Private Banking Irgendwas mit sehr viel Geld
Private Banking ist begehrt, bei Banken wie bei Kunden. Doch was ist das überhaupt? Ein Crashkurs
© Leslie E. Kossoff/AFP/Getty Images

Auch sein Institut betreibt Private Banking: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf einem Dinner in Washingten, auf dem er den "Distinguished Business Leadership Award" des Atlantic Councils entgegennahm
Private Banking ist bei Finanzinstituten so beliebt wie für den Kunden nebulös. Jeder Interessierte weiß, dass es um vermögende Kunden geht, irgendwie, um besonderen Service, ganz sicher, doch was sich genau dahinter verbirgt? Da hört es bei den meisten auf. Seit Jahren leidet das Private Banking unter einem Wirrwarr von Begriffen, deren Definition sich ändert, je nachdem, wen man fragt. Zeit für einen Crashkurs:
Fast jeder Deutsche ist Privatkunde bei einem der rund 2000 Kreditinstitute hierzulande. Zugang zum Private Banking erhält er aber nur ab einem gewissen Vermögen. Weil inzwischen auch Sparkassen oder Genossenschaftsbanken diese Kunden entdeckt haben, zählen manche Institute bereits Personen mit einem flüssigen Vermögen von mehr als 100.000 Euro zu dieser Gruppe. Als Untergrenze gilt meist aber ein frei anlegbares Vermögen von einer Million Euro. Manche sprechen da bereits von Private Wealth Management, andere sehen diese gesteigerte Form des Private Banking erst bei fünf Millionen Euro erreicht. Man sieht: Klare Grenzen gibt es selten. Die Deutsche Bank betont, zum Private Wealth Management könne gehören, wer ein komplexes Vermögen habe, selbst wenn es nur eine Million Euro sei. Ach ja, wer sich vom Begriff Vermögensverwaltung angesprochen fühlt: Da handelt es sich in der Regel um das Geschäft mit institutionellen Anlegern. Bei Privatkunden besagt er, dass diese dem Institut alle Entscheidungen übertragen, anstatt sich nur beraten zu lassen.
Global spricht man ab einer Million Dollar von High Net Worth Individuals. Dann gibt es noch die Ultra High Net Worth Individuals, vulgo: die Superreichen. Laut dem Report Global Wealth 2010 der Unternehmensberatung Boston Consulting Group zählt man in vielen Banken ab 20 Millionen Dollar zu diesem exklusiven Club. Der World Wealth Report der Konkurrenz von Capgemini und Merrill Lynch hingegen zieht die Grenze erst bei 30 Millionen Dollar. Auf diese spezielle Klientel zielen Family Offices , die mal autonom, mal unter dem Dach einer Bank agieren.
Wer offeriert Private Banking? Private Banken? Nein, nicht alle dieser rund 220 Institute hierzulande. Sicher aber viele deutsche Töchter ausländischer Banken – insbesondere jene aus der Schweiz – sowie Großbanken wie Deutsche Bank, Commerzbank oder Unicredit, vertreten über die HypoVereinsbank (HVB). Letztere bieten die ganze Bandbreite von Dienstleistungen an, Kreditgeschäft und Vermögensverwaltung, Kapitalmarktgeschäft und Investmentbanking, für Firmenkunden und Privatkunden, in Deutschland und international. Sie betreuen vermögende Kunden in eigenen Sparten wie Private Banking und Wealth Management. Wobei Umbenennungen des Wealth Management in Private Banking wie bei der HVB verwirren.
