Autotest Geliehener Stolz

Tanja Stelzer fährt den Mazda CX-7 2.2 MZR-CD

Mazda führt den CX-7 als sogenannten Crossover-SUV

Mazda führt den CX-7 als sogenannten Crossover-SUV

Ständig bekommen wir zu dieser Rubrik Leserbriefe mit der Frage: »Warum testet Ihr nicht mal Fahrräder?« Ich muss die Absender enttäuschen: Auch dieser Autotest handelt von einem Auto, aber immerhin davon, welches das beste Begleitfahrzeug für Fahrradfahrer ist.

Seit einem Jahr bin ich Sportlerfrau. Ich gebe zu, dass mir diese Frauen, deren Anstrengung darin besteht, sich am Rande irgendwelcher Sportveranstaltungen die Beine in den Bauch zu stehen, um am Ende einen verschwitzten Mann zu umarmen, früher verachtenswert erschienen. Die nicht sehr intelligente Variante der Diplomatengattin: immer dabei, meist daneben. Im Spezialfall der Frau, die einem Rennradfahrer zujubelt, ist es noch schlimmer. Sie steht sich die Beine in den Bauch, ohne überhaupt irgendetwas zu sehen. Am Ende hat die Fahrerfrau eine Nackenstarre und befindet sich in einem LSD-artigen Rausch, weil sie stundenlang die Farben von Rädern, Trikots und Helmen verglichen hat, um rauszufinden, ob der Mann, den sie bejubelt, es über die Ziellinie geschafft hat. So eine also bin ich.

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Ja, es ist ein geliehener Stolz, den ich zur Schau trage, aber nach meinem Geschmack fällt genug davon ab, um emotional über die Runden zu kommen. Fahrerfrau sein ist eine effiziente Art, für eine Leistung (mit-)bewundert zu werden, ohne selbst etwas zu tun. Zudem bietet die Existenz als Fahrerfrau interessante Aufstiegschancen. Als der Mazda CX-7 vor der Tür stand, bereit für den Urlaub mit Mann, Kindern und Rennrad, wurde ich zur Begleitfahrerin befördert. Bei der Tour de France sitzen in den Begleitfahrzeugen Ex-Radprofis, die das Auto fahren wie vorher das Rad: Sie drängeln und schneiden die Kurven, heimliche Helden der Piste. Aus den Fenstern reichen sie den Fahrern Trikots, Trinkflaschen, Müsliriegel und andere legale, vielleicht auch illegale Substanzen. Wer beim Profirennen Begleitfahrer sein will, braucht eine Lizenz. Und ein Begleitfahrzeug ist ein Statussymbol – ein Fahrer mit Begleitfahrzeug kann kein Amateur sein.

Südtirol also, Serpentinen fahren, anhalten, anfeuern, wieder überholen, der Sohn brüllt sich heiser, die Tochter reckt ihre geblümte Trinkflasche aus dem Fenster. Ich glaube, für mich hätte das der Beginn einer echten Karriere sein können. In einem anderen Auto. Sorry, aber zum Drängeln auf Passstraßen taugt der Mazda CX-7 nicht. Unelastische Gänge, hakelige Schaltung – das Timmelsjoch rauf war ich in Sorge, vom Fahrrad abgehängt zu werden, danach rollte ich heimlich und leise wieder runter. Ich fürchte, wie ein Statussymbol sahen wir nicht aus.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 127 kW (173 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 11,3 s
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
CO2-Emission: 199 g/km
Durchschnittsverbrauch: 7,5 Liter
Basispreis: 29.990 Euro

Tanja Stelzer ist Textchefin des ZEITmagazins

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Schade

    Auf die Gefahr hin, sexistisch zu klingen: Eigentlich mag ich Autotests von Frauen oft lieber als die von Männern. Sie verlieren sich nicht in einer Weinkenner-ähnlichen Fachsprache und schreiben auch über Details, die einem Mann gerne mal unwichtig erscheinen.

    Nicht so dieser Artikel. Wunderschön wird hier das Szenario beschrieben. Gut so! Aber dann am Ende bloß einen einzigen Satz über das Auto zu verlieren, das ist für mich kein Autotest mehr...

