Bildungspolitik Jeder weiß es besser

Warum man mit Schulpolitik Wahlen nur verlieren kann.

Acht Jahre lang war er im Amt. Wie alles, was er macht, ging er den Job mit der Energie des passionierten Marathonläufers an. Am Ende der Strecke hatte er dennoch das Gefühl, verloren zu haben. Er habe »so viel gearbeitet wie noch nie in seinem Leben«, konnte den Etat seines Hauses deutlich steigern. Genützt habe es ihm wenig. »Es war der undankbarste Job, den ich je hatte.« So beschreibt Willi Lemke (SPD) die Zeit von 1999 bis 2007 als Bildungssenator in Bremen.

Lemke ist nur einer von vielen ehemaligen Kultusministern, die ihre Stellung im Hader mit dem Amt räumten. »Egal, was man tut: Man gewinnt mit Schulthemen kaum noch Mehrheiten«, sagt der ehemalige Ressortkollege in Baden-Württemberg, Helmut Rau (CDU), der den Posten des Schulministers vergangenen Februar nach viereinhalb glücklosen Jahren abgab.

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Ein Fluch scheint über der Bildungspolitik zu liegen. In den vergangenen Jahren hat sie sich geradezu als Mehrheitskiller erwiesen, egal, ob Rote oder Schwarze, Grüne oder Gelbe die Regierung stellten. So war es bei der letzten Wahl in Bayern, wo die Unzufriedenheit der Bürger mit G8 der CSU wichtige Stimmen zur Alleinherrschaft kostete. In Hessen verlor Roland Koch 2008 aus dem gleichen Grund seine Regierungsmehrheit. Neun Jahre zuvor hatte Koch diese der SPD abgenommen – unter anderem wegen deren verkorkster Bildungspolitik. In Nordrhein-Westfalen gewann Jürgen Rüttgers seine Wahl mit Bildungsversprechen und verlor sie wieder, weil er sie in den Augen der Wähler nicht eingelöst hatte. Und gerade brachte der verlorene Volksentscheid zur Bildungspolitik das schwarz-grüne Bündnis in Hamburg an den Rand des Zerfalls.

Warum kennt die Öffentlichkeit Bildungsminister überwiegend als gescheiterte Existenzen? Weshalb können Regierungen mit dem Thema Schule Wahlen nur verlieren? Ein Erklärungsversuch in zehn Lektionen.

1 Bei Bildung ist jeder Experte. Zwölf Millionen Schüler gibt es in Deutschland, eine Million Lehrer. Rechnet man die Eltern und Großeltern, Ehemänner und Ehefrauen hinzu, kommt man auf rund die Hälfte der Bevölkerung. Die andere Hälfte ist auch einmal zur Schule gegangen und hält sich damit kraft Lebenserfahrung für einen Experten. Selbst wenn die eigene Lernzeit Jahrzehnte zurückliegt, glaubt man, Bescheid zu wissen. Etwa dass der Sündenfall der Schulreform bereits die Mengenlehre war. Oder dass man Schüler unterschiedlicher Begabungen nicht zusammen unterrichten kann. Gegen diese persönliche Expertise (»In der Schule meiner Kinder…«, »Ich als Pädagoge…«) ist schwer anzukommen. Gerade Lehrerzimmer sind wahre Lästerhöhlen, in denen die Klagen über Kultusminister und Bildungsbürokraten zum guten Ton gehören. Wer sich hier als Politiker einen schlechten Ruf erworben hat – im Normalfall nach einem Jahr im Amt –, wird ihn nie wieder los.

2 Bildung ist teuer. In Schulen arbeiten Menschen und keine Maschinen. Das ist gut so, aber auch sehr teuer. Denn die Menschen wollen jeden Monat bezahlt werden. In Wirtschaftsdeutsch gesprochen: Schule ist die personalintensivste Dienstleistung des Landes. Einmal angenommen, eine Partei verspricht, die Klassen zu verkleinern. Bei Eltern wie Lehrern ist das sehr populär. Dafür will die Partei, sagen wir in Nordrhein-Westfalen, für 400 Millionen Euro neue Lehrkräfte einstellen. Das ist viel Geld – welches jedoch wenig bewirkt. Denn für die 400 Millionen lassen sich zwar rund 6000 zusätzliche Pädagogen beschäftigen. Die Klassenfrequenz verringert sich damit jedoch im Schnitt nur um einen einzigen Schüler. Der pädagogische Effekt ist gleich null.

Würde man alle Schulen Deutschlands mit einem zusätzlichen Sozialarbeiter ausstatten, käme man auf Extraausgaben von zweieinhalb Milliarden Euro pro Jahr. Auch diese Investition würde die Schulkultur nur minimal verändern – und in der Öffentlichkeit kaum Eindruck machen. »Sie können da einen Sack Geld reinwerfen, und es macht noch nicht einmal plumps«, sagte ein Kenner der Hochschulszene einmal über die deutschen Universitäten. Für die Schule gilt Ähnliches. 

