Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen © Christoph Drösser

Wer sich um seinen Nächsten sorgt, lebt glücklicher. In dieser Phrase steckt offenbar mehr Wahrheit als viele denken. Spenden für wohltätige Zwecke, Freiwilligenarbeit oder auch Hilfe für den Nachