Hoteltest Enttäuschung gegen VorkasseSeite 2/2
Gleich hinter den Eiern ist die Bar, die zugleich als Restaurantersatz dient. Ein großes Foto zeigt die Binnenalster bei Nacht. Man bestellt ein Wasser, Wein und den Toast Little Italy, laut Karte mit »sonnengetrockneten Tomaten«, Mandeln, Chili und vielem mehr, »made by Sternekoch Alfons Schuhbeck«. Der Kellner setzt Wein und Wasser auf die Theke. »Der Toast dauert ein paar Minuten«, sagt er. Man solle derweil schon mal zahlen.
Er verschwindet mit der Kreditkarte zur Rezeption, da es an der Bar kein Lesegerät gibt. Als er zurück ist, moniert man das schmutzige Wasserglas, Spuren von Lippenstift. Wortlos stellt er ein anderes hin. Leider auch dreckig. Er greift ein drittes Glas, an dessen Rand er noch einmal mit dem schmuddeligen Bartuch entlangzieht. »Die Gläser sind erst eine Woche alt«, sagt er, »da kann eigentlich nichts dran sein.« Vielleicht gebraucht erstanden?
Später serviert seine Kollegin platt gedrückten Toast mit Käse und Kochschinken. Kein Hauch vom versprochenen Belag. Man würde gern nachfragen, ob das wirklich so gedacht ist, doch Personal ist hier knapp, und von den insgesamt fünf Mitarbeitern im Service und an der Rezeption stehen regelmäßig drei vor der Hoteltür, Kippe im Mundwinkel.
Das Einzelzimmer hat die Größe eines Kleiderschranks, viel Braun, viel Türkis, aber die Matratze ist angenehm. Nebenan läuft ein Fernseher, und die Frau von oben scheint einen sehr ausdauernden Gesangslehrer zu haben. Gerädert geht es am nächsten Morgen zum Frühstück. Ganze Truppenkontingente strömen aus den über 400 Zimmern herbei, das Personal ist überlastet und der Raum viel zu klein. Im vorderen Teil der Lobby gibt es deshalb ein zweites Büfett: Industriebrötchen, Meterware Wurst, O-Saft aus Containern. Überall stehen schmutzige Teller und die Koffer neu ankommender Gäste. Für die Bitte um einen frisch gepressten Saft erntet man einen Blick, der sagt: »Schnösel!« Als man an der Rezeption nach einer Zeitung fragt, bekommt man eine Wegbeschreibung zum nächsten Kiosk.
Natürlich kann man für 59 Euro nicht alles erwarten. Aber warum reicht es nicht für eine freundliche Geste? Warum muss man sich hier fühlen wie in einer aufgehübschten Kfz-Zulassungsstelle? Auf dem Weg nach draußen sagt niemand »Auf Wiedersehen« oder »Schön, dass Sie bei uns waren«. Es hat wohl auch niemanden interessiert.
Motel One Hamburg Alster, Steindamm 96–102, 20099 Hamburg, Tel 040/4192497-0, E-Mail: hamburg-alster@motel-one.com, www.motel-one.com, DZ ab 74 Euro, Frühstück 7,50 Euro
- Datum 07.09.2010 - 07:12 Uhr
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- Serie Hoteltest
- Quelle DIE ZEIT, 26.08.2010 Nr. 35
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Diese Art von Unterkunft ist in der Tat zwischen einem Hotel und einer Jugendherberge angesiedelt. Ich kenne das Motel-One durch einen Besuch von München und kann mich nur begeistert äußern. Die trendige und stylische Art der Ausstattung, das unkomplizierte Frühstück und der schlanke Service habe ich sehr genossen. Der Ausblick des Zimmers zeigte mir klar und direkt, wo ich mich befand. Mitten in München, in Laufweite zum Zentrum des Geschehens und dies alles für 65 Euro.
Natürlich habe ich bei der Abreise keine Worte gehört wie „Guten Morgen Herr Dr. Hettich, ich bin glücklich, dass Sie unser Haus beehrt haben. Ich hoffe, es war alles bestens zu Ihrer Zufriedenheit arrangiert und Sie haben sich sehr wohlgefühlt. Ich wünsche Ihnen eine angenehme, staufreie Heimreise und freue mich, Sie wieder als Gast unseres Hauses empfangen zu dürfen.“
Für solch einen Service werden vier oder gar fünf Hotelsterne vergeben und dies dokumentiert dann auch der mehrstellige Betrag auf der Hotelabrechnung.
