World Giving Index Geben macht glücklich!
Spenden, Freiwilligenarbeit und Nachbarschaftshilfe kann das Leben bereichern und das Wohlempfinden verbessern. Die Ergebnisse des "World Giving Index" als Infografik.

Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen
Wer sich um seinen Nächsten sorgt, lebt glücklicher. In dieser Phrase steckt offenbar mehr Wahrheit als viele denken. Spenden für wohltätige Zwecke, Freiwilligenarbeit oder auch Hilfe für den Nachbarn empfinden viele zunächst als Last. Aber es kann auch das Leben bereichern. Eine internationale Studie kommt zu dem Ergebnis: Wo die Hilfe für den anderen einen hohen Stellenwert hat, da fühlen sich die Menschen insgesamt besser. Das zeigt der World Giving index 2010.
Dieser Geber-Index ist ein von der britischen Charities Aid Foundation ermittelter Wert. Er gibt den Durchschnitt der Ja-Antworten auf die folgenden drei Fragen an: 1. Haben Sie im vergangenen Monat Geld für einen wohltätigen Zweck gespendet? 2. Haben Sie Ihre Zeit freiwillig einer sozialen Organisation zur Verfügung gestellt? 3. Haben Sie einem wildfremden Menschen geholfen?
Weiterer Indikator ist der Wohlfühl-Index. Dafür sollten die Befragten angeben, auf welcher Stufe einer Leiter mit den Sprossen 0 bis 10 sie sich einordnen würden. Dabei bezeichnet 10 das bestmögliche Leben. In Deutschland zum Beispiel beträgt der Wohlfühl-Index 6,7. Im vergangenen Monat haben 49 Prozent der Menschen gespendet, 28 Prozent ehrenamtlich gearbeitet, 56 Prozent einem Fremden geholfen – das ergibt 44 auf dem Geber-Index, weltweit Rang 18.
Die Infografik zeigt, wie Geber- und Wohlfühlindex sich weltweit verteilen.
In fast allen Regionen der Welt sind die Menschen hilfsbereit:
Westeuropa
: In West- und Südeuropa wird in sehr unterschiedlichem Ausmaß gespendet: von 8 Prozent (Griechenland) bis 83 Prozent (Malta).
Nordamerika
:
67 Prozent der Menschen in den USA und Kanada haben Fremden geholfen – Weltspitze. Beim Spenden steht die Region auf Platz 2.
Ozeanien
:
Down under wird am meisten gespendet und ehrenamtlich gearbeitet. Der Geber-Index von 57 ist der größte weltweit.
Naher Osten: In Nordafrika und Westasien ist die persönliche Hilfsbereitschaft sehr ausgeprägt, mit Geld hilft man nicht so gern (Ausnahme: Marokko).
Osteuropa: Im ehemaligen Ostblock ist die Stimmung schlecht, und man gibt auch nur zögerlich: In 7 Ländern spenden weniger als 10 Prozent.
Lateinamerika: Trotz manchmal widriger Lebensumstände schätzen die Latinos ihre Situation gut ein (Ausnahme: Haiti). Persönliche Hilfe steht hoch im Kurs.
Ostasien: Hongkong-Chinesen spenden zu 70 Prozent, im großen Mutterland sind es nur 11 Prozent. Auch Freiwilligenarbeit ist in China unbeliebt.
Südostasien: Im Süden und Südosten Asiens ist die Hilfsbereitschaft sehr gering ausgeprägt. Sri Lanka und Laos stechen in allen Kategorien positiv hervor.
Süddliches Afrika: Wem es schlecht geht, der hat auch nicht viel Geld für andere übrig. Aber man hilft einander: Liberia und Sierra Leone sind Weltspitzenreiter.
Weitere Infografiken der Serie "Wissen in Bildern" finden Sie hier .
- Datum 27.09.2010 - 14:52 Uhr
- Serie Wissen in Bildern
- Quelle DIE ZEIT, 23.09.2010 Nr. 39
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








vermutlich, die Ausreißer Griechenland, Brasilien, Großbritannien und Sri Lanka mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Warum ist dort der empirisch ermittelte Zusammenhang zwischen Geben und Glücklichsein weniger ausgeprägt als in anderen Ländern?
