Deutsche Einheit 20 Dinge, die wir bei der nächsten Wiedervereinigung besser machen

Angenommen, die Wiedervereinigung wäre nicht schon im Herbst vor zwanzig Jahren geschehen: Wie würden wir sie heute besser gestalten? Die Frage klingt frivol, aber die Antworten sind ein Spiegel der Probleme von damals und zeigen, wo wir uns geirrt haben, welche Vorurteile uns behindert haben und welche Hoffnung unerfüllt geblieben sind.

Jubelnde Menschen sitzen mit Wunderkerzen auf der Berliner Mauer am 11.11.1989

Jubelnde Menschen sitzen mit Wunderkerzen auf der Berliner Mauer am 11.11.1989

1 Plattenbauten abreißen

Erst kostete es Millionen und Abermillionen Euro, die trüben Plattenbauten der DDR zu sanieren. Jetzt kostet es Abermillionen, sie großflächig abzureißen, weil es im Osten zu wenige Menschen und zu viele leere Wohnungen gibt. Wären doch gleich 1990 die Bagger aufgefahren und hätten die Großsiedlungen abgeräumt! Dann wären viele Menschen in die wunderbaren Altstädte gezogen, und es gäbe dort heute nicht so großen Leerstand. Hanno Rauterberg

2 Bonn vergessen

Nichts scheint im Rückblick gespenstischer als die zähe Debatte um den Regierungsumzug von Bonn nach Berlin. Darauf lassen wir uns das nächste Mal nicht wieder ein! Und auch nicht auf das, wie es die Süddeutsche Zeitung nannte, hysterische Witwengetue der Stadt Bonn, das wir mit Doppelsitzen der Ministerien und tausend Vergünstigungen befrieden zu müssen glaubten. Nichts da! Bonn wird einfach vergessen (und das könnte man sogar heute noch mit etwas gutem Willen hinkriegen). Jens Jessen

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3 Auch mal nach Westen gucken

Niemand will den neuen Bundesländern all ihre hübsch sanierten Altstädte, die neuen Autobahnen und renaturierten Industriekloaken streitig machen. Aber in aller Bescheidenheit mal den Blick nach Westen lenken, das darf man schon. Denn inzwischen bröckelt es dort in manchen Städten so wie im Osten anno 89. Etliche Westkommunen sind pleite, die bürgerliche Grundversorgung mit Schwimmbad, Bücherei, Theater ist kaum mehr gewährleistet, der sogenannte öffentliche Raum verkommt. Dennoch tragen diese Gemeinden weiterhin zum Beispiel 40 Prozent der Lasten aus dem Fonds Deutsche Einheit, mit dessen Hilfe der Osten saniert wurde. Eine Stadt wie das darbende Wuppertal muss dafür jährlich 25 Millionen Euro aufbringen. Die hat sie nicht und nimmt also für die Solidarität mit dem Osten neue Schulden auf, wo sie doch schon von den alten fast erdrückt wird. Das ist weder ökonomisch sinnvoll, noch fördert es geschwisterliche Gefühle zwischen hüben und drüben. Deshalb gehört zur Einheit eben auch, den Westen nicht zu vergessen. Christof Siemes

4 Währungstausch eins zu viereinhalb

Thilo Sarrazins aktuelles Buch mag die Republik bewegen, doch eine viel einflussreichere Schrift verfasste der umstrittene Ex-Bundesbanker vor über zwanzig Jahren. Damals, im Januar 1990, war Sarrazin Referatsleiter im Bonner Bundesfinanzministerium und arbeitete das entscheidende Konzept für die große deutsche Währungsreform aus. Am 1. Juli wurde sie Realität: Aus Ostmark wurden Westmark. Eins zu eins. Löhne, Gehälter, Spareinlagen – alles plötzlich echtes Geld.