3 Der Minister hat immer Schuld. Auf die Schulen kann die öffentliche Hand direkt zugreifen. Es ist das letzte Feld, für das die Regierungen auf Landesebene noch vollständig die Verantwortung beanspruchen. Leider nehmen die Wähler die Politiker sehr beim Wort. Sie machen den Kultusminister für jede Unzulänglichkeit – und Schule besteht per se aus Unzulänglichkeiten – quasi persönlich haftbar. »Zu mir kommt jeder, der eine kaputte Schultür hat«, klagt der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner und übertreibt damit nur moderat. Ob hier der Matheunterricht ausfällt oder dort ein Lehrer fehlt: Schuld hat immer der Minister. 

Viele Regierungen graben sich die Allzuständigkeitsfalle selbst noch tiefer, indem sie im Wahlkampf unhaltbare Zusagen abgeben. Wer wie die CDU in Hessen 2005 eine »Unterrichtsgarantie plus« verspricht, kann nur verlieren. Schule ohne Stundenausfall gibt es nämlich nicht.

4 Erlöser enden meist am Kreuz. Jahrelang haben die Sonntagsredner gepredigt: »Bildung ist die Zukunft.« Heute glaubt es die Republik tatsächlich. Früher mussten Lehrer dafür sorgen, dass Kinder anständig lesen und rechnen konnten und einige noch Latein dazu. Heute existiert kaum ein gesellschaftliches Problem, das die Schule nicht richten soll. Ob demografische Katastrophe oder Erziehungsversagen, Integrationskrise oder gesellschaftliche Ungleichheit: Bildung soll jeden Missstand heilen. Das setzt die Schulen unter einen enormen Erfolgsdruck. Von »unrealistischen Erlösungsszenarien durch Bildung«, spricht der ehemalige Kultusminister in Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz. Es ist bekannt, was mit Erlösern passiert.

5 Das Urvertrauen ist zerstört. Lange Zeit dachten die Deutschen, sie hätten die besten Schulen der Welt. Dann kam Pisa. Seitdem glauben viele, wir hätten die schlechtesten Schulen. Der internationale Leistungsvergleich hat das Urvertrauen in die Bildungsinstitutionen auf ewig zerstört. Es wird niemals wiederkommen. Jeder neuen Schulstudie wird seitdem große Aufmerksamkeit gewidmet. Die Frage lautet immer: Hat sich endlich etwas verbessert? Meist lautet die enttäuschende Antwort: Nein. Oder: Nur wenig. So hängt der Schulerfolg nur in wenigen Industrienationen so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Skandal!, rufen viele immer wieder. Zu Recht.

Mittlerweile ist die Empörung aber zum Reflex geworden, den auch die Medien (nostra culpa) gern bedienen. Eine von mehreren Dutzend Aufgaben im Zentralabitur in Nordrhein-Westfalen hat einen Fehler: Skandal! In Berlin soll in Gymnasien, die besonders nachgefragt sind, für einen Teil der Plätze (wie anderswo seit Langem) das Los entscheiden: Unglaublich! Lange Zeit waren unsere Schulen schlechter als die öffentliche Meinung über sie. Heute ist es umgekehrt: Die gefühlte Krise ist größer als die echte. Es grassiert Misstrauen ohne Maß.

6 Eltern sind Egoisten. Schon immer haben sich Eltern Sorgen gemacht über die Zukunft ihrer Kinder. Neu ist, dass viele von ihnen glauben, das nächste Zeugnis entscheide über das Schicksal ihres Nachwuchses. Nicht mehr mitkommen soll das eigene Kind, sondern möglichst einen Vorsprung haben vor dem Rest. Dummerweise wollen das die anderen Eltern auch. Hinter dem neuen Bildungsehrgeiz steckt die Furcht vor sozialem Abstieg, die große Teile der Mittelklasse befallen hat. »Früher hieß es, meine Kinder sollen es einmal besser haben. Heute gilt es, den sozialen Status der Familie zu erhalten«, analysierte Roland Koch vor Kurzem in der ZEIT (Nr.27/10). Diese Angst, die eigenen Kinder könnten im Wettbewerb nicht bestehen, führt zu permanenter Unzufriedenheit mit Schule und Bildungspolitik.

Gleichzeitig nährt der drohende Statusverlust Abschottungstendenzen, gegen die die Politik rational nur schwer ankommt. Kürzlich veröffentlichte der Sachverständigenrat für Integration und Migration dazu eine interessante Befragung. Die Mehrheit der Bundesbürger erwies sich darin als erstaunlich offen für Veränderungen, die die Einwanderergesellschaft im Stadtteil, bei der Arbeit oder im Alltag mit sich bringt. Nur an einem Ort schätzt der Bürger kein Völkergemisch: in der Klasse der eigenen Kinder.  

