- und damit Baufreiheit sind kein Gnadenerweis, sondern ein Heiligtum westlichen Selbstverständnisses – in Amerika seit dem 17., in Europa seit dem 19. Jahrhundert, erst recht seit Stalins und Hitlers totalitären Ersatzreligionen. »Wie du mir, so ich dir«, also Reziprozität, gilt im Vertrags- und Völkerrecht, nicht bei Glaubensfragen. Mit Moschee-Bauten tun wir den Saudis keinen Gefallen; wir ehren unsere beste Tradition.

Josef Joffe
Josef Joffe

ist Herausgeber der ZEIT. Von 2001 bis 2004 war er auch ihr Chefredakteur, gemeinsam mit Michael Naumann. Davor leitete er das außenpolitische Ressort der Süddeutschen Zeitung. Weitere Texte von ihm finden Sie hier

Causa finita? Jetzt wird’s kompliziert. Nirgendwo geht es im Moscheen-Krieg um das »Ob«, sondern nur um das »Wo« und »Wie«. Das sind keine Gottes-, sondern Gesetzes- und Verhandlungsfragen. Niemand darf bauen, wo und was er will. Es gelten Traufhöhe und Ensembleschutz, Immissions- und Parkraumregeln. Ein Eros-Center neben der Schule ist genauso unwillkommen wie die Spielhölle im Reihenhaus.

Obama will nun nicht mehr beurteilen, »ob die Entscheidung weise« war. Doch »weise« ist das Schlüsselwort. Denn im Minenfeld des Multikulturalismus geht es immer um Empfindlichkeit und Empfindsamkeit. Und zum gedeihlichen Zusammenleben gehören immer zwei.

Ein altes Sprichwort rät, »im Hause des Gehenkten nicht vom Strick zu reden«. Man muss nicht gleich die Keule eines deutschen Kulturzentrums in Treblinka schwingen, wie es Charles Krauthammer von der Washington Post getan hat. Aber der Vatikan hat den Karmeliterinnen den Konvent und das Riesenkreuz am Rande von Auschwitz untersagt. Ein serbischer Kirchenneubau in Srebrenica wäre nicht unbedingt ein Symbol der Versöhnung. Erinnern wir uns an die erfolgreichen Proteste gegen die Vertriebenenfunktionärin Erika Steinbach im Beirat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Orthodoxie ist nicht gleich Massenmord, und Islam nicht gleich 9/11. Aber in Srebrenica wie in New York hat eine pervertierte Minderheit im Namen ihres Gottes gemordet und Stacheln in der Erinnerung hinterlassen. Sippenhaft wäre genauso pervertiert, nicht aber der Appell an Weisheit und Empfindsamkeit. Das Recht auf den Bau von Gotteshäusern ist unantastbar, aber wo und wie, das mögen Weisheit und Rücksicht bestimmen. Es ist nicht immer richtig, was rechtens ist.

 
Leser-Kommentare
  1. Danke, sehr guter Kommentar, Herr Joffe. Insbesondere den ersten Teil kann man auch fundamentalistischen Christen nicht oft ggenug entgegenwerfen.

  2. Die Frage ist doch : was wollen die Bauherren mit diesem nicht gerade bescheidenem Bau an dieser Stelle bewirken .
    Das sind ja nun keine Trottel, die von der Reaktion über-
    rascht wurden.

    Gekürzt. Verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/sh

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    • vb187
    • 19.08.2010 um 19:00 Uhr

    Ihr kommentar ist nicht verkehrt, solange man den letzten satz übersieht. das einzige was nämlich intolerant ist, ist Ihre haltung! hinter jedem gläubigen und hinter jeder religion steckt ein mensch - man muss schon so weit denken können, die person (terrorist) von der religion (islam) unterscheiden zu können. ich kann immer noch nicht verstehen, wieso scheinbar fast alle menschen so dumm sind und auf die masche von einigen mördern (an 9/11) hereinfallen, dass die morde tatsächlich den islam zur grundlage haben. was soll das?
    es ist schrecklich für die menschen, die ihre liebsten an 11.9. verloren haben. jedoch muss doch trotz trauer jeder sehen, dass die leute die am ground zero zur moschee gehen nicht für den tod ihrer lieben verantwortlich sind!?! diese diskussion ist sinnlos genauso wie die behauptung, dass der islam, das judetum oder was auch immer intolerant sei.