Doch schon bald mussten die Ostdeutschen lernen, was Griechen und Spanier jetzt feststellen: Eine starke Währung ist nicht nur ein Vergnügen – vor allem nicht, wenn sie mit einer schwachen Wirtschaft zusammenfällt.

So schnell das neue Geld das Tor zur bunten kapitalistischen Warenwelt öffnete, so schnell verriegelte es dieses in geradezu dialektischer Manier wieder. Durch die Währungsreform standen die vergleichsweise unproduktiven Ostunternehmen plötzlich in direkter Konkurrenz mit den Westfirmen. Es war ein Kampf, den sie nicht gewinnen konnten. Massenhaft gingen die Betriebe pleite. Die Menschen bezahlten den schnellen Konsum mit dem Verlust ihrer Einkommensbasis.

Fachleute – darunter der damalige Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl – hatten genau davor gewarnt. Sie konnten sich jedoch in Bonn nicht durchsetzen, wo eine Massenflucht von Ost nach West befürchtet wurde. »Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, gehn wir zu ihr«, war schließlich auf den Transparenten der Montagsdemonstrierer zu lesen.

Die neue Währung nährte für kurze Zeit die Illusion, ein halbes Jahrhundert Wirtschaftsgeschichte lasse sich durch einen monetären Trick ungeschehen machen. Als die Ersparnisse aufgebraucht waren, blieb vielen Menschen in den entindustrialisierten Landstrichen doch nichts anderes als die Flucht oder das Leben von Transferleistungen aus dem Westen.

Dabei gab es durchaus Alternativen. Der alte Umtauschkurs der Ostmark zur D-Mark lag bei viereinhalb zu eins. Den Betrieben der DDR wurden für jede im Export erwirtschaftete Westmark vier Ostmark und fünfzig Pfennige gutgeschrieben. Das erlaubte es ihnen, ordentliche Löhne zu bezahlen und trotzdem günstig produzieren zu können. Durch die Eins-zu-eins-Umstellung verteuerten sich – ähnlich wie bei einer Währungsaufwertung – die Lohnkosten und damit viele Waren im Ausland schlagartig um den Faktor vierkommafünf. Sie wurden zu Ladenhütern.

Um das zu verhindern, brachte die Bundesbank eine Umstellung von zwei zu eins ins Spiel. Die Einkommen im Osten hätten sich dadurch halbiert, aber dafür hätten die solideren unter den DDR-Betrieben vielleicht gerettet werden können. Die marode Ostindustrie hätte immer noch enorme Anpassungsleistungen erbringen müssen, aber zumindest eine Überlebenschance gehabt.

Und warum nicht ein Kurs von fünf zu eins, wie ihn die SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier vorgeschlagen hatte, oder gar von sieben zu eins, wie er ebenfalls in der Diskussion war? Westwaren wären in diesem Fall für die Ostdeutschen unerschwinglich geblieben. Dafür hätten die Ostfirmen der Westkonkurrenz das Leben schwer gemacht statt andersherum. Ostprodukte hätten sich im Ausland erheblich verbilligt, aus der DDR hätte eine Art China Europas werden können – eine Volkswirtschaft, die dank einer Weichwährung mit Billigprodukten die Märkte überschwemmt.

»Eins zu eins, sonst werden wir niemals eins« lautete jedoch die Forderung aus dem Osten – und tatsächlich wäre das mit der politisch gewollten staatlichen Einheit bei anderen Umrechnungskursen wohl nicht so schnell über die Bühne gegangen. Die westlichen Sozialsysteme beispielsweise hätten für die Bürger aus dem Osten gesperrt werden müssen, womöglich auch die Grenze insgesamt. Durch Umzug in den Westen hätte ein Familienvater bei einem Umtauschkurs von eins zu sieben deutlich mehr an Sozialhilfe erhalten und an seine Angehörigen überweisen können als durch Arbeit im Osten.