Viel Geld erfordert in aller Regel viel Vertrauen, persönlichen Kontakt und individuelle Lösungen. Entsprechend war das Geschäft mit den Reichen lange Zeit jenen vorbehalten, die nicht nur private Banken, sondern Privatbanken sind: kleine, diskrete Häuser mit langer Geschichte und überschaubarem Eigentümerkreis – keine börsennotierten Aktiengesellschaften (AGs) mit Massenappeal. Private Banking und Privatbanken, das war lange Zeit eins. Viele Privatbanken gibt es in Deutschland jedoch nicht mehr. Einst waren es Hunderte, und die mächtigen unter ihnen zählten zu den Vätern der modernen Großbanken: 1870 gründeten Hamburger Kaufleute und Privatbankiers etwa die Commerzbank, fast zeitgleich standen in Berlin Privatbankiers unter Führung von Adelbert Delbrück der Deutschen Bank Pate. 1872 entstand die Dresdner Bank direkt aus der Umwandlung einer Privatbank in eine AG. Längst aber sind – wie Delbrück, Trinkaus oder zuletzt Sal. Oppenheim – viele unter das Dach von Finanzkonzernen geflüchtet, hier ABN Amro, HSBC und Deutsche Bank.
Wer aber ist eine Privatbank? Da wird es diffus. Der eine definiert sie als Banken in Familienbesitz wie die Fürstlich Castell’sche Bank in Würzburg – der andere als Banken mit persönlich haftenden Gesellschaftern, die im Krisenfall mit dem Privatvermögen einstehen und daher als Inbegriff des vorsichtigen Privatbankiers gelten. Nur bei einigen fällt beides zusammen, etwa bei Metzler in Frankfurt. Der Bundesverband deutscher Banken listet derzeit 26 Privatbankiers auf, doch darunter findet sich auch die Hanseatic Bank, die nur Geschäftsführer ausweist und dem Handelskonzern Otto und Société Generale gehört. Merck Finck aus München hat persönlich haftende Gesellschafter, Eigner aber ist die indische Hinduja Group.
Viele Privatbanken sind klein und in Angebot oder Ausbreitung beschränkt, sodass mancher sie als »gehobene Sparkasse in der Provinz« belächelt. Bankhaus Hafner (Augsburg) oder Bankhaus C. L. Seeliger (Wolfenbüttel) – mal gehört? Als bundesweit relevant gelten gemeinhin nur fünf eigenständige Institute mit persönlich haftenden Gesellschaftern, breiterem Geschäft und Bilanzsummen bis knapp fünf Milliarden Euro: Metzler und Hauck & Aufhäuser in Frankfurt, Berenberg und M.M. Warburg in Hamburg sowie Lampe in Bielefeld.
Die Unabhängigkeit aber, mit der so viele werben – ist sie nur eine Frage wirtschaftlicher oder rechtlicher Autonomie? Nein. Ebenso zählt: Ist eine Bank frei in der Produktberatung, frei von eigenen Produkten sowie Provisionen anderer? Hält sie selbst Anlagen, die sie in Interessenskonflikte stürzen? Vergibt sie Kredite, die sie wie im Fall Sal. Oppenheim existenziell gefährden könnten? Edles Ambiente, aber schwupp – aus war’s nach 221 Jahren.
Kurz: Wer ins Private Banking will, muss fragen. Er darf Antworten erwarten. Und sollte genau zuhören, was seine Bank sagt. Crashkurs Ende.
- Datum 06.09.2010 - 14:22 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 02.09.2010 Nr. 36
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Man hat einen privaten Berater, der einen in der Regel nicht in der Filiale berät, er kommt z.B. auch nach Hause, wenn man das will.
Die Leute sind etwas besser ausgebildet (aber nicht zwingend studiert) und recherchieren auch gerne mal etwas für einen, d.h. sie haben nicht nur das Standardportfolio, dass die Jungs auf der Filiale haben.
Das wars auch schon: die meisten die ich kenne, die als Kunden irgendwann ins Private Banking gerutscht sind, waren eher enttäuscht. Viele bleiben lieber bei ihrem alten Bankberater. Es lohnt sich ja nicht Private Banking zu machen, wenn man eh nur ein Sparbuch und eine paar Anleihen/Aktien hat.
Es ist eher eine besondere Kundenbetreuung - die Neureichen, die jahrelang auf die erste Million hingeschuftet haben, freuen sich drüber (wenn sie auch dazu gehören).