  2. Steht doch in 1,5 Sätzen drin, was man wissen muss: "...zum Drängeln auf Passstraßen taugt der Mazda CX-7 nicht. Unelastische Gänge, hakelige Schaltung – das Timmelsjoch rauf war ich in Sorge, vom Fahrrad abgehängt zu werden...".

    Frau Stelzer: Chapeau!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    mit 173 Ps -egal was für ein Auto- Angst hat bergauf von einem Fahrrad abgehängt zu werden ist das bestenfalls bezeichnend für die Fahrkünste des Fahrers. Auf keinen Fall aber sagt es etwas über das Auto aus.
    Und der Hinweis, dass ein Mazda nicht als Statussymbol taugt ist auch keine große Erkenntnis.

    Ich kann leider "elumbella" nur zustimmen. Auch ich mag ausschweifende Texte. Die blanken Daten kann ich mir schließlich gleich beim Hersteller besorgen. Das Problem dieses Artikels ist er bietet ausschließlich die blanken Daten in Form einer Auflistung am Ende. Und Alltagsprobleme in einer Partnerschaft.

    Nebenbei: Die Formulierung "unelastische Gänge" ergibt keinen Sinn. Gänge sind schlicht Getriebeübersetzungen. Die haben keine Eigenschaften außer die Getriebeübersetzung "i". Elastizität findet in diesem Zusammenhang nur bei der Beschreibung von Motorkennlinien Anwendung.

    mit 173 Ps -egal was für ein Auto- Angst hat bergauf von einem Fahrrad abgehängt zu werden ist das bestenfalls bezeichnend für die Fahrkünste des Fahrers. Auf keinen Fall aber sagt es etwas über das Auto aus.
    Und der Hinweis, dass ein Mazda nicht als Statussymbol taugt ist auch keine große Erkenntnis.

    Ich kann leider "elumbella" nur zustimmen. Auch ich mag ausschweifende Texte. Die blanken Daten kann ich mir schließlich gleich beim Hersteller besorgen. Das Problem dieses Artikels ist er bietet ausschließlich die blanken Daten in Form einer Auflistung am Ende. Und Alltagsprobleme in einer Partnerschaft.

    Nebenbei: Die Formulierung "unelastische Gänge" ergibt keinen Sinn. Gänge sind schlicht Getriebeübersetzungen. Die haben keine Eigenschaften außer die Getriebeübersetzung "i". Elastizität findet in diesem Zusammenhang nur bei der Beschreibung von Motorkennlinien Anwendung.

  3. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/ag

  4. mit 173 Ps -egal was für ein Auto- Angst hat bergauf von einem Fahrrad abgehängt zu werden ist das bestenfalls bezeichnend für die Fahrkünste des Fahrers. Auf keinen Fall aber sagt es etwas über das Auto aus.
    Und der Hinweis, dass ein Mazda nicht als Statussymbol taugt ist auch keine große Erkenntnis.

    Ich kann leider "elumbella" nur zustimmen. Auch ich mag ausschweifende Texte. Die blanken Daten kann ich mir schließlich gleich beim Hersteller besorgen. Das Problem dieses Artikels ist er bietet ausschließlich die blanken Daten in Form einer Auflistung am Ende. Und Alltagsprobleme in einer Partnerschaft.

    Nebenbei: Die Formulierung "unelastische Gänge" ergibt keinen Sinn. Gänge sind schlicht Getriebeübersetzungen. Die haben keine Eigenschaften außer die Getriebeübersetzung "i". Elastizität findet in diesem Zusammenhang nur bei der Beschreibung von Motorkennlinien Anwendung.

    Antwort auf "Wieso schade?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ja die Elastizität hat mit der Motorkennlinie zu tun.
    Hat ja was mit Drehzahlen, Leistung und Drehmoment zu tun...

