IFA 2010: Schärfer. Tiefer. Stau
Am Freitag beginnt die Internationale Funkausstellung. Sie bringt noch mehr Internet fürs Fernsehen. Die Folge: Verstopfte Datenkanäle.
© Hannibal/dpa

Eine Wand mit Fernsehschirmen auf der Ifa 2010 in Berlin
Die Internationale Funkausstellung (Ifa) in Berlin gilt als bedeutendste Messe für Unterhaltungselektronik, aber noch mehr ist sie ein Treffpunkt für Inneneinrichter: Die Aussteller führen vor, wie es künftig in den Wohnzimmern dieser Welt aussehen soll. Welche Musikanlage demnächst im Regal steht, welches Smartphone auf dem Couchtisch liegt und welcher Bildschirm an der Wand hängt.
Von Freitag an ist es wieder so weit. Und für das Fernsehgerät, nach wie vor das Gravitationszentrum jedes Durchschnittshaushalts , geben die Ifa-Macher in diesem Jahr zwei Parolen aus: mehr Dreidimensionaliät! Und mehr Internet!
Erst wurden die Fernseher flach, künftig sollen sie 3-D-Bilder darstellen können. Räumliche Tiefe, von Kinofilmen wie Avatar auf der großen Leinwand vorgemacht, dürfte bald daheim erlebbar werden. Außerdem sollen die riesigen Flachbildschirme endlich mit dem weltweiten Datennetz verbunden werden, damit derjenige, der ARD-Sendungen und YouTube-Videos im Internet schaut, nicht mehr in gebückter Haltung über seinem Laptop hocken muss. »Genießen Sie die Welt des Internet von Ihrem Sofa aus«, bewirbt Sony seine Heimkino-Maschinen, und dieser Satz kann stellvertretend stehen für viele der Ifa-Neuerungen.
Online und dreidimensional fernsehen: Die Vorstellung ist verlockend. Doch verzetteln sich die Visionäre der TV-Zukunft in nebensächlichen Diskussionen: Welche speziellen Brillen man etwa aufsetzen sollte, um die 3-D-Bilder am besten zu genießen. Oder wie man im Internet navigiert, wenn bei den neuen Superfernsehgeräten– anders als beim Computer – Tastatur und Maus fehlen.
Viel wichtiger wäre es, die Frage zu beantworten, wie die neue Bilderpracht überhaupt ins Wohnzimmer kommt?
Selbst auf den kleinen Bildschirmen der Laptops ruckeln heute viele Internetfilmchen, stocken Videotelefonate über Onlinedienste wie Skype. Von hochauflösenden Inhalten oder gar 3-D ist noch gar nicht die Rede. Irgendwo auf ihrem Weg durchs Netz verkanten die bewegten Bilder.
Wenn nun – wie die Ifa es ankündigt – TV und Computer tatsächlich verschmelzen und Fernsehbilder zunehmend übers Internet übertragen werden, dann stehen Gerätehersteller, Sender und Fernsehzuschauer vor dem Problem, dass die Leitungen endgültig verstopfen könnten. Betroffen wären davon alle digitalen Daten, die sich im Internet begegnen – Texte, Musik, Bilder, Fernsehen. Die Debatte darüber läuft seit einiger Zeit unter dem Stichwort Netzneutralität .
Dieses technisch klingende Schlagwort suggeriert, dass es sich hier lediglich um ein Thema für Fachleute handelt. Welch ein Irrtum! Die Frage der Netzneutralität berührt die Informationsgesellschaft in ihrem Kern, denn es geht darum, ob es zum Superstau kommt oder ob es künftig Daten erster und zweiter Klasse geben wird oder ob jemandem noch eine dritte Lösung einfällt. Mit jedem neuen Fernsehgerät, das die Ifa-Gewaltigen mit dem Netz verbinden, nimmt die Frage an Dringlichkeit zu. Deswegen gehören die Vision vom Fernsehen der Zukunft und die Debatte über den künftigen Datenverkehr zusammen. Filme können noch so scharf oder dreidimensional sein – ohne flüssige Datenübertragung zeigt auch der beste Bildschirm nur ein paar grob geschredderte Pixel.







Abteilung Fernsehgeräte, aufgestellt wind mehrere Wunderglotzen, es läuft gerade eine Übertragung eines Tennisspiels mit Serena Williams, auf nahezu allen Geräten, anwesenden Kunden werden fleißig die wunderbaren Eigenschaften dieser riesigen Bildschirme näher gebracht.
ABER... fängt die Spielerin an, sich schnell zu bewegen, wird es unerträglich, alles stottert (mehr oder weniger), der geschwungene Schläger hinterlässt viele Zwischenspuren beim Aufschlag, hässliche Zeugnisse einer techn. Unzulänglichkeit in Bild.
Und trotzdem kaufen die Leute das. Es ist ja quasi ein Statussymbol geworden, viell. deshalb?
Das ausgerechnet ein Unternehmen, welches sein Geld damit verdient Internet-Router und Backbones zu verkaufen, vorrechnet, dass noch viel mehr davon gekauft werden muss, weil es sonst zu einem Informations-Gau kommt, ist nun wahrlich nicht verwunderlich. Ein paar schön geschmückte Szenarien runden das Gesamte ab. Auch, dass auf einmal alles teurer oder besser reglementiert werden muss ist dann einsehbar.
ALLES QUATSCH!
Fakt ist, Dank digitaler Übertragung können nun 6 statt ein Sender mit gleicher Bandbreite und besserer Qualität ausgestrahlt werden. Dadurch wird viel eingespart. Wenn man sich jetzt noch von den durchschnittlich 30 vorhanden Kanälen an einem Kabelanschluss, 6 sinnvolle seines Geschmacks heraus sucht, dann komme ich jetzt schon auf den Faktor 30 beim Einsparpotenzial. Beim IPTV wird auch immer nur exakt das Videomaterial an den Zuschauer gesendet, welches er gerade sehen möchte. Also 2 Sender (bei 2 Fernsehgeräten pro Haushalt). Weitere Bandbreite gespart!!!
Das Internet hat sich genau deshalb etabliert, weil es keine Einschränkung der Nutzung gibt und jeder mit seinen Fähigkeiten daran teilnehmen darf. Es wurde auch nie für Skype entwickelt. Für eine Vernünftige Sprachverbindung über rund um den Globus gibt es ISDN (manch Einer hat ja noch einen Telefonhörer zu Hause).
Ach ich könnte noch lange argumentieren, warum man nicht auf Firmen wie Cisco oder AT&T hören muss!
@Zack: Saturn ist auch nicht bekannt für Qualität!!! Unterstützde deinen EP um die Ecke!
Zitat:
"@Zack: Saturn ist auch nicht bekannt für Qualität!!! Unterstützde deinen EP um die Ecke!"
Hallo Jimmy783, es handelte sich dabei um recht teuere Geräte größter (!) Markenhersteller, also alles andere außer billig, ganz im Gegenteil. Früher war es einfacher - falls weniger Geld, dann einfach ein kl. Gerät kaufen. Heute kriegt man für das dreifache an Geld etwas, was ständig das Bild (teuer) um- wie auch zwischenrechnet, damit man letztendlich das Bild hat, das man von früher als normal und störungsfrei kennt...
Mein EP um die Ecke? Machen die jetzt auch hier Werbung?
Zitat:
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Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte:
http://www.tecwatch-blog.de
Wir sind sieben junge Journalisten, die crossmedial über die IFA berichten. Über Feedback würden wir uns sehr freuen!
keine worries zu maken, denn so crossmedial die auch writen, kann der feedback on that issue nur ein "well done" sein...
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