7 Die Zeit für umfassende Strukturreformen ist vorbei. Dieser Gruppenegoismus macht jede Veränderung der Schulstruktur so gut wie unmöglich, insbesondere wenn sie das Gymnasium antastet. Denn Gymnasialeltern verfügen heutzutage über eine strategische Mehrheit. Das war nicht immer so. In Frankreich oder Skandinavien gelang die Umstellung vom gegliederten Schulsystem auf die Einheitsschule in den fünfziger und sechziger Jahren auch deshalb, weil die Gymnasialquote – und damit die Zahl der Reformgegner – noch relativ niedrig war. Heute haben wir Übergangsraten von knapp 40 Prozent, in einigen Großstädten sogar solche von über 50 Prozent.

Wer gegen diese Klientel Politik macht, muss scheitern. Das hat zuletzt der Hamburger Volksentscheid bewiesen. Die meisten Stimmen erzielten die Primarschulgegner in den Stadtteilen mit der höchsten Wahlbeteiligung: den vermögenden Elbvororten, wo rund drei Viertel der Kinder das Abitur anstreben. In den sozialen Brennpunkten im Hamburger Süden und Osten, wo kaum 20 Prozent den Sprung auf das Gymnasium schaffen, gab es höhere Zustimmungsquoten zum längeren Lernen – jedoch bei nur niedriger Wahlbeteiligung. Die vermeintlichen Nutznießer der Schulreform blieben zu Hause. 

8 Die Wähler wollen in den Schulen Veränderungen – und Ruhe zugleich. Leider schließen sich beide Forderungen gegenseitig aus. Besonders Eltern rufen nach raschen Neuerungen. Schließlich soll ihr Nachwuchs noch von ihnen profitieren. Zugleich sind sie die Ersten, die darüber klagen, die Politik missbrauche ihre Kinder als »Versuchskaninchen« und die Veränderungen sorgten für »Unruhe«. Ja, was denn nun? Schulreformen gleichen Operationen am lebendigen Leib ohne Betäubung. Oftmals schwächen sie den Lehrkörper und lenken vom Kerngeschäft der Schule ab, dem Unterricht. Bevor irgendetwas besser wird, wird manches erst einmal schlechter, was Eltern auch nicht wollen.

Verschärfend kommt hinzu, dass Schulpolitiker ihr Chaospotenzial unterschätzen. Aus vermeintlich kleinen organisatorischen Übergangsproblemen werden schnell riesige Ärgernisse, die am Ende die gesamte Reform diskreditieren. Erneut das Beispiel Hamburg: Damit die dortigen Grundschulen statt vier sechs Jahre Unterricht anbieten können, hätten sie mehr Räume gebraucht. Da sich ein Schulanbau nicht so schnell hochziehen lässt, sollten Schüler an einigen Standorten umziehen – und mehrere Jahre in Containern lernen. Die PR-Abteilung der Reformgegner jubelte.

9 Erfolge brauchen extrem viel Geduld. Schulpolitik ist Personalpolitik. Sie möchte, dass Pädagogen besser unterrichten, Schüler eifriger lernen, Eltern ihre Kinder besser unterstützen. Menschen wandeln sich aber nur ungern, und wenn, sehr langsam. Das gilt besonders für viele Lehrer, die – als Beamte unkündbar, über Jahrzehnte am gleichen Arbeitsplatz, oft gefangen im Einzelkämpferdasein – von Berufs wegen zu ängstlicher Bestandswahrung neigen. »Immer wieder traf ich auf Menschen, die sich mit Veränderungen nicht anfreunden konnten«, schreibt Willi Lemke in seinen Lebenserinnerungen.

Bildungspolitiker benötigen deshalb einen extrem langen Atem. Egal, ob Lehrer eine bessere pädagogische Ausbildung bekommen oder Migrantenkinder bereits in der Kita Deutsch lernen: Die Reformmühen zahlen sich erst viele Jahre später aus. Pisa-Papst Jürgen Baumert schätzt sogar, dass es ein bis zwei Jahrzehnte dauert, bis Neuerungen in Schulen Wirkung zeigen. So lange währt jedoch keine Legislaturperiode. Im Grunde können Kultusminister nur auf Vorhaben verweisen, die sie begonnen, selten auf solche, die sie beendet haben. Fast zwangsweise müssen sie deshalb immer neue Projekte präsentieren – und die alten ihrer Vorgänger ignorieren. So bleibt Bildungspolitik ein permanent uneingelöstes Versprechen. Die Mittel reichen niemals, um die Erwartungen zu erfüllen.

10 Was also tun? Politiker sollten Verliererthemen meiden. Die CDU scheint die Lektion verstanden zu haben. In den letzten Koalitionsverhandlungen – in Hessen, Hamburg, Schleswig-Holstein und dem Saarland – überließen die Christdemokraten den Posten des Kultusministers dem politischen Partner, nach dem Motto: »Verbrennt ihr euch die Finger dran.« Nun mehren sich die Stimmen in der Union, das Thema nicht den anderen Parteien zu überlassen. 

