Wirtschaft für Kinder Was macht eine Gewerkschaft?Seite 2/2

In Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Gewerkschaften. Einige sind für ganze Wirtschaftszweige zuständig. So vertritt beispielsweise die IG Metall die Interessen der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Die größten dieser Gewerkschaften sind im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) vereint. Andere kümmern sich nur um eine bestimmte Berufsgruppe. Wie etwa die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.

Derzeit ist der »Mindestlohn« ein großes Ziel der Gewerkschaften. Weil etliche Arbeitgeber keine Tarifverträge mehr anerkennen, ist in manchen Regionen und Berufen der Lohn stark gesunken. Deshalb streiten die Gewerkschaften inzwischen dafür, dass mindestens 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werden. Das soll die Regierung festlegen, die sich eigentlich aus solchen Konflikten heraushält. Mittlerweile brauchen die Gewerkschaften aber deren Unterstützung, weil das Gleichgewicht gestört ist. Heute haben die Gewerkschaften weniger Mitglieder als früher. Über viele Jahre ist die Arbeitslosigkeit hoch gewesen, zudem arbeiten inzwischen mehr Menschen in Mini- und Teilzeitjobs, sind nur befristet angestellt oder bei einer Firma beschäftigt, die sie an andere Betriebe verleiht. Das alles hat dazu beigetragen, dass die Gewerkschaften insgesamt schwächer, die Arbeitgeber stärker geworden sind.

Was geschieht, wenn die Gewerkschaften an Kraft verlieren, zeigt sich etwa bei den Frisören. Dort verdienen manche Menschen trotz acht Stunden Arbeit am Tag so wenig, dass sie zusätzlich vom Staat unterstützt werden müssen. Im Frisörhandwerk in Sachsen werden zum Teil nur drei Euro die Stunde gezahlt.

Damit verglichen, haben Niklas, Luca und Lena also richtig gut verhandelt.

 
Leser-Kommentare
  1. Wie im Artikel schon beschrieben haben die Gewerkschaften einen starken Mitgliederschwund. Aber nicht nur wegen Teil-u.Minijobs oder Aufstockung von Hartz4 sondern auch weil jahrelang von der Politik, siehe z.b. Edmund Stoiber, behauptet wurde Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien nicht Gegner sondern Partner. Auch hat es einen Grund, weil die meisten Arbeitgeber nicht mehr organisiert sind.Und daher dann, wenn überhaupt, sogenannte Haustarife ausgehandelt werden, welche die Tarifabschlüße bei weitem nicht erreichen.

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    Die Ursachen liegen lange zurück, sind von den Arbeitern
    aber nie vergessen worden, sie werden weitergegeben.
    NEUE HEMAT, VOLKSFÜRSORGE, BANK FÜR GEMEINWIRTSCHAFT.
    Vermögen in Arbeiterhand von den Funktionären eleminiert.
    Noch nicht solange zurück liegt die Tatsache, das Gewerkschaften
    nicht mehr in der Lage waren aus den Beitragseinnahmen die
    Pensionen ihrer Funktionäre zu bedienen, die sich im Laufe
    der Jahre an die Beamtenbezüge angeglichen hatten.
    Weil die Funktionäre nicht bereit waren Abstriche hinzunehmen,
    wurden Gewerkschaften zusammengelegt und vom Staat
    subventioniert zum Wohl der Funktionäre.
    Das alles haben die Arbeiter nicht vergessen und die nicht
    angemessenen Bezüge der Gewerkschafts Bosse sind nicht
    gerade förderlich um den Arbeiter zur Mitgliedschaft zu bewegen.
    Soviel zu Ursachen der Enthaltsamkeit des Arbeiters und dem
    kontinuierlichen Mitgliederschwund.

    Die Ursachen liegen lange zurück, sind von den Arbeitern
    aber nie vergessen worden, sie werden weitergegeben.
    NEUE HEMAT, VOLKSFÜRSORGE, BANK FÜR GEMEINWIRTSCHAFT.
    Vermögen in Arbeiterhand von den Funktionären eleminiert.
    Noch nicht solange zurück liegt die Tatsache, das Gewerkschaften
    nicht mehr in der Lage waren aus den Beitragseinnahmen die
    Pensionen ihrer Funktionäre zu bedienen, die sich im Laufe
    der Jahre an die Beamtenbezüge angeglichen hatten.
    Weil die Funktionäre nicht bereit waren Abstriche hinzunehmen,
    wurden Gewerkschaften zusammengelegt und vom Staat
    subventioniert zum Wohl der Funktionäre.
    Das alles haben die Arbeiter nicht vergessen und die nicht
    angemessenen Bezüge der Gewerkschafts Bosse sind nicht
    gerade förderlich um den Arbeiter zur Mitgliedschaft zu bewegen.
    Soviel zu Ursachen der Enthaltsamkeit des Arbeiters und dem
    kontinuierlichen Mitgliederschwund.

