Stimmt's?Leben Vegetarier länger als Fleischesser?

"Leben Vegetarier länger als Fleischesser?", fragt Stefan Leisner aus Potsdam von 

Gesund ernähren: Eine Frau beißt in eine Melone

Gesund ernähren: Eine Frau beißt in eine Melone  |  © Miss X/photocase.com

Ja, tun sie. Die Frage ist nur, ob das irgendetwas mit ihrer fleischlosen Ernährung zu tun hat. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hat über einen Zeitraum von 21 Jahren 1904 Vegetarier beobachtet, wobei der Begriff relativ weit gefasst war: von strengen Veganern bis zu "moderaten" Vegetariern, die gelegentlich Fisch oder Fleisch verzehrten.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild  |  © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Das Ergebnis war eindeutig: Die Mortalität, also die Sterberate, war bei den Fleischverächtern gegenüber der Normalbevölkerung um 30 Prozent (Frauen) beziehungsweise 50 Prozent (Männer) geringer. Vegetarier leben also tatsächlich länger.

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Das Problem mit diesen Zahlen ist, dass es unter diesen Vegetariern wahrscheinlich nur wenige Kettenraucher und Quartalstrinker gab. Vegetarier, das ist bekannt, pflegen allgemein einen gesünderen Lebensstil, sind gebildeter und treiben mehr Sport. Wie sieht es aus, wenn man diese Faktoren in die Untersuchung miteinbezieht? 

Fasst man die Ergebnisse mehrerer internationaler Studien zusammen und vergleicht dabei die Vegetarier mit gesund lebenden Fleischessern, dann ergibt sich ein anderes Bild: Insgesamt ist die Mortalität der Vegetarier nur unwesentlich geringer. Schlüsselt man die Statistik nach der Todesursache auf, dann ergibt sich eine merklich reduzierte Mortalität nur bei koronaren Herzkrankheiten.

Am besten schnitten in der DKFZ-Studie übrigens die "gemäßigten" Vegetarier ab. Ansonsten kann man aus den Studien nur eines schließen: Wer gesund lebt, lebt länger.  

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de . Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
    • lepkeb
    • 04. September 2010 10:53 Uhr

    nur eines schließen: Wer gesund lebt, lebt länger."
    Dafür braucht man keine Studie.

    Und ich möchte mal den Vegetarier sehen der Tag ein Tag aus, körperlich anstrengende Arbeit (Bau, Landwirtschaft) leisten muss, da wird er parallel zur Arbeit nur mit Essen beschäftigt sein um seinen Energiebedarf zu stillen. Und bei der Sterblichkeit wird es auch anders aussehen.

    Eine Leserempfehlung
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    • lispm
    • 04. September 2010 11:08 Uhr

    Fett Kohlenhydrate.

    Nudel z.B. decken Energiebedarfe ganz toll. Kartoffeln. Vegetarische Pizzen auch. Chips sind auch vegetarisch zu haben (ohne tierische Fette).

    Fett gibt es reichlich als Pflanzenfette.

    Der 'Energiebedarf' ist nicht das Problem.

    Eher 'Eiweis'. Als gemäßigter Vegetarierer sollte man das aber mit Milchprodukten (Milch, Joghurt, Quark, Käse, ...) und Ei recht weit kommen.

    • hareck
    • 04. September 2010 14:22 Uhr

    Ein Freund von mir hat als Veganer mehrere Marathons und zwei 100km-Läufe absolviert und nebenbei mit eigenen Händen ein Haus gebaut. Soviel zur Behauptung, so etwas ginge nicht fleischlos.

    • Infamia
    • 04. September 2010 14:31 Uhr

    ...wer hart arbeitet oder Sport treibt, braucht ein ordentliches Stück Fleisch. Manche Mythen sterben wohl nie aus. Ich esse kaum Fleisch und treibe sehr viel Sport. Ist sicher vergleichbar mit einem hart arbeitenden Menschen.

    • Buh
    • 05. September 2010 2:22 Uhr

    Trauen Sie sich mal heraus aus ihren Vorurteilen. Wissen Sie nicht, dass es sogar VEGAN-lebende Hochleistungssportler gibt? Sogar Kraftsportler? Es braucht kein tierisches Eiweis. e sbraucht nur gesunde und ausgewogene ernährung.

    Bleiben Sie doch mal Offen gegenüber alterantiven Lebensentwürfen und Fragen sie mehr, ansatt direkt zu urteilen! Das macht die diskussionkultur freier und erträglicher :)

    • lispm
    • 04. September 2010 11:08 Uhr

    Fett Kohlenhydrate.

    Nudel z.B. decken Energiebedarfe ganz toll. Kartoffeln. Vegetarische Pizzen auch. Chips sind auch vegetarisch zu haben (ohne tierische Fette).

    Fett gibt es reichlich als Pflanzenfette.

    Der 'Energiebedarf' ist nicht das Problem.

    Eher 'Eiweis'. Als gemäßigter Vegetarierer sollte man das aber mit Milchprodukten (Milch, Joghurt, Quark, Käse, ...) und Ei recht weit kommen.