Auf lange Sicht nämlich lässt sich ein solcher Attentismus nicht durchhalten. Die Bildung ist nun einmal das Hauptsorgenfeld vieler Wähler. Und die Malaisen des Schulsystems – das Versagen vieler Migrantenschüler, die ungerechte Verteilung der Bildungschancen – sind nicht eingebildet. Ratsam wäre es jedoch, auf Untergangsrhetorik bei der Diagnose und Selbstgewissheiten in der Therapie zu verzichten. Bevor die Kultuspolitiker immer weitere Neuerungen erproben, sollten sie zudem öfter prüfen, welche der laufenden Reformen sich als sinnvoll erweisen – durchaus gemeinsam mit anderen Bundesländern. Auch das wäre ein brauchbares Wahlversprechen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ein Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Eines der größten Probleme ist, dass sich die Erwartungshaltung an Schule und Schüler immens erhöht hat. In Windeseile sollen Kinder eingeschult werden und schon die ersten Zeugnisse scheinen über die Zukunftr zu bestimmen. "In meiner Schule früher..." - früher ist Geschichte. Heute muss es schnell gehen, effektiv und effizient. Ganz so, wie es der Arbeitmarkt fordert.
    Doch zur Bildung ghört Reife. Die hat leider ein Teil der Eltern selbst noch nicht, mögen sie noch herzensgut sein und ihre Kinder über alles lieben.

  2. Obwohl die zehn Punkt viel Wahres aussprechen, ist die Analyse insgesamt wenig brauchbar. Denn sie beginnt mit der Annahme, dass Bildung als politisches Thema ein Garant für Stimmenverlust und Ärger ist und verweist dazu auf Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Jedoch: All diese Beispiele lassen sich anders lesen und damit auch die Ausgangsbasis der Analyse. Wie wäre es einfach mit der Deutung, dass die Politik gerade in der Bildung permanent versagt hat und allerlei unsinnige Reformen versuchte, die zu Recht für eine schlechte Stimmung bei den Menschen sorgten? Die Unzufriedenheit beispielsweise über G8 muss weder an einem Mangel kommunizierter Vorteile, noch an einem der zehn Gründe liegen, sondern schlicht daraus resultieren, dass dieses Modell (besonders als Reform!) grottenschlecht war.

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    Und warum war G8 so schlecht? Und warum ist Bologna so schlecht? Warum ist das längere gemeinsame Lernen so schlecht?

    Viele Bundesländer hatten bereits vor "G8" das Abitur in 12 Jahren. Und beispielsweise Sachsen und Thüringen sind laut neuen Studien genauso weit vorn (in den neuesten sogar besser) als Bayern oder BW.

    Das Bachelor-Master-System existierte auch vor Bologna in unzähligen Ländern - und diese belegen in PISA nicht die letzten Plätze.

    Die vorderen Plätze in diversen Studien belegten häufig Länder, die auf längeres gemeinsames Lernen setzten.

    All diese Ideen sind nicht per se schlecht. Es gibt immer Befürworter und Gegner (auch wenn in aller Regel die Gegner lauter schreien). Das Problem ist bei jedem dieser Modelle viel eher die Übergangsphase, die mit viel Veränderung und Problemen verbunden ist.

    An dieser Stelle lässt sich bestimmt noch einiges verbessern. (Nichts ist perfekt) Die größten Probleme bereiten jedoch immer noch die Hysterie, der Konservatismus und die vermeintliche Expertise der Betroffenen, wie es hier in dem Artikel sehr treffend beschrieben wurde.

    Und warum war G8 so schlecht? Und warum ist Bologna so schlecht? Warum ist das längere gemeinsame Lernen so schlecht?

    Viele Bundesländer hatten bereits vor "G8" das Abitur in 12 Jahren. Und beispielsweise Sachsen und Thüringen sind laut neuen Studien genauso weit vorn (in den neuesten sogar besser) als Bayern oder BW.

    Das Bachelor-Master-System existierte auch vor Bologna in unzähligen Ländern - und diese belegen in PISA nicht die letzten Plätze.

    Die vorderen Plätze in diversen Studien belegten häufig Länder, die auf längeres gemeinsames Lernen setzten.

    All diese Ideen sind nicht per se schlecht. Es gibt immer Befürworter und Gegner (auch wenn in aller Regel die Gegner lauter schreien). Das Problem ist bei jedem dieser Modelle viel eher die Übergangsphase, die mit viel Veränderung und Problemen verbunden ist.

    An dieser Stelle lässt sich bestimmt noch einiges verbessern. (Nichts ist perfekt) Die größten Probleme bereiten jedoch immer noch die Hysterie, der Konservatismus und die vermeintliche Expertise der Betroffenen, wie es hier in dem Artikel sehr treffend beschrieben wurde.

  3. "Früher mussten Lehrer dafür sorgen, dass Kinder anständig lesen und rechnen konnten ... Heute existiert kaum ein gesellschaftliches Problem, das die Schule nicht richten soll. Ob demografische Katastrophe oder Erziehungsversagen, Integrationskrise oder gesellschaftliche Ungleichheit: Bildung soll jeden Missstand heilen."