    • -Ziet-
    • 22.08.2010 um 14:01 Uhr

    ... immerhin.

    Niklas, Luca und Lena sind nämlich gleiche unter gleichen ... oder noch genauer ... Niklas, Luca und Lena werden von Ihren Eltern als gleiche unter gleichen behandelt.

    In der Realität wird es aber komplizierter. Dort kommt eines der wichtigsten Herrschaftsinstrumente der Kapital-Inhaber zum tragen - das Spaltungs-Prinzip. Damit sorgen die Betriebsführer und Inhaber dafür, daß die Lohnabhängigen sich gegenseitig in Konkurrenz sehen, sprich: sich nicht so einfach gegenseitig solidarisieren können.

    Das läuft nicht nur ganz platt über historische Spalterei von Arbeitern (Blauer Anton) und Angestellten mit Strick um den Hals (Krawatte) und Leitungsträgern im Nadelstreif.

    Heutzutage ist die Auseinanderdividierung der Lohnabhängigen fast schon bis auf die individuelle Schiene perfektioniert - und läuft außerhalb des Betriebs schon ab - über Werbung werden Unterscheidungsmerkmale als Bedürfnisse dargestellt und stimuliert ... und die Lebensumstände im Zeitalter der Mobilität sind gleichfalls für Ego-Shooter idealisiert ... die Förderung des EGO gegen den Gemeinsinn hat System.

    Das ist teils historisch begründet, teils systemisch gewollt. Jedenfalls ist es die Grundlage jeder Werbestategie : überzeuge das Individium für den Kauf weiterer Produkte - früher hin zur Waschmaschine in jeden einzelnen Haushalt (statt eine für jeden Keller) etc - heute hin zu Zweitautos, Zweit-TV, Zweit-Handy.

    ... FORTSETZUNG folgt ...

  2. Gewerkschaften sind das, was man bei Unternehmen als Kartelle bezeichnet xD

    bzw.:

    in der Regel ein Bündnis von Konkurrenten...

    (Bitte lustig und nicht ernsthaft nehmen ;) )

    • -Ziet-
    • 22.08.2010 um 14:13 Uhr

    Gewerkschaften sind hingegen out of ideology, unmoderne Einrichtungen, die unnötig Geld kosten und doch nur den Bessergestellten dienen. Immerhin machen die Gewerkschaften weniger Ärger als die GEZ - also spart man sich den Gewerkschaftsbeitrag ein und hat mehr Konsum dafür. Moderne Menschen mögen auch gar keine Konflikte. Bei weniger Lohn wird halt eine Stunde länger gearbeitet ... also, geht doch ;-)

    Die sogenannten 'Kleveren' und besser ausgebildeten Angestellten sind den Gewerkschaften hingegen schon immer gern in den Rücken gefallen. Wer etwas Sinn für Ordnung und Vasallenschaft mitbrachte, war gern gesehener Verhandlungspartner bei individuellen Lohnverhandlungen ... als Preis für mehr Lohn brachte man einfach "Kontrolle über Untergebene" ein. Dem eigenen Konto tat das immer gut.

    Und wenn es ganz auf hart ging - z.B. bei Streiks, wenn sich doch mal welche zusammenfanden - waren die Betriebsleiter oft in der Predullie und riefen mitunter nach dem Staat und der Polizei. Damals, vor 100 Jahren kostete ein Streik mitunter Menschenleben.

    Als die autoritären Zeiten mit Kaiser und Vaterland im Felde verblutet waren mußten die Konzernlenker auf Demokratie umrüsten. Nach dem Krieg riefen die Konzernlenker dann eben verstärkt nach Streikbrecher und immer lauter nach Automatisierung. Beides ließ sich bequem aus dem Ausland improtieren und die Gewerkschaften so nach und nach ausschalten.

    Heute gibt es keine Gewerkschaften mehr - nur noch Relikte für die Kindergarten-Tanten.

  3. 5. ~ 1028

    Obwohl diese Serie ein einziger Witz ist, der heutige Text kommt zumindest weitestgehend ideologie-frei daher. Dafür bleibt er unterhalb eines Niveaus einer "Die Sendung mit der Maus". Gut, dass Kinder das eh nicht lesen.

    Aber der heutige Text liefert auch eine Steilvorlage, um Realitäten in Bildern zu packen. Gewissermaßen ein "Was machen eigentlich Arbeitgeber - als Arbeit Gebende?"