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    • red_sky
    • 04. September 2010 12:28 Uhr

    Selbst als Veganer ist Eiweiß auch nicht das Problem. Es gibt genügend pflanzliche Eiweiße, die, so weit ich weiß, sogar leichter zu 'verdauen' sind, als die tierischen.

    Das Argument des ersten Posters, dass, wer viel leistet, kein Vegetarier sein kann, ist einfach falsch und von vorgestern.

    • lepkeb
    • 04. September 2010 14:01 Uhr

    es geht nicht darum, das man ihn nicht decken kann, sondern das er kurzfristig gedeckt werden muss,und da stelle ich in Zweifel, dass die benötigte Energiemenge kurzfristig während der Mittagspause, nur mit vegetarischen Gerichten gedeckt und auch verfügbar gemacht werden kann.

  1. Wäre die Sensation noch gewesen, dass Vegetarier überhaupt so leben können, bei all den Nährstoffen und was auch immer, die sie nicht zu sich nehmen können.

    Ich denke auch nicht, dass es der Mehrzahl der Vegetarier primär um ein längeres Leben geht, vielmehr resultiert eine gesunde Ernährung wohl einfach aus dem Lebensstil.
    Überhaupt das gesunde Ernährung als so etwas besonderes dargestellt wird, ist mir schleierhaft. Ich erinnere mich noch an erste Ernährungskundestunden im Kindergarten...

    Und das mit der körperlichen Arbeit, lieber Vorredner ist leider auch nicht ganz richtig. Ich denke, so wie beide Seiten bei einer gesunden Ernährung, sei es so oder so, eine höhere Lebenserwartung haben, so wird es zu einer niedrigen kommen, wenn ein Mensch 50 Jahre seines Lebens hart durchkloppt.

    • red_sky
    • 04. September 2010 12:28 Uhr

    Selbst als Veganer ist Eiweiß auch nicht das Problem. Es gibt genügend pflanzliche Eiweiße, die, so weit ich weiß, sogar leichter zu 'verdauen' sind, als die tierischen.

    Das Argument des ersten Posters, dass, wer viel leistet, kein Vegetarier sein kann, ist einfach falsch und von vorgestern.

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    • lepkeb
    • 04. September 2010 13:54 Uhr

    dort so,glaube nicht. Aber ist wie mit anderen Diskussionen dieser Tage, man interpiert halt Sachen in Aussagen herein, so wie es dem Gusto gerade passt.
    Es geht nicht um Leistung, denn diese benötigt fest definierten Zeitrahmen (Physik 101), sondern um mechanische Arbeit, und dafür braucht man leider Energie, die dann auch kurzfristig wieder bereitgestellt werden muss, da man sonst ermüdet. Da sagt einem der Körper halt es geht nicht mehr. (Dahingehend wäre mal interessant zu erfassen, wieviel Vegetarier und Veganer körperlich schwerer Arbeit nachgehen.)
    Fleisch ist daher sehr gut geeignet, Energiedefizite rasch wieder aufzufüllen, denn es enthält einen hohen Anteil an tierischem Protein, Vitaminen, Mineralstoffen in konzentrierter Form und aufgrund der Zellstruktur – ähnlich unseren Körperzellen – kann der menschliche Körper diese hochwertigen Bestandteile sehr gut verwerten.

    • Gerry10
    • 04. September 2010 12:38 Uhr

    ...absolut nichts über die Qualität aus.
    Wenn jemand gerne raucht, trinkt und Fleisch ist wird ihm die kürzere Lebensdauer nicht viel ausmachen.
    Das Ende eines Gesundheitsfanatiker und jemanden der seinen Körper missbraucht ist IMMER das selbe.
    Die Frage ist nur wie und wann sie dort ankommen.
    Ich ess Fleisch nur am Wochenende und wenn mir jemand sagen würde das ich fünf Jahre länger leben könnte wenn ich darauf verzichte würde ichs trotzdem tun.
    Ich habe die Geschichte vom kleinen Prinzen und dem Erfinder der Tablette die einem das Wasser trinken erspart schon als sechsjähriger verstanden :-)

  2. Fleischessen ruiniert die Erde - bei demnächst 10 Milliarden Menschen.

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    • TDU
    • 04. September 2010 14:58 Uhr

    Von der Kornkammer zum Armenhaus. Und an der aktuellen Spekulation mit dem Weizen.

    Und nicht vergessen, Würde heute keiner mehr Fleisch essen, gäbe es weder Milch noch Joghurt. Denn man weiss doch, was sich nicht lohnt wird nicht produziert. Oder glaubt man, es rentiere sich, die Kuh zum Käse, Milch und Joghurt und das Rind zur Besamung aufzuziehen?.

    Ich persönlich habe weniger Angst vor den auf die Erde kommenden Menschen, als vor denen, die meinen, aus ideologischen Grünen an der Versorgung mit Nahrungsmitteln rumfummeln zu können. Die richten noch mehr Unheil an wie die Spekulanten.