    Hier liegt der Hund begraben. Folgerung:

    1. Stofflich ausmisten.
    2. Die Bedeutung der Schule für wirtschaftlichen Erfolg wird seit Picht 1964 maßlos überschätzt,:-

    "Die Zahl der Abiturienten bezeichnet das geistige Poten­tial eines
    Volkes, und von dem geistigen Potential sind in jeder modernen Welt die Konkurrenzfähigkeit der Wirt­schaft, die Höhe des Sozialproduktes und die politische Stel­lung abhängig. Die Gewichtsverhältnisse in Europa werden für den Rest des zwanzigsten Jahrhunderts dadurch be­stimmt sein, daß Frankreich trotz kleinerer Bevölkerungs­zahl während einer noch nicht abzusehenden Reihe von Jah­ren fast dreimal soviel Abiturienten ausbilden wird wie die Bundesrepublik... Der französische Soziologe Alfred Sauvy stützt darauf die ... Prognose, daß Frankreich im Jahr 1970 das Zentrum von Europa sein wird. Hingegen wird die Bundesrepublik in naher Zukunft wegen der Rückstän­digkeit ihres Bildungswesens auch wirtschaftlich
    und poli­tisch nur noch eine untergeordnete Rolle spielen können."

    Georg Picht: Die deutsche Bildungskatastrophe, Analyse und Dokumentation. Freiburg im Breisgau 1964.

    Obwohl als falsch erwiesen, nicht tot zu kriegen.

  4. Denn jeder Schulminister kann nur Mangelverwaltung betreiben.
    Grund: Über 4 Jahrzehnte wurden die Schuletats zusammengespart, und gleichzeitig vielerorts zu teure Strukturen aufgebaut. Interssanterweise war die viel ämere Bundesrepublik der 50-ziger und 60-ziger Jahre in der Lage tausende von Kleinstschulen und kleinen Klassen zu finanzieren. Jedes Dorf hatte seine eigene Grundschule.

    Wenn die effektiven Summen fehlen und längst anders wo gebunden sind, braucht man sich nicht zu wundern.

    Das sind Ergebnisse, die auf Politik beruhen, wie sie die SPD aktuell mit der Rente 67 betreibt. Nämlich ungedeckte Schecks auf die Zukunft auszustellen für eigene Wunschpolitik.

    Man muss aber nicht die halbe Bürgerschaft als selbsternannte Experten bemühen, das funktioniert nur deshalb, weil die politisch diskutierten Expertenmeinungen schon von jedem Iditioten als Unsinn oder mit konterlarierendem unsinnigen Beiwerk versehen erkannt werden können, also als ideologisch soweit angepasst, das der vernünftige Kern völlig überlagert wird.

    Eine Schulreform, die i ndieser Situation, als oder Mangelverwaltung, etwas erreichen will, muss auf teure Strukturveränderungen verzichten und vor allem eines tun, die Kultusministerien entmachten.

    Denn die Defizite liegen genau in diesen Strukturen, weil sie zu wenig Individualität zulassen, zu viel über einen Kamm scheren. Autonomie ist der einzige Handlungsspielraum, den ein Kultusminister hätte.
    Doch Machtverzicht gehörte noch nie zu den Vorschlägen.

  5. Zunächst das persönliche, meine Meinung zu G8: Ich finde es schlicht absurd, dass Schüler heute in acht Jahren wesentlich mehr lernen sollen als ich zu meiner Zeit in neun. Ich hatte kein Ethik/Religions-Unterricht, Computer gab es noch nicht, Wirtschaftszusammenhänge waren tabu und in Geschichte kamen wir knapp zweimal bis 1945.

    G8 wäre noch eine bedenkenswerte Alternative gewesen, wenn gleichzeitig die Lehrpläne drastisch überarbeitet worden wären. Geschah aber nicht. Zum Teil wurde einfach die 13. Klasse gestrichen, der Stoff nach vorne gequetscht.

    G8 war auch deshalb schlecht, weil es nicht nur bei den Lehrplänen keine Überarbeitung gab. Macht mal, ihr Schulen und Lehrer - sagte die Politik.

    G8 hatte auch schlechten Einfluss, weil eine Schulreform nötig gewesen wäre. Durch die G8-Einführung konnte man darauf zeigen und bereits alle weiteren Diskussionen fortschieben.

    G8 (auch Bachelor / Master) weckt in mir ebenfalls Widerstände, weil es jeweils mit außerdeutschen Beispielen begründet wird. Und das verstehe ich nicht, noch könnte ich es akzeptieren. Sind wir Deutschland oder nur ein beliebiger Regionalteil der Welt? Muss man nicht auch die Nachteile sehen? Oder Negativbeispiele? Überhaupt, wie bei der EU habe ich das Gefühl, man hat es nur aus wirtschaftlichen Erwägungen (oder sagen wir: Lobby Wünschen) getan.

    Antwort auf "Weshalb?"
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    Sie schreiben: "G8 wäre noch eine bedenkenswerte Alternative gewesen, wenn gleichzeitig die Lehrpläne drastisch überarbeitet worden wären. Geschah aber nicht."

