Einfahrt zum Campus Saarbrücken der Universität des Saarlands © Universität des Saarlands

Das Saarland hat als erstes Bundesland eine privatrechtliche Stiftung zur Förderung herausragender Studenten gegründet. Als Gründungskapital hat die Landesregierung sechs Millionen Euro bewilligt, die aus Privatisierungserlösen stammen. Kurios, aber durchaus sinnvoll ist die Anlagestrategie der StudienStiftung Saar: Sie verleiht die sechs Millionen zurück ans Land und kassiert dafür fünf Prozent Zinsen. Die Gründung der Stiftung liegt zwar schon über ein Jahr zurück, doch erst jetzt beginnt der eigentliche Betrieb: Mit zunächst jährlich 270.000 Euro sollen rund 180 Studenten Stipendien erhalten. »Wir hätten natürlich auch jedes Jahr die gleiche Summe als Zustiftung überweisen können«, sagt der saarländische Wissenschaftsminister Christoph Hartmann (FDP). »Doch nur durch die gewählte Konstruktion kann die Stiftung sicher sein, dass auch künftige Regierungen ihr das Geld nicht wegnehmen können. Schließlich ist es jetzt ihr Geld.«

Bewerben können sich Studenten aller saarländischen Hochschulen – aber nicht alle haben dieselben Chancen: »Wir machen bewusste Standortpolitik, indem wir vor allem Studenten derjenigen Fächer unterstützen, die wir für die Zukunft des Saarlandes besonders dringend brauchen«, sagt der ehemalige SPD-Ministerpräsident Reinhard Klimmt, der dem Kuratorium der Stiftung vorsitzt. Die Schwerpunkte der Förderung liegen in Mathematik, den Naturwissenschaften, Informatik und Biomedizin. Alle im Saarbrücker Parlament vertretenen Parteien unterstützen diese Form der regionalen Eliteförderung.

Fast ebenso bemerkenswert wie der parteienübergreifende Konsens ist die Großzügigkeit des Ministeriums: Es stellt der Stiftung kostenlos Räume und Personal zur Verfügung. Neben der Verwaltung der Stipendienprogramme sollen die Mitarbeiter vor allem Klinken putzen und möglichst viele saarländische Unternehmer und Privatpersonen vom Mitmachen überzeugen. »Ob ihnen das gelingt, muss sich erst noch zeigen«, sagt Volker Linneweber, Präsident der Uni des Saarlands, skeptisch. Immerhin können alle Spender sicher sein, dass 100 Prozent ihres Geldes bei den Studenten ankommen – und dazu auch noch selbst entscheiden, welche der zahlreichen Stipendienprogramme und Fächer sie fördern wollen.

So schafft die Stiftung nebenbei den Brückenschlag zum viel kritisierten neuen nationalen Stipendienprogramm, das der Bund zu 50 Prozent finanzieren will. Die andere Hälfte der Gelder sollen nämlich die Hochschulen von privaten Spendern einwerben – was in den vergangenen Monaten viel Frust bei den Rektoren verursacht hatte. Gerade erst hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) die Kuh vom Eis geholt und den Hochschulen großzügige finanzielle Unterstützung bei der Akquise zugesagt. An der Saar, und das gefällt auch Präsident Linneweber, wird diese Arbeit wohl ebenfalls die neue Stiftung übernehmen: ein Konzept mit Vorbildcharakter, mit dem ausgerechnet das kleine, hoch verschuldete Bundesland auf einen Schlag zum Musterschüler in Sachen Studienförderung werden könnte.