    Naja aber ich erkläre mir die Aussage in Verbindung mit der Angst, vom Fahrrad abgehängt zu werden, so:

    Ich vermute mal, dass bei der Steigung das "Runterschalten" vergessen wurde (vlt. weil zu "hakelig"?) und dann bei vlt. 30km/h (wenn überhaupt) im bspw. 4ten? Gang verweilt wurde (Drehzahl unter 2000 U/min?) und dies als "unelastisch" empfunden wurde.

    Daher würde ich die Testerin eher zu einem Automatik bzw. stufenlosen Getriebe raten.

    Naja die Gänge an sich als zu unelastisch zu bezeichnen zeigt mir eigentlich, dass die Autorin als Auto-Testerin wohl eher bedingt geeignet ist.
    (Habe ich zu hohe Ansprüche, wenn ich dabei eine gewisse Sachkenntnis voraussetze?)

    Vielleicht eher zum Test im durchschnittlichen Alltag geeignet.

    Aber als "Tour-de-France" Begleitfahrzeug würde ich den durchschnittlichen Alltagsgebrauch nicht gerade bezeichnen.

    Ja die Elastizität hat mit der Motorkennlinie zu tun.
    Hat ja was mit Drehzahlen, Leistung und Drehmoment zu tun...

    Naja aber ich erkläre mir die Aussage in Verbindung mit der Angst, vom Fahrrad abgehängt zu werden, so:

    Ich vermute mal, dass bei der Steigung das "Runterschalten" vergessen wurde (vlt. weil zu "hakelig"?) und dann bei vlt. 30km/h (wenn überhaupt) im bspw. 4ten? Gang verweilt wurde (Drehzahl unter 2000 U/min?) und dies als "unelastisch" empfunden wurde.

    Daher würde ich die Testerin eher zu einem Automatik bzw. stufenlosen Getriebe raten.

    Naja die Gänge an sich als zu unelastisch zu bezeichnen zeigt mir eigentlich, dass die Autorin als Auto-Testerin wohl eher bedingt geeignet ist.
    (Habe ich zu hohe Ansprüche, wenn ich dabei eine gewisse Sachkenntnis voraussetze?)

    Vielleicht eher zum Test im durchschnittlichen Alltag geeignet.

    Aber als "Tour-de-France" Begleitfahrzeug würde ich den durchschnittlichen Alltagsgebrauch nicht gerade bezeichnen.

  5. Ja die Elastizität hat mit der Motorkennlinie zu tun.
    Hat ja was mit Drehzahlen, Leistung und Drehmoment zu tun...

    Naja aber ich erkläre mir die Aussage in Verbindung mit der Angst, vom Fahrrad abgehängt zu werden, so:

    Ich vermute mal, dass bei der Steigung das "Runterschalten" vergessen wurde (vlt. weil zu "hakelig"?) und dann bei vlt. 30km/h (wenn überhaupt) im bspw. 4ten? Gang verweilt wurde (Drehzahl unter 2000 U/min?) und dies als "unelastisch" empfunden wurde.

    Daher würde ich die Testerin eher zu einem Automatik bzw. stufenlosen Getriebe raten.

    Naja die Gänge an sich als zu unelastisch zu bezeichnen zeigt mir eigentlich, dass die Autorin als Auto-Testerin wohl eher bedingt geeignet ist.
    (Habe ich zu hohe Ansprüche, wenn ich dabei eine gewisse Sachkenntnis voraussetze?)

    Vielleicht eher zum Test im durchschnittlichen Alltag geeignet.

    Aber als "Tour-de-France" Begleitfahrzeug würde ich den durchschnittlichen Alltagsgebrauch nicht gerade bezeichnen.

    Antwort auf "Wenn jemand"
  6. und eine vielleicht nicht ganz so tolle Sitzposition bei diesem Mazda geschrieben, hätte man gar zustimmen können.

    Aber einem untertourig gefahrenen Turbodiesel dank falscher Gangwahl Mängel zu unterstellen, erscheint mir schon etwas dreist - zumal das Auto nur in einem einzigen Satz auftaucht.

    Madame fährt sonst wohl mit Automatik durch die Welt?

    Wobei - ehrlich gesagt - gibt es kaum was schöneres (solange man das Schalten nicht ganz verlernt) ;-)

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