    sehr guter kommentar von herr joffe

    • vb187
    • 19.08.2010 um 19:00 Uhr

    Ihr kommentar ist nicht verkehrt, solange man den letzten satz übersieht. das einzige was nämlich intolerant ist, ist Ihre haltung! hinter jedem gläubigen und hinter jeder religion steckt ein mensch - man muss schon so weit denken können, die person (terrorist) von der religion (islam) unterscheiden zu können. ich kann immer noch nicht verstehen, wieso scheinbar fast alle menschen so dumm sind und auf die masche von einigen mördern (an 9/11) hereinfallen, dass die morde tatsächlich den islam zur grundlage haben. was soll das?
    es ist schrecklich für die menschen, die ihre liebsten an 11.9. verloren haben. jedoch muss doch trotz trauer jeder sehen, dass die leute die am ground zero zur moschee gehen nicht für den tod ihrer lieben verantwortlich sind!?! diese diskussion ist sinnlos genauso wie die behauptung, dass der islam, das judetum oder was auch immer intolerant sei.

    sehr guter kommentar von herr joffe

  3. Da haben Sie absolut recht!

  4. Was viele wirklich umtreibt, aber was sie nicht so sagen, ist der wachsende islamische Bevölkerungsanteil durch Einwanderung und höhere Geburtenraten. In den USA spielt auch noch die Konversion der Schwarzen eine Rolle. Und da ist das Verleiden von Moscheebauten nun mal nur ein Herumdoktern am Symptom. Soll den Leuten doch ruhig vor Augen geführt werden, wie sich die Verhältnisse schon verschoben haben.

    Es wirkt zugegebenermaßen auch widersprüchlich, wenn man einerseits gegen dubiose Hinterhofmoscheen ist, aber repräsentative Bauten auch nicht möchte. Und es wirkt oft auch sehr kleinlich, wenn um Meter oder Dezibel gestritten wirkt.

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    "Was viele wirklich umtreibt, aber was sie nicht so sagen, ist der wachsende islamische Bevölkerungsanteil durch Einwanderung und höhere Geburtenraten. In den USA spielt auch noch die Konversion der Schwarzen eine Rolle. Und da ist das Verleiden von Moscheebauten nun mal nur ein Herumdoktern am Symptom."

    Dabei gibt es in den USA, gemessen an der Gesamtbevölkerung (ca. 305 % Mio) gar nicht mal so viele Muslime, ca. 7 Mio. In Europa ist dieser Anteil um ein Mehrfaches höher. Da hilft alles Herumeiern nichts: Es ist die Frage nach der kulturellen Identität der westlichen Länder, welche die Bevölkerung umtreibt, und Medien wie Politik täten gut daran, diese berechtigten und nicht imaginierten Ängste ernst zu nehmen und sie nicht mit dem moralinsauren Zeigefinger ("Pfui, seid nicht so rassistisch und islamophob!") oder mit der Nazikeule abzutun. Es sind Schlußfolgerungen zu ziehen hinsichtlich der Steuerung der Einwanderung wie auch der Anforderungen an die Einwanderer, sich an die Sprache und an die kulturellen und gesellschaftlichen Normen der Aufnahmegesellschaften anzupassen. Ansonsten drohen Folgen wie die gesellschaftlichen Desintegration und ethnische Segregation, wie in Großstädten deutlich zu sehen, mit allen Folgen für die innenpolitische Stabilität.

    Wenn sich Politik und Medien aber weigern, dieses Problem als solches überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, ist es um die öffentlichen Debatte übel bestellt, von den notwendigen politischen Maßnahmen ganz zu schweigen.

    "Was viele wirklich umtreibt, aber was sie nicht so sagen, ist der wachsende islamische Bevölkerungsanteil durch Einwanderung und höhere Geburtenraten. In den USA spielt auch noch die Konversion der Schwarzen eine Rolle. Und da ist das Verleiden von Moscheebauten nun mal nur ein Herumdoktern am Symptom."

