S-Bahn-Prozess »Ist der tot?«Seite 2/2
Bis zur 8. Klasse verläuft Sebastian L.s Entwicklung vergleichsweise normal. Erst nachdem die Mutter nach einem Hirnschlag zum Pflegefall wird, kommt der Bruch. L. zieht zum Vater, einem Trinker. 2008 findet er ihn tot in der Wohnung. Der Junge kommt unter Amtsvormundschaft, sein Irrweg durch Heime beginnt, der Konsum von Cannabis und Kokain nimmt zu. Anwalt Roland Autenrieth resümiert: »Hier sitzt kein Mörder, hier sitzt ein junger Mann, der nichts auf die Reihe gekriegt hat.« Aber zuschlagen konnte er schon.
Markus Sch. stammt aus einer Familie, die nach außen zumindest so ordentlich aussieht wie die Doppelhaushälfte, in der sie lebt. Sein Zimmer aber sei »eine einzige Katastrophe«, »absolut vermüllt«, berichtet ein Ermittler. Markus‘ Schwester wird nach einem Inzest-Verdacht vom Amt aus der Familie genommen. Sein großes Vorbild ist der Bruder, der wegen Drogenhandels in Haft sitzt. Über ihn findet er mit 14 ins Drogenmilieu, die Eltern kapitulieren. Markus Sch. will Rapper werden, er dichtet Textzeilen wie: »Ich hab kein Vertrauen, bin deswegen unberechenbar.« Sebastian L., sagt ein Sozialarbeiter aus, habe zu dem 18-jährigen Markus aufgeschaut – der sei »so cool«.
Wie die Jugendlichen mit Enttäuschungen umgehen, zeigt die Strafakte der Täter in den Monaten vor der Tat. Am 22. März überfällt Markus Sch. eine Rentnerin und drückt ihr eine geladene Gaspistole auf die Brust – aus Zorn darüber, dass sein Bruder verhaftet worden war. Sebastian L. tritt am 31. August den Außenspiegel eines Autos ab. Er hatte ein Ventil für seinen Ärger darüber gesucht, dass ein Bekannter in ein geschlossenes Heim gekommen war. Im Jahr 2009 wurden aus den Kleinkriminellen Gewalttäter.
Markus Sch. und Sebastian L. lebten in einer Welt ohne Regeln, ohne Konsequenzen für ihr Tun, als sie am 12. September vor Dominik Brunner stehen. Zumindest der Haupttäter ist betrunken, 1,46 Promille, beide haben Drogen genommen. Zeugen schildern vor Gericht eine gespenstische Stille, nachdem Brunner, für die jungen Männer wohl unerwartet, den ersten Schlag setzt. Der Schlag wirkt auf sie, nach allem, was im Prozess zu hören war, wie eine Demütigung. Wie eine harte Erinnerung an das eigene Versagen. War der folgende Gewaltexzess die Antwort in ihrer simplen wie verachtenswerten Logik? Die Staatsanwältin sagt, Markus Sch. habe mit seiner Reaktion beweisen wollen, »dass er sich von niemandem etwas sagen lässt«.
Warum es aber zur tödlichen Eskalation der Gewalt gekommen ist, das bleibt ein verstörendes Rätsel – auch für die Täter selbst. »Ich möchte, dass Sie beginnen zu verstehen, was sie getan haben«, fordert Annette von Stetten, die Anwältin von Dominik Brunners Eltern, deshalb zu Recht in ihrem Plädoyer von den Angeklagten. Ungläubig über die Folgen der Schläge und Tritte, hatte Sebastian L. nach seiner Festnahme am S-Bahnhof einen Polizisten gefragt: »Ist der tot?«
Als der 17- und der 18-Jährige ihr Opfer töteten, befanden sich ihre Namen nicht auf der Liste der schwersten Intensivtäter von München. »Sie waren bis dahin noch zu harmlos«, sagt eine Ermittlerin. Es dürfte Hunderte, wenn nicht Tausende junger Männer in Deutschland geben, die ähnlich perspektivlos und antriebsschwach vor sich hinleben wie Markus Sch. und Sebastian L. Kaum einer von ihnen rastet aber derart aus wie die Täter von Solln.
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- Datum 03.09.2010 - 15:47 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 02.09.2010 Nr. 36
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Wer ist "Sie"?
Diese Frage mögen sich die Leser jetzt stellen.
"Sie" hat sehr viele Gesichter, Geschichten und Einzelschicksale.
"Sie" hat die Menschen über Jahrhunderte, ja über Jahrtausende geprägt.
