E-Bikes Mühelos bergauf

Das Geschäft mit E-Fahrrädern läuft. Unternehmen wie Bosch, aber auch etliche Autobauer sind schon eingestiegen.

Die Kraft des E-Motors ist sofort spürbar. Bei jedem Tritt in die Pedale sorgt der elektrische Antrieb für einen sanften, völlig lautlosen Schub. Die Fahrt mit dem Elektrorad fühlt sich etwa so an, als ginge es ständig leicht bergab – auch dann, wenn man in Wirklichkeit eine Steigung hochfährt. Im Fachjargon heißen solche Zweiräder Pedelec – Pedal Electric Cycle. Erst die Tretkraft des Fahrers aktiviert den Elektromotor, der entweder in der Rahmenmitte am Tretlager, in der Vorder- oder in der Hinterradnabe montiert ist. Einen Gashebel sucht man vergebens.

Die Pedelecs sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h ausgelegt. Mit diesem »eingebauten Tempolimit« und einer maximalen Motorleistung von 250 Watt gelten sie verkehrsrechtlich noch als Fahrrad, wobei etwa bei Fahrten bergab höhere Geschwindigkeiten möglich sind. Wer mit einem solchen Gefährt unterwegs ist, benötigt also weder Versicherungskennzeichen noch Zulassung oder Führerschein, auch die Helmpflicht entfällt.

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Die Reichweiten dürften für die meisten Radtouren ausreichen. Bis zu 80 Kilometer versprechen die Hersteller, je nach Streckenverlauf und dem per Fahrradcomputer wählbaren Fahrmodus. Wenn jedoch die maximale elektrische Unterstützung gewählt wird, geht den meisten Akkus schon nach 20 Kilometern die Puste aus. Das zeigten Vergleichsfahrten der Zeitschrift test (Juliausgabe 2010). Wer dann mit leerem Akku weiterstrampeln muss, kommt womöglich gehörig ins Schwitzen. Denn manche E-Räder sind bis zu 15 Kilogramm schwerer als die üblichen Velos.

Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden 2009 bereits 150.000 Elektrofahrräder verkauft – ein Zuwachs von 36 Prozent gegenüber 2008. In diesem Jahr erwartet der Branchenverband einen Anstieg auf 160.000 bis 180.000 verkaufte Pedelecs. Rechnet man die Discountangebote wie etwa die von Tchibo oder Aldi hinzu, dürften es noch weitaus mehr sein. Allein Aldi hat in diesem Frühjahr schätzungsweise 20.000 Exemplare verkauft. Und das zu einem Kampfpreis von 699 Euro, während die Pedelecs im Fachhandel bisher kaum unter 1200 Euro zu haben sind. Die meisten Modelle sind dort für um die 2000 Euro zu haben, Topmodelle können so viel wie ein Kleinwagen kosten. In ganz Europa wurden im vergangenen Jahr bereits 500.000 motorisierte Fahrräder verkauft. Die Kundschaft kommt aus allen Altersgruppen: Die »Best Agers« gehören ebenso dazu wie junge Banker, die mit Anzug und Krawatte ins Büro radeln.

Für ganze sechs Cent Stromkosten lässt sich der Akku wieder aufladen

Vom Elektro-Boom profitiert die ganze Fahrradbranche. Der bundesweit größte Hersteller, die Cloppenburger Derby Cycle Werke (Marken: Focus oder Kalkhoff), startete mit seiner Pedelec-Produktion bereits im Jahr 2007. Für 2010 erwartet Geschäftsführer Mathias Seidler 50.000 verkaufte E-Bikes. Wobei die Bezeichnung »E-Bike« in der Regel alle Zweiräder mit elektrischem Antrieb umfasst, also auch jene, die führerschein- sowie versicherungspflichtig sind.

Seidler bezieht die Antriebssysteme einschließlich E-Motor vom japanischen Elektronikkonzern Panasonic. Zum Modul gehört ein 2,3 Kilogramm schwerer Lithium-Ionen-Akku, der hinter dem zentralen Rahmenrohr montiert wird und kaum größer ist als eine Trinkflasche. Ein Handgriff reicht, um den diebstahlgesicherten Akku zu entfernen und ihn an ein mitgeliefertes Ladegerät anzuschließen. Das Nachladen dauert bei einem komplett entladenen Akku etwa fünf Stunden. Der Strompreis für die dafür nötigen 0,3 Kilowattstunden (KWh): rund sechs Cent. Weil ein Akku nach ZIV-Einschätzung durchschnittlich 500 bis 1000 Mal aufgeladen werden kann, ist nach einigen Jahren ein Ersatzakku fällig. Die Preise liegen bei 400 bis 600 Euro.