Zumindest bei Sparkassen Commerzbank wurden auch im "Private Banking" gerne hochprovisionierte "Standardprodukte" ins Portfolio geschoben, die in der Krise beinahe kollabierten und auch jetzt noch weit unter Kaufwert sind bzw. die Barrieren deutlich unterschritten haben - obwohl es "sicher" sein sollte.
Als diese Herren Privatbanker dann stolz vorrechneten, das sie in den letzten 10 Jahre vor der Krise stolze 3,5% Ertrag erwirtschafteten, war das nur ein müdes Lächen wert. Als Tagesgeld hätte das in diesen Zeiten ohne Risiko mehr gebracht.
Da sind die Jungs vom Bankhaus Lampe doch eine andere Qualitätsstufe - obwohl ich mir auch da alles dreimal anschaue und nachrechne.
Ansonsten: Nur mit einem Sparbuch und ein paar Anleihen/Aktien kommt keiner ins "Private Banking".
Zum Thema "Bankberater": Sowohl der "alte" wie auch die meisten "Private Banking Berater" sind provisionierte und mit Boni versehene Verkäufer mit erheblichem Verkaufsdruck seitens der Geschäftsleitung - aber alle beklagen den plötzlichen Vertrauensverlust bei ihren Kunden, von denen viele erhebliche Verluste hatten dank guter Beratung und noch dazu ohne (rechtzeitige) Warnung, schnell abzustossen, als es noch auf niedriger Stufe brannte.
viele Kunden hängen über Jahre an einem Unternehmen/ Bankhaus und werden dort schikaniert. Mal Retail mal Private mal Wealth banking. Die Banken blicken zT selber nicht mehr durch. Trotzdem sind die Kunden hörig.
Wenn man ein TV Gerät kauft, wenn man eine Rechtsberatung braucht, wenn man in den Urlaub fährt glaubt jeder einem Test oder er erkundigt sich. Auch im Bankenbereich gibt es solche Qualitätsnachweise. fuchs report, focus money, elite report usw.
Wer hier gut abschneidet, der hat das Zeug eine fundierte Beratung oberhalb der Normalanlage zu tätigen.
Man sollte als Kunde also neue Wege beschreiten bei der Suche nach einer ordentlichen Bank.
Bei diesen Banken geht es auch nicht um Provisionen für den Banberater, das ist ein Ammenmärchen!
Insider2
viele Kunden hängen über Jahre an einem Unternehmen/ Bankhaus und werden dort schikaniert. Mal Retail mal Private mal Wealth banking. Die Banken blicken zT selber nicht mehr durch. Trotzdem sind die Kunden hörig.
Wenn man ein TV Gerät kauft, wenn man eine Rechtsberatung braucht, wenn man in den Urlaub fährt glaubt jeder einem Test oder er erkundigt sich. Auch im Bankenbereich gibt es solche Qualitätsnachweise. fuchs report, focus money, elite report usw.
Wer hier gut abschneidet, der hat das Zeug eine fundierte Beratung oberhalb der Normalanlage zu tätigen.
Man sollte als Kunde also neue Wege beschreiten bei der Suche nach einer ordentlichen Bank.
Bei diesen Banken geht es auch nicht um Provisionen für den Banberater, das ist ein Ammenmärchen!
Insider2
viele Kunden hängen über Jahre an einem Unternehmen/ Bankhaus und werden dort schikaniert. Mal Retail mal Private mal Wealth banking. Die Banken blicken zT selber nicht mehr durch. Trotzdem sind die Kunden hörig.
Wenn man ein TV Gerät kauft, wenn man eine Rechtsberatung braucht, wenn man in den Urlaub fährt glaubt jeder einem Test oder er erkundigt sich. Auch im Bankenbereich gibt es solche Qualitätsnachweise. fuchs report, focus money, elite report usw.
Wer hier gut abschneidet, der hat das Zeug eine fundierte Beratung oberhalb der Normalanlage zu tätigen.
Man sollte als Kunde also neue Wege beschreiten bei der Suche nach einer ordentlichen Bank.
Bei diesen Banken geht es auch nicht um Provisionen für den Banberater, das ist ein Ammenmärchen!
Insider2
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