Öger-Tours Gründer Der Pionier

Vural Öger brachte die Deutschen in die Türkei. Nun hat er sein Unternehmen verkauft. Ein Gespräch über Urlaubsfabriken und den neuen Geiz im Tourismus.

Ein ruhiger Sommermorgen auf der Frühstücksterrasse des Marina Vista Hotels. Spatzen picken Krümel von den Tischen. Unten, im Hafen von Bodrum, liegen noch fast alle Boote am Pier. Nur der Hoteldirektor wirkt heute besonders beflissen, um nicht zu sagen: alarmiert. Der Chef ist im Haus.

Ob die Gäste wohl bemerken, wer da neben ihnen Oliven auf seinen Teller lädt? Sonst zeigt sich der Reiseunternehmer Vural Öger selten ohne Krawatte und Einstecktuch. Er hat ja früher mal gemodelt, davon erzählt er mit seinen 68 Jahren immer noch gern. Heute trägt er weiße Shorts, Baseballkappe, rosa Hemd. Vier von den sieben Knöpfen sind offen, die Schnürsenkel der Turnschuhe auch. Ach ja, denkt man, der Mann hat gerade den großen Teil seines Lebenswerks für 30 Millionen verkauft. Klar, dass er es jetzt locker angehen lässt.

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Doch der Eindruck täuscht. Öger hält es nicht lang auf seinem Stuhl. In der Trennwand hinter sich hat er eine Schramme entdeckt. Was denn das sei? Der Direktor eilt herbei und erklärt. Ein paar Minuten später, Öger steht kopfschüttelnd in der Lobby des Hotels, das ihm zusammen mit sechs anderen in der Region gehört. Der Direktor hat Gemälde aufhängen lassen. Nackte Blondinen in der tosenden Gischt, nicht unbedingt was fürs Museum. Einige der Werke sind schon zu horrenden Preisen verkauft. Das sollte Öger freuen, das Haus verdient mit. Aber er gebietet: »Der Scheiß muss raus. So viel Kitsch beleidigt mein Auge.«

Vural Öger ist eine schillernde Figur in der Reisebranche, die immer gesichtsloser wird. Kaum erwachsen, kam er vor fünfzig Jahren nach Deutschland, um Ingenieur zu werden. Die Berliner Behörden registrierten ihn als Zuwanderer 31. Er hat es weit gebracht: zum Pionier des Türkei-Tourismus. Zum Chef von dreihundert Angestellten; und seit dem Verkauf von Öger Tours zu einem Posten im Aufsichtsrat der Thomas Cook AG. Zu einem Abgeordnetensitz der SPD im Europäischen Parlament. Zum Bundesverdienstkreuz für seinen Einsatz bei der deutsch-türkischen Verständigung.

Für Journalisten war er ein Mann, den man anrief, wenn man ein offenes Wort hören wollte. Darum diese Reise, in der Hoffnung, nach dem Verkauf an Thomas Cook noch mehr über ihn und das Tourismusgeschäft zu erfahren. Natürlich hätte man Öger in Hamburg treffen können, wo er mit seiner zweiten Frau die Hälfte des Jahres lebt. Aber welcher Rahmen passte besser als jene türkische Urlaubswelt, die er mit erschaffen hat?

Interessant genug: Er hat Bodrum gewählt. Ein beliebter Badeort in der Südägäis, sicher. Aber für die Türkei so typisch wie Sylt für Deutschland. Der schmale Strand hat die kleine Stadt vor dem Massentourismus bewahrt. Wo vor 2500 Jahren Herodot das »angenehmste Klima der ganzen uns bekannten Erde« genoss, feiert die Jeunesse dorée. Die Straßen sind voller schicker Bars und Boutiquen. Nicht weit von der Hauptmoschee haben sich Weingeschäfte und Piercingstudios niedergelassen; das sieht man hier nicht so eng.

Wir gehen über die Promenade zum Hafen. »Kaum Deutsche«, sagt Vural Öger. Die Menschen, die uns entgegenkommen, in kurzen Hosen, Miniröcken, Badesachen, sind Sommergäste aus Istanbul oder Izmir. Viele kommen mit ihren Jachten. Öger auch? Er winkt ab: »So eine Verschwendung kann ich mir nicht leisten.« Er hat sein erstes Geld mit Fantasie und Zähigkeit verdient, als Eintänzer, Türsteher, Burger-Verkäufer. Neureiche Posen liegen ihm nicht.

Er mag die Stadt nicht wegen ihres Wohlstands, sondern wegen ihrer Weltoffenheit. Wenn er von seiner Türkei spricht, dann erscheint sie wie ein einziges, riesiges Bodrum. Ein modernes, liberales Land, das natürlich in die EU gehört, sie aber eigentlich gar nicht mehr braucht. Dass manche es anders sehen, bringt Vural Öger in Rage. Warum starrt Europa immer nur auf die paar letzten Hinterwäldler im Osten?

