Atommüll Kuschelrunde am Endlager

Direkt an der Grenze zu Deutschland will die Schweiz ihren radioaktiven Müll vergraben. Bei der Auswahl des Standorts geht sie so demokratisch vor wie kein anderes Land. Deutschland sollte sich daran ein Beispiel nehmen.

Stell dir vor, die Nachbarin vergräbt Plutonium im Garten, und keiner regt sich auf. Kein Flugblattverteiler und kein Steinewerfer, keine Greenpeace-Aktivistin, kein wütender Bauer. Da sind nur 150 ältere Herrschaften, die im Kursaal von Bad Säckingen auf ihren Stühlen hin und her rutschen. Und Lüder Rosenhagen vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) , er war früher Zweiter Offizier auf dem Atomforschungsschiff Otto Hahn und ist heute die Protestbewegung des Kurorts.

Am Rednerpult steht Tilman Bollacher, Landrat des südbadischen Kreises Waldshut, zu dem Bad Säckingen gehört. Er blickt zu Monika Jost vom Schweizer Bundesamt für Energie (BfE) , sie sitzt in der ersten Reihe. Bollacher sagt: »Die Suche nach einem Endlager so nah an der Grenze kann das gutnachbarschaftliche Verhältnis belasten.«

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Keine zehn Kilometer von Bad Säckingen entfernt will die Schweiz ihren hoch radioaktiven Müll vergraben, vielleicht auch einige Kilometer flussaufwärts, auf jeden Fall nah an Bollachers Landkreis. Der Landrat will das nicht, er sagt aber auch: »Die Schweiz ist ein souveräner Staat und kann selbst entscheiden. Und man muss sagen: Wir sind gut eingebunden in dieses Verfahren.«

Unterirdisches Atommülllager

Drei Wirtsgesteine sind für unterirdische Atommülllager in der Diskussion: Ton, Salz und Granit. Die wenigsten Staaten können sich ihr Lieblingsmaterial aussuchen. Sie müssen nehmen, was die Natur im Laufe der Jahrmillionen hinterlassen hat.

Granit

Finnland und Schweden bauen Endlager in Granit, die Schweiz, Belgien und Frankreich favorisieren Tonschichten, in Deutschland bieten sich Salz- und Tonschichten an, der Granit ist zu zerklüftet.

Ton

Die Vor- und Nachteile: Salz leitet die Wärme der Atommüllbehälter am besten ab und kann Hohlräume und Risse dank seiner Plastizität verschließen. Auch Ton ist verformbar, leitet aber die Wärme weniger gut, die Müllbehälter müssen weiter auseinanderstehen. Tonlagerstätten müssen außerdem stärker befestigt und ausgebaut werden, Salz hat eine bessere Eigenstabilität.

Salz

Salz ist andererseits löslich, sodass Wasser oder Laugen sich einen Weg durch das Salz bahnen können. Salz nimmt radioaktive Atome schlecht auf, falls diese entweichen. Ton kann diese Stoffe besser absorbieren. Die Eigenschaften hängen von der jeweiligen Geologie ab – deshalb muss jeder Standort aufwendig erkundet werden.

Am 1. September beginnen die offiziellen Anhörungen zu den Endlager-Kandidaten, der Informationsabend im Kursaal von Bad Säckingen ist so etwas wie die Generalprobe. Monika Jost erklärt an diesem Abend kurz vor Pfingsten die Spielregeln, nach denen das Endlager ausgesucht wird, sie hat sie mit entworfen. Die Säckinger hören aufmerksam zu, und selbst Lüder Rosenhagen schlägt keinen Krawall. »Es klingt abgegriffen«, sagt er hinterher, »aber ich will das Verfahren kritisch begleiten.« Den Meinungsbildungsprozess findet er »spannend«.

Während Deutschland wieder einmal über den Standort Gorleben streitet , geschieht südlich des Oberrheins ein kleines Wunder. Pragmatisch und friedlich suchen die Schweizer ein Tiefenlager für ihre hochgefährlichen Abfälle. Bei der Auswahl des Standorts wollen sie alles besser machen als die Deutschen. Protestgruppen und Bürger machen mit, Unternehmen, Verbände und Gemeinden. In den Gremien, die über die Sicherheit des Endlagers reden, sind sogar deutsche Atomkraftgegner vertreten, und am Ende entscheidet das Volk. Von den Schweizern kann man in diesen Tagen lernen, wie ein flexibler Staat eine Lösung sucht für ein drängendes Problem der Industriegesellschaft.

