Bahnprojekt Stuttgart 21 Doch. Nein. DochSeite 6/6

Palmer: Wenn ich mit Leuten aus der Regierung spreche, dann sind die hochnervös. Und manche sagen, wenn der Protest noch stärker wird, stehen wir das nicht mehr lange durch. Herr Ingenhoven, das Spiel ist noch nicht vorbei. Es läuft die Nachspielzeit.

Ingenhoven: Sie haben doch schon das Elfmeterschießen verloren! Und aus der Umkleidekabine versuchen Sie jetzt den Spielverlauf nachträglich zu ändern! Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Kanzlerin Merkel oder ein Ministerpräsident Mappus glauben, dass sie irgendetwas gewinnen, wenn sie Stuttgart 21 stoppen. Also stehen sie es lieber durch, auch wenn es im Moment ungemütlich ist.

ZEIT: Heißt das, der Streit wird sich unweigerlich ausweiten und zuspitzen?

Palmer: Ich hoffe es nicht. Wenn 20.000 Menschen sich in der Stadt versammeln, dann muss die Politik verdammt noch mal prüfen, ob man nicht zueinanderfinden kann. Sie muss die Streitparteien zusammenführen. Manchmal ist ja das Gespräch schon heilend und das Wie wichtiger als das Was. 

Gespenstisch ist nichts, außer dem bewussten Schüren von Ängsten

Christoph Ingenhoven

Ingenhoven: Worüber wollen Sie denn sprechen, Herr Palmer? Es ist alles besprochen, es kann keine Kompromisse mehr geben.

Palmer: Bislang wurde Stuttgart 21 vor allem gegen die Bevölkerung durchgesetzt, und das ist der eigentliche Grund für die Proteste. Bislang streitet die Stadt vor allem über Gleise, Tunnel, Bahnhöfe, dabei wäre es an der Zeit, auch einmal über die Ziele zu sprechen. Was wollen wir eigentlich? Müssen wir wirklich schnell zum Flughafen? Wenn man darauf verzichtet, gäbe es viele neue Möglichkeiten, viel kostengünstiger.

Ingenhoven: Es gibt keine Spielräume. Sobald Sie etwas an dem Projekt grundsätzlich verändern wollen, brauchen Sie ein neues Planfeststellungsverfahren, und dann sehen wir uns in 10 bis 15 Jahren wieder. Die Kosten wären kaum geringer.

Palmer: Der Zeitverzug stört mich überhaupt nicht, weil man ja abschnittsweise bauen kann.

Ingenhoven: Das können Sie nicht, und das wissen Sie auch!

Palmer: Herr Ingenhoven, haben Sie das da draußen gesehen, das ist doch gespenstisch! Da bewacht der Bundesgrenzschutz einen Bagger. Wie viele Jahre lang soll das Ihrer Meinung nach gehen? Ich glaube, es gibt keine Alternative. Wir müssen auf einander zugehen.

Ingenhoven : Gespenstisch ist nichts, außer dem bewussten Schüren von Ängsten durch Sie!

Das Gespräch moderierte Hanno Rauterberg

 
Leser-Kommentare
  1. Verständlich ! Und alles andere:

    kopfschüttel, kopfschüttel und nochmal kopfschüttel !

  2. Bestünde die Menschheit mehrheitlich aus Leuten wie Herrn Palmer, wäre unsere größte Errungenschaft heute noch ein Steinkeil...

    Wenn man die Proteste und die plumpen Argumente sieht, würde man es den Menschen fast gönnen, dass Stuttgart 21 nicht gebaut wird, aber so gemein kann ich einfach nicht sein...

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    Bestünde die Welt heutzutage mehrheitlich aus Köpfen und Herzen wie Boris Palmer stünde es insgesamt sicher etwas besser um Mutter Erde:

    http://www.sonnenseite.co...

    Bestünde die Welt heutzutage mehrheitlich aus Köpfen und Herzen wie Boris Palmer stünde es insgesamt sicher etwas besser um Mutter Erde:

    http://www.sonnenseite.co...

  3. Bestünde die Welt heutzutage mehrheitlich aus Köpfen und Herzen wie Boris Palmer stünde es insgesamt sicher etwas besser um Mutter Erde:

    http://www.sonnenseite.co...

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    • TDU
    • 02.09.2010 um 17:51 Uhr

    Es steht Ihnen frei, das Leben vor der Existenz des Automobils, der Zentralheizung, des fliessenden Wassers, des Telephons, der Eisenbahn und der Antibiotika zu leben. Ausserdem steht es Ihnen frei, ohne irgendwelche Maschinen auszukommen, die ab der Zeit des Manchester Kapitalismus entwickelt wurden.