"Sie" hat den Menschen Kriege und Verwüstungen, Leid und Trauer zugefügt.
"Sie" gönnte den Menschen bisher weder langfristig den inneren, noch den äußeren Frieden.
"Sie" verändert sich ständig und ist ständig in Bewegung.
"Sie" wird gesteuert von Menschen, die sich Politiker nennen und dem Volk suggerieren, alles nur zu dessen Wohl zu verändern.
"Sie" hat sich in den letzten Jahren verändert - jedoch nicht zu ihrem Vorteil, sondern "Sie" wurde kalt, sehr kalt.
"Sie ist weder familien- noch bildungsfreundlich.
"Sie" ist nur auf eines aus, nämlich auf Macht - egal ob politisch oder ökonomisch.
"Sie" erzieht heute unter dem Mantel der Teamfähigkeit die Menschen zu Egoisten, weil sie den Zusammenhalt der Familien nicht mehr fördert.
"Sie" setzt nur noch auf Karriere und Kommerz, die sich die Menschen teuer erkaufen müssen - egal ob im Rausch, mit Beziehungen oder mit Bestechung.
"Sie" ist allgegenwärtig.
Nun fragen Sie sich, wer ist "Sie" eigentlich?
Sind Sie es vielleicht selbst?
Diese Frage müssen Sie für sich selbst beantworten, denn Sie sind mitten drin und sehen "Sie" täglich:
UNSERE GESELLSCHAFT!
Herzlich willkommen in den 68er Jahren!
Viele - wahrscheinlich CDU und FDP wählende - 68er Feinde die sich in den Komentaren unter mir tummeln und sich darüber aufregen, dass eine Gesellschaft die Ihnen den Hintern kräftig pudert nicht verantwortlich sein kann für Gewalttaten, verstehen scheinbar den Zusammenhang zwischen Verantwortlichkeit und Entschuldigung nicht. Entschuldigen kann eine Gewalttat nichts. Wenn aber ein junger Mensch durch eine Zeit im Heim - also einer Zeit in der er von unserer Gesellschaft aufgefangen wurde weil er sonst nicht überlebensfähig gewesen wäre - auf die schiefe Bahn kommt und beginnt Drogen zu nehmen, dann hat hier die Gesellschaft versagt, denn unsere Heime dürfen kein Sammelbecken für aufgegebene Kleinkriminelle sein, was sie aber leider oft sind!
Und was macht unsere gloreiche Regierung? Sie kürzt im Sozialbereich - wo auch sonst!
Herzlich willkommen in den 68er Jahren!
Viele - wahrscheinlich CDU und FDP wählende - 68er Feinde die sich in den Komentaren unter mir tummeln und sich darüber aufregen, dass eine Gesellschaft die Ihnen den Hintern kräftig pudert nicht verantwortlich sein kann für Gewalttaten, verstehen scheinbar den Zusammenhang zwischen Verantwortlichkeit und Entschuldigung nicht. Entschuldigen kann eine Gewalttat nichts. Wenn aber ein junger Mensch durch eine Zeit im Heim - also einer Zeit in der er von unserer Gesellschaft aufgefangen wurde weil er sonst nicht überlebensfähig gewesen wäre - auf die schiefe Bahn kommt und beginnt Drogen zu nehmen, dann hat hier die Gesellschaft versagt, denn unsere Heime dürfen kein Sammelbecken für aufgegebene Kleinkriminelle sein, was sie aber leider oft sind!
Und was macht unsere gloreiche Regierung? Sie kürzt im Sozialbereich - wo auch sonst!
So lange ein Angeklagter nicht verurteilt ist, spricht man bei uns von mutmaßlichen Straftätern. Auch die Zeit sollte sich an den Pressekodex halten, insbesondere wenn sie hier wegen banaler Kleinigkeiten ständig Massenlöschungen vornimmt udn die Meinungsfreiheit behindert.
"Ziffer 13 – Unschuldsvermutung
Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt auch für die Presse. "
http://www.presserat.info...
Wobei es hier nicht um Geschmackfragen wie bei vielfältigen Interventionen der Zensoren hier geht, sondern um Verstöße, die vor den Presserat gehören.
Die Überschrift: "Was Brunners Mörder trieb, bleibt ein Rätsel" ist vor der Urteilsverkündung ein grober Verstoss gegen Pflichten.
hat unter der Chefredaktion von Herrn di Lorenzo für mich erkennbar abgenommen und sich der Boulevardpresse angenähert. Ob der Zensor soviel Kritik zuläßt?