Mit zwei Währungen wäre ein Staat nicht zu machen gewesen. Mark Schieritz    

Leser-Kommentare
  1. Ich gratuliere zu diesem wirklich schlauen und ehrlichen Beitrag. Insbesonders die beiden Punkte 'Währungstausch' und 'Treuhand' sind gut formuliert. Es ist diese ökonomische Dreistigkeit, mit der die ja durchaus mögliche innerdeutsche Konkurrenz zugunsten der West-Wirtschaftskonzerne blockiert wurde, die einen selbsttragende Aufschwung in vielen Regionen der neuen Bundesländer noch heute unmöglich macht. Im Westen über den Soli zu jammern aber dies auszuklammern, ist schäbig.
    p.s.: um dem Klischee gleich vorzubeugen: ich bin Wessi

    • optun
    • 02.10.2010 um 12:02 Uhr

    Ja, da kann man wirklich nur sagen, hätte der Hund nicht gesch..., hätte er den Hasen gekriegt.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vereinigung (Wiedervereinigung ist albern) auch jetzt anders verlaufen würde. Die würde meiner Meinung noch fürchterlicher verlaufen.
    Stellen Sie einmal eine heutige Talk-Runde im Fernsehen vor! Da gibt es 6 Leute und auch 6 verschiedene Meinungen.
    Diese Vereinigung würde meiner Meinung nicht friedlich verlaufen, die Leute würde sich alle in die Haare bekommen.
    Die Vereinigung ist nicht falsch gelaufen, die wurde bewußt falsch durchgeführt, weil in Westdeutschlan alles so bleiben sollte, so einfach ist das.
    Heute sehen wir, dass auch in Westdeutschland viele Dinge sehr verbesserungswürdig sind.
    Was soll der Unsinn, die Neubauten hätten man wegreißen sollen, wo doch im Westen dieselben häßlichen Dinger stehen. Es werden Zeiten kommen, da werden wir uns nach diesen Unterkünften noch sehnen, denn die Armut wächst und diese Leute müssen dann ja irgendwo untergebracht werden. Schon heute müssen viele Leute ihre Eigenheime aufgeben. Und wenn die Natur sich weiter ändert und die Überschwemmungen zunehmen, müssen viele Orte regelrecht geräumt werden und dann sind diese Unterkünfte sehr gefragt.
    Wie gesagt, die 20 angegebenen Dinge sind fromme Wünsche, an denen man sich aber nicht lange festhalten sollte. Sie kennen ja den Ausspruch noch von Honnecker: Vorwärts immer Rückwärts nimmer. Kleiner Spass von mir.

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    Zitat: "Die Vereinigung ist nicht falsch gelaufen, die wurde bewußt falsch durchgeführt, weil in Westdeutschlan alles so bleiben sollte, so einfach ist das."

    Wir im Westen haben den Kommunismus besiegt, also waren wir "besser" und warum soll man "Besseres" ändern? Am (west-)deutschen Wesen soll die (ostdeutsche ) Welt genesen!

    Wir im Osten haben wegen der Bankrott-Wirtschaft den Heilsbringer im Kapitalismus ( "soziale Marktwirtschaft" ) gesehen und haben deshalb demütig auf die "Segnungen von oben" gewartet, wie bis dato auch immer alles von oben gekommen ist. Vom Westen lernen heißt siegen lernen!

    Zitat: "Die Vereinigung ist nicht falsch gelaufen, die wurde bewußt falsch durchgeführt, weil in Westdeutschlan alles so bleiben sollte, so einfach ist das."

    Wir im Westen haben den Kommunismus besiegt, also waren wir "besser" und warum soll man "Besseres" ändern? Am (west-)deutschen Wesen soll die (ostdeutsche ) Welt genesen!

    Wir im Osten haben wegen der Bankrott-Wirtschaft den Heilsbringer im Kapitalismus ( "soziale Marktwirtschaft" ) gesehen und haben deshalb demütig auf die "Segnungen von oben" gewartet, wie bis dato auch immer alles von oben gekommen ist. Vom Westen lernen heißt siegen lernen!