    Da wären Niklas, Luca und Lena mit dem "Gegenangebot" konfrontiert, dass aufgrund gestiegener Personalkosten und dem Einsatz neuer, besserer Werkzeuge für die Gartenarbeit zwei Arbeitskräfte genügen müssen. Man zahlt also die 4 Euro pro Stunde, aber einer geht leer aus. Der - so die gebotene Interpretation - darf sich dann darüber freuen, keine "ekligen Schnecken" entfernen zu müssen und viel mehr Freizeit als seine Geschwister zu haben. Und wenn die beiden anderen darüber stöhnen, winken die Eltern mit dem Hinweis auf den Dritten. Gleichzeitig reden sie auch mit ihm, ob er nicht vielleicht gelegentlich einspringen möchte, etwa wenn das Gras besonders rasch gewachsen ist. Er bekäme dafür 3 Euro pro Stunde, manchmal. Er wäre also immer noch relativ frei, aber er hätte doch mehr Geld zur Verfügung, manchmal. Klar, gelegentlich macht er das. Und dann zeigen die Eltern auf ihn, als sie mit ihrem anderen Nachwuchs sprechen. Der macht es günstiger, auf einen von euch müssen wir leider verzichten. Oder ihr macht es auch billiger. Hey, das Spielchen kann noch so viel weiter gehen!

    • joG
    • 22.08.2010 um 17:22 Uhr

    ....noch zu erwähnen. Die Arbeiter können sehr unterschiedlich leisten. Verhandelt man einen Durchschnittslohn aus, so verlieren die Mehrleister, weil Geld fehlt (für die unter dem Lohn leisten gezahlten Löhne) um die Mehrleister adäquat zu entlohnen. Ein zweites Problem ist im Beispiel die Annahme einer Familie. Hier ist das Einkommen der Eltern klar für die Verhandlung. Soll aber der Tariflohn für die Kinder aller Kinder in der Stadt gelten, so kann es Familien geben, die den Tarif nicht zahlen können. Die Kinder dieser Familien bleiben Arbeitslos oder brechen die Tarifvereinbarung.

  4. Lohnerhöhungen von Angestellten werden nachweislich auf Kosten von Freischaffenden realisiert. Freischaffende Gewerkschaftsmitglieder arbeiten ohne Tarifschutz, Gewerkschaftsfunktionäre kämpfen aggressiv gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen als Verhandlungsbasis, - aus Angst vor Bedeutungsverlust. Die Gewerkschaft verweigerte Freischaffenden Rechtsschutz für Musterprozesse.

    Quelle: http://www.kunstlandschaf...
    http://www.anwaelte-gegen...

  5. und das auch nur weil es zu Zeitaufwändig wäre mit z.b. 50000 Leuten Einzelgespräche zu führen.

    in mittelständischen und kleineren Firmen schaden sie nur.
    1. sind sie viel zu unflexible , sie handeln nach dem Motto das es allen Firmen einer Branche gutgeht wenn es einer gutgeht.
    2. durch ihre Gleichmacherei werden die besseren Mitarbeiter der Firmen benachteiligt.
    3. sie betreiben ungerechte Klientelpolitik - alle sind gleich - nur Gewerkschaftsmitglieder sind gleicher
    Dadurch sollen sektenartig immer mehr leute in die Gewerkschaften reingepresst werden.
    4. nehmen sie als große , einflussreicher Lobbygruppe einflus auf die Politik.

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    Beim Bau der Alaska Pipeline wurden firmeneigene Gewerkschaften
    ins Leben gerufen, ohne den üblichen Funktionärsüberbau.
    Die Idee war, den Bau der Pipeline nicht durch Streiks zu gefährden.
    Die Tarifverträge enthielten nicht nur Rechte, sondern auch
    knallharte Pflichten für die Arbeiter und es wurden sehr hohe
    Löhne bezahlt.
    Die hohen Sicherheitsvorschriften mußten auch von den Arbeitern
    eingehalten werden, das war eine Grundbedingung.
    Alles in allem hat es sich im Nachhinein als richtig erwiesen, zum
    Wohle der Unternehmen und der Arbeiter.

    Beim Bau der Alaska Pipeline wurden firmeneigene Gewerkschaften
    ins Leben gerufen, ohne den üblichen Funktionärsüberbau.
    Die Idee war, den Bau der Pipeline nicht durch Streiks zu gefährden.
    Die Tarifverträge enthielten nicht nur Rechte, sondern auch
    knallharte Pflichten für die Arbeiter und es wurden sehr hohe
    Löhne bezahlt.
    Die hohen Sicherheitsvorschriften mußten auch von den Arbeitern
    eingehalten werden, das war eine Grundbedingung.
    Alles in allem hat es sich im Nachhinein als richtig erwiesen, zum
    Wohle der Unternehmen und der Arbeiter.

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