Migrationsdebatte Wo Rauch ist, da ist auch Feuer

Muss man Türken kennen, um über Türken zu urteilen? Warum Debatten über Migranten in Deutschland so schwierig sind. Acht Thesen

Wer im Internet die Debatte über Sarrazins Thesen gegen Muslime verfolgt, dem fällt auf, dass nur sehr wenige Muslime daran teilnehmen. Warum ist das so? Können sie etwa nicht lesen? Sind sie so dumm, wie Sarrazin in seinem Buch Deutschland schafft sich ab behauptet?

Am Wochenende habe ich türkische und arabische Freunde auf die Sarrazin-Debatte angesprochen. Sie waren recht desinteressiert, ihr Thema zurzeit ist der Ramadan, das bedeutet: von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen, nichts trinken, nicht rauchen. Sie fasten aus demselben Grund wie Christen, nämlich um sich äußerlich und innerlich zu reinigen, um dem Frieden des Herrn näherzukommen. Da ist man nicht so in Stimmung für Sarrazin-Debatten.

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Wenn also demnächst mal wieder jemand eine Kampagne gegen Türken lostreten möchte, so wäre es eine nette Geste, das nicht während des Ramadan zu tun.

Leser-Kommentare
  1. ...in Deutschland. Deshalb können viele Deutsche nicht an der Debatte teilnehmen. Die sind noch in Sommerferien. Auch darauf muß man unbedingt Rücksicht nehmen und sich von denen eine Vollmacht ausstellen lassen - um sie bei der Debatte dann vertreten zu können.

    Bitte beteiligen Sie sich mit Argumenten an der Diskussion. Die Redaktion/is

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    Sie übertreiben!

    Eher Danke für diesen Artikel...

    Vor einigen Monaten unterhielt ich mich mit einem Chefred. einer bekannten öffentlich-rechtlichen Abend-Nachrichtensendung über Ausländer, Migranten, Immigration und diejenigen Fragen, die auch Sarrazin meint zu beantworten.

    Ich war äußerst überrascht - und kündigte daraufhin die Freunschaft -, als ich bemerkte, dass dieser Mann, der über das Programm für Millionen bestimmt, hinsichtlich "Integration" nur liberalistische Steilthesen von "Selbstschuld" und "Bringschuld" aufbringen konnte. Wie Sarrazin, hatte er nur ein paar - nach Möglichkeit - biologisch-anmutende Thesen, die, hinterfragt, gerade mal seine Abneigung gegenüber Türken ausdrückte.

    Es kümmerte ihn nicht, dass seine Thesen nicht erklären konnten, warum Italiener schlechter als Türken abschneiden oder, warum die Polen öffentlich eher still und als sog. integriert gelten.

    Zwei Dinge kann ich an ihm beobachten, was subtil aus diesem Artikel ebf. hervorgeht:

    a. Journalisten können ihren Wahrnehmungskreis, wie im übrigen alle Menschen, nicht verlassen;

    b. Der Begriff von "Integration" ist vormodern und geht von falschen Prämissen aus. Sie ist so naiv wie die Annahme, man könne in den Irak fahren, um dort die Demokratie "irgendwie schon zu installieren".

    Mich erinnert diese Debatte an die um den posaundenden Soziologen Karl Mannheim. Siehe: "Das Bewußtsein der Wissenssoziologe" von Adorno, auch: "Spengler nach dem Untergang".

    • Zack34
    • 03.09.2010 um 9:12 Uhr

    Bitte weiter so, ...

    Sie übertreiben!

    Eher Danke für diesen Artikel...

    Vor einigen Monaten unterhielt ich mich mit einem Chefred. einer bekannten öffentlich-rechtlichen Abend-Nachrichtensendung über Ausländer, Migranten, Immigration und diejenigen Fragen, die auch Sarrazin meint zu beantworten.

    Ich war äußerst überrascht - und kündigte daraufhin die Freunschaft -, als ich bemerkte, dass dieser Mann, der über das Programm für Millionen bestimmt, hinsichtlich "Integration" nur liberalistische Steilthesen von "Selbstschuld" und "Bringschuld" aufbringen konnte. Wie Sarrazin, hatte er nur ein paar - nach Möglichkeit - biologisch-anmutende Thesen, die, hinterfragt, gerade mal seine Abneigung gegenüber Türken ausdrückte.

    Es kümmerte ihn nicht, dass seine Thesen nicht erklären konnten, warum Italiener schlechter als Türken abschneiden oder, warum die Polen öffentlich eher still und als sog. integriert gelten.

    Zwei Dinge kann ich an ihm beobachten, was subtil aus diesem Artikel ebf. hervorgeht:

    a. Journalisten können ihren Wahrnehmungskreis, wie im übrigen alle Menschen, nicht verlassen;

    b. Der Begriff von "Integration" ist vormodern und geht von falschen Prämissen aus. Sie ist so naiv wie die Annahme, man könne in den Irak fahren, um dort die Demokratie "irgendwie schon zu installieren".

    Mich erinnert diese Debatte an die um den posaundenden Soziologen Karl Mannheim. Siehe: "Das Bewußtsein der Wissenssoziologe" von Adorno, auch: "Spengler nach dem Untergang".

    • Zack34
    • 03.09.2010 um 9:12 Uhr

    Bitte weiter so, ...

  2. Bitte verzichten Sie auf Kommentare mit denen ganze Bevölkerungsgruppen pauschal als Verbrecher bezeichnet werden sollen. Danke, die Redaktion/fk.

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    ... Fremdenhasser gesteckt werde. (Wiederholung aus anderem Artikel)

    Wer es wagt etwas negatives zu äußern ähnlich wie Sarrazin landet in dieser Schublade.

    Auch hier wieder nur "wir" und "unsere Politik(er)".

    Was ich bisher nur feststellen konnte ist, dass "wir" etwas tun müssen, nicht die Migranten. Wir haben Lösungen zu suchen und anzubieten, nicht umgekehrt.

    Wenn ich in ein mir nicht gut bekanntes Land reise (eben nur reise) dann informiere ich mich über dieses Land und das schließt die kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten mit ein. Ich vermeide es Dinge zu tun, die in diesem Land nicht gerne gesehen werden. Wenn ich auswandern möchte werde ich noch viel mehr tun.

    Wer von den Migranten hat sich über Deutschland informiert bevor er hierher gekommen ist?

    Das, denke ich, ist ein Punkt der bisher nicht "öffentlich" diskutiert wurde.

    Richtig!Und hätte man 1990 angefangen Kriminelle und illegal anwesende konsequent abzuschieben würden wir heute unsere Zeit nicht mit einem Buch und schon gar nicht mit irgendwelchen Genen vergeuden sondern uns mit wahren Problemen befassen.

    ... Fremdenhasser gesteckt werde. (Wiederholung aus anderem Artikel)

    Wer es wagt etwas negatives zu äußern ähnlich wie Sarrazin landet in dieser Schublade.

    Auch hier wieder nur "wir" und "unsere Politik(er)".

    Was ich bisher nur feststellen konnte ist, dass "wir" etwas tun müssen, nicht die Migranten. Wir haben Lösungen zu suchen und anzubieten, nicht umgekehrt.

    Wenn ich in ein mir nicht gut bekanntes Land reise (eben nur reise) dann informiere ich mich über dieses Land und das schließt die kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten mit ein. Ich vermeide es Dinge zu tun, die in diesem Land nicht gerne gesehen werden. Wenn ich auswandern möchte werde ich noch viel mehr tun.

    Wer von den Migranten hat sich über Deutschland informiert bevor er hierher gekommen ist?

    Das, denke ich, ist ein Punkt der bisher nicht "öffentlich" diskutiert wurde.

    Richtig!Und hätte man 1990 angefangen Kriminelle und illegal anwesende konsequent abzuschieben würden wir heute unsere Zeit nicht mit einem Buch und schon gar nicht mit irgendwelchen Genen vergeuden sondern uns mit wahren Problemen befassen.

  3. Es ist besser geworden - unser Bundespräsident hat sein Amt beschädigt, indem er der Deutsche Bundesbank indirekt nahegelegt hat, Herrn Dr. Sarrazin zu "feuern"!

    Die Beschädigung liegt a) in der Abschaffung der Meinungsfreiheit und b) in die Einmischung der internen Belangen der Deutschen Bundesbank.

    Damit beschädigt unser Bundespräsident nicht nur sein Amt, sondern schadet der Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank, dem Ziel: Geldwertstabilität und damit der BRD!

    Wird "Zeit", dass die wahlberechtigten BRD-Bürger den Bundespräsident wählen!