    Auch dürfen Sie selbstverständlich auf allen Gebieten von Stuttgart bis Stuttgart denken.

    • TDU
    • 02.09.2010 um 17:51 Uhr

    Es steht Ihnen frei, das Leben vor der Existenz des Automobils, der Zentralheizung, des fliessenden Wassers, des Telephons, der Eisenbahn und der Antibiotika zu leben. Ausserdem steht es Ihnen frei, ohne irgendwelche Maschinen auszukommen, die ab der Zeit des Manchester Kapitalismus entwickelt wurden.

    Auch dürfen Sie selbstverständlich auf allen Gebieten von Stuttgart bis Stuttgart denken.

  4. Das betrifft ganz Deutschland!

    Erstens werden auch Bundesgelder verschleudert.

    Zweitens geht es um den respektlosen Umgang bürgerferner Politiker welche entgegen der Mehrheit der Bevölkerung sich Pöstchen und Gelder zuschieben.

    Ich habe grossen Respekt vor dem breiten Widerstand der Stuttgarter

    Hier ist live zu sehen, wie die Politik die Wünsche der Menschen ignoriert.
    http://webcam.schrem.eu/

    Hier ist live zu erleben, wie die Menschen sich dagegen organisieren
    http://www.parkschuetzer.de/

    Jeden Mittwoch "Schwabenstreich" (ab 10 Sekunden vor 19h ) auch in Berlin am HBF, Eingang Washingtonplatz.

    Oben bleiben!

  5. "großen Kasperletheaters" oder zielführendes Engagement für eine bessere Zukunft ...
    ???

    Soviel zu ihrer Frage, wie lange noch?

    Bestimmt die Antwort nicht jeder EINZELNE mit ! ??? EINZELNE mit!

    (oder wollen Sie ein weiteres chronisch-resigniertes Mitglied einer Opfermentalität's-Gesellschaft sein ??)

    http://www.mehr-demokrati...

    http://www.omnibus.org/ak...

    http://www.initiative-gru...

    http://www.unternimm-das-...

    http://www.youtube.com/wa...

    Antwort auf
  6. sorry für die Doppel-Mopplung!

  7. ich hätte nicht gedacht, dass Borisle (so sagt man bei uns) als Politiker und OB eine so schwache Vorstellung abgibt. Obwohl sich Ingenhoven als Architekt eigentlich zurücklehnen könnte, hat er auch bei fachfremden Fragen die besseren Antworten.
    Mir bleibt jetzt nur die Frage: will Borisle in Stuttgart den Boris machen?
    [...]

    Bitte bemühen Sie sich um eine respektvolle Ausdrucksweise. Die Redaktion/is

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    • Buh
    • 02.09.2010 um 16:17 Uhr

    Also für mich hatte Palmer eidneutig die besseren Argumente.A ebr sie können ja gerne mal sagen,a n elcher stelle ingenhoven sich denn als fachfremd und doch versiert erwisen haben soll?

    • carol
    • 03.09.2010 um 6:30 Uhr

    es ist interessant, dass sie Ingenhoven die besseren argumente zugestehen. das scheint auch der grund für die differenzen zu sein.

    es fällt mir oft auf, das konservative nur eine begrenzte argumentation haben und auch sehr gut ausblenden.

    liberale denken jedoch ganzheitlicher.

    • Buh
    • 02.09.2010 um 16:17 Uhr

    Also für mich hatte Palmer eidneutig die besseren Argumente.A ebr sie können ja gerne mal sagen,a n elcher stelle ingenhoven sich denn als fachfremd und doch versiert erwisen haben soll?

    • carol
    • 03.09.2010 um 6:30 Uhr

    es ist interessant, dass sie Ingenhoven die besseren argumente zugestehen. das scheint auch der grund für die differenzen zu sein.

    es fällt mir oft auf, das konservative nur eine begrenzte argumentation haben und auch sehr gut ausblenden.

    liberale denken jedoch ganzheitlicher.

  8. Hallo,

    Ich bin kein Stuttgarter und ziemlich erstaunt über die Aggressivität wie die Protestbewegungen vorgehen. Es geht um den Neubau eines Bahnhofs! Es geht nicht um ein Atomkraftwerk oder einen militärischen Stützpunkt, trotzdem könnte man meinen es müsse mit aller Härte verhindert werden dass die Schienen zukünftig unterirdisch verlaufen. Es geht auch nicht darum dass die Steuern erhöht werden und die Gehälter gekürzt werden, dass Menschen entlassen und Bildung gestrichen wird. Es geht darum wer bestimmen darf wieviel Geld für einen Bahnhof ausgegeben werden darf. Und das ist nicht das Thema. Ich glaube ein großteil der Bevölkerung ist zu sehr emotional belastet und wütend auf die vorgehensweise der Stadt und der Bahn. Sich hätte man sich nun gerne beteiligen wollen, aber vielleicht hätte man sich dann einfach auch mal früher beteiligen sollen!