    Also das mit den Lehrplänen: einfach mal genau anschauen. Da ist genügend Luft drin. Es liegt

    - an der Schule und an den unterrichtenden Lehrkräften, ob sie diese "Luft" zum Atmen nützen und dort auch noch was reindrücken, aus welchen Gründen auch immer.

    - an Elternschaft und Öffentlichkeit: Wer die Qualität von Bildung - nennen wir es mal so - an ausgefallenen Schulstunden misst, hat - mit Verlaub - in dieser Hinsicht nicht alle Tassen im Schrank. Über Generationen hinweg wurde Stundenausfall von der Schülerschaft gefeiert, von der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis genommen. Die deutsche "Bildungslandschaft" hat darunter in keinster Weise gelitten, im Gegenteil. Da man nicht mit dem Hintern ("Sitzfleisch") lernt, sondern mit dem Kopf, ist ein Auslüften desselben von Zeit zu Zeit unerlässlich. Dies ist um so wirksamer, je unerwarteter so eine "Ausluftstunde" (Unterrichtsausfall) kommt.

    - am verlorenen Augenmaß: Wer seine Kinder in ein privates Überwachungssystem zwingt und von ihnen Bestleistungen in möglichst vielen, gar allen Fächern verlangt, hat das Augenmaß verloren.

    Eltern könnten hier viel helfen, wenn sie gemeinsam einen privaten Bildungsplan aufstellten: Was interessiert dich? Welches Ziel hast du? Wo brauchst du / willst du wann gute Noten? Was kannst du wann vernachlässigen ...?

    Das funktioniert.

    Ich verstehe nicht, warum so viele Kommentatoren hier nicht die Beiträge lesen, auf die sie antworten...

    G8 ist _keine_ außerdeutsche Erfindung. In Thüringen und Sachsen hat man noch nie etwas von einer 13. Klasse gehört. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurde G9 erst 2000/2001 eingeführt.

    Und wenn Sie die Abiturprüfungen von Sachsen oder von Thüringen mit denen von Bayern etc. vergleichen, werden sie keine nennenswerten Unterschiede feststellen. Die Lehrpläne sind nicht leerer.

    Witzigerweise läuft Ihre Argumentation auf genau der selben Schiene, wie es der Autor des Artikels beschrieben hat. "Zu meiner Zeit..."

    Sie schreiben: "G8 wäre noch eine bedenkenswerte Alternative gewesen, wenn gleichzeitig die Lehrpläne drastisch überarbeitet worden wären. Geschah aber nicht."

    Also das mit den Lehrplänen: einfach mal genau anschauen. Da ist genügend Luft drin. Es liegt

    - an der Schule und an den unterrichtenden Lehrkräften, ob sie diese "Luft" zum Atmen nützen und dort auch noch was reindrücken, aus welchen Gründen auch immer.

    - an Elternschaft und Öffentlichkeit: Wer die Qualität von Bildung - nennen wir es mal so - an ausgefallenen Schulstunden misst, hat - mit Verlaub - in dieser Hinsicht nicht alle Tassen im Schrank. Über Generationen hinweg wurde Stundenausfall von der Schülerschaft gefeiert, von der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis genommen. Die deutsche "Bildungslandschaft" hat darunter in keinster Weise gelitten, im Gegenteil. Da man nicht mit dem Hintern ("Sitzfleisch") lernt, sondern mit dem Kopf, ist ein Auslüften desselben von Zeit zu Zeit unerlässlich. Dies ist um so wirksamer, je unerwarteter so eine "Ausluftstunde" (Unterrichtsausfall) kommt.

    - am verlorenen Augenmaß: Wer seine Kinder in ein privates Überwachungssystem zwingt und von ihnen Bestleistungen in möglichst vielen, gar allen Fächern verlangt, hat das Augenmaß verloren.

    Eltern könnten hier viel helfen, wenn sie gemeinsam einen privaten Bildungsplan aufstellten: Was interessiert dich? Welches Ziel hast du? Wo brauchst du / willst du wann gute Noten? Was kannst du wann vernachlässigen ...?

    Das funktioniert.

    Ich verstehe nicht, warum so viele Kommentatoren hier nicht die Beiträge lesen, auf die sie antworten...

    G8 ist _keine_ außerdeutsche Erfindung. In Thüringen und Sachsen hat man noch nie etwas von einer 13. Klasse gehört. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurde G9 erst 2000/2001 eingeführt.

    Und wenn Sie die Abiturprüfungen von Sachsen oder von Thüringen mit denen von Bayern etc. vergleichen, werden sie keine nennenswerten Unterschiede feststellen. Die Lehrpläne sind nicht leerer.

    Witzigerweise läuft Ihre Argumentation auf genau der selben Schiene, wie es der Autor des Artikels beschrieben hat. "Zu meiner Zeit..."

