Hamburger Kulturpolitik Wiederauferstanden

Die seltsame Karriere des neuen Hamburger Kultursenators.

Zuerst die gute Nachricht: Hamburg hat einen neuen Kultursenator. Selbstverständlich ist das nicht, denn nach dem Abgang des Adelsduos von Beust und von Welck erwog der neue Bürgermeister Christoph Ahlhaus, CDU, den Posten ganz abzuschaffen. Die Kultur, die nur Geld kostet und schlechte Presse bringt, wollte er im Wissenschaftsressort unterrühren. Das hätte aber weitere Kunstflüchtlinge aus der Hansestadt, Stunk mit dem grünen Koalitionspartner und noch schlechtere Presse bedeutet, weshalb sich Ahlhaus auf den letzten Drücker doch einen neuen Mann suchte.

Jetzt die schlechte Nachricht: Der Neue ist ein alter Bekannter, der aus der Kulturbehörde, der er nun vorsteht, vor gut einem Jahr erst rausgeschmissen wurde. Damals war Reinhard Stuth, CDU, gerade mal ein Jahr Kulturstaatsrat, dann war das Verhältnis zu seiner Chefin Karin von Welck kaputt. Und nachdem sich auch noch die Mitarbeiter über seine rüden Umgangsformen beim Personalrat beschwert hatten, wurde er von seinem Parteifreund Ole von Beust in den einstweiligen Ruhestand versetzt, wie Rauswurf auf Politisch heißt.

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Dieser rätselhaft Wiederauferstandene soll nun der Richtige sein, um die vom Streit um die Elbphilharmonie zerrüttete, vom permanenten Spardruck verunsicherte Hamburger Kulturszene zu befrieden? Weil sonst wenig für den studierten Juristen in dieser Position spricht, wird vor allem das alte Parteisoldatenargument ins Feld geführt: Als CDU-Mitglied könne Stuth für die Kultur mehr tun als seine parteilose Vorgängerin. Doch singt er, der sich auf seinen verschiedenen politischen Posten als Vielflieger hervortat, als Erstes gleich das Hohelied vom Sparen. Von der Kultur selbst, wie und was sie sein kann und soll jenseits von Standortfaktor und Glamourlieferant, davon ist wie so oft in Hamburg keine Rede. Aber der Posten war ja eh nur für eineinhalb Jahre zu vergeben, da reicht offensichtlich die denkbar kleinste Lösung.

 
Leser-Kommentare
  1. also der neue Senat der neben einem lügenden nicht qualifizierten Wirtschaftssenator

    nun noch ein bereits entlassenen Vielflieger in der Kulturbehörde

    einfach nur peinliche Klüngelei

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