  2. Die Diskussion was man alles hätte besser oder anders machen können, bringt unser Volk heute keinen Schritt weiter. Viel wichtiger ist doch, was kann man in Zukunft aus der Vergangenheit lernen und wie können wir alle gemeinsam unsere Republik in Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde erhalten. Wollen wir weitermachen wie bisher, oder können wir auch nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Dasein in Aussicht stellen. Die Herausforderungen der heutigen Zeit in einer globalisierten Welt erfordert den persönlichen Einsatz jedes Menschen guten Willens. Wir sollten uns aber immer bewusst sein, dass wir in unserem Lande nur gemeinsam zukunftsfähig sein können, egal ob Ost, West, Süd- oder Norddeutscher. Egal welche Glaubensrichtung wir vertreten oder welcher Nationalität als in Deutschland lebender Ausländer wir angehören, es ist nur gemeinsam zu schaffen!

  3. Und bitte nicht vergessen: Das nächste Mal warten bis die Bundestagswahl vorüber ist. Hätte Kohl nicht eine Wahl zu gewinnen gehabt, hätte vielleicht Rationalität eine größere Rolle gespielt. Hätte Kohl die Wahl gewonnen, wenn der Wechselkurs nicht 1 zu 1 gewesen wäre? Einfach mal durch den Kopf gehen lassen.

  4. Von welcher nächsten Wiedervereinigung wird denn hier schwadroniert?

    Die Menschen in den ehemaligen deutschen Gebieten, die seit 1945 zu anderen Ländern gehören, haben sicher ganz andere Probleme und Empfindlichkeiten als die Bürger der DDR sie hatten.

    Ob die tatsächlich eines Tages um einen de-facto Anschluß bitten, wie es die Demonstranten am Ende der DDR getan haben, ist sehr fraglich. Um Geld umzuleiten, haben wir mittlerweile die EU, Reisefreiheit gibt es dort schon. Es braucht niemand mehr seine Souveränität aufzugeben, um Geld aus dem Südwesten der Republik zu bekommen. Hätte die DDR übrigens auch so machen können. Aber es haben Geduld, Vertrauen in die neue Regierung der DDR und vielleicht auch etwas die Kenntins der EU gefehlt.

  5. Mich würde mal ein ehrlicher Rückblick auf die Haltungen der damaligen tonangebenden Kreise im Westen interessieren, besonders derjenigen, die sich mit der Aufteilung Deutschlands durch die Siegermächte bequem arrangiert hatten.

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    Wenigstens einer erwähnt die Siegermächte. Es wird ja gar so getan als wäre das alles in den Händen der Deutschen gelegten, von wegen Wiedervereinigung und so. Deutschland, ganz Deutschland, war auch 1989 noch ein besetztes Land! Und die Aliierten hatten in allem das letzte Wort. Das mögen sie bei Alltagsfragen nicht mehr genutzt haben, wozu sich mit lästigen Kleinigkeiten befassen, aber das war doch immer im Hintergrund. Und bei wichtigen Dingen ging es in Bonn nie ohne einen Anruf in London, Paris oder zumindest Washington, in Berlin (Ost) nie ohne einen Anruf in Moskau. Ist doch alles bekannt und erforscht, historisch belegt. Hätten die Siegermächte nicht mitgespielt gäb es heute noch eine Deutsch-Deutsche-Grenze. Und angesichts des neuen Großmachtgehabes der Russen könnte es durchaus wieder einen Kalten Krieg auf Sparflamme geben - man sieht ja an der Ostalgie wie sich unsere Mitbürger im Ostern gegen ihre westlichen Brüder und Schwestern aufstacheln lassen. Und Berlin schaut ja heute noch in weiten Teilen wie eine sowjetische Metropole aus, "Betonchic", worauf man dort ja auch stolz ist und jede Reurbanisierung zurück zu einer deutschen Metropole als "Gentrifizierung" ablehnt. Das ist mental so tief drin, die Jahrzehnte der politischen und gesellschaftlichen Umerziehung, mich erschreckt vorallem dass es nicht wenige junge Leute meiner Generation gibt die immer noch den "Klassenfeind" im Kopf haben.