Gelöscht. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.
... an der Schuld der beiden war nicht zu zweifeln, die Beiden waren schuldig wie Ödipus ! Es stellte sich nur die Frage, wessen sie sich schuldig gemacht haben. Die Haftstrafe, die natürlich berechtigt ist, wird allerdings kaum wertzvolle Mitglieder der Gesellschaft aus ihnen machen, das Kainsmal wird ihnen ewig anhängen.
hat unter der Chefredaktion von Herrn di Lorenzo für mich erkennbar abgenommen und sich der Boulevardpresse angenähert. Ob der Zensor soviel Kritik zuläßt?
Gelöscht. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.
... an der Schuld der beiden war nicht zu zweifeln, die Beiden waren schuldig wie Ödipus ! Es stellte sich nur die Frage, wessen sie sich schuldig gemacht haben. Die Haftstrafe, die natürlich berechtigt ist, wird allerdings kaum wertzvolle Mitglieder der Gesellschaft aus ihnen machen, das Kainsmal wird ihnen ewig anhängen.
hat unter der Chefredaktion von Herrn di Lorenzo für mich erkennbar abgenommen und sich der Boulevardpresse angenähert. Ob der Zensor soviel Kritik zuläßt?
Die Bilder, die nicht zusammenpassen: Hier die Realität am Bahnhof, dort die Inszenierung im Gerichtssaal. Die Täter gehören nicht zu den schwersten Intensivtätern. Wie beruhigend. Wir unterscheiden folglich zwischen nicht so schweren, schweren und schwersten Intensivtätern. Zynismus oder unfreiwillige Komik? Nicht mehr komisch ist die Art wie dem Leser untergeschoben wird, daß Herr Brunner angefangen habe, die Täter durch Alkohol und Drogen fast außer Gefecht gesetzt waren?!
Inzwischen interessiert mehr als der Prozeß und das Verfahren wer die Darstellung der Täter steuert. Wer ist an der Weichzeichnung der Täter so interessiert, daß man sie fast adoptieren möchte? Das Verfahren fällt außer durch die Brutalität der Täter durch die eigenartigen Aussagen einzelner Zeugen und die sympathisierende Hinlenkung der Berichterstattung auf. Wer möchte mit den armen Hascherln kein Mitleid haben, die sogar für den Überfall auf eine Rentnerin einen plausiblen Grund aufweisen können??
So kann man sich täuschen. Genauso wie eben nicht jedem die Brutalität im Gesicht geschrieben steht. Schwierige Familienverhältnisse sollten auch nicht zu einer Strafminderung führen. Viele Menschen, die in ihrer Kinheit oder Jugend unter nicht optimalen Bedingungen aufwuchsen, haben die Kurve noch gekriegt und wurden nicht kriminell.
Diese Brutalität der beiden muß mit dem Höchstmaß bestraft werden.
Herzlich willkommen in den 68er Jahren!
ich möchte mit dem ÖPNV unbehelligt unterwegs sein...;
möchte NICHT angebaggert werden von rotzigen Monstern,
die nur unterwegs sind, um Leute zu klatschen...,
in ihrem versackten Alltagsdelirium;
ich möchte in der Fußgängerzone NICHT angepöbelt werden;
ich möchte eine saubere Stadt, kein MP-3-Gekreische
im Bus...; keine lärmenden RupfensackTeenies...;
ist denn das so schwer zu begreifen..., und wenn nun ein
Rechtsstaat so lange Zeit benötigt, um die Grundrechte
der Bürger zu definieren...; die Rechtspflege geht zwar
auf dem Zahnfleisch...; aber ich habe das Recht auf nicht
nur von Politikern 'gefühlte Sicherheit', sondern ich
habe das Recht auf eine REALE Wohlfühlumgebung...; zumidest
eine Umgebung, da ich NICHT um meine Unversehrtheit bangen
muß...; das kann doch nicht zuviel verlangt sein...
... nicht mit jemandem wie Sie wohl sind in einem Land, einer Stadt, einer Straße leben, geschweige denn Sie in der Bahn antreffen...
Und nun?
Was soll der Rechtsstaat jetzt mit unseren "Möchten" machen?
... nicht mit jemandem wie Sie wohl sind in einem Land, einer Stadt, einer Straße leben, geschweige denn Sie in der Bahn antreffen...
Und nun?
Was soll der Rechtsstaat jetzt mit unseren "Möchten" machen?
sollte heißen..., wo denn bitte ist dir BearbeitenButton
zu finden...
danke für eine Auskunft.
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