Es geht um zwei Szenarien: Erstens, ein Auto prallt zum Beispiel mit 50 Kilometern pro Stunde auf eine stehende Wand. Zweitens, es stößt frontal mit einem gleich schnellen Wagen gleicher Bauart zusammen. In welchem Fall sind die Auswirkungen schlimmer?

Viele Menschen meinen, der zweite Fall sei schlimmer, weil die "relative Geschwindigkeit" der kollidierenden Objekte doppelt so hoch ist. Aber dem liegt ein Denkfehler zugrunde.

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Richtig ist, dass die kinetische Energie der beiden Autos zusammen doppelt so groß ist wie die eines einzelnen Wagens. Diese Energie wird in verformtes Blech umgesetzt. Bei der Frontalkollision wird doppelt so viel Blech gefaltet, für das einzelne Auto bleibt die Energiebilanz gleich.

Wie schlimm die Sache für den Fahrer ist, hängt ab von der negativen Beschleunigung, die er beim Zusammenstoß erfährt. Da die Mauer sich praktisch nicht bewegt, ist der "Bremsweg" genau die Strecke, um die sich das Fahrzeug beim Zusammenstoß verkürzt. Je länger diese Knautschzone ist, umso glimpflicher verläuft der Unfall. Einen Frontalzusammenstoß gleicher Massen kann man sich so vorstellen, dass sich beide Autos an der Stelle des Kontakts auffalten – so, als würde an dieser Stelle eine Wand stehen.

All das gilt natürlich nur für gleich schwere und gleich schnelle Autos. Stößt man mit einer größeren oder schnelleren Masse zusammen, etwa einem Lkw, dann sind die Folgen beim Frontalzusammenstoß erheblich schlimmer.

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