Stimmt's?: Wilde Kost
"Droht beim Verzehr wilder Beeren eine Fuchsbandwurm-Infektion?", fragt Dirk Hering aus Walsrode.
Der Fuchsbandwurm befällt, wie der Name schon sagt, vor allem Füchse. In deren Verdauungsorganen lebt der etwa drei Millimeter lange Wurm als Parasit, dem Wirt schadet das kaum.
Seine Eier werden mit dem Kot ausgeschieden, und wenn der in den Verdauungstrakt von Nagetieren gelangt, wird’s gefährlich: Erst in diesen Zwischenwirten entwickeln sich die Larven, und bei dieser Entwicklung werden die inneren Organe zerstört. Das Nagetier wird zu einer leichten Beute des Fuchses – und der Lebenszyklus des Wurms schließt sich.

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Die Eier können aber auch in den Bauch des Menschen gelangen, der ist dann ein sogenannter »Fehlzwischenwirt« (weil wir selten vom Fuchs gefressen werden). Die Infektion verläuft sehr langsam, erst nach zehn Jahren stellt man die alveoläre Echinokokkose fest – aber dann ist es oft schon zu spät. Die gefährliche Infektion ist selten: 2008 gab es in Deutschland gerade 26 Fälle.
Früher dachte man tatsächlich, die Fuchsbandwurmeier gelangten über verschmutzte Beeren in den Menschen. Die Universität Würzburg, an der die Echinokokkose-Fälle zentral erfasst werden, gibt jedoch Entwarnung.
Der Molekularbiologe Klaus Brehm sagt: »Es ist für keinen einzigen Patienten erwiesen, dass er sich so angesteckt hat.« Und Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung sagt, die Warnungen würden von der »Risiko-Industrie« hervorgebracht. Tatsächlich geht die Hauptgefahr einer Infektion von Haustieren aus, die eine befallene Maus oder Ratte gefressen haben.
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts
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zu spät für was?
Zum das Leben retten.
Zum das Leben retten.
Zum das Leben retten.
...weiß denn der Fuchsbandwurm ob er in einem Fuchs oder in einem Nagetier ist? Der muss das irgendwie merken, sonst würde er die Organe des Fuchses ja auch befallen. Kennt sich da jemand mit aus?
Das steht ja im Text: Im Nagetier (bzw. Menschen) entwickeln sich die Larven, nicht der ausgewachsene Wurm. Und die richten erheblich mehr schaden an als der genügsame erwachsene Parasit.
... und seither viel mehr Heidelbeeren im Wald.
;-)
Ich frage mich z.B. wer die "Risiko-Industrie" sein soll und wie die von der Geschichte profitieren soll.
Könnte es eventuell sein, dass Wildbeeren deshalb nicht Hauptursache für Fuchsbandwurm sind, weil wir alle aufgeklärt sind und Beeren waschen bevor wir sie essen?
So etwas könnte ich mir zumindest vorstellen.
Ich werde auch weiterhin nicht alles gleich in den Mund stecken. Dafür fehlen mir in dem Artikel leider überzeugende Argumente.
Das Statement ist klar. Ich kann mir nur keinerlei Experiment vorstellen, mit dem man bei der Diagnose 10 Jahre nach der Infektion noch festellen könnte, ob der Patient damals von seinem Hund oder von kontaminierten Beeren infiziert wurde. Worauf gründet sich diese Information?
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