Wer durch deutsche Innenstädte spaziert, kann leicht auf den Gedanken kommen, dass Cortina eine bedeutsame italienische Stadt sei. So oft sind Eisdielen nach ihr benannt, mehr als hundertmal im ganzen Land. Dabei ist Cortina d’Ampezzo doch nur ein Dorf von 6000 Einwohnern, in dem zuletzt 1956 richtig was los war, nämlich die Olympischen Winterspiele.

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Weil aber die erste Eismachergeneration in Deutschland fast komplett aus den Dolomiten kam und der Skiort Cortina d’Ampezzo damals als mondän galt, hat sich der Name fast ebenso gut verbreitet wie Venezia. Nur in Ostdeutschland gibt es kaum ein Eiscafé Cortina (und auch kaum ein Dolomiti). Als die westdeutschen Eisdielen-Familien nach der Wende ostdeutsche Filialen gründeten, wählten sie Namen, von denen sie annahmen, dass die auch kannte, wer zuletzt nicht nach Italien gereist war.

Sie wussten offenbar nicht, dass ältere Ostdeutsche (die ihren Enkeln Eis kaufen) gute Erinnerungen mit Cortina verbanden: Der Skispringer Harry Glaß hatte dort die erste olympische Medaille überhaupt für die DDR gewonnen.

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