Eigentlich kommen ja nur die folgenden Möglichkeiten in Frage: A) Es wird zwar viel gegeben, aber äußere Umstände (z. B. Krieg, Vertreibung, Naturkatastrophen) führen trotzdem dazu, daß viele Menschen eher unglücklich sind. B) Es wird zwar wenig gegeben, aber die Menschen haben auch andere Möglichkeiten, ihr Glücksempfinden zu steigern (Griechischer Wein? Brasilianischer Karneval?).
Oft begegne ich Menschen die gerne helfen / geben würden... jedoch Nichts unternehmen um diesen Konjunktiv in taten umzusetzen. Gründe dafür scheint es zahlreiche zu geben: Fehlende Inspiration, Vergesslichkeit, zu beschäftigt sein, Zweifel ob bspw. Geldspenden wirklich ankommen, etc.
Das sind sicherlich durchaus berechtigte Gründe, doch nicht wenn man unter "Geben" versteht die Welt durch seine Taten einfach etwas besser zu machen... und das muss nicht unbedingt immer eine Spende sein.
In Wirklichkeit geben wir jeden Tag: Ein Lächeln gibt Freude, ein ermuntertes Wort gibt Hoffnung und ein Lob gibt Selbstbewusstsein. Charity starts at home - damit dürfen wir nicht sparen. Positive Taten erzeugen positive Reaktionen; Gelegenheiten bieten sich ständig und überall. Wir müssen Werte wie Altruismus und Empathie wieder mehr revitalisieren und leben... zu unser Aller Wohl. Wir leben in einer globalen Gesellschaft die mehr und mehr zusammen rückt; im Gegenzug dürfen wir uns nicht von unseren Mitmenschen distanzieren.
Für wenn es zu "abstrakt" scheint einer Person in Not auf der anderen Seite der Welt zu helfen, der kann dennoch seinen Beitrag leisten: durch positives Leben und gute Taten im Alltag; seien sie noch so klein, sie machen einen Unterschied.
Für Inspiration lade ich hiermit herzlich ein doogoood.com beizutreten:
DooGoood ist eine soziale Bewegung zur Förderung des aktiven sozialen Engagements des Einzelnen als Teil der globalen Gesellschaft: Do Small. Change Big.
Kann es sein, dass hier eine (bei der Interpretation von Statistiken häufig anzutreffende) fehlerhafte Schlussfolgerung vorliegt? Dass nicht "Geben glücklich macht", sondern dass glückliche Menschen eher zum Geben neigen? War ja mal nur 'ne Frage!
Ich denke das ist eine sehr berechtigte Frage die sicher in vielen Fällen Berechtigung hat - was war zuerst, das Huhn oder das Ei? Letztlich mag die Tatsache glücklich zu sein sicher das Geben "vereinfachen"... andererseits stimmt es aber auch dass zu Geben bzw. Gutes zu tun sich gut anfühlt und damit glücklich macht (ob dauerhaft oder temporär).
Von welcher Seite man es auch betrachtet, für den Empfänger ist das "Gegebene" immer ein schönes Geschenk!
Ich denke das ist eine sehr berechtigte Frage die sicher in vielen Fällen Berechtigung hat - was war zuerst, das Huhn oder das Ei? Letztlich mag die Tatsache glücklich zu sein sicher das Geben "vereinfachen"... andererseits stimmt es aber auch dass zu Geben bzw. Gutes zu tun sich gut anfühlt und damit glücklich macht (ob dauerhaft oder temporär).
Von welcher Seite man es auch betrachtet, für den Empfänger ist das "Gegebene" immer ein schönes Geschenk!
Ich denke das ist eine sehr berechtigte Frage die sicher in vielen Fällen Berechtigung hat - was war zuerst, das Huhn oder das Ei? Letztlich mag die Tatsache glücklich zu sein sicher das Geben "vereinfachen"... andererseits stimmt es aber auch dass zu Geben bzw. Gutes zu tun sich gut anfühlt und damit glücklich macht (ob dauerhaft oder temporär).
Von welcher Seite man es auch betrachtet, für den Empfänger ist das "Gegebene" immer ein schönes Geschenk!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren