Nimmt Schwarz-Gelb die Ökowende ernst, müsste sich die Koalition neu erfinden
Warum dieses Vorhaben nur im Paket mit längeren Atomlaufzeiten zu haben sein soll, leuchtet Hohmeyer indes nicht ein. Tatsächlich drängt sich ihm wie auch vielen Kollegen der Eindruck auf, dass Merkel und Co. die unpopuläre Atomentscheidung möglichst tief in ihrer energiepolitischen Wundertüte namens Energiekonzept verstecken wollten. Ganz viel hätten sie deshalb hineingepackt, große Vorhaben und kleine. Einiges davon ist neu, anderes knüpft an alte Programme an, an die Nachhaltigkeitsstrategie etwa oder an das Integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP).
Nimmt Schwarz-Gelb die versprochene Ökowende ernst, müsste sich die Koalition fast neu erfinden. Denn viel von dem, was sie jetzt »auf den Weg bringen« will, räumte sie bisher eher aus dem Weg.
Beispiel Mobilität: Im Energiekonzept macht sich die Regierung für »ambitionierte Grenzwerte für alle Fahrzeugklassen« stark. In Brüssel kämpft sie gegen schärfere Grenzwerte für leichte Nutzfahrzeuge.
Beispiel Heizenergie: Laut Energiekonzept ist die Sanierung des Gebäudebestandes »die wichtigste Maßnahme, um den Verbrauch an fossilen Energieträgern nachhaltig zu mindern«. Die Fördermittel für Gebäudesanierung hat die Regierung gekürzt.
Beispiel Verbraucherinformation: Im Energiekonzept verspricht die Regierung die »transparente Kennzeichnung des Energieverbrauchs, zum Beispiel von Pkw«. Das vom Wirtschaftsminister geplante Öko-Label bevorzugt allerdings schwere Autos.
Die Merkelsche Revolution, sie müsste zunächst ihre eigene Regierung erfassen. Ob es so weit kommt? Vorerst macht es sich die Regierung mit ihrer Atomentscheidung nur noch schwerer.
- Datum 26.07.2011 - 16:17 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 09.09.2010 Nr. 37
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Diese Regierung ist der absolute Albtraum!
Ich war wirklich der Meinung nach der letzten Regierungsbildung könnte es nicht schlimmer kommen; wie naiv ich doch war!
Wieviele Millionen für unsere Kanzlerin raus springen?
Kurz zusammengefasst: Die vier großen Stromkonzerne bekommen Geschenke, der Verbraucher darf zahlen. Der dicke Hund kommt nach 2020: Dann gibt es einen Sanierungszwang für Wohngebäude anstelle von Sanierungsprogrammen, die jüngst gestrichen wurden. D.h. Wohnen wird in Deutschland - bei sinkenden Renten und Reallöhnen - erheblich teurer!
Die Brennelementesteuer wird von den Großversorgern ebenfalls auf die Verbraucher umgelegt werden, Zusatzgewinne hingegen nicht - so war es bislang jedenfalls stets.
Nebenbei: Das Energiekonzept hat einen gravierenden weiteren Fehler: Die Biomassepotentiale werden massiv überschätzt.
Es wären Investitionen in Forschung und Entwicklung bei den Erneuerbaren sowie bei der Gebäudesanierung (dort durch Zuschüsse und stark verbilligte KfW-Kredite) nötig!
Die Laufzeitverlängerung hingegen behindert den Ausbau der Windkraft und verhindert damit die Entstehung neuer Arbeitsplätze.
Es wird Zeit für den Einstieg in den Ausstieg aus Schwarzgelb!
Insbesondere der letzte Satz des Kommentars ist zu empfehlen!
Insbesondere der letzte Satz des Kommentars ist zu empfehlen!
Die "Unionisten" (vermutlich in Anlehnung an die EU oder die CDU?? - man weiß es nicht) helfen uns zu windunbhängig günstigen Strom und deren "Öko-Label bevorzugt schwere Autos". Aber - wer sind eigentlich diese Unionisten? Anhänger des UNIONISMUS - vermutlich...
Oder kooperieren die Frei demokraten jetzt mit unionists (Gewerkschaftern) ?
