Ingenieurstudium Krise? Längst vergessen

Schon jetzt haben Ingenieure wieder fast durchgängig gute Jobchancen.

Angehende Ingenieure müssen sich zur Zeit wenig Sorgen machen

Angehende Ingenieure müssen sich zur Zeit wenig Sorgen machen

Wie haben Ingenieure die Rezession überstanden?

Vergleichsweise gut. Zwar hatten Absolventen kurzfristig Probleme bei der Stellensuche, weil viele Arbeitgeber systematisch auf Neueinstellungen verzichtet haben. Der Arbeitslosen-Höchststand lag im Januar 2010 bei 29000. Seit einem halben Jahr zieht der Markt für Ingenieure aber schon wieder kräftig an und hat sehr viel mehr Ausschreibungen als Arbeitslose zu verzeichnen. So betrug das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot für Ingenieure im Juni 60.000 – im Vergleich zu 26.000 Suchenden.

In welchen Fachrichtungen und mit welchen Spezialisierungen können Ingenieure jetzt punkten?

Laut Oliver Koppel vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln sind zukünftig vor allem Elektrotechniker gefragt – weil sie eine Querschnittstechnologie beherrschen, die nicht nur im Fahrzeugbau verstärkt gebraucht wird, sondern auch in Maschinen und Systemen der verschiedensten Branchen. Zukunftsträchtig ist auch die Medi- zin-, speziell die Gerontotechnik. Daneben werden händeringend Elektrochemiker gesucht, beispielsweise um die Brennstofftechnik voranzutreiben. Absolventen der Ingenieurinformatik haben ebenfalls gute Chancen: Durch ihre interdisziplinäre Ausbildung sind sie vielseitig einsetzbar, vor allem in der Regelungs- und Systemtechnik.

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Wo gibt es wieder Stellen?

Die Automobilindustrie hat weiter einen großen Bedarf im Maschinen- und Fahrzeugbau. Ein rasant wachsendes Beschäftigungsfeld für junge Ingenieure stellt auch der Bereich der erneuerbaren Energien dar: Hier werden vor allem Nano-, Mikrosystem- und Elektrotechniker gebraucht, die frisch von der Uni kommen und auf dem neuesten Forschungsstand sind. Bei der Arbeitssuche lohnt es, nicht nur auf die »Großen« zu schauen, sondern sich bei hidden champions zu bewerben – das sind mittelständische Unternehmen in etwas abgelegenen Regionen, die zum Teil beste Einstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten bieten. Die Bereiche der Gebäudesanierung und des Straßenbaus haben sich durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung zur Freude von Architekten, Bautechnikern und -ingenieuren zwar positiv entwickelt – ein nachhaltiger Trend ergibt sich aus der öffentlichen Auftragsvergabe aber nicht. Rückläufig sind in Deutschland auch die Stellenangebote im Bergbau und in der Verhüttung. Im Ausland dagegen haben Ingenieure dieses Fachs bessere Chancen.

Leser-Kommentare
  1. Ich bin mitten im Mechatroikstudium (Bachlor) und lese ab und zu über den aktuellen Arbeitsmarkt für Ingenieure.
    Von den Medien hört man alle paar Wochen, wie jetzt auch, wie gut die Chancen für Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt sind.
    So auch hier:
    http://www.vdi.de/43975.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=50755&cHash=c690238a234508706a0f000b3bb496ea

    Andererseits liest man oft in den Kommentaren, dass diese Aussagen von Spitzenunternehmen "gefälscht" werden, damit mehr Schüler ein Ingenieursstudium antreten und die Unternehmen zukünftig die Gehälter drücken können.

    Leicht bestätigen tut das folgender Bericht:
    http://www.vdi.de/uploads...

    Demnach gibt es in Deutschland ganze 26.000 arbeitslose Ingenieure!! Warum steht da keine 0!
    Haben doch nur die Abschlussbesten eine Chance auf dem Arbeitsmarkt?