Deutschland dagegen zeigt, wie man es nicht macht. Während ein Untersuchungsausschuss des Bundestags dem Verdacht nachgeht, dass bei der Auswahl des Salzstocks Gorleben Gutachten manipuliert wurden, treibt Bundesumweltminister Norbert Röttgen die alleinige Erkundung ebendieses Salzstocks voran, voraussichtlich im Oktober geht es weiter. Statt einen Konsens in der Endlagerfrage zu suchen, spaltet die Koalition das Land mit ihren Plänen für eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke.

In Sachen Endlager, sagt der Politikwissenschaftler Peter Hocke vom Institut für Technikfolgenabschätzung in Karlsruhe, gebe es für demokratisch gewählte Regierungen vier Alternativen: Nichtstun, Durchwursteln, Durchregieren oder Verhandeln. Die deutschen Regierungen haben sich stets für eine der ersten drei Möglichkeiten entschieden, die Schweiz setzt auf Verhandeln. Das entspricht Hockes Vorstellung von governance, modernem Regieren. Wie die Schweiz das mache, sagt er, »das ist wie aus dem Lehrbuch«. Von »Charmeoffensive« spricht die Partizipationsforscherin Regine Barth vom Ökoinstitut Darmstadt : »Die Schweizer hören zu und setzen Kritik um.«

Die Schweiz betreibt fünf Atomkraftwerke und braucht Platz für 100.000 Kubikmeter radioaktiven Müll aus AKWs, Industrie und Forschung. Darunter sind 7300 Kubikmeter verbrauchte Brennelemente und hochradioaktiver Müll, das Volumen von sieben Einfamilienhäusern. Ursprünglich wollten die AKW-Betreiber den schwach- und mittelradioaktiven Müll im Wellenberg vergraben, einem Berg in der Zentralschweiz. »Das Auswahlverfahren war damals aber zu undurchsichtig«, sagt Michael Aebersold, der im BfE die Abteilung Entsorgung radioaktiver Abfälle leitet. »Die Bürger hatten das Gefühl, man habe einen Pfeil zufällig auf eine Karte geworfen, um einen Standort zu finden.« Der Wellenberg wurde zum Schweizer Gorleben: zum Symbol dafür, dass bei der Endlagerauswahl getrickst und gemauschelt wird. Die Einwohner des Kantons lehnten das Vorhaben in einer Volksabstimmung ab.

Dann geschah etwas, worauf die Menschen in Deutschland vergebens warten: Der Bund und die Kantone einigten sich auf ein gemeinsames Vorgehen. Sie schafften das Vetorecht der Kantone ab, entwarfen zugleich aber einen Plan, wie man die Bürger stärker beteiligt. Das war der Job von Michael Aebersold und seiner Stellvertreterin Monika Jost. Sie besuchten die Universität Antwerpen , wo Forscher einen Mitwirkungsprozess für die Suche nach einem belgischen Atommülllager entwickelt hatten. Sie luden Wirtschaftsverbände, Politiker und Bürger zur Diskussion. Und sie nahmen an Workshops des deutschen Arbeitskreises Auswahlverfahren Endlagerstandort (AkEnd) teil, der im Auftrag des damaligen Umweltministers Jürgen Trittin ein partizipatives Verfahren entwickelte.

Das ist die Ironie der verkorksten deutschen Endlagersuche. Es ist längst bekannt, wie man es besser machen könnte. Der AkEnd hatte empfohlen, mindestens zwei Standorte unterirdisch zu erkunden, die gesamte Fläche Deutschlands für die Suche in Betracht zu ziehen, keine Gesteinsart von vornherein zu bevorzugen und die Bürger und Gemeinden mit einzubeziehen. Ende 2002 gab der AkEnd seinen Bericht ab. Die Politik ignoriert die Vorschläge bis heute. Peter Hocke sagt: »Es gibt in Deutschland rund 80 hauptamtliche Endlager-Experten. Viele von ihnen wurden im politischen Grabenkampf aufgerieben und sind heute frustriert.«

Potentielle Endlager: Um die Karte zu vergößern, klicken Sie auf das Bild

Potentielle Endlager: Um die Karte zu vergößern, klicken Sie auf das Bild

(siehe Karte)

In der Schweiz werden viele der Empfehlungen nun umgesetzt. »Wir haben vom AkEnd wichtige Impulse bekommen«, sagt Monika Jost. Mehrere Lagerstätten in unterirdischen Tonschichten sind in der engeren Wahl (siehe Karte) , die Auswahl beruht auf Probebohrungen und Erkenntnissen, die Wissenschaftler im Felslabor Mont Terri gesammelt haben. Der Müll soll so gelagert werden, dass man ihn bis zum endgültigen Verschluss – in 50 bis 150 Jahren – wieder zurückholen kann, falls neue Erkenntnisse dies erfordern oder nachfolgende Generationen ihn gar recyceln wollen.