Über rasant steigende Umsätze freut sich auch René Takens, Chef des niederländischen Fahrradherstellers Accell. Takens prognostiziert, dass der Konzern seinen E-Bike-Umsatz 2010 verdoppeln wird. Accell, zu dem auch deutsche Traditionsmarken wie Hercules, Winora oder Staiger gehören, ist der größte Fahrradproduzent in Europa und erreichte 2009 einen Gesamtumsatz von rund 573 Millionen Euro.

Leser-Kommentare
  1. Ich erinnere mich noch gerne an das Velosolex und die Saxonette als Fahrräder mit Hilfsmotor .Der Benzinverbrauch war sehr gering und die Geräuschentwicklung auch nicht übermäßig.Das Velosolex war vor allem in flachen Regionen sehr beliebt und auch relativ schnell,einfach im Aufbau.Nein,noch überzeugt mich das nicht, weil die Kosten und Folgekosten für ein Fahrrad mit Hilfsmotor in High Tech für die Reichweite zu hoch sind.

  2. Alle anderen fahren doch, um den Körper zu trainieren. Auch wer fährt, nur um sich die Gegend anzuschauen, könnte selber in die Pedale treten. Aber wie das so ist: Zurück zur Natur - aber bitte nicht zu Fuß! Wir lassen elektrisch treten, dann haben wir mangels Körperbewegung Verstopfung - wie gut, dass wir dann im Supermarkt im Regal diesen oder jenen "probiotischen" Schleim finden, der "die Verdauung reguliert".

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    • jagu
    • 05.11.2010 um 22:33 Uhr

    Manche können auch nicht mehr. Gibt ja viele ältere mit schlechterem Gleichgewichtssinn, wenn die am Berg zu langsam werden, wird es für die schwierig.

    Insgesamt ist fast jedes Mittel recht, was die Autofahrer bei Kurzstrecken (hier bis 40-50 km) aus den Autos holt, die Städte beruhigt und die Luft etwas reiner hält.

    Bei 50 km schmeißen die sonst 4-5 Liter aus dem Auspuff.

    Und so mancher der so ersteinmal aufs Rad kommt, schafft womöglich dann den Motor ab.

    Die Redaktion: Die besten Antriebe liefert derzeit BionX und die Chinesen bauen ansonsten die besten Motoren, die auch am meisten eingesetzt werden. Die findet man z.b. in Winorra-Rädern. Flyer, Winorra verkaufen auch riesige Stückzahlen.

    Manchmal sollte man sich vielleicht nicht nur mit einem Hersteller unterhalten, wenn so ein Artikel etwas Qualität haben soll...

    • jagu
    • 05.11.2010 um 22:33 Uhr

    Manche können auch nicht mehr. Gibt ja viele ältere mit schlechterem Gleichgewichtssinn, wenn die am Berg zu langsam werden, wird es für die schwierig.

    Insgesamt ist fast jedes Mittel recht, was die Autofahrer bei Kurzstrecken (hier bis 40-50 km) aus den Autos holt, die Städte beruhigt und die Luft etwas reiner hält.

    Bei 50 km schmeißen die sonst 4-5 Liter aus dem Auspuff.

    Und so mancher der so ersteinmal aufs Rad kommt, schafft womöglich dann den Motor ab.

    Die Redaktion: Die besten Antriebe liefert derzeit BionX und die Chinesen bauen ansonsten die besten Motoren, die auch am meisten eingesetzt werden. Die findet man z.b. in Winorra-Rädern. Flyer, Winorra verkaufen auch riesige Stückzahlen.

    Manchmal sollte man sich vielleicht nicht nur mit einem Hersteller unterhalten, wenn so ein Artikel etwas Qualität haben soll...