Leser-Kommentare
  1. "Das, was Sultan Süleyman mit der Belagerung Wiens 1683 begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen, verwirklichen", zitiert die türkische Zeitung "Hürriyet"

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    Und was soll uns das Hürriyet-Zitat von 1. sagen?????

    Und was soll uns das Hürriyet-Zitat von 1. sagen?????

  2. hat mehr Steuern an den deutschen staat gezahlt als du es jemals in deinem leben tun wirst.

  3. Und was soll uns das Hürriyet-Zitat von 1. sagen?????

  4. „Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben“, zitierte die „Bild“-Zeitung am Mittwoch den Politiker unter Berufung auf die türkische Zeitung „Hürriyet“. „Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei ungefähr 20 Millionen liegen.“

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    Ja im Jahr 2100 haben sie uns dann überrannt...diese Türken. Nur was ist ein "Türke". Kann man Ihn an seiner dunklen Haut erkennen, an der Knoblauchfahne? Bluttest? Und wenn so einer ein Kind mit einer/em "deutschen" hat, ist er dann halb Türke. Sollte das gleich in denn Pass rein? Und dann wenn es zu viele werden, dann Pinnen wir lieber einen gelben Stern an die Jacke um sicher zu gehen...

    Anmerkung: Auch wenn Sie es ironisch meinen, bitte gehen Sie mit Provokationen vorsichtig um. Danke. Die Redaktion/ew

    In 2100 leben die "Türken" dann in der fünften oder sechsten Generation in Deutschland, sind diese dann immer noch kein "Deutschen"? Ihr implizit rassistisches Weltbild, in dem nur der deutsch ist, der weiß und ohne zweifelhafte Türkenabstammung ist, widert mich an.

    "Deutsch" ist, wer einen deutschen Pass hat!

    Ja im Jahr 2100 haben sie uns dann überrannt...diese Türken. Nur was ist ein "Türke". Kann man Ihn an seiner dunklen Haut erkennen, an der Knoblauchfahne? Bluttest? Und wenn so einer ein Kind mit einer/em "deutschen" hat, ist er dann halb Türke. Sollte das gleich in denn Pass rein? Und dann wenn es zu viele werden, dann Pinnen wir lieber einen gelben Stern an die Jacke um sicher zu gehen...

    Anmerkung: Auch wenn Sie es ironisch meinen, bitte gehen Sie mit Provokationen vorsichtig um. Danke. Die Redaktion/ew

    In 2100 leben die "Türken" dann in der fünften oder sechsten Generation in Deutschland, sind diese dann immer noch kein "Deutschen"? Ihr implizit rassistisches Weltbild, in dem nur der deutsch ist, der weiß und ohne zweifelhafte Türkenabstammung ist, widert mich an.

    "Deutsch" ist, wer einen deutschen Pass hat!

  5. Ja im Jahr 2100 haben sie uns dann überrannt...diese Türken. Nur was ist ein "Türke". Kann man Ihn an seiner dunklen Haut erkennen, an der Knoblauchfahne? Bluttest? Und wenn so einer ein Kind mit einer/em "deutschen" hat, ist er dann halb Türke. Sollte das gleich in denn Pass rein? Und dann wenn es zu viele werden, dann Pinnen wir lieber einen gelben Stern an die Jacke um sicher zu gehen...

    Anmerkung: Auch wenn Sie es ironisch meinen, bitte gehen Sie mit Provokationen vorsichtig um. Danke. Die Redaktion/ew

    In 2100 leben die "Türken" dann in der fünften oder sechsten Generation in Deutschland, sind diese dann immer noch kein "Deutschen"? Ihr implizit rassistisches Weltbild, in dem nur der deutsch ist, der weiß und ohne zweifelhafte Türkenabstammung ist, widert mich an.

    "Deutsch" ist, wer einen deutschen Pass hat!

  6. 6. Warum?

    "Warum starrt Europa immer nur auf die paar letzten Hinterwäldler im Osten?"

    Hinterwäldler, soso. Diese Menschen nennen sich selbst "Kurden" - in der offiziellen Sprachregelung der Türkei handelt es sich allerdings um "Bergtürken" - die zwangsweise türkische Namen in ihren Pässen tragen müssen wie Türk oder öfter noch Öztürk (reiner Türke).

    Die MHP ("Graue Wölfe"), die zweitstärkste politische Fraktion im Parlament, steht laut der FAZ rechts der NPD. Um der MHP Wähler abzujagen ist die AKP massiv nach rechts gerückt und hat deren führende Köpfe überwachen lassen (http://www.faz.net/artike...)- hat aber nicht gereicht für eine 2/3 Mehrheit.

    Darum gehört die Türkei nicht in die EU - ganz gleich, wieviele Türken es in Deutschland "schaffen".

    Eine Leser-Empfehlung

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