Regionale Arbeitsgruppen, in denen auch deutsche Bürgermeister vertreten sind, können nun Vorschläge machen, wo die Oberflächenanlagen stehen sollen, ob der Atommüll mit dem Zug oder auf Lastwagen angeliefert werden soll. Außerdem gestalten sie Studien mit, die untersuchen sollen, wie ihre Region vom Atommülllager betroffen sein wird. Aufgrund von Sicherheitsanalysen wird die Zahl der möglichen Standorte in den kommenden Jahren auf mindestens je zwei für hochaktiven sowie für schwach- und mittelaktiven Müll verringert.

Schließlich verhandeln die Kraftwerksbetreiber und der Bund mit den Standortgemeinden über mögliche Kompensationszahlungen – eine halbe Milliarde Schweizer Franken sind pro Standort im Gespräch – und schlagen dann jeweils ein Tiefenlager für hochaktiven und eines für schwach- und mittelaktiven Müll vor, vielleicht auch nur ein einziges für beide Abfallsorten. Um 2018 herum soll der Schweizerische Bundesrat dazu seinen Segen geben, im folgenden Jahr das Parlament und schließlich das Schweizer Volk.

Jeder darf mitreden, aber es gibt ein paar Dinge, die sind nicht verhandelbar: Der Müll muss unter die Erde. Und das Endlager wird gebaut. »Der Zug rollt«, sagt Aebersold. »Man kann aufspringen, aber ihn nicht mehr anhalten.«

Auch in Deutschland rollt der Zug wieder, die einen fahren mit, die anderen ketten sich an die Gleise. Ein paar Menschen allerdings glauben fest daran, dass auch hierzulande noch ein Konsens in der Endlagerfrage möglich ist. Zu ihnen gehört Jörg Gantzer, Tilman Bollachers Stellvertreter im Landratsamt Waldshut. Gantzer leitet das Umweltdezernat, von seinem Büro aus sieht man das Schweizer Atomkraftwerk Leibstadt auf der anderen Seite des Rheins, Gantzer hat ein Ficus-Bäumchen davor gestellt. Früher, sagt er, habe er der Atomkraft »neutral bis befürwortend« gegenübergestanden. Vor zwei Jahren nahm er an einer Endlagerkonferenz in Berlin teil, wo Demonstranten Flugblätter verteilten auf Mittelhochdeutsch, die kein Mensch verstand, um zu zeigen, wie sich die Welt in nur 500 Jahren verändert. Da habe er eingesehen, sagt Gantzer, »dass diese Technologie mit menschlicher Hybris zu tun hat«. Er will jetzt wenigstens dazu beitragen, dass seine Generation den Müll noch unter die Erde bringt.

In drei Arbeitsgruppen zur Schweizer Endlagersuche ist er Mitglied, außerdem im deutschen Forum Endlager-Dialog (FED) , was anstrengend ist, weil es alle paar Wochen zu implodieren droht. Im FED sitzen Atomkritiker aus Gorleben und Atommanager an einem Tisch, der Sozialwissenschaftler Peter Hocke hat es vor zwei Jahren mitgegründet. Es gibt nichts, was diese Gruppe entscheiden könnte, aber es ist wohl das einzige Gremium in Deutschland, in dem beide Seiten – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – miteinander reden. Sie machen ähnliche Fortschritte wie die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern.

Gantzer, parteilos, steht zwischen den Fronten. Er weiß, wie der Kompromiss zwischen Atommanagern und gemäßigten Kritikern aussehen könnte. Noch bekennt sich kaum jemand öffentlich dazu, denn in der Endlagerfrage gilt Bürokraten-Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Und solange um die Laufzeitverlängerung gespielt wird, bewegt sich auch in der Endlagerfrage niemand. Der Kompromiss geht so: Gorleben wird weiter erkundet, parallel wird aber auch ein zweiter Standort gesucht und erforscht, zunächst »auf dem Papier«, dann mit Probebohrungen, später unter Tage. Außerdem wird die Bevölkerung beteiligt wie in der Schweiz, nicht gleich mit einer Volksabstimmung, aber stärker als nur durch formal-juristisches Einspruchsrecht wie im deutschen Planfeststellungsverfahren. »Nur so gewinnt man Vertrauen«, sagt Gantzer.