Deshalb möchte ich da mal drauf hinweisen. Die im Gutachten ermittelten Werte scheinen mir nich sonderlich seriös ermittelt
… der sogenannten „regenerativen“ Energien zur Bereitstellung des Bedarfs für den gesamten Stromverbrauch des Jahres 2005 mit ca. 10%. Gleichzeitig weist das Bundesamt eine Zunahme des Stromverbrauchs in den Jahren von 1990 – 2005 um etwa 65 TWh ( 13%) von 480 TWh auf 546 TWh aus. Betrug der Deckungsanteil aus Kernkraft, Kohle und Gas im Jahre 90 noch 97%, lag er im Jahre 05 bei nur noch 90%. In absoluten Zahlen waren dies 90 465,6 TWh und 05 490,5 TWh! In anderen Worten: Alle installierten Anlagen zur Verwendung der „regenerativen“ Energien konnten nicht einmal den Mehrbedarf abfangen.
Wer den Ausbau der reg. Energien vorantreiben will, der steht vor dem Problem, dass er mit Ausnahme der solarth. Anlagen immer eine Energieform wählt, deren spez. Arbeitsvermögen sehr gering ist – es fehlt an Druck und Temperatur. Dies zu kompensieren, bedarf es eines gewaltigen Mehr an Anlagen; man muss Masse umsetzen. Eine Variante bilden die Wasserkraftwerke; dort hilft die hohe Dichte des Mediums. Aber sowohl die Wasserkraft als auch die Solarthermie sind in den hiesigen Breiten keine wirklichen Möglichkeiten. Wer also Kohle, Gas und Kernkraft abschaffen will, der muss entweder die Deindustriealisierung laut propagieren oder er muss die Menge der Windenergieanlagen verzehnfachen bzw. deren äquivalente Fläche. Kontinuität fehlt dieser Art der Versorgung immer noch.
http://www.umweltdaten.de...
Der Artikel zeigt in guter Weise die Zielrichtung der Regierungsentscheidungen auf.
Ich finde, die jüngste Entwicklung hat doch etwas Gutes: es lässt sich deutlich erkennen, dass die Parteien doch nicht einfach "letztlich alle dasselbe wollen". So kann Mann und Frau doch bei Wahlen bewusster wählen - hoffentlich!
Und vielleicht ist es ja mit den "unterschiedlichen" Positionen zwischen Brüderle und Röttgen wie mit manchen Kommissaren im Fernsehkrimi: Sagt der eine während des Verhörs eines schweigsamen Verdächtigen zum anderen: "Ich mach jetzt mal den Bösen und Du gleich den Guten. Dann wird er bei Dir schon auspacken." Und in Wirklichkeit ist alle Verschiedenheit nur gespielt.
Vielleicht sehen wir also nur einen Film, von dem wir in diesem Fall nur das Drehbuch nicht kennen? Gespielt werden die unterschiedlichen Rollen doch einigermaßen gut - auch wenn es Laiendarsteller sind - oder?
Wer sich die aktuelle Studie zum Energiekonzept der Regierung durchliest, wird erkennen, dass teils absolut unseriös gearbeitet wird!
Dort wird ein Referenzszenario mit erdenklich schlechten Annahmen mit 8 (praktisch 4) ausschließlich (!) Laufzeitverlängerungs-Szenarien verglichen, welchen allesamt optimistischere Annahmen (z.B. bei Effizienzsteigerungen der Industrie uvm.) zu Grunde liegen. So steht die Kernenergie natürlich im Vgl. zu dem negativ gerechneten Referenzszenario gut da....
Und selbst damit ergeben sich teils nur minimale Unterschiede.
ZITAT: "Vor diesem Hintergrund sind auch die LEICHT positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte der Zielszenarien im Vergleich zur Referenz zu sehen."
Ansonsten werden dort m.E. auch sehr richtige Vorschläge wie Netzausbau, ein bindendes internationales Klimaschutzabkommen und forcierte Gebäudesanierung gemacht. Erwähnt wird auch, dass ein "gesellschaftlicher Konsens" erforderlich ist.
Das hat die Regierung wohl nicht so gut umgesetzt...
Insbesondere der letzte Satz des Kommentars ist zu empfehlen!
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