    Mal eine Frage aus Neugier an fertige Ingenieure - ab welcher Note braucht man sich keine Sorgen um seine Zukunft zu machen? :D
    Die Noten bei uns sind schon etwas härter - da ist ein Klausurschnitt von 4,2 nichts ungewöhliches.
    Teilweise liegen die Durchfallquoten bei 70%

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ist wohl überall so, kenne niemanden der überall locker 1,x rausholt. Die meisten sind froh, wenn sie die Klausuren überhaupt schaffen.

    • SeppD
    • 31.08.2010 um 17:58 Uhr

    Für die meisten Unternehmen ist nicht die Note entscheidend. Wichtiger ist, daß man Schwerpunkte in den Gebieten gesetzt hat, die dem Unternehmen wichtig sind und das möglichst praxisnah. Eine lange Einarbeitung gibt es fast nirgendwo mehr. Die Unternehmen suchen Leute, die direkt loslegen können. Immer gesucht werden junge Ingenieure im Vetrieb und im Service (Außeneinsatz).

    Viel Glück
    Sepp

    Ist wohl überall so, kenne niemanden der überall locker 1,x rausholt. Die meisten sind froh, wenn sie die Klausuren überhaupt schaffen.

    • SeppD
    • 31.08.2010 um 17:58 Uhr

    Für die meisten Unternehmen ist nicht die Note entscheidend. Wichtiger ist, daß man Schwerpunkte in den Gebieten gesetzt hat, die dem Unternehmen wichtig sind und das möglichst praxisnah. Eine lange Einarbeitung gibt es fast nirgendwo mehr. Die Unternehmen suchen Leute, die direkt loslegen können. Immer gesucht werden junge Ingenieure im Vetrieb und im Service (Außeneinsatz).

    Viel Glück
    Sepp

  2. Nach meinem Jobverlust ein Jahr gesucht, aber wenigstens am Ende eine vernünftige Stelle in einem ordentlichen Unternehmen gefunden.

    Einzige Einschränkung ist, dass ich auf der Arbeit nun Schwitzerdütsch verstehen muss, aber dafür verdiene ich netto auch 50% mehr als vorher.

    Lasst Euch von den Märchen bzgl. Ingenieurmange in Deutschland nicht einlullen. Den gab es nicht, gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Der Ingenieurmangel ist nur Lobbyistengeschwätz.

    Die tollen Unternehmen sollten sich lieber erst einmal fragen, warum soviele Ingenieure ins Ausland gehen. Im November kommt schon wieder ein neuer Kollege aus Deutschland.

  3. Ist wohl überall so, kenne niemanden der überall locker 1,x rausholt. Die meisten sind froh, wenn sie die Klausuren überhaupt schaffen.

    Antwort auf "Wem soll man glauben"
  4. In diesem Jahr ist unsere deutsche Gemeinschaft von Fachkräften in Stockholm um 4 Ingenieure und 5 Informatiker angewachsen, und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Ich kenne auch niemand, der wieder zurück nach Deutschland gegangen ist. In unserer Gemeinschaft sind viele zwischen 45 und 55, die aus den Firmen gemobbt wurden. Vor diesem Hintergrund kann hier niemand an einen Fachkräftemangel in Deutschland glauben

    • SeppD
    • 31.08.2010 um 17:58 Uhr

    Für die meisten Unternehmen ist nicht die Note entscheidend. Wichtiger ist, daß man Schwerpunkte in den Gebieten gesetzt hat, die dem Unternehmen wichtig sind und das möglichst praxisnah. Eine lange Einarbeitung gibt es fast nirgendwo mehr. Die Unternehmen suchen Leute, die direkt loslegen können. Immer gesucht werden junge Ingenieure im Vetrieb und im Service (Außeneinsatz).

    Viel Glück
    Sepp

    Antwort auf "Wem soll man glauben"

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