Iranische Flüchtlinge 3 von 50 von 4000Seite 2/2

Seine Knie werden unruhig unter dem Tisch. Von dem, was hinter ihm liegt, zu erzählen, strengt ihn sichtlich an. »Jetzt reicht es«, sagt er. Außerdem, was solle schon sein? »Es geht mir doch gut.« Im Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer hat er einen Therapieplatz gefunden.

Ali Kantouri hat Glück gehabt, und er weiß das. Er genieße »diese Atmosphäre von tiefgründiger Freiheit« in seinem Exil. »Ich freue mich, dass ich hier Deutschland sein kann, aber ich bin traurig darüber, dass Tausende andere diese Möglichkeit nicht haben.«

Und so zieht er jetzt jeden Freitagabend mit seinen Schicksalsgenossen vor das Brandenburger Tor. Dort zeigt die Iran-Mahnwache Berlin seit einem Jahr Solidarität mit der Grünen Revolution. Zu ihren Forderungen zählt die Aufnahme weiterer iranischer Flüchtlinge in Deutschland. Die Aktivisten verlesen eine Liste mit Namen: »Vermisst seit dem 8. August 2009 in Iran.« – »Inhaftiert und gefoltert seit fünfzehn Monaten in Iran.«

Ali Kantouri, Hesam Misaghi und Sepehr Atefi stehen nicht mehr auf der Liste. Sie können ihre Zukunft planen. Hesam Misaghi will in Deutschland studieren, Soziologie oder »etwas mit Film«. Ali Kantouri, einst erfolgreicher Karatekämpfer, wird erstmals seit Jahren wieder trainieren. Sepehr Atefi will studieren und Schriftsteller werden. Alle drei träumen davon, nach Iran zurückzukehren, irgendwann.

Jetzt eignen sie sich erst einmal die Berliner Gegenwart an. »Wohnberechtigungsschein«, »Jobcenter«– das sind ihre ersten Brocken Amtsdeutsch. Der Behördendschungel scheint undurchdringlich, aber es gibt Deutsche und Iraner, die ihnen hindurch helfen. Zudem haben sie ein Empfehlungsschreiben des Berliner Senats in der Tasche. Sie haben eine Ausnahme-Aufenthaltserlaubnis, die es ihnen gestattet, zu arbeiten und zu studieren. Und jetzt haben sie eine Wohnung.

Vor zwei Wochen hat ihnen die zuvorkommende Dame im Jobcenter der Arbeitsagentur das Geld für die Wohnungseinrichtung bewilligt. »Damit Sie hier einen guten Start haben.«

Und die Sprache? Sepehr Atefi hat gelernt, dass Essen in Deutschland »lecker schmeckt«. Ali Kantouri mag das Wort »romantisch«. In Hesam Misaghis neuem Wortschatz findet sich seit diesem Sommer ein Satz, den auch die anderen beiden sagen könnten: »Ich bin optimistisch.«

 
Leser-Kommentare
  1. Da kommen drei Opfer der islamischen Revolution aus dem Iran und finden die Solidarität der Deutschen, die ihnen einigermaßen wieder auf die Beine zu helfen versuchen. Ich möchte gerne mal eine klare Äußerung aus dem Kreis Muslim-Verbände hören, die dieses verbrecherische Treiben im Iran anprangern, und zwar mit der gleichen Leidenschaft, mit der sie die "menschenverachtenden Tendenzen" hierzulande kritisieren. Oder dass sie sich sogar aktiv um die Flüchtlinge - ihre Glaubenbrüder! - kümmern.

    Das wäre doch mal ein Zeichen von "Integration" in die hiesigen Verhältnisse und Werte, statt immer nur zu jammern, dass es ihnen und ihrer Klientel hier angeblich so schlecht geht.

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    • Buh
    • 05.09.2010 um 17:48 Uhr

    [...]

    Alle großen Verbände iN Deutschland haben sich schon mehrfach von islamistischen Regimen distanziert. Wie ich finde ohne Grund. Warum sollen sich demokraten dafür entschuldigen, dass irgendwelche Irren ihre Religion dazu msisbrauchen Menschen zu foltern?

    Und was soll dieses "dass es ihnen und ihrer Klientel hier angeblich so schlecht geht."