    Wir werden es vielleicht bald ein wenig merken, wenn sich die Pläne der Regierung bezüglich Biosprit durchsetzen.

    Wer meint, sich außerhalb eines Ökosystemes stellen zu können, wird die Folgen ziemlich schnell zu spüren bekommen.

    Erklären Sie doch einmal bitte eine Landwirtschaft ohne angemessene Einbeziehung der Tiernutzung. Würde mich sehr interessieren.

    Nach meiner Meinung kommt am Ende dabei dasselbe heraus wie bei der Massentierhaltung auch, eine schonungslose Ausbeutung der Natur, nur aus anderen Gründen. Umweltzerstörung zur Düngergewinnung, wobei viele wichtige Stoffe (wie z.Bsp. Phosphat, Guano) bei Rückgang der vorhandenen Vorkommen gar nicht zeitnah neu entstehen oder ersetzt werden können. Veränderung der Pflanzen selbst, ...
    Wie gesagt Probleme, die auch schon durch die Massentierhaltung bekannt sind.

    Meines Erachtens muß der Weg zu einer kleinteiligen Landwirtschaft gehen. Mit umfassender Anpassung des Menschen! an die jeweiligen Umweltgegebenheiten (auch kleinere Maschinen, ...). Bei gleichzeitig umfassender Nutzung der Gaben aus Feld und Flur (von einem Schwein kann man mehr essen als die Lende, Holunder aus der Feldhecke bringt Saft, ...).

    Natürlich ist eine solche Landwirtschaft in der Konsequenz nicht ganz so toll mit dem vorherrschenden Finanzkapitalismus vereinbar wie die Anliegen vieler Vegetarier und Veganer, vernünftiger ist sie allemal.

    • lepkeb
    • 04. September 2010 13:54 Uhr

    dort so,glaube nicht. Aber ist wie mit anderen Diskussionen dieser Tage, man interpiert halt Sachen in Aussagen herein, so wie es dem Gusto gerade passt.
    Es geht nicht um Leistung, denn diese benötigt fest definierten Zeitrahmen (Physik 101), sondern um mechanische Arbeit, und dafür braucht man leider Energie, die dann auch kurzfristig wieder bereitgestellt werden muss, da man sonst ermüdet. Da sagt einem der Körper halt es geht nicht mehr. (Dahingehend wäre mal interessant zu erfassen, wieviel Vegetarier und Veganer körperlich schwerer Arbeit nachgehen.)
    Fleisch ist daher sehr gut geeignet, Energiedefizite rasch wieder aufzufüllen, denn es enthält einen hohen Anteil an tierischem Protein, Vitaminen, Mineralstoffen in konzentrierter Form und aufgrund der Zellstruktur – ähnlich unseren Körperzellen – kann der menschliche Körper diese hochwertigen Bestandteile sehr gut verwerten.

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    • Buh
    • 05. September 2010 2:25 Uhr

    ..meine anderen Kommentare an und googlen sie mal nach veganen Kraftsportlern oder Veganen Leistungssportlern im allgemeinen. es geht nicht nur Vegtarisch sonderna uch vegan. Es braucht nur willen und Ratio. Und das gute: Man muss keine Tiere ermorden.

    • lepkeb
    • 04. September 2010 14:01 Uhr

    es geht nicht darum, das man ihn nicht decken kann, sondern das er kurzfristig gedeckt werden muss,und da stelle ich in Zweifel, dass die benötigte Energiemenge kurzfristig während der Mittagspause, nur mit vegetarischen Gerichten gedeckt und auch verfügbar gemacht werden kann.

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    • red_sky
    • 04. September 2010 14:13 Uhr

    Und Ihre Zweifel, dass das nicht klappt, beruhen nun auf welcher wissenschaftlichen Grundlage?

    • bayerth
    • 04. September 2010 14:47 Uhr

    da kommt man eine Weile aus damit.
    Sehr fleischhaltig war der Speiseplan von Holzknechten aber auch nicht:
    http://www.binder-kriegls...

    Ich kenne viele Landwirte (und Landwirtschaft ist ein Knochenjob, das kann man mir glauben), die vegetarisch sehr gut ihre Arbeit bewältigen und an keinen kurzfristigen Energiemangel leiden. Ausserdem besteht der Job nicht nur aus ständigem Steineschleppen, Rübenhacken oder Mineralfaserdämmstoffplattenverlegen (es gibt ja auch noch die Technik).

    • Buh
    • 05. September 2010 2:23 Uhr
    • lispm
    • 07. September 2010 10:33 Uhr

    Vegetarische Lebensmittel sind leichter verdaulich als Fleisch und enthalten mehr Energie.

    Marathonläufer machen eine Nudelparty am Abend vor dem Lauf. Nudeln enthalten sehr viel Kohlehydrate und sind leicht verdaulich.

    Das Fleisch mehr 'Energie' als z.B. Nudeln enthält ist so nicht richtig.

    Mein Tipp: ein fettiger Nudelauflauf gibt viel Energie.

    Auch mal anschauen: Studentenfutter mit Nüssen (sehr Energiereich) und Rosinen...

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