  6. Das Problem ist nicht, dass wir zu viele "Experten" hätten, sondern auf welche wir hören.
    Man kann das Problem auch anders eingrenzen, mit einer simplen Frage:
    Wer bildet Mediziner aus? – Richtig, es sind Mediziner. Ähnliches gilt für Architekten, Juristen, Schreiner etc.
    Die einzige nennenswerte Ausnahme bilden Lehrer; die werden nämlich von sog. Bildungswissenschaftlern in der Kunst des Unterrichtens ausgebildet. Und hier liegt des Pudels Kern: Bildungswissenschaftler sind in überproportionalem Maßstab selbst miserable Lehrende und stehen unter Profilierungsdruck. Das bedeutet zweierlei, erstens, dass Bildungswissenschaftler brillante Studien und Analysen erstellen, die leider fast sämtlichst an den entscheidenden Punkten jeder Unterrichtsrealität vorbeilaufen. Und zweitens, dass der Status quo für Bildungswissenschaftler nicht geduldet werden kann, vielmehr müssen sie zwangsläufig neue Konzepte vorlegen, egal wie sinnvoll diese sein mögen.
    Vielleicht sollte man doch einmal auf die Lehrer hören. Die haben nämlich die meiste Erfahrung in ihrem Job. Und angesichts des noch vorhandenen Bildungsniveaus der Bevölkerung scheinen sie ihren Job nicht gerade schlecht gemacht zu haben.

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    Sie schreiben: "Vielleicht sollte man doch einmal auf die Lehrer hören."

    Aber das ist doch jetzt schon der Fall. Hinter den Reformen - zumindest der Lehrpläne - stehen aktive oder ehemalige Lehrer. Die meisten Bildungspolitiker sind ehemalige Lehrer.

    Sie vergessen bei Ihrer Forderung, dass auch Lehrkräfte wie die meisten Menschen vor allem und zuerst einmal für ihre eigenen Interessen einstehen. Die Forderung nach kleineren Klassen heißt ja für die Lehrkraft "weniger Arbeit": weniger Problemfälle, weniger Aufsichtsprobleme, weniger Korrekturen ...

    Macht man sich einmal die Mühe, die Entwicklung der Lehrpläne über Jahrzehnte hinweg zu verfolgen, ist es bei etlichen Fächern (Beispiel: Hauswirtschaft, Technik/Werken) nicht zu übersehen. Die Veränderung der Lehrpläne ("Entsinnlichung") hatte den einzigen Zweck, Lehrkräfte zu entlasten auf Kosten dessen, was Schüler/innen zuvor üben und lernen konnten: Kochen und Umgang mit Materialien.

    Wo werden denn Lehrer von Bildungswissenschaftlern ausgebildet? Ich kenne aus meinem Referendariat ausschließlich ehemalige Lehrer, die sich für die Lehrerausbildung durch Weiterbildung qualifizieren mussten.

    Oder meinten Sie das Lehramtsstudium? Da gibt es tatsächlich reine Wissenschaftler (wenn auch nicht ausschließlich), aber die Ausbildung an der Uni ist ja auch eher fachwissenschaftlich ausgerichtet und hat derzeit noch einen sehr geringen Praxisanteil. Aber auch die theoretische Ausbildung an der Uni kann sehr wichtig sein, damit Lehrer die Studien verstehen, die in Zusammenhang mit Schule veröffentlicht werden.

    --
    http://www.BlogBildung.net
    Schule. Bildung. Zukunft

    Sie schreiben: "Vielleicht sollte man doch einmal auf die Lehrer hören."

    Aber das ist doch jetzt schon der Fall. Hinter den Reformen - zumindest der Lehrpläne - stehen aktive oder ehemalige Lehrer. Die meisten Bildungspolitiker sind ehemalige Lehrer.

    Sie vergessen bei Ihrer Forderung, dass auch Lehrkräfte wie die meisten Menschen vor allem und zuerst einmal für ihre eigenen Interessen einstehen. Die Forderung nach kleineren Klassen heißt ja für die Lehrkraft "weniger Arbeit": weniger Problemfälle, weniger Aufsichtsprobleme, weniger Korrekturen ...

    Macht man sich einmal die Mühe, die Entwicklung der Lehrpläne über Jahrzehnte hinweg zu verfolgen, ist es bei etlichen Fächern (Beispiel: Hauswirtschaft, Technik/Werken) nicht zu übersehen. Die Veränderung der Lehrpläne ("Entsinnlichung") hatte den einzigen Zweck, Lehrkräfte zu entlasten auf Kosten dessen, was Schüler/innen zuvor üben und lernen konnten: Kochen und Umgang mit Materialien.

    Wo werden denn Lehrer von Bildungswissenschaftlern ausgebildet? Ich kenne aus meinem Referendariat ausschließlich ehemalige Lehrer, die sich für die Lehrerausbildung durch Weiterbildung qualifizieren mussten.