Die Übernachtung im Motel-One ist ihren Preis wert und ich werde auch in Zukunft gerne bei dieser Art der Unterkunft buchen.
Wir waren zweimal in verschiedenen Motel Ones in Berlin und würden es wieder buchen. Nicht nur, weil die Ausstattung ansprechend ist, sondern auch weil es vom Bad bis Bett sehr sauber war. Ich hatte hier nicht das Gefühl, ich müsste auf Zehenspitzen durchs Zimmer laufen, weil es so siffig ist. Und das hatte ich bisher in fast allen Unterkünften, egal ob Mini-Pension oder Hilton. Im Motel One war es eher, als wäre man der allererste Gast im Zimmer. Das mag sich über die Jahre natürlich relativieren..
Das Toast-Problem hatten wir allerdings auch. Am Frühstück sehe ich allerdings gar nichts zu meckern. Müsli, Obstsalat, Brötchen, Körnerbrötchen, Aufschnitt und leckere Marmelade in Glässchen. Dazu 'nen Milchkaffee. Perfekt. Wenn der Autor dort von mir einen frisch gepressen Orangensaft und Zeitung verlangt hätte, hätte er von mir auch den "Schnösel"-Blick bekommen.
Was das Personal angeht, naja, die waren in Berlin freundlich. Nicht mehr und nicht weniger. Aber wenn man darauf steht, dass einem in den Allerwertesten gekrochen wird, dann sollte man sich wohl besser woanders einquartieren.
Es muss wohl doch an Hamburg liegen. Ja, München, Ja Frankfurt, Ja Berlin. Bisher immer gute Erfahrungen mit MotelOne gemacht und eigentlich MotelOne Fan. Nur das eine in Hamburg werde ich sicher nicht mehr besuchen. Auch für nur 60 EUR/Nacht will ich nicht in einem verschmutzten Bett schlafen müssen.
Woran liegt die starke Expansion dieser Kette? Ich war noch nie in einem, aber 400 Zimmer muss man erst mal ausgelastet bekommen. Es gibt einfach einen Markt für bezahlbare Hotels in Stadtzentren mit W-Lan (der z.Bsp. in einem Leipziger 5 Sterne Hotel 20! Euro extra am Tag kosten sollte).
Das in einem derartigen Hotel am Personal gespart wird, ist klar und das bei 7,50 Euro für ein Frühstück kein frisch gepresster O-Saft inklusive sein kann, auch.
Ein wirklich ärgerlicher Artikel. Ich habe kürzlich ein Motel One in Berlin besucht und war sehr zufrieden. Wie der Zufall so will befinde ich mich gerade in einer anderen Stadt in einem Hotel einer anderen Kette und bekomme dort für mehr Geld eine wesentlich schlechtere Leistung. Und das ist auch der Normalfall.
Der Autor scheint jeden Realitätssinn verloren zu haben, anders ist nicht zu erklären, daß er offenbar ein 4 Sterne plus Niveau zum Discountpreis erwartet. Der Artikel wird dieser Kette jedenfalls nicht gerecht und das sieht man auch wenn man mal auf Sites wie tripadvisor etc. nach Bewertungen von Motel One Hotels sucht.
und kann die Motel One Kette nur weiter Empfehlen!
Ich kenne die Häuser in Berlin am Alex, Ku Damm, Leipzig, Frankfurt, in Stuttgart (bin ich gerade) und das Motel One in HH kenne ich auch. Leider muss ich dem Autor bei einer Sache Recht geben, wenn auch sehr Zentral gelegen, ist die Gegend wo sich das Motel One HH Alster befindet nicht gerade ansprechend. Aber sonst finde ich gibt es bei diesem Preisen nichts zu meckern. Im Vergleich sind die Motel One Zimmer immer absolut sauber, was schon mal das Wichtigste ist aber in dieser Preisklasse und auch in höheren Preislagen nicht selbstverständlich!!!
Für 7,50€ gibt´s beim Frühstück auch nix zu bemängeln, der Michkaffee (auch nicht selbstverständlich) ist einfach köstlich, selbst die Cocktails aus der Dose schmecken.
Vom Design, gefällt mir das Motel One auch sehr gut, modern, ansprechend und einfach zum wohlfühlen. Halt kein Eiche rustikal ;-)
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