Über dem ganzen Land steht ein Schatten: Iran.
© Brendan Smialowski-Pool/Getty Images

US-Präsident Barack Obama im Oval Office
Nach der Wahl im Frühjahr pilgerten alle führenden irakischen Politiker nach Teheran, um sich mit den Machthabern gut zu stellen. Die iranische Milizendiktatur sucht sich ihre Verbündeten im Irak aus, in der Regierung und den Sicherheitsdiensten, in Behörden und Wirtschaft. Hier ist das folgenreichste Ergebnis des US-Einmarsches zu besichtigen: das Vordringen Irans nach Westen. George W. Bush hat mit der irakischen Diktatur zugleich das arabische Gegengewicht zu Iran beseitigt. Die Iraker sind nun offiziell »frei und unabhängig« und dürfen rätseln, was der Iran im Irak noch vor hat.
Dieses Erbe wird Barack Obama nicht mehr los. Heute wacht er noch über den Truppenabzug vor der wichtigen Kongresswahl im November. Doch bald wird er sich zum iranischen Einfluss verhalten müssen. Eine neue Regierung in Bagdad ist vordringlich. Waffen – siehe der Einmarsch 2003 – sind keine wirksame Antwort. Wettbewerb schon. Obama könnte die Araber mobilisieren, die sich lange aus dem Irak fernhielten. Golfaraber, Jordanier und Ägypter tragen viel Geld nach Beirut. Warum nicht nach Bagdad? Nicht um den Irak im Kampf mit Iran zu zerreißen. Sondern damit sie als friedliche Konkurrenten investieren, Filialen ihrer Banken, Konzerne und Stiftungen eröffnen. Nur wenn wichtige Teile des Iraks arabisch bleiben, wird Teheran seine Grenzen spüren.
- Datum 01.09.2010 - 10:36 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 02.09.2010 Nr. 36
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wird Twix, sonst ändert sich nichts.
Es kann nach Kriegen nie Gewinner geben.
Egal, wieviel Land man erobern kann, wieviel Rohstoffe man findet, man verliert dabei die um ein Vielfaches wertvollere Menschenleben auf beiden Seiten.
Die Entdeckung, dass es dort keine Massenvernichtungswaffen gab, war ja wohl kaum ein unbestrittener Erfolg des Krieges. Vielmehr war es ein vorgeschobener Grund, den Krieg überhaupt zu führen. Die Demokratisierung als Vorbild für die Nachbarstaaten war dann ein nachträglicher Rechtfertigungsversuch, nachdem dieser Kriegsgrund in sich zusammengefallen ist.
Was die wirklichen Gründe waren, ist bis heute nicht wirklich klar. Waren es innenpolitische Gründe in der Folge des 11. September? Eine Machtdemonstration nach außen, ebenfalls in Folge des 11. September? Waren es strategische Gründe? (Militärbasis in der Region, ...) Ging es um Öl bzw. um Interessen von Ölkonzernen? War es etwas ganz anderes?
Ich weiß es nicht, aber die öffentlich angeführten Gründe (Massenvernichtungswaffen, Verbindungen zum Terrorismus, Demokratisierung des Nahen Ostens) klingen alle unglaubwürdig und vorgeschoben und das taten sie auch damals schon.
Die USA hinterlassen ein Land mit zerstörter Infrastruktur, das unter dem Vorwand von 'Massenvernichtungsmitteln' Husseins angegriffen wurde. Es mußten viele hunderttausende Menschen unnötig sterben, aber keiner der Verantwortlichen kam und kommt vor ein Gericht oder Tribunal, trotz ihrer Verantwortung für Krieg und Leichenberge. Jetzt wird das Land dem Bürgerkrieg überlassen. Ich hätte mir von Obama eine Erklärung erwartet, wie man so viele Menschen töten und so viel zerstören kann, ohne Verantwortung für die Leichenberge zu zeigen. Vielleicht hatte er keine Zeit, um die nächsten Kriege vorzubereiten? Halten wir fest, was die Iraker auf jeden Fall in Erinnerung behalten: Krieg und Zerstörung, Folter und Tod.
Es gab keine Gründe, die den Krieg völkerrechtlich legitimiert hätten. Das müsste inzwischen jedem klar sein. Tatsächlich ist es so, dass ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung nach Blut geschrien hat nach dem 11.09. Ob Irak, Iran oder Afghanistan...völlig egal...Hauptsache irgenteiner mit Turban auf dem Kopf.
Soweit ich mich erinnern kann hat die USA noch nie darauf geschaut ob es einen legitimen Grund gibt. Sobald der Rückhalt in der Bevölkerung vorhanden ist bzw. die Möglichkeit besteht es der Bevölkerung schmackhaft zu machen, wird einmarschiert.
Es war von Anfang an klar, dass es in einen Katastrophe endet. In Afghanistan wird es genauso laufen. Jeder Euro oder Dollar in militärische Mittel investiert wäre in ziviler Hilfe besser aufgehoben.
Wie oft wird dieser Krieg eigentlich noch für beendet erklärt?
gute frage, denn seit 2003 kann man es fast jeden monat irgendwo lesen oder hören.
das detailiert aufzulisten würde das hiesige zeichenlimit sprengen.
"Mission Accomplished"
http://en.wikipedia.org/w...
gute frage, denn seit 2003 kann man es fast jeden monat irgendwo lesen oder hören.
das detailiert aufzulisten würde das hiesige zeichenlimit sprengen.
"Mission Accomplished"
http://en.wikipedia.org/w...
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hat man Norman Schwarzkopf im ersten Golg-Krieg gestoppt
- zurecht, wie man heute sieht!
waren viele, die beseitigung der Massenvernichtungswaffen, der Sturz eines Diktators, der Aufbau eines stabilen Iraks. Einiges wurden erriecht, nämlich was?? Es wird immer unverschämter im Westen. Was würde im Irak erreicht ausser ein zerbombtes Land und Instabil noch dazu,eine zerrissene Nation, eine nicht existierende Wirtschaft und von den irakischen zivilen Opfern ganz zu Schweigen. da wird auch noch unverschämterweise sofort Richtung Iran gezeigt, als wären die Iraner schuld,dass die Iraker in den letzten 7 Jahren so leiden mussten. Man spricht hier über den Irak aber ab und an muss man ja einen Abstecher Nach Teheran machen, damit ja keiner vergisst, wer hier der Böse ist. Ich weiss nicht, was der verfasser geraucht oder getrunken hatte, aber Papier ist ja bekanntlich geduldig. Und noch eine Frage, wer hat die Amerikaner damit beauftragt, Demokratie pardon ihre Vorstellung von Demokratie in nahen Osten zu verbreiten? war es Jesus oder Gott persönlich? Anmassend und arrogant zu glauben, dass sie ein Vorbild für andere Nation sein können.Wenn man andere Länder als Laboratorium missbraucht, um seine eigene Vorstellung von Demokratie und Freiheit beweisen zu wollen, dann sehe ich keinen Unterschied zwischen Islamisten, die ihre Ideologie mit Bomben verbreiten und Amerika, die ihre Demokratie anderen Nationen mit Krieg bei bringen wollen.
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