Ingenieurstudium Krise? Längst vergessen
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 Welche Einstiegsmöglichkeiten bietet der Bachelor?

Führt auch ein Bachelor zum Ziel?

Bachelorabsolventen haben heute genauso gute Einstiegsmöglichkeiten wie Ingenieure mit Diplom oder Master – das besagt zumindest eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln in Zusammenarbeit mit dem Verein deutscher Ingenieure (VDI). Neun von zehn befragten Unternehmen gaben an, dass die Bewährung im Unternehmen viel entscheidender sei als ein besonders hoher Abschluss. In marktnahen Bereichen wie dem Vertrieb würden Bachelor sogar lieber eingesetzt als Master – das Gehalt gleiche sich allerdings erst nach drei bis fünf Berufsjahren an. Nur im Bereich der Forschung und Entwicklung stehen noch viele Arbeitgeber dem schnellen Abschluss skeptisch gegenüber: Wer sich für Spitzentechnologie interessiert und sich mit Luft- und Raumfahrt, Optoelectronics oder Lasertechnik beschäftigen möchte, sollte in jedem Fall einen höheren Abschluss anstreben, möglichst sogar promovieren.

Wie stehen die Chancen für Frauen?

»Ingenieurinnen haben immer noch schlechtere Chancen beim Berufseinstieg«, sagt Franziska Schreyer vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. »Sie bekommen weniger Gehalt und gelangen seltener in Führungspositionen als Männer.« Auch in puncto Arbeitsbedingungen gibt es Änderungsbedarf: Die Teilzeitquote im Ingenieurberuf liegt bei 4 Prozent im Vergleich zu durchschnittlich 20 Prozent in allen Berufen. Einige Firmen haben inzwischen aber Förderprogramme für Frauen aufgesetzt und bieten besondere Netzwerke an, um die Quote zu verbessern. Die Textiltechnik weicht mit einem Frauenanteil von 75 Prozent schon jetzt sehr deutlich vom sonstigen Status quo ab. Als Mischfach hat sich daneben die Architektur etabliert.

Müssen Studienanfänger einen neuen Schweinezyklus fürchten?

»Definitiv nicht«, sagt der Innovationsökonom Oliver Koppel. Ein strukturelles Überangebot an Absolventen gab es zuletzt Mitte der neunziger Jahre. »In absehbarer Zeit wird es so etwas schon aufgrund der demografischen Entwicklung nicht mehr geben.« In etwa anderthalb Jahren, so schätzt der Experte, werde ein vergleichbarer Fachkräftemangel wie 2007 vorherrschen. Obwohl sich die Absolventenzahlen positiv entwickeln, wird dem VDI zufolge ein riesiger Nachfrageüberschuss im Maschinen- und Fahrzeugbau und der Elektrotechnik prognostiziert. Koppel: »Ingenieure können sich ihren Arbeitgeber bald wieder aussuchen.« Von den Engpässen würden dann auch die Frauen profitieren, sagt Franziska Schreyer.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich bin mitten im Mechatroikstudium (Bachlor) und lese ab und zu über den aktuellen Arbeitsmarkt für Ingenieure.
    Von den Medien hört man alle paar Wochen, wie jetzt auch, wie gut die Chancen für Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt sind.
    So auch hier:
    http://www.vdi.de/43975.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=50755&cHash=c690238a234508706a0f000b3bb496ea

    Andererseits liest man oft in den Kommentaren, dass diese Aussagen von Spitzenunternehmen "gefälscht" werden, damit mehr Schüler ein Ingenieursstudium antreten und die Unternehmen zukünftig die Gehälter drücken können.

    Leicht bestätigen tut das folgender Bericht:
    http://www.vdi.de/uploads...

    Demnach gibt es in Deutschland ganze 26.000 arbeitslose Ingenieure!! Warum steht da keine 0!
    Haben doch nur die Abschlussbesten eine Chance auf dem Arbeitsmarkt?

