Der Fuchsbandwurm befällt, wie der Name schon sagt, vor allem Füchse. In deren Verdauungsorganen lebt der etwa drei Millimeter lange Wurm als Parasit, dem Wirt schadet das kaum.

Seine Eier werden mit dem Kot ausgeschieden, und wenn der in den Verdauungstrakt von Nagetieren gelangt, wird’s gefährlich: Erst in diesen Zwischenwirten entwickeln sich die Larven, und bei dieser Entwicklung werden die inneren Organe zerstört. Das Nagetier wird zu einer leichten Beute des Fuchses – und der Lebenszyklus des Wurms schließt sich.

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Die Eier können aber auch in den Bauch des Menschen gelangen, der ist dann ein sogenannter "Fehlzwischenwirt" (weil wir selten vom Fuchs gefressen werden). Die Infektion verläuft sehr langsam, erst nach zehn Jahren stellt man die alveoläre Echinokokkose fest – aber dann ist es oft schon zu spät. Die gefährliche Infektion ist selten: 2008 gab es in Deutschland gerade 26 Fälle.

Früher dachte man tatsächlich, die Fuchsbandwurmeier gelangten über verschmutzte Beeren in den Menschen. Die Universität Würzburg, an der die Echinokokkose-Fälle zentral erfasst werden, gibt jedoch Entwarnung.

Der Molekularbiologe Klaus Brehm sagt: "Es ist für keinen einzigen Patienten erwiesen, dass er sich so angesteckt hat." Und Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung sagt, die Warnungen würden von der "Risiko-Industrie" hervorgebracht. Tatsächlich geht die Hauptgefahr einer Infektion von Haustieren aus, die eine befallene Maus oder Ratte gefressen haben.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unterwww.zeit.de/audio