    [...] Wenn Migranten auf ungerechte Behandlung hinweisen, wenn Universitäten durch Ihre Forschung und Studien diese unrechtbehandlung auch noch wissenscahftlich untermauern, dann ist es einfach nur noch unerträglich wenn Menschen wie sie denen ein "angeblich" vor den Latz knallen, und sie als weinerliche Typen dastellen, die sich hier als Gäste etwas rausnehmen was ihnen nicht zsuteht.

    Die Muslime um die es hier geht, sind teilweise nichtmal wirklich muslimisch. Viele von ihnen sind hier sesshaft und daher keine Gäste. Sie sind deutsche Bürger.

    Dort wo es Probleme gibt, zb in der Sprachenerlernung, muss angesetzt werden. Dort muss konkretes vermehrt passieren (An meiner gesamtschule gab es zb einen Integrationskurs, wo gerade zugezogene Deutsch lernen konnten und über die gepflogenheiten des Landes sprachen)

    Falsch ist es jedenfalls so zu tun, als hätte der Islam einen papst.

    Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion/sh

    Danke, dass Sie mir diesen Kommentar abgenommen haben!

    • Buh
    • 05.09.2010 um 17:48 Uhr

    [...]

    Alle großen Verbände iN Deutschland haben sich schon mehrfach von islamistischen Regimen distanziert. Wie ich finde ohne Grund. Warum sollen sich demokraten dafür entschuldigen, dass irgendwelche Irren ihre Religion dazu msisbrauchen Menschen zu foltern?

    Und was soll dieses "dass es ihnen und ihrer Klientel hier angeblich so schlecht geht."

    [...] Wenn Migranten auf ungerechte Behandlung hinweisen, wenn Universitäten durch Ihre Forschung und Studien diese unrechtbehandlung auch noch wissenscahftlich untermauern, dann ist es einfach nur noch unerträglich wenn Menschen wie sie denen ein "angeblich" vor den Latz knallen, und sie als weinerliche Typen dastellen, die sich hier als Gäste etwas rausnehmen was ihnen nicht zsuteht.

    Die Muslime um die es hier geht, sind teilweise nichtmal wirklich muslimisch. Viele von ihnen sind hier sesshaft und daher keine Gäste. Sie sind deutsche Bürger.

    Dort wo es Probleme gibt, zb in der Sprachenerlernung, muss angesetzt werden. Dort muss konkretes vermehrt passieren (An meiner gesamtschule gab es zb einen Integrationskurs, wo gerade zugezogene Deutsch lernen konnten und über die gepflogenheiten des Landes sprachen)

    Falsch ist es jedenfalls so zu tun, als hätte der Islam einen papst.

    Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion/sh

    Danke, dass Sie mir diesen Kommentar abgenommen haben!

    • Buh
    • 05.09.2010 um 17:48 Uhr

    [...]

    Alle großen Verbände iN Deutschland haben sich schon mehrfach von islamistischen Regimen distanziert. Wie ich finde ohne Grund. Warum sollen sich demokraten dafür entschuldigen, dass irgendwelche Irren ihre Religion dazu msisbrauchen Menschen zu foltern?

    Und was soll dieses "dass es ihnen und ihrer Klientel hier angeblich so schlecht geht."

    [...] Wenn Migranten auf ungerechte Behandlung hinweisen, wenn Universitäten durch Ihre Forschung und Studien diese unrechtbehandlung auch noch wissenscahftlich untermauern, dann ist es einfach nur noch unerträglich wenn Menschen wie sie denen ein "angeblich" vor den Latz knallen, und sie als weinerliche Typen dastellen, die sich hier als Gäste etwas rausnehmen was ihnen nicht zsuteht.

    Die Muslime um die es hier geht, sind teilweise nichtmal wirklich muslimisch. Viele von ihnen sind hier sesshaft und daher keine Gäste. Sie sind deutsche Bürger.

    Dort wo es Probleme gibt, zb in der Sprachenerlernung, muss angesetzt werden. Dort muss konkretes vermehrt passieren (An meiner gesamtschule gab es zb einen Integrationskurs, wo gerade zugezogene Deutsch lernen konnten und über die gepflogenheiten des Landes sprachen)

    Falsch ist es jedenfalls so zu tun, als hätte der Islam einen papst.

    Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion/sh

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    sind - suchen sie mal etwas positives,davon gibt es mindestens so viel wie von migranten!wenn die bürger hier so unmenschlich sind was hält sie denn hier?

    Ich vermisse leider auch eine eindeutige Distanzierung und Brandmarkung der iranischen Mullah-Verbrecherbande seitens der hier aktiven Islamverbände.

    Milli-Görüs bzw. die islamische Föderation unterhalten Kontakte und fördern die Hamas z.B. durch Spenden - ebenso wie der Iran. Man ist sich hier offensichtlich in den Zielen einig. Das ist erwiesen und hat nichts mit Vorurteilen zu tun.

    Entfernt. Verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen und argumentieren Sie sachlich. Die Redaktion/sh

    ... aus der Seele.

    sind - suchen sie mal etwas positives,davon gibt es mindestens so viel wie von migranten!wenn die bürger hier so unmenschlich sind was hält sie denn hier?

    Ich vermisse leider auch eine eindeutige Distanzierung und Brandmarkung der iranischen Mullah-Verbrecherbande seitens der hier aktiven Islamverbände.

    Milli-Görüs bzw. die islamische Föderation unterhalten Kontakte und fördern die Hamas z.B. durch Spenden - ebenso wie der Iran. Man ist sich hier offensichtlich in den Zielen einig. Das ist erwiesen und hat nichts mit Vorurteilen zu tun.

    Entfernt. Verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen und argumentieren Sie sachlich. Die Redaktion/sh

    ... aus der Seele.

  2. Junge Menschen, die leistungsbereit und gebildet sind sollte diese Demokratie eine faire Chance geben, damit sie bei uns bleiben wollen! Es würde mich sehr stolz machen, wenn sie sich hier wohl fühlen und ihr Leben in Deutschland verbringen wollen.

    Wir brauchen positive Beispiele.

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    • Buh
    • 05.09.2010 um 17:53 Uhr

    Demnach werden sie hier nicht bleiben dürfen.

    Und dieses "Leistungsbereit" geht mir auf die Nüsse. Wir sind hier nicht im neoliberalen Amerika. Diese leute sind hier weil sie verfolgt werden, nicht weil sie Leistungsbereit sind. Und das sit ihr gutes recht.

    Eine Schande hingegen ist, dass wir von den tuausenden Flüchtlingen nur 50 aufnehmen. Wir sind idioten.

    Warum werden 3 von Tausenden bevorzugt.Warum behandelt man einige besser?Man hätte konsequenterweise alle aufnehmen müssen.Finde das Menschenverachtend solche ungleichbehandlung.Die restlichen Tausenden haben das gleiche Recht in Deutschland zu leben und Sozialhilfegelder zu bekommen.

    • Buh
    • 05.09.2010 um 17:53 Uhr

    Demnach werden sie hier nicht bleiben dürfen.

    Und dieses "Leistungsbereit" geht mir auf die Nüsse. Wir sind hier nicht im neoliberalen Amerika. Diese leute sind hier weil sie verfolgt werden, nicht weil sie Leistungsbereit sind. Und das sit ihr gutes recht.

    Eine Schande hingegen ist, dass wir von den tuausenden Flüchtlingen nur 50 aufnehmen. Wir sind idioten.

    Warum werden 3 von Tausenden bevorzugt.Warum behandelt man einige besser?Man hätte konsequenterweise alle aufnehmen müssen.Finde das Menschenverachtend solche ungleichbehandlung.Die restlichen Tausenden haben das gleiche Recht in Deutschland zu leben und Sozialhilfegelder zu bekommen.

    • Buh
    • 05.09.2010 um 17:53 Uhr

    Demnach werden sie hier nicht bleiben dürfen.

    Und dieses "Leistungsbereit" geht mir auf die Nüsse. Wir sind hier nicht im neoliberalen Amerika. Diese leute sind hier weil sie verfolgt werden, nicht weil sie Leistungsbereit sind. Und das sit ihr gutes recht.