    Um weiteren Schaden (national wie international) abzuwenden, sollte unser Bundespräsident sofort zurücktreten - als Patriot.

  4. "Wenn also demnächst mal wieder ... "
    Ich kann mir nicht helfen - aber die Thesen von Sarrazin sind doch schon länger auf der Agenda, kommen jetzt aber durch seine Bucherscheinung wieder ins Rampenlicht.
    Ich kann mich auch nicht erinnern dass wir jetzt dazu aufgerufen wurden, zu bestimmten Zeiten uns konform zu verhalten
    es wurde zwar begonnen, in Form einer Mediencharta das auf Ganzjahr umzustellen
    aber das passt doch nicht in unseren Gesellschaftsablauf und wurde abgelehnt.

    Bernd Ulrich - ich kann mir nicht helfen - sind Sie auf unserem Dampfer?

    Wurde nicht im Ramadan auch gesteinigt, wurden nicht auch mehrmals jetzt Friedensbemühungen durch Schüsse gefährdet?
    Und zwar in Regionen, wo der Ramadan amtlich ist.
    Ist er hier nämlich noch nicht und für alle Konfessionen praktisch mit verbindlich.

    Neuer Spaltversuch der schlimmen Art.

  5. 5. [...]

    [...]

    Bitte äußern Sie Ihre Kritik konstruktiv. Die Redaktion/is

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    Ich fasse es nicht! Sarrazin verallgemeinert bis zum Anschlag, und Sie regen sich über den Artikel von Bernd Ulrich auf?

    Dieser Beitrag ist einer der klügsten, die ich bislang zu diesem Thema gelesen habe. Erstens, weil der Autor endlich einmal auch die Perspektive derjenigen beleuchtet, über die hier andauernd gesprochen wird, nämlich die der Migranten. Zweitens, weil er im Gegensatz zu Sarrazin vom Thema etwas versteht.

    Ich fasse es nicht! Sarrazin verallgemeinert bis zum Anschlag, und Sie regen sich über den Artikel von Bernd Ulrich auf?

    Dieser Beitrag ist einer der klügsten, die ich bislang zu diesem Thema gelesen habe. Erstens, weil der Autor endlich einmal auch die Perspektive derjenigen beleuchtet, über die hier andauernd gesprochen wird, nämlich die der Migranten. Zweitens, weil er im Gegensatz zu Sarrazin vom Thema etwas versteht.

    • macey
    • 02.09.2010 um 14:54 Uhr

    Herr Sarrazin ist noch längst nicht erledigt, oder ist Deutschland eine Bananenrepublik bzw. Schurkenstaat? Die Bundesbank ist bereits von Arbeitsrechtlern ermahnt worden, dass so gut wie keine Aussichten bestehen, Herrn Sarrazin juristisch aus dem Amt zu befördern.

    Gekürzt. Tragen Sie mit konstruktiven Argumenten zur Diskussion bei. Die Redaktion/sh

  6. ... in einem Interview das Gespräch auf dieses Thema gelenkt wurde, damit anschließend geschrieben werden kann, Sarrazin habe etwas über, also gegen (wie dann suggeriert wird), Juden gesagt. Dabei ging es dabei nur darum, dass man schon so etwas wie eine gemeinsame Abstammung anhand bestimmter Gene nachweisen kann. Die Israelis, die daraus ihre Legitimation in Palästina ziehen, wären ja auch die letzten, die das leugnen würden ;).

    In meinen Augen ist das nur der sehr durchsichtige Versuch, die Debatte, falls man das überhaupt so nennen kann, auf ein Thema zu lenken, das einen ziemlich schnell zu Fall bringen kann, wenn man den falschen Ton trifft.

    P.S. Wieso ist in dem Artikel von "Deutschen" einerseits und "12 Millionen Vertriebenen" andererseits die Rede? Ist man kein Deutscher mehr, wenn die eigene Heimat von einem anderen Land annektiert und man von dort vertrieben wird?
    Anscheinend wird hier versucht zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Sich ein Beispiel für "gelungene Integration" schaffen und suggerieren, die verlorenen Gebiete seien eh nie wirklich deutsch gewesen. Ich empfehle mal Art. 116 Abs. 1 GG.

    Solche Verdrehungen sind es u.a., die erst zu der gewaltigen Kluft zwischen Politik und veröffentlichter Meinung einerseits und der öffentlichen Meinung andererseits sorgen.