    • owi
    • 11.09.2010 um 14:15 Uhr

    Aus den Kommentaren meiner Vorredner schließe ich, dass keiner von ihnen ein Pedelec besitzt. Seit 2 Jahren fahre ich ein Kalkhoff Pro Connect und ich freue mich noch jedes Mal an dem tollen Fahrgefühl, wenn ich in die Pedale trete. Im Alltag fahre ich mehr Rad als früher und in der Freizeit habe ich einfach einen größeren Radius. Früher war meine Hausrunde eine 30 km Runde, heute ist es eine 50er Runde, nach der ich mich aber dann auch ähnlich ausgetobt fühle, wie früher nach 30 km. Wenigstens für Mittelgebirgsregionen ist das Pedelec ein tolles Fortbewegungsmittel. Ich freue mich jedenfalls schon auf viele Weiterentwicklungen in diesem Bereich.

  3. Ist das wirklich korrekt, dass man weder Helm noch Kennzeichen braucht? Bei einem Mofa, das ja auch nur 25kmh fährt, ist beides nötig.

    Da man auf dem E-Bike noch höher sitzt und auch höhere Geschwindigkeiten als auf dem Mofa erreichen kann (Mofas werden allenfalls bergab etwas schneller), müsste man doch eigentlich aus Sicherheitsgründen gerade dort die Helmpflicht einführen.

    Bei Mofas hingegen sollte man sie weglassen. Ausserdem sind Mofas umweltfreundlicher.

    • jagu
    • 05.11.2010 um 22:33 Uhr

    Manche können auch nicht mehr. Gibt ja viele ältere mit schlechterem Gleichgewichtssinn, wenn die am Berg zu langsam werden, wird es für die schwierig.

    Insgesamt ist fast jedes Mittel recht, was die Autofahrer bei Kurzstrecken (hier bis 40-50 km) aus den Autos holt, die Städte beruhigt und die Luft etwas reiner hält.

    Bei 50 km schmeißen die sonst 4-5 Liter aus dem Auspuff.

    Und so mancher der so ersteinmal aufs Rad kommt, schafft womöglich dann den Motor ab.

    Die Redaktion: Die besten Antriebe liefert derzeit BionX und die Chinesen bauen ansonsten die besten Motoren, die auch am meisten eingesetzt werden. Die findet man z.b. in Winorra-Rädern. Flyer, Winorra verkaufen auch riesige Stückzahlen.

    Manchmal sollte man sich vielleicht nicht nur mit einem Hersteller unterhalten, wenn so ein Artikel etwas Qualität haben soll...

  4. 1. Geeignet für jedes Alter und jeden Trainingszustand
    2. Erhöhung der Reisegeschwindigkeit
    3. Erweiterung des Aktionsradius - größere Touren oder Etappen sind möglich.
    4. Mehr Flexibilität bei der Streckenführung – Berge können gut überquert werden
    5. Selbst untrainierte können Steigungen bis 15 Prozent schaffen.
    6. Ältere Menschen können wieder an Radtouren mit Steigungen, Gegenwind und schwerem Gelände teilnehmen.
    7. Regelmäßiges tägliche Fahren zu Arbeit möglich, da die Akkus für hin und wieder zurück reichen.
    8. Tägliches Fahren zur Arbeitsstelle, zum Einkaufen oder zum Sport sind eine gut kalkulierbare Trainingseinheit.
    9. Eine höhere Gepäckzuladung ist möglich.
    10. Unterstützt das Ziehen eines Anhängers
    11. Kein Führerschein erforderlich.
    12. E-Bike ist wartungsfrei.
    13. Das E-Bike ist sauber - kein Öl, Fett oder Benzin verschmutzt Ihre Kleidung oder Ausrüstung.
    14. Nur das Nachladen des Akkus ist erforderlich.
    15. Schiebehilfe bei den meisten Modellen erleichtern das schieben
    16. Elektrounterstützung bei Bedarf einsetzbar.
    17. Keine komplizierte Technik
    18. Meist hochwertige Ausstattung

    Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
    Dr. Ralf Hettich

  5. am e-bikes fahren lasse ich mir von anscheinend ahnungslosen miesmachern nicht nehmen.
    unter erschwerten bedingungen möchte ich nicht mit fahrern auf noch so teuren strassenrädern tauschen.
    wer unbedingt die lunge aus dem leib treten will soll das tun,
    das problem mit den emmissionen und den feinstaubbelastungen soll jeder mit sich ausmachen aber ich für meinen teil ziehe es vor,auch im sinne meiner gesundheit,den technischen fortschritt zu nützen.
    zumal ich dabei das angenehme-ohne kraftaufwendung gegen den wind zu fahren-mit dem nützlichen verbinde;durch die einsparung der buskarten habe ich in vier jahren den kaufpreis amortisiert.

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