    lg

    Nils

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    "Es geht auch nicht darum dass die Steuern erhöht werden und die Gehälter gekürzt werden, dass Menschen entlassen und Bildung gestrichen wird. "

    Da werden Milliarden in ein Prestigeprojekt (für Schuster, Ingenhoven etc.), dass keinen nennenswerten Vorteil bringt, fließen, während zugleich z.B. die Kindertagesstätten Gebühren erhöht werden und Stellen gestrichen.

    Ist übrigens ein Grund für einige Stuttgarter auf die Straße zu gehen, welche das nicht mitmachen wollen.

    "ich hätte man sich nun gerne beteiligen wollen, aber vielleicht hätte man sich dann einfach auch mal früher beteiligen sollen!"

    Mittschnitt einer "öffentlichen" Bürgerbeteiligung 1997!!!!!!
    http://webcam.schrem.eu/S...

    Das "demokratische Verfahren" bestand bisher darin alle Bedenken der Bürger per Gerichtsentscheidung abzulehnen.

    Es geht auch nicht um den "Neubau eines Bahnhofs", wie Sie schreiben.

    Es geht um ein Milliarden Grab mit unbekanntem Ausgang.
    Es geht um die Abholzung hundertjähriger Bäume iim Park im Herzen Stuttgarts.
    (mit allen dort lebenden Tieren)
    Zugunsten Investoren, welche dort teure Betonblöcke errichten wollen.
    Es geht um Vetternwirtschaft und Korruption.
    Es geht um in die eigene Tasche wirtschaften.
    Es geht um Filz zwischen Politik und Kapital auf Kosten des Willens und der Lebensqualität der Menschen.

    Und natürlich haben Sie Recht, dass es erstaunlich ist, dass bei diesen Missständen generell nicht dauerhaft mehr Bürger täglich auf die Strassen gehen - bundesweit!!!

    ...in der Protestbewegung, der ich seit zwei Wochen angehöre - im Gegenteil. Sobald nur das geringste aufkeimende Fehlverhalten von Demonstranten zu spüren ist werden die sofort von allen zurückgehalten. Das sind friedlichste Bürgerproteste - zu denen ich Sie gerne einladen würde, damit Sie sich ein Bild vor Ort machen können.

    "Es geht auch nicht darum dass die Steuern erhöht werden und die Gehälter gekürzt werden, dass Menschen entlassen und Bildung gestrichen wird. "

    Da werden Milliarden in ein Prestigeprojekt (für Schuster, Ingenhoven etc.), dass keinen nennenswerten Vorteil bringt, fließen, während zugleich z.B. die Kindertagesstätten Gebühren erhöht werden und Stellen gestrichen.

    Ist übrigens ein Grund für einige Stuttgarter auf die Straße zu gehen, welche das nicht mitmachen wollen.

    "ich hätte man sich nun gerne beteiligen wollen, aber vielleicht hätte man sich dann einfach auch mal früher beteiligen sollen!"

    Mittschnitt einer "öffentlichen" Bürgerbeteiligung 1997!!!!!!
    http://webcam.schrem.eu/S...

    Das "demokratische Verfahren" bestand bisher darin alle Bedenken der Bürger per Gerichtsentscheidung abzulehnen.

    Es geht auch nicht um den "Neubau eines Bahnhofs", wie Sie schreiben.

    Es geht um ein Milliarden Grab mit unbekanntem Ausgang.
    Es geht um die Abholzung hundertjähriger Bäume iim Park im Herzen Stuttgarts.
    (mit allen dort lebenden Tieren)
    Zugunsten Investoren, welche dort teure Betonblöcke errichten wollen.
    Es geht um Vetternwirtschaft und Korruption.
    Es geht um in die eigene Tasche wirtschaften.
    Es geht um Filz zwischen Politik und Kapital auf Kosten des Willens und der Lebensqualität der Menschen.

    Und natürlich haben Sie Recht, dass es erstaunlich ist, dass bei diesen Missständen generell nicht dauerhaft mehr Bürger täglich auf die Strassen gehen - bundesweit!!!

    ...in der Protestbewegung, der ich seit zwei Wochen angehöre - im Gegenteil. Sobald nur das geringste aufkeimende Fehlverhalten von Demonstranten zu spüren ist werden die sofort von allen zurückgehalten. Das sind friedlichste Bürgerproteste - zu denen ich Sie gerne einladen würde, damit Sie sich ein Bild vor Ort machen können.

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