Die Erkundung von Gorleben für immer aufzugeben, wie viele Atomgegner fordern, ist unrealistisch. Es stimmt zwar, dass Gorleben zunächst nur als Standort für eine Wiederaufbereitungsanlage ausgewählt wurde, die Eignung als Endlager war nicht das vorrangige Kriterium. Trotzdem könnte der Salzstock als Atommülllager geeignet sein, die Fachleute wissen es einfach noch nicht. In der Horizontalen habe man schon sehr viel erkundet, sagt der Geowissenschaftler Volkmar Bräuer von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) , »aber vertikal gibt es noch einiges zu tun«. Wie dick ist die Salzschicht, gibt es Laugenzuflüsse? Diese Fragen sollen bis Ende der Legislaturperiode für den ersten Erkundungsbereich geklärt sein. Nicht ausgeschlossen, dass herauskommt: Gorleben ist für Atommüll ungeeignet.

Schon für diesen Fall braucht man eine Alternative. One choice is no choice, heißt es in der Schweiz, eine Option ist keine Option. Im Frühjahr sah es für einen Moment so aus, als habe auch Norbert Röttgen das begriffen. Parallel zur Erkundung des Salzstocks Gorleben werde »die wissenschaftliche Diskussion zu alternativen geologischen Formationen vorangetrieben« verkündete er. Doch nicht einmal sein Ministerium weiß gegenwärtig, was das konkret bedeutet. »Die Diskussion über Laufzeiten blockiert alles«, sagt ein Mitarbeiter. Dabei empfiehlt selbst das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) , verantwortlich für die Endlager in Deutschland und Röttgens eigene Fachbehörde, außer Gorleben mindestens einen weiteren Standort zu suchen, »partei- und legislaturübergreifend«.

Der Bundesumweltminister müsste dabei nicht von null anfangen, sondern nur ins eigene Archiv gehen. Dort liegen Studien der BGR über interessante Endlagerkandidaten. Basierend auf Tausenden Bohrungen, die im Rahmen der Erdöl- und Erdgasexploration gemacht wurden, hat die BGR eine Landkarte »untersuchungswürdiger« Salz- und Tonschichten angefertigt. Die meisten befinden sich in Norddeutschland, einige in Bayern und Baden-Württemberg – darunter dieselbe Tonschicht, die die Schweiz untersucht. Ob Ton oder Salz das bessere Wirtsgestein für ein Endlager ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten.

Der nächste Schritt wäre, sagt Volkmar Bräuer, »dass man die Regionen eingrenzt und zusätzliche Kriterien heranzieht«. Auch das wäre bis zum Ende der Legislaturperiode machbar. Bräuer: »Ich rechne nur noch in Legislaturperioden.« Anschließend müsste man unter Beteiligung der Gemeinden einen zweiten Standort auswählen und unter Tage erkunden. Das BfS hat auch schon grob geschätzt, was das kosten würde: rund 500 Millionen Euro. Das ist der Preis für das Vertrauen, das im Fall Gorleben verspielt wurde. Zum Vergleich: In die Erkundung des Salzstocks Gorleben wurden bislang 1,5 Milliarden Euro gesteckt.

Dass man mit der Suche nach einem zweiten Endlager-Kandidaten »die Republik anzündet«, wie der CSU-Abgeordnete Max Straubinger wähnt, ist nachweislich Unsinn. In einer Umfrage von TNS Emnid für die ZEIT sprachen sich immerhin 33 Prozent der befragten Baden-Württemberger dafür aus, auch in ihrem Bundesland nach einem Standort für ein nukleares Endlager zu suchen. Das ist eine gute Basis für eine Endlagersuche mit Bürgerbeteiligung. Jetzt fehlt nur noch die Politikerbeteiligung.

 
Leser-Kommentare
    • Hontes
    • 20.08.2010 um 20:50 Uhr

    Vielleicht hat die Schweiz hinsichtlich der Endlager-Debatte aus dem Debakel um die Fluglärmbelastung des sich ebenfalls in Grenznähe befindlichen Flughafens Zürich-Kloten gelernt.

    Im dortigen Fluglärm-Streit schlagen die Wogen zwischen Deutschland und der Schweiz erheblich höher!

  1. Nein, dies hat nichts mit dem Fluglärm-Streit zu tun.

    Es handelt sich hier um ein rein demokratisches Vorgehen, bei dem zuletzt der Souverän, also das Volk, das Sagen hat.