    Eine Schande hingegen ist, dass wir von den tuausenden Flüchtlingen nur 50 aufnehmen. Wir sind idioten.

    Antwort auf "Herzlich Willkommen"
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    Na auch wieder da?

    Sie werden auf jeden Fall hierbleiben dürfen. Denn im Iran wird sich in den nächsten Jahrzehntennichts ändern. Außerdem haben sie bereits eine Sonder Aufenthaltsgenehmigung mit Arbeitserlaubnis, so dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.

    Ich freue mich auch, dass sie bleiben können. Denn mit diesem Hintergrund sind sie eine Bereicherung.

    "Eine Schande hingegen ist, dass wir von den tuausenden Flüchtlingen nur 50 aufnehmen. Wir sind idioten."

    Wir sind und können kein Auffangbecken für alle sein. Wo bleibt die Verantwortung der anderen Länder?

    Na auch wieder da?

    Sie werden auf jeden Fall hierbleiben dürfen. Denn im Iran wird sich in den nächsten Jahrzehntennichts ändern. Außerdem haben sie bereits eine Sonder Aufenthaltsgenehmigung mit Arbeitserlaubnis, so dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.

    Ich freue mich auch, dass sie bleiben können. Denn mit diesem Hintergrund sind sie eine Bereicherung.

    "Eine Schande hingegen ist, dass wir von den tuausenden Flüchtlingen nur 50 aufnehmen. Wir sind idioten."

    Wir sind und können kein Auffangbecken für alle sein. Wo bleibt die Verantwortung der anderen Länder?

  3. sind - suchen sie mal etwas positives,davon gibt es mindestens so viel wie von migranten!wenn die bürger hier so unmenschlich sind was hält sie denn hier?

  4. Ich vermisse leider auch eine eindeutige Distanzierung und Brandmarkung der iranischen Mullah-Verbrecherbande seitens der hier aktiven Islamverbände.

    Milli-Görüs bzw. die islamische Föderation unterhalten Kontakte und fördern die Hamas z.B. durch Spenden - ebenso wie der Iran. Man ist sich hier offensichtlich in den Zielen einig. Das ist erwiesen und hat nichts mit Vorurteilen zu tun.

  5. Entfernt. Widersprechen Sie anderen Diskussionsteilnehmern mit sachlichen Gegenargumenten. Die Redaktion/sh

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    Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Die Redaktion/sh

    Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Die Redaktion/sh

    • Sufi
    • 05.09.2010 um 18:17 Uhr

    Rückschlüsse kann jeder selbst ziehen :

    http://inge09.blog.de/201...

    1. Irak 1.028 Personen
    2. Afghanistan 959 Personen
    3. Iran 300 Personen
    4. Türkei 203 Personen
    5. Kosovo 202 Personen
    6. Russ. Föderation 199 Personen
    7. Syrien 161 Personen
    8. Vietnam 157 Personen
    9. Serbien 146 Personen
    10. Nigeria 125 Personen

    Und hier US-amerikanische Asylanten in Kanada :

    http://derstandard.at/125...

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    • Kamill
    • 05.09.2010 um 20:54 Uhr

    Intressant finde ich das Flüchtlinge aus der Türkei
    aufgenommen werden sein es Iraner oder Türken selbst,

    denn mit der Türkei laufen EU Beitrittsverhandlungen.

    Und wie uns sehr oft auch in dieser Zeitung gesagt wird
    sind sie eigentlich schon eine Demokratie und können
    und sollen beitreten was zu unseren aller Wohl unbedingt notwendig sei, nicht war Herr Thuhmann?

    Da scheint mir doch eine Große Diskrepanz vorzuliegen.

    • Kamill
    • 05.09.2010 um 20:54 Uhr

    Intressant finde ich das Flüchtlinge aus der Türkei
    aufgenommen werden sein es Iraner oder Türken selbst,

    denn mit der Türkei laufen EU Beitrittsverhandlungen.

    Und wie uns sehr oft auch in dieser Zeitung gesagt wird
    sind sie eigentlich schon eine Demokratie und können
    und sollen beitreten was zu unseren aller Wohl unbedingt notwendig sei, nicht war Herr Thuhmann?

    Da scheint mir doch eine Große Diskrepanz vorzuliegen.

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