    Dabei gibt es in den USA, gemessen an der Gesamtbevölkerung (ca. 305 % Mio) gar nicht mal so viele Muslime, ca. 7 Mio. In Europa ist dieser Anteil um ein Mehrfaches höher. Da hilft alles Herumeiern nichts: Es ist die Frage nach der kulturellen Identität der westlichen Länder, welche die Bevölkerung umtreibt, und Medien wie Politik täten gut daran, diese berechtigten und nicht imaginierten Ängste ernst zu nehmen und sie nicht mit dem moralinsauren Zeigefinger ("Pfui, seid nicht so rassistisch und islamophob!") oder mit der Nazikeule abzutun. Es sind Schlußfolgerungen zu ziehen hinsichtlich der Steuerung der Einwanderung wie auch der Anforderungen an die Einwanderer, sich an die Sprache und an die kulturellen und gesellschaftlichen Normen der Aufnahmegesellschaften anzupassen. Ansonsten drohen Folgen wie die gesellschaftlichen Desintegration und ethnische Segregation, wie in Großstädten deutlich zu sehen, mit allen Folgen für die innenpolitische Stabilität.

    Wenn sich Politik und Medien aber weigern, dieses Problem als solches überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, ist es um die öffentlichen Debatte übel bestellt, von den notwendigen politischen Maßnahmen ganz zu schweigen.

  5. ob das Ding dort nun gabaut wird oder nicht, die Islamisten haben Gewonnen:
    entweder in Form des Kulturzentrums
    oder weil sie gegenüber der muslemischen Welt die Beleidigten spielen können weil es nicht gebaut wird.

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    "ob das Ding dort nun gabaut wird oder nicht, die Islamisten haben Gewonnen:
    entweder in Form des Kulturzentrums
    oder weil sie gegenüber der muslemischen Welt die Beleidigten spielen können weil es nicht gebaut wird."

    Das scheint mir ein Grundnübel in dieser Debatte seitens der westlichen Länder zu sein: Man will es mit niemandem verderben und alles im Konsens lösen. Wozu will man aber von allen geliebt werden, und ist das überhaupt möglich? Auch mit noch so vielen Moscheen und Zugeständnissen wird man es nicht schaffen, die Ablehnung von Islamisten gegenüber dem Westen und seiner Lebensweise abzubauen. Im Gegenteil wird das von diesen Leuten nicht als Zeichen der Verständigung, sondern als Schwäche wahrgenommen, die es auszunutzen gilt.

    Es rechtzumachen jedermann ist eine Kunst, die niemand kann. Man sollte konsequent zu den eigenen Normen und Traditionen stehen und diese auch von Einwanderern gleich welcher Herkunftskultur oder welchen Herkunftsland abverlangen, wie das Gemeinschaften seit jeher getan haben, wenn sie ihre Identität erhalten wollten. Zu dieser elementaren Einsicht muß sich die Elite dieses Landes erst wieder durchringen.

    da haben Sie leider Recht.
    und zu Kafka02
    zu spät kommt diese Einsicht. Hat schon stattgefunden.

    Gekürzt. Bleiben Sie bitte beim Thema des Artikels. Die Redaktion/sh

    "ob das Ding dort nun gabaut wird oder nicht, die Islamisten haben Gewonnen:
    entweder in Form des Kulturzentrums
    oder weil sie gegenüber der muslemischen Welt die Beleidigten spielen können weil es nicht gebaut wird."

    Das scheint mir ein Grundnübel in dieser Debatte seitens der westlichen Länder zu sein: Man will es mit niemandem verderben und alles im Konsens lösen. Wozu will man aber von allen geliebt werden, und ist das überhaupt möglich? Auch mit noch so vielen Moscheen und Zugeständnissen wird man es nicht schaffen, die Ablehnung von Islamisten gegenüber dem Westen und seiner Lebensweise abzubauen. Im Gegenteil wird das von diesen Leuten nicht als Zeichen der Verständigung, sondern als Schwäche wahrgenommen, die es auszunutzen gilt.