    Wenigstens einer erwähnt die Siegermächte. Es wird ja gar so getan als wäre das alles in den Händen der Deutschen gelegten, von wegen Wiedervereinigung und so. Deutschland, ganz Deutschland, war auch 1989 noch ein besetztes Land! Und die Aliierten hatten in allem das letzte Wort. Das mögen sie bei Alltagsfragen nicht mehr genutzt haben, wozu sich mit lästigen Kleinigkeiten befassen, aber das war doch immer im Hintergrund. Und bei wichtigen Dingen ging es in Bonn nie ohne einen Anruf in London, Paris oder zumindest Washington, in Berlin (Ost) nie ohne einen Anruf in Moskau. Ist doch alles bekannt und erforscht, historisch belegt. Hätten die Siegermächte nicht mitgespielt gäb es heute noch eine Deutsch-Deutsche-Grenze. Und angesichts des neuen Großmachtgehabes der Russen könnte es durchaus wieder einen Kalten Krieg auf Sparflamme geben - man sieht ja an der Ostalgie wie sich unsere Mitbürger im Ostern gegen ihre westlichen Brüder und Schwestern aufstacheln lassen. Und Berlin schaut ja heute noch in weiten Teilen wie eine sowjetische Metropole aus, "Betonchic", worauf man dort ja auch stolz ist und jede Reurbanisierung zurück zu einer deutschen Metropole als "Gentrifizierung" ablehnt. Das ist mental so tief drin, die Jahrzehnte der politischen und gesellschaftlichen Umerziehung, mich erschreckt vorallem dass es nicht wenige junge Leute meiner Generation gibt die immer noch den "Klassenfeind" im Kopf haben.

  6. Ich weiss nicht ob das eine Glosse ist? Wenn nicht dann grenzt das meiner Meinung nach an Realitätsverlust. Das mag nicht unser "gefühltes" und tradiertes Geschichtsbild sein, aber weder die Leipziger haben die Einheit erzwungen, noch Kanzler Kohl ermöglicht. Es war einzig die globale Euphorie über das Ende des Kalten Krieges die die Regierungen der Westmächte gezwungen hat dem zuzustimmen (besonders in Paris und London hat man keinen Hehl daraus gemacht dass man die Teilung gerne beibehalten würde - nur die Amerikaner waren versöhnlich). Und nicht zuletzt der Kollaps Russlands, man hatte andere Sorgen.

    Und nicht nur war das ein Moment der so einmalig war dass es fahrlässig gewesen wäre auch nur eine Sekunde zu zögern oder mehr "Orga-Kram" als notwendig zu machen (a lá neue Verfassung, bloß damit jetzt "Verfassung" anstatt "Grundgesetz" über Artikel 1 steht...). Und es gab auch ganz andere drängende Probleme, wie sicherzustellen dass die Stromversorgung in der DDR nicht kollabiert. Der Ostblock ist ja von innen kollabiert und wurde nicht von der Bevölkerung aufgelöst, das kam dann hinzu.

    Wir müssen froh sein dass es funktioniert hat und endlich mit der Rückwärtsgewandtheit aufhören, ja ich bin für "Schlußstriche", ganz viele. Wir haben in der Gegenwart genug Probleme. Zumal wir alles Deutsche sind, wir machen aus Ostalgie und deutscher Kleinstaaterei das was Stalin und SED nie geschafft haben freiwillig: die mentale Spaltung des deutschen Volkes zu unserem Schaden.

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    Schön, daß Sie nochmal auf den historischen Glücksfall für uns Deutsche hinweisen.

    recht hat, hat es recht!