    Mal eine Frage aus Neugier an fertige Ingenieure - ab welcher Note braucht man sich keine Sorgen um seine Zukunft zu machen? :D
    Die Noten bei uns sind schon etwas härter - da ist ein Klausurschnitt von 4,2 nichts ungewöhliches.
    Teilweise liegen die Durchfallquoten bei 70%

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ist wohl überall so, kenne niemanden der überall locker 1,x rausholt. Die meisten sind froh, wenn sie die Klausuren überhaupt schaffen.

    • SeppD
    • 31.08.2010 um 17:58 Uhr

    Für die meisten Unternehmen ist nicht die Note entscheidend. Wichtiger ist, daß man Schwerpunkte in den Gebieten gesetzt hat, die dem Unternehmen wichtig sind und das möglichst praxisnah. Eine lange Einarbeitung gibt es fast nirgendwo mehr. Die Unternehmen suchen Leute, die direkt loslegen können. Immer gesucht werden junge Ingenieure im Vetrieb und im Service (Außeneinsatz).

    Viel Glück
    Sepp

    Ist wohl überall so, kenne niemanden der überall locker 1,x rausholt. Die meisten sind froh, wenn sie die Klausuren überhaupt schaffen.

    • SeppD
    • 31.08.2010 um 17:58 Uhr

    Für die meisten Unternehmen ist nicht die Note entscheidend. Wichtiger ist, daß man Schwerpunkte in den Gebieten gesetzt hat, die dem Unternehmen wichtig sind und das möglichst praxisnah. Eine lange Einarbeitung gibt es fast nirgendwo mehr. Die Unternehmen suchen Leute, die direkt loslegen können. Immer gesucht werden junge Ingenieure im Vetrieb und im Service (Außeneinsatz).

    Viel Glück
    Sepp

  2. Nach meinem Jobverlust ein Jahr gesucht, aber wenigstens am Ende eine vernünftige Stelle in einem ordentlichen Unternehmen gefunden.

    Einzige Einschränkung ist, dass ich auf der Arbeit nun Schwitzerdütsch verstehen muss, aber dafür verdiene ich netto auch 50% mehr als vorher.

    Lasst Euch von den Märchen bzgl. Ingenieurmange in Deutschland nicht einlullen. Den gab es nicht, gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Der Ingenieurmangel ist nur Lobbyistengeschwätz.

    Die tollen Unternehmen sollten sich lieber erst einmal fragen, warum soviele Ingenieure ins Ausland gehen. Im November kommt schon wieder ein neuer Kollege aus Deutschland.

  3. Ist wohl überall so, kenne niemanden der überall locker 1,x rausholt. Die meisten sind froh, wenn sie die Klausuren überhaupt schaffen.

    Antwort auf "Wem soll man glauben"
  4. In diesem Jahr ist unsere deutsche Gemeinschaft von Fachkräften in Stockholm um 4 Ingenieure und 5 Informatiker angewachsen, und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Ich kenne auch niemand, der wieder zurück nach Deutschland gegangen ist. In unserer Gemeinschaft sind viele zwischen 45 und 55, die aus den Firmen gemobbt wurden. Vor diesem Hintergrund kann hier niemand an einen Fachkräftemangel in Deutschland glauben

    • SeppD
    • 31.08.2010 um 17:58 Uhr

    Für die meisten Unternehmen ist nicht die Note entscheidend. Wichtiger ist, daß man Schwerpunkte in den Gebieten gesetzt hat, die dem Unternehmen wichtig sind und das möglichst praxisnah. Eine lange Einarbeitung gibt es fast nirgendwo mehr. Die Unternehmen suchen Leute, die direkt loslegen können. Immer gesucht werden junge Ingenieure im Vetrieb und im Service (Außeneinsatz).

    Viel Glück
    Sepp

    Antwort auf "Wem soll man glauben"

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