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Ein Tatort, überall Blut, aber keine Leiche. Was ist passiert? Und was kann man anhand der Spuren über das Opfer, aber auch über den Täter herausfinden? von Michael Stang

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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen  |  © Anne Gerdes

Rechtsmediziner können aus Laboranalysen vom Blut an einem Tatort einiges herauslesen, auch wenn nicht alle Methoden hierzulande zum Einsatz kommen, erlaubt oder juristisch verwertbar sind.

Die Analyse am Tatort

Blutspuren erzählen Ermittlern regelrechte Geschichten. Denn Fleck ist nicht gleich Fleck, sein Aussehen wird von vielen Faktoren bestimmt. Auf welche Weise Blut auf eine Wand oder ein Möbelstück trifft und davon abfließt, hängt nicht nur von der Beschaffenheit der Oberfläche ab, auch die Viskosität und die Oberflächenspannung des Blutes und die Schwerkraft formen das Verteilungsmuster. Rechtsmediziner wollen vor allem wissen, ob der Blutfleck durch die aktive Einwirkung des Täters entstand oder passiv, durch Lachenbildung oder Tropfen. Manche Flecken entstehen auch durch den Kontakt mit einem Gegenstand und erlauben Rückschlüsse auf die Tötungsmethode.

Analyse im Labor

Eine Blutspur enthält nicht nur Blutkörperchen und Plasma, sondern auch Hormone und Fremdstoffe. So lässt sich zum Beispiel leicht feststellen, ob das Blut von einer Die Schwangeren stammt. Antikörper im Blut weisen auf vergangene oder akute Erkrankungen hin. Und die toxikologische Analyse kann klären, ob der Tote vor der Tat Medikamente oder Drogen konsumiert hat - oder ob er gar vergiftet wurde.

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Spuren im Erbgut

Das Erbmaterial wird aus den weißen Blutkörperchen isoliert. Für den genetischen Fingerabdruck werden acht Bereiche der menschlichen DNA untersucht, die keine Erbanlagen codieren. Die Chance, dass zwei Menschen das gleiche Profil haben, liegt bei eins zu mehreren Milliarden. Der genetische Fingerabdruck ist eine reine Identifizierungsmethode, er wird mit bereits bekannten Daten abgeglichen. Das BKA hat über 650000 dieser Datensätze gespeichert. Die DNA lässt Rückschlüsse auf Geschlecht, Haut- und Augenfarbe und - mit Einschränkungen - die geografische Herkunft der Person zu, von der die Blutprobe stammt.

Mehr Details zeigt die Infografik.

Weitere Infografiken der Serie "Wissen in Bildern" finden Sie hier.

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Leserkommentare
    • Puzi
    • 06. September 2010 20:07 Uhr

    Ist ja auch nicht verboten, allerdings weiss ich nicht wieviel da tatsaechlich der Stand der Technik ist.

    • 42317
    • 07. September 2010 10:06 Uhr

    Sie resümieren hier, was jeder Zuschauer einer der vielen amerikanischen Forensikserien bereits auswendig weiß. Dabei wäre ein Artikel, der sich kritisch mit den Serien auseinandersetzt und aufzeigt, wieviel (bzw. wie wenig) sie mit der Realität gemeinsam haben, viel interessanter gewesen.

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  • Serie Wissen in Bildern
  • Schlagworte Bundeskriminalamt | DNA | Droge | Erbgut | Medikament | Tatort
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