    Oder meinten Sie das Lehramtsstudium? Da gibt es tatsächlich reine Wissenschaftler (wenn auch nicht ausschließlich), aber die Ausbildung an der Uni ist ja auch eher fachwissenschaftlich ausgerichtet und hat derzeit noch einen sehr geringen Praxisanteil. Aber auch die theoretische Ausbildung an der Uni kann sehr wichtig sein, damit Lehrer die Studien verstehen, die in Zusammenhang mit Schule veröffentlicht werden.

    --
    http://www.BlogBildung.net
    Schule. Bildung. Zukunft

  7. Des Rätsels Lösung ist im Grunde einfach, doch leider für Politiker und politisch sozialisierte Bildungswissenschaftler sehr unbequem. Die Lösung lautet schlicht – Geld! Und zwar mehr als nur ein Sack!
    Man fahre einfach mal zum Spaß nach Schweden und schaue sich dort Schulgebäude und (personelle und materielle) Ausstattung der Schulen an. Dann wird einem schon ein Licht aufgehen. Der jetzige, größtenteils marode Zustand deutscher Schulen verdeutlicht Schülern nämlich bereits beim ersten Anblick, was sie selbst der Allgemeinheit wert sind. Und ein vergleichender Blick auf Regierungssitze oder Versicherungspaläste und dergleichen komplettiert die Ernüchterung.
    Aber an dieser Stelle fängt bereits das politische Gewinsel an: Das kostet ja Geld! – Ja genau, und zwar Unsummen! Und die sind auch nötig – und ehrlich erstaunt es, dass in einer sogenannten Wissensgesellschaft überhaupt jemand darüber zu diskutieren wagt. Welche bessere Zukunftsinvestition kann es denn bitte geben?
    Und wenn die Klassengröße halbiert und die Stundenzahl von Lehrern auf ein zu bewältigendes Maß reduziert ist, dann können wir gerne mit Reformen beginnen. Aber staunend wird man zweierlei feststellen: Zunächst, dass sich die meisten Probleme in Luft aufgelöst haben werden. Und zweitens, dass die notwendigen Veränderungen von den Lehrern angestoßen werden, die auf einmal nämlich die notwendige Zeit für Schulentwicklung haben werden, statt immer nur der Unterrichtsvorbereitung hinterherzuhecheln.

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    Sie schreiben: "Und wenn die Klassengröße halbiert und die Stundenzahl von Lehrern auf ein zu bewältigendes Maß reduziert ist, ... wird man zweierlei feststellen: Zunächst, dass sich die meisten Probleme in Luft aufgelöst haben werden."

    Sie irren. Die meisten Probleme haben mit "großen" Klassen - die üblichen Größenordnungen vorausgesetzt - wenig bis gar nichts zu tun. Bei kleinen Klassen würden sie eher größer.

    - Es kommen andersartige gruppendynamische Prozesse in Gang, die eher mehr als weniger Reibereien zur Folge haben. Die Neigung, Rangordnungskämüfe immer wieder neu zu beginnen, ist in kleinen Gruppen größer als in großen.

    - Die Unterrrichtsvorbereitung wird umfangreicher und schwieriger, da sie individueller auf einzelne Schüler/Kleingruppen ausgerichtet werden muss.

    Sie schreiben: "Und zweitens, dass die notwendigen Veränderungen von den Lehrern angestoßen werden, die auf einmal nämlich die notwendige Zeit für Schulentwicklung haben werden, statt immer nur der Unterrichtsvorbereitung hinterherzuhecheln."

    Das Problem der Unterrichtsvorbereitung lässt sich nur lösen, wenn wir unsere Erwartungen an den und die Rolle des Lehrers grundlegend änderten, wenn aus dem "Lehrer" ein "Lernbegleiter" würde.

    Sie schreiben: "Und wenn die Klassengröße halbiert und die Stundenzahl von Lehrern auf ein zu bewältigendes Maß reduziert ist, ... wird man zweierlei feststellen: Zunächst, dass sich die meisten Probleme in Luft aufgelöst haben werden."

    Sie irren. Die meisten Probleme haben mit "großen" Klassen - die üblichen Größenordnungen vorausgesetzt - wenig bis gar nichts zu tun. Bei kleinen Klassen würden sie eher größer.

    - Es kommen andersartige gruppendynamische Prozesse in Gang, die eher mehr als weniger Reibereien zur Folge haben. Die Neigung, Rangordnungskämüfe immer wieder neu zu beginnen, ist in kleinen Gruppen größer als in großen.

    - Die Unterrrichtsvorbereitung wird umfangreicher und schwieriger, da sie individueller auf einzelne Schüler/Kleingruppen ausgerichtet werden muss.

    Sie schreiben: "Und zweitens, dass die notwendigen Veränderungen von den Lehrern angestoßen werden, die auf einmal nämlich die notwendige Zeit für Schulentwicklung haben werden, statt immer nur der Unterrichtsvorbereitung hinterherzuhecheln."

    Das Problem der Unterrichtsvorbereitung lässt sich nur lösen, wenn wir unsere Erwartungen an den und die Rolle des Lehrers grundlegend änderten, wenn aus dem "Lehrer" ein "Lernbegleiter" würde.

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