    • Jahiro
    • 02.09.2010 um 14:56 Uhr

    Und nun dies. Einfach enttäuschend. Keine Analyse. Quintessenz: Der Deutsche mit seiner Unkenntnis der Leiden(-swege) der Migranten ist an allem Schuld. Wir Deutschen müssen uns nur mehr anstrengen und weniger Rassist sein, dann klappt das schon.

    Hier mal Gedankenfutter: Wenn das Wahr wäre, müsste ich mich dann gerechter Weise nicht auch intensiv mit der Kultur der Italiener (2. größte Ausländergruppe) auseinandersetzen und deren spezifisches Leiden auf´s genaueste untersuchen und mit meinen Mitteln beheben? Was ist dann mit den anderen Gruppen: den Vietnamesen, den Schweizern, den Kongolesen, den Ukrainern, den Kanadiern, den Kamerunern, den Chinesen, den Österreichern, den Russen und allen Anderen?

    Wie soll ich/ die Gesellschaft dies denn schaffen? Wie soll das gehen? Warum soll ich mich anstrengen, wenn jemand nach Deutschland kommt (der dann kein Interesse an mir und seiner neuen Heimat hat)? Was habe ich damit zu tun? WO ist dies mein Fehler?

    Es geht nur andersherum. Die Migranten müssen sich mit uns beschäftigen. Wer wir sind. Was Deutschland im Allgemeinen und die Deutschen im Speziellen ausmacht. Denn sie sind es die die Entscheidung treffen müssen, will ich nach Deutschland oder nicht. Manch einer wohnt hier seit 40 Jahren / 3 Generationen und hat diese Entscheidung immer noch nicht getroffen.

    Aber wie schreibt der Autor so treffsicher & schön: Es ist Ramadan.
    Da hat man keine Zeit, sich um die Befindlichkeiten und Sorgen der eingeborenen Ungläubigen zu kümmern.

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    • macey
    • 02.09.2010 um 15:09 Uhr

    Was wir hier erleben, ist eine Art "Klassenkampf". Die Oberschicht hat die Massenzuwanderung organisiert, fährt prächtige Profite ein, in den eigenen Unternehmen mit Billigarbeitern und in der lukrativen Migrationsindustrie.
    Die Bürger wurden nie gefragt, aber sie erleben die Folgen einer ungeregelten Massenzuwanderung in ihrem täglichen Leben hautnah: [...]
    Diese Oberschichtmitglieder, die dieser Tage so vollkommen einmütig auftreten, vereint ein immenses Interesse an noch mehr Zuwanderung, wie es in den vergangenen Wochen immer wieder durchklang. Sie wollen noch mehr Billigarbeiter, sie wollen ihre Immobilien vermieten und sie leben von der Migrationsindustrie, die an positiven Veränderungen nicht unbedingt interessiert ist, denn das würde ihre Arbeit gefährden. Deshalb soll die bisherige Politik nicht in Frage gestellt werden. Man will so weitermachen wie bisher.

    Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen, die als Rassismus verstanden werden. Danke, die Redaktion/fk.

    Integration bedeutet immer, dass BEIDE Seiten aufeinander zugehen, neugierig aufeinander sind, voneinander lernen. Die Migranten von den Deutschen. Und die Deutschen genau so von den Migranten.

    Das haben zu viele Menschen bei uns nicht begriffen. Komischerweise klappt es in Australien und Großbritannien besser. Und das liegt meiner Meinung nach u.a. auch daran, dass viele Menschen dort toleranter sind als viele Deutsche. Fragen Sie mich nicht warum. Ich habe es so erlebt.