    Es rechtzumachen jedermann ist eine Kunst, die niemand kann. Man sollte konsequent zu den eigenen Normen und Traditionen stehen und diese auch von Einwanderern gleich welcher Herkunftskultur oder welchen Herkunftsland abverlangen, wie das Gemeinschaften seit jeher getan haben, wenn sie ihre Identität erhalten wollten. Zu dieser elementaren Einsicht muß sich die Elite dieses Landes erst wieder durchringen.

    da haben Sie leider Recht.
    und zu Kafka02
    zu spät kommt diese Einsicht. Hat schon stattgefunden.

    Gekürzt. Bleiben Sie bitte beim Thema des Artikels. Die Redaktion/sh

  6. "Was viele wirklich umtreibt, aber was sie nicht so sagen, ist der wachsende islamische Bevölkerungsanteil durch Einwanderung und höhere Geburtenraten. In den USA spielt auch noch die Konversion der Schwarzen eine Rolle. Und da ist das Verleiden von Moscheebauten nun mal nur ein Herumdoktern am Symptom."

    Dabei gibt es in den USA, gemessen an der Gesamtbevölkerung (ca. 305 % Mio) gar nicht mal so viele Muslime, ca. 7 Mio. In Europa ist dieser Anteil um ein Mehrfaches höher. Da hilft alles Herumeiern nichts: Es ist die Frage nach der kulturellen Identität der westlichen Länder, welche die Bevölkerung umtreibt, und Medien wie Politik täten gut daran, diese berechtigten und nicht imaginierten Ängste ernst zu nehmen und sie nicht mit dem moralinsauren Zeigefinger ("Pfui, seid nicht so rassistisch und islamophob!") oder mit der Nazikeule abzutun. Es sind Schlußfolgerungen zu ziehen hinsichtlich der Steuerung der Einwanderung wie auch der Anforderungen an die Einwanderer, sich an die Sprache und an die kulturellen und gesellschaftlichen Normen der Aufnahmegesellschaften anzupassen. Ansonsten drohen Folgen wie die gesellschaftlichen Desintegration und ethnische Segregation, wie in Großstädten deutlich zu sehen, mit allen Folgen für die innenpolitische Stabilität.

    Wenn sich Politik und Medien aber weigern, dieses Problem als solches überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, ist es um die öffentlichen Debatte übel bestellt, von den notwendigen politischen Maßnahmen ganz zu schweigen.

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    Werter Kafka_2.0

    Sie schreiben am Schluss Ihres interessanten Beitrags: "Wenn sich Politik und Medien aber weigern, dieses Problem als solches überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, ist es um die öffentlichen Debatte übel bestellt, von den notwendigen politischen Maßnahmen ganz zu schweigen." Daran will ich anknüpfen.

    Ich finde diese Debatte, vor allem in den USA, ganz fabelhaft und hoch erfreulich. Denn was ist vermutlich geschehen? Das New Yorker Establishment, wo man untereinander gut Freund und lieb zueinander ist, verabredete dieses Bauvorhaben, ohne sich groß um die Öffentlichkeit zu kümmern. Man glaubte in dieser Elitengruppe, dass der eigene Konsens dem der Bevölkerung entspräche bzw. zubefohlen werden sollte. Bürgermeister und sogar der Präsident waren dieser Ansicht.

    Nun aber setzte das Korrektiv ein. Plötzlich brach eine Debatte los, die die Propagandisten dieses Eliten-Konsens bis in die Medien hinein zu verhindern, ja abzuwürgen suchten mit den unlauteren Mitteln der politic correctness. Es spricht sehr für die Mündigkeit der us-amerikanischen Gesellschaft, dass sie sich die halböffentliche Tour nicht hat bieten lassen. Und nun ist eine wichtige und heftige Diskussion im Gang, die hoffentlich zu jenem Ergebnis führen wird, wie sie in Herrn Joffes Kommentar bereits skizziert ist. Dass der Erzbischof von New York sich vermittelnd eingeschalten hat, ist jedenfalls ein gutes Zeichen. Schade nur, dass diese Debatte nicht von Anfang an öffentlich geführt wurde.

    Werter Kafka_2.0

    Sie schreiben am Schluss Ihres interessanten Beitrags: "Wenn sich Politik und Medien aber weigern, dieses Problem als solches überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, ist es um die öffentlichen Debatte übel bestellt, von den notwendigen politischen Maßnahmen ganz zu schweigen." Daran will ich anknüpfen.

