Oberrhein Schäumende Wolken
Sein Flusslauf inspirierte schon Büchner und Twain. Nun hat der Rhein seine eigene Anthologie. Die "Oberrheingeschichten" sind ein literarisches Abbild der Landschaft.
© Arnd Wiegmann / Reuters

Am Basler Ufer des Rheins dichtete einst Erasmus von Rotterdam
Der Oberrhein ist mehr als ein rund 350 Kilometer langes Stromstück zwischen Basel und Bingen. Er verbindet drei Länder und so unterschiedliche Städte wie Basel, Straßburg und Mannheim – und an seinen Ufern lebten seither einflussreiche Dichter und Gelehrte.
Ihre Erzählungen, Essays und Gedichte aus fünf Jahrhunderten hat nun Manfred Bosch in seiner umfangreichen Anthologie Oberrheingeschichten versammelt. Ihm ist dabei ein guter Querschnitt gelungen, der nicht nur die Literatur der Region lebendig werden lässt – sondern auch die Landschaften, Geisteshaltungen und Menschen.
Georg Büchner etwa nimmt sich der schäumenden Wolken über dem Schwarzwald an, Erasmus von Rotterdam berichtet von seiner Schifffahrt nach Basel und Mark Twain von seiner Kur in Baden-Baden.
Wie der Gast urteilte? "Es ist ein fades Städtchen, überall trifft man auf leeren Schein, kleinlichen Betrug und Aufgeblasenheit, aber die Bäder sind gut."
Manfred Bosch: Oberrheingeschichten. Verlag Klöpfer und Meyer. Gebundene Ausgabe, 384 Seiten, 22 Euro. ISBN-10: 3940086479
- Datum 15.09.2010 - 18:40 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 09.09.2010 Nr. 37
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