    ...und dann wird alles wieder gut. Zunächst einmal die provokante Frage: wer sind wir eigentlich? Obwohl ich auf dem flachen Land in der Provinz lebe, von der man annehmen könnte, sie sei subjektiv betrachtet "deutsch" so wird man feststellen, dass es hier jede Menge binationaler Ehen gibt - türkische Frauen mit "deutschen" Männern, deutsche Frauen mit türkischen Männern. Sie alle fühlen sich bei dieser low-belt Debatte um mangelnden Integrationswillen vor den Kopf gestossen. Wer schon mal gesehen hat, wie deutsche Mütter ihre Kinder von farbigen am Sandkasten fernhalten, wer miterlebt hat, wenn deutsche Kinder problemlos bei türkischen Familien im Haus ein -und ausgehen, aber der deutsche Spielkamerad seinen türkischen Freund nicht nach Hause mitbringen darf (aus welchen Gründen auch immer), ja wer die deutschen Kommunen im Ausland erlebt hat, welche sich nach 20 Jahren Übersee ihr Wiener Schnitzel nicht nehemn läßt und stolz darauf ist, dass man unter sich bleiben kann und die anderen eben deutsch lernen müssen, wer erlebt hat, wie Deutsche welche im Ausland leben nach 20 Jahren noch nicht mal in der Sprache der Einheimeischen grüßen können, der weiß auch, wo das Integrationsproblem liegt!
    Wir sollten uns nun auf die Person Sarrazins als Banker konzentrieren: diese Debatte vom Zaun zu brechen in einer Zeit, in der Sparpakete nicht nur HartzIV Empfänger, soziale Unterschichten und natürlich auch Migranten treffen sollen, sondern auch die oberen. Ein Banker lenkt gezielt ab!

    • macey
    • 02.09.2010 um 15:09 Uhr

    Was wir hier erleben, ist eine Art "Klassenkampf". Die Oberschicht hat die Massenzuwanderung organisiert, fährt prächtige Profite ein, in den eigenen Unternehmen mit Billigarbeitern und in der lukrativen Migrationsindustrie.
    Die Bürger wurden nie gefragt, aber sie erleben die Folgen einer ungeregelten Massenzuwanderung in ihrem täglichen Leben hautnah: [...]
    Diese Oberschichtmitglieder, die dieser Tage so vollkommen einmütig auftreten, vereint ein immenses Interesse an noch mehr Zuwanderung, wie es in den vergangenen Wochen immer wieder durchklang. Sie wollen noch mehr Billigarbeiter, sie wollen ihre Immobilien vermieten und sie leben von der Migrationsindustrie, die an positiven Veränderungen nicht unbedingt interessiert ist, denn das würde ihre Arbeit gefährden. Deshalb soll die bisherige Politik nicht in Frage gestellt werden. Man will so weitermachen wie bisher.

    Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen, die als Rassismus verstanden werden. Danke, die Redaktion/fk.

    Integration bedeutet immer, dass BEIDE Seiten aufeinander zugehen, neugierig aufeinander sind, voneinander lernen. Die Migranten von den Deutschen. Und die Deutschen genau so von den Migranten.

    Das haben zu viele Menschen bei uns nicht begriffen. Komischerweise klappt es in Australien und Großbritannien besser. Und das liegt meiner Meinung nach u.a. auch daran, dass viele Menschen dort toleranter sind als viele Deutsche. Fragen Sie mich nicht warum. Ich habe es so erlebt.

    ...und dann wird alles wieder gut. Zunächst einmal die provokante Frage: wer sind wir eigentlich? Obwohl ich auf dem flachen Land in der Provinz lebe, von der man annehmen könnte, sie sei subjektiv betrachtet "deutsch" so wird man feststellen, dass es hier jede Menge binationaler Ehen gibt - türkische Frauen mit "deutschen" Männern, deutsche Frauen mit türkischen Männern. Sie alle fühlen sich bei dieser low-belt Debatte um mangelnden Integrationswillen vor den Kopf gestossen. Wer schon mal gesehen hat, wie deutsche Mütter ihre Kinder von farbigen am Sandkasten fernhalten, wer miterlebt hat, wenn deutsche Kinder problemlos bei türkischen Familien im Haus ein -und ausgehen, aber der deutsche Spielkamerad seinen türkischen Freund nicht nach Hause mitbringen darf (aus welchen Gründen auch immer), ja wer die deutschen Kommunen im Ausland erlebt hat, welche sich nach 20 Jahren Übersee ihr Wiener Schnitzel nicht nehemn läßt und stolz darauf ist, dass man unter sich bleiben kann und die anderen eben deutsch lernen müssen, wer erlebt hat, wie Deutsche welche im Ausland leben nach 20 Jahren noch nicht mal in der Sprache der Einheimeischen grüßen können, der weiß auch, wo das Integrationsproblem liegt!
    Wir sollten uns nun auf die Person Sarrazins als Banker konzentrieren: diese Debatte vom Zaun zu brechen in einer Zeit, in der Sparpakete nicht nur HartzIV Empfänger, soziale Unterschichten und natürlich auch Migranten treffen sollen, sondern auch die oberen. Ein Banker lenkt gezielt ab!

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