    Ich finde diese Debatte, vor allem in den USA, ganz fabelhaft und hoch erfreulich. Denn was ist vermutlich geschehen? Das New Yorker Establishment, wo man untereinander gut Freund und lieb zueinander ist, verabredete dieses Bauvorhaben, ohne sich groß um die Öffentlichkeit zu kümmern. Man glaubte in dieser Elitengruppe, dass der eigene Konsens dem der Bevölkerung entspräche bzw. zubefohlen werden sollte. Bürgermeister und sogar der Präsident waren dieser Ansicht.

    Nun aber setzte das Korrektiv ein. Plötzlich brach eine Debatte los, die die Propagandisten dieses Eliten-Konsens bis in die Medien hinein zu verhindern, ja abzuwürgen suchten mit den unlauteren Mitteln der politic correctness. Es spricht sehr für die Mündigkeit der us-amerikanischen Gesellschaft, dass sie sich die halböffentliche Tour nicht hat bieten lassen. Und nun ist eine wichtige und heftige Diskussion im Gang, die hoffentlich zu jenem Ergebnis führen wird, wie sie in Herrn Joffes Kommentar bereits skizziert ist. Dass der Erzbischof von New York sich vermittelnd eingeschalten hat, ist jedenfalls ein gutes Zeichen. Schade nur, dass diese Debatte nicht von Anfang an öffentlich geführt wurde.

  7. "ob das Ding dort nun gabaut wird oder nicht, die Islamisten haben Gewonnen:
    entweder in Form des Kulturzentrums
    oder weil sie gegenüber der muslemischen Welt die Beleidigten spielen können weil es nicht gebaut wird."

    Das scheint mir ein Grundnübel in dieser Debatte seitens der westlichen Länder zu sein: Man will es mit niemandem verderben und alles im Konsens lösen. Wozu will man aber von allen geliebt werden, und ist das überhaupt möglich? Auch mit noch so vielen Moscheen und Zugeständnissen wird man es nicht schaffen, die Ablehnung von Islamisten gegenüber dem Westen und seiner Lebensweise abzubauen. Im Gegenteil wird das von diesen Leuten nicht als Zeichen der Verständigung, sondern als Schwäche wahrgenommen, die es auszunutzen gilt.

    Es rechtzumachen jedermann ist eine Kunst, die niemand kann. Man sollte konsequent zu den eigenen Normen und Traditionen stehen und diese auch von Einwanderern gleich welcher Herkunftskultur oder welchen Herkunftsland abverlangen, wie das Gemeinschaften seit jeher getan haben, wenn sie ihre Identität erhalten wollten. Zu dieser elementaren Einsicht muß sich die Elite dieses Landes erst wieder durchringen.

    Antwort auf "win win"
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    • Buh
    • 19.08.2010 um 22:03 Uhr

    Dieses Identitätsgefasel ist müßig. Ich habe nicht Ihre und sie nicht Meine ientität auch wenn wir im selben Land leben und die selbe Sprache spürechen. Ich bin weiblicher Atheist mit orthodoxen wurzeln elterlicherseits. ich bin migrant und ich liebe Kunst und Philosophie. Ich meide Volksfeste und hasse jede form der Religion. Ich finde aber kirchen und moscheen architekturmäßig intereessant. Ich tue andere dinge als sie und ich tue sie mit Juden wie mit Moslems. ich habe Kanadische Freunde, genauso wie solche die aus England stammen, oder seit geenratinen in Köln wohnen.

    Es gibt keine Massenidentität die wir vor einfallenden Kulturen zu schützen haben. Kulturen sind bunt und jeder lebt sie anders. Ob sie nun als frommer Katholike die Kirche besuchen oder als treuer Atheist die kneipe oder als Muslim das Teehaus nach ihrem Moscheebesuch aufsuchen. Das alles gehört zu einer Identität die sie zu sehr verknappen. Wenn es diese Identität gibt, von der Sie sprechen, dann schließt sie alles treiben, jede Kulturschöpfung und -Tat mit ein, wehsalb die Mosheen und Synagogen wie die Buddhistichen Tempel (die wir hier in Kölna uch haben), genauso zu unserer Identitä gehören wie Prostituierte, Atuoscooter, Schebergärten, Bioläden, Autonome, Priester ect.