    Das ganze kann darum so locker angegangen werden, weil die Parteien keine Versprechen einlösen müssen, sondern zusammen die beste Lösung für das Volk erarbeiten wollen. Die Vorlage muss so gut sein, dass das Volk dazu "Ja" sagt.

    Man nimmt sich also die Zeit, alle Lösungsvorschläge anzuhören, um dann die beste als Vorlage zu präsentieren.

    Für mich ist es schlicht unverständlich, wieso Deutschland oder Österreich nicht schon längst die Direkte Demokratie eingeführt haben.

  2. Anders als in korrupten autokratischen Bananen-Republiken mit mafiösen Strukturen in welchen eine kleine Clique von Plutokraten selbstherrlich regiert und die Bevölkerung vom Meinungsbildungsprozess ausgeschlossen ist.

    Wie z.B. in, nun ja, hier.

    • Varech
    • 21.08.2010 um 6:43 Uhr

    Endlagersuche als Gesellschaftsspiel. Die da jetzt Entscheiden spielen, wie und wie lange wollen die denn die Verantwortung tragen? Wissen die denn, wovon sie reden, wenns so schön "spannend" ist? Das ist nicht Demokratie, das ist Volksverdummung!
    Hoch radioaktives Zeugs der Mutter Natur unter den Teppich zu kehren, kann niemand verantworten, das darf deshalb nicht getan werden.
    Stimmt, die Abfälle der ach so billigen Stromproduktion sind nun schon mal da. Die Lenker (oder Manipulierer?) unserer Geschicke könnten ja erst mal versuchen, das zu verantworten.
    Ob das Lager nah an der Grenze sein soll, oder nicht, ist völlig ohne Belang. Auch diese Frage ist nur plumpe Problem-Vernebelung
    Wenn da jetzt kuschelig im kleinen Kreis entschieden werden soll, ist das extreme Amtsanmassung, meine Worte nur mal ganz klein und auf die kleinen Leute zugeschnitten.
    Die Anstifter der Sache wissen was ich meine.

  3. Das passt alles ganz gut in die kuschelige Besänftigungsnummer von RWE,EON...bei Bild und Co. Jetzt bekommt die Kanzlerin noch Druck von Ackermann, METRO, Bertelsmann und DFB. Da gehört auch dieser ZEIT-Artikel leider hin. Genau auf diese Schiene.Und soll doch nur die Mär erzählt werden das man den Atommüll ganz friedlich und sauber irgendwo ablädt, wenn man nur nicht so stur ist.
    Für mich steckt da eine ganz perfide Strategie dahinter. Die BILD-Leser bekommen das auf ihrem Niveau, Zeit-Leser eben ein wenig intellektueller serviert! Nein Danke.

    • Kiira
    • 21.08.2010 um 12:27 Uhr

    Warum bringen wir unseren Atommüll nicht auch in das geplante schweizer Endlager?! Ist bestimt nur eine Geldfrage. Es liegt so dicht an der Grenze, da kann man leicht einen Tunnel unter dem Rhein hindurch bohren als direkten Zugang. Vielleicht reicht die Gesteinsschicht ja unterirdisch sowieso bis nach Deutschland. Dann kann unser Teil des Endlagers ja auf deutscher Seite entstehen.

    Und wenn in den nächsten hunderttausend Jahren das Lager mal undicht wird, schwemmt der Rhein das Plutonium und den ganzen strahlenden Müll nach Holland. Falls es Holland dann überhaupt noch gibt. Ob sich dann noch jemand an das Wort Demokratie einnert?

    Bestimmt! Man wird man sich noch erinneren: Damals, vor hunderttausend Jahren, da haben irgendwelche Homo Sapiens Vormenschen das ganz vorbildlich demokratisch entschieden, dass der tödliche Müll in den Flußauen verbuddelt wird.

    • Crest
    • 21.08.2010 um 12:45 Uhr

    Ein stellvertretender Landrat, der flott hingescribbelte Änderungen in der Oberflächenmorphologie innerhalb der letzten 500 Jahre einfach mal nassforsch überträgt auf geologische Langfristformationen und den dabei das Gefühl der Hybris erfasst, der hat seine Emotionen falsch kalibriert.

    Herzlichst Crest

  4. wir vergraben unseren Müll möglichst nah am Schweizer Endlager, dann wird niemand zusätzlich belastet. Die Schweizer können sich kaum beschweren , und wenn die deutschen das Schweizer Endlager akzeptieren , machts auch keinen unterschied wenn da 2 sind

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