    Schön, daß Sie nochmal auf den historischen Glücksfall für uns Deutsche hinweisen.

    recht hat, hat es recht!

  7. Wenigstens einer erwähnt die Siegermächte. Es wird ja gar so getan als wäre das alles in den Händen der Deutschen gelegten, von wegen Wiedervereinigung und so. Deutschland, ganz Deutschland, war auch 1989 noch ein besetztes Land! Und die Aliierten hatten in allem das letzte Wort. Das mögen sie bei Alltagsfragen nicht mehr genutzt haben, wozu sich mit lästigen Kleinigkeiten befassen, aber das war doch immer im Hintergrund. Und bei wichtigen Dingen ging es in Bonn nie ohne einen Anruf in London, Paris oder zumindest Washington, in Berlin (Ost) nie ohne einen Anruf in Moskau. Ist doch alles bekannt und erforscht, historisch belegt. Hätten die Siegermächte nicht mitgespielt gäb es heute noch eine Deutsch-Deutsche-Grenze. Und angesichts des neuen Großmachtgehabes der Russen könnte es durchaus wieder einen Kalten Krieg auf Sparflamme geben - man sieht ja an der Ostalgie wie sich unsere Mitbürger im Ostern gegen ihre westlichen Brüder und Schwestern aufstacheln lassen. Und Berlin schaut ja heute noch in weiten Teilen wie eine sowjetische Metropole aus, "Betonchic", worauf man dort ja auch stolz ist und jede Reurbanisierung zurück zu einer deutschen Metropole als "Gentrifizierung" ablehnt. Das ist mental so tief drin, die Jahrzehnte der politischen und gesellschaftlichen Umerziehung, mich erschreckt vorallem dass es nicht wenige junge Leute meiner Generation gibt die immer noch den "Klassenfeind" im Kopf haben.

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    "Und Berlin schaut ja heute noch in weiten Teilen wie eine sowjetische Metropole aus, "Betonchic", worauf man dort ja auch stolz ist und jede Reurbanisierung zurück zu einer deutschen Metropole als "Gentrifizierung" ablehnt."

    Wie sieht denn Ihrer Meinung nach eine "deutsche Metropole" aus? Gibt es da Standard-Vorgaben, die ich noch nicht kenne? Haben Sie sich tatsächlich schonmal in Ost-Berlin umgeschaut? Ich selbst habe in beiden Teilen der Stadt jeweils mehrere Jahre gelebt und kann diese Äußerung nicht bestätigen.
    Wie soll es praktisch umsetzbar sein, alle Plattenbauten direkt abzureißen? In diesen Häusern leben Menschen, die man nicht einfach von jetzt auf gleich in andere Gebäude umsiedeln kann!
    Und wenn wir schon beim Beispiel Berlin sind: Dann müsste man das Märkische Viertel und ähnliche Siedlungen im Westen der Stadt gleich mit niederwalzen.

    "Und Berlin schaut ja heute noch in weiten Teilen wie eine sowjetische Metropole aus, "Betonchic", worauf man dort ja auch stolz ist und jede Reurbanisierung zurück zu einer deutschen Metropole als "Gentrifizierung" ablehnt."

    Wie sieht denn Ihrer Meinung nach eine "deutsche Metropole" aus? Gibt es da Standard-Vorgaben, die ich noch nicht kenne? Haben Sie sich tatsächlich schonmal in Ost-Berlin umgeschaut? Ich selbst habe in beiden Teilen der Stadt jeweils mehrere Jahre gelebt und kann diese Äußerung nicht bestätigen.
    Wie soll es praktisch umsetzbar sein, alle Plattenbauten direkt abzureißen? In diesen Häusern leben Menschen, die man nicht einfach von jetzt auf gleich in andere Gebäude umsiedeln kann!
    Und wenn wir schon beim Beispiel Berlin sind: Dann müsste man das Märkische Viertel und ähnliche Siedlungen im Westen der Stadt gleich mit niederwalzen.

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