    Wenn jemand meint es gäbe eine Kultur, eine identität die es vor fremden zu schützen gilt, dann ist meiner Meinung nach ein punkt erreicht, der die Unglaubwürdigkeit einer Integrationsdebatte untergräbt.

    zu den eigenen Normen und Traditionen stehen und diese auch von Einwanderern gleich welcher Herkunftskultur oder welchen Herkunftsland abverlangen, wie das Gemeinschaften seit jeher getan haben, wenn sie ihre Identität erhalten wollten. Zu dieser elementaren Einsicht muß sich die Elite dieses Landes erst wieder durchringen."

    gut gebrüllt westlich identitärer löwe ;)
    nun fragt sich nur, welche 'normen und traditionen' man meint. da ist sich 'der' westen selbst auch nicht so ganz einig - will man:

    - menschenrechte ODER 'real'politik

    - säkulare moderne ODER christliche 'identität'

    - 'freiheit' x ODER 'freiheit' y

    - prinzipien und rechtsnormen ODER 'wir' gegen 'die' / 'gut'-'böse'-schemata

    also, wofür stehen 'wir' ?????

    • Buh
    • 19.08.2010 um 22:03 Uhr

    Dieses Identitätsgefasel ist müßig. Ich habe nicht Ihre und sie nicht Meine ientität auch wenn wir im selben Land leben und die selbe Sprache spürechen. Ich bin weiblicher Atheist mit orthodoxen wurzeln elterlicherseits. ich bin migrant und ich liebe Kunst und Philosophie. Ich meide Volksfeste und hasse jede form der Religion. Ich finde aber kirchen und moscheen architekturmäßig intereessant. Ich tue andere dinge als sie und ich tue sie mit Juden wie mit Moslems. ich habe Kanadische Freunde, genauso wie solche die aus England stammen, oder seit geenratinen in Köln wohnen.

    Es gibt keine Massenidentität die wir vor einfallenden Kulturen zu schützen haben. Kulturen sind bunt und jeder lebt sie anders. Ob sie nun als frommer Katholike die Kirche besuchen oder als treuer Atheist die kneipe oder als Muslim das Teehaus nach ihrem Moscheebesuch aufsuchen. Das alles gehört zu einer Identität die sie zu sehr verknappen. Wenn es diese Identität gibt, von der Sie sprechen, dann schließt sie alles treiben, jede Kulturschöpfung und -Tat mit ein, wehsalb die Mosheen und Synagogen wie die Buddhistichen Tempel (die wir hier in Kölna uch haben), genauso zu unserer Identitä gehören wie Prostituierte, Atuoscooter, Schebergärten, Bioläden, Autonome, Priester ect.

    Wenn jemand meint es gäbe eine Kultur, eine identität die es vor fremden zu schützen gilt, dann ist meiner Meinung nach ein punkt erreicht, der die Unglaubwürdigkeit einer Integrationsdebatte untergräbt.

    zu den eigenen Normen und Traditionen stehen und diese auch von Einwanderern gleich welcher Herkunftskultur oder welchen Herkunftsland abverlangen, wie das Gemeinschaften seit jeher getan haben, wenn sie ihre Identität erhalten wollten. Zu dieser elementaren Einsicht muß sich die Elite dieses Landes erst wieder durchringen."

    gut gebrüllt westlich identitärer löwe ;)
    nun fragt sich nur, welche 'normen und traditionen' man meint. da ist sich 'der' westen selbst auch nicht so ganz einig - will man:

    - menschenrechte ODER 'real'politik

    - säkulare moderne ODER christliche 'identität'

    - 'freiheit' x ODER 'freiheit' y

    - prinzipien und rechtsnormen ODER 'wir' gegen 'die' / 'gut'-'böse'-schemata

    also, wofür stehen 'wir' ?????

  8. Entfernt. Äußern Sie sich bitte sachlich zum Thema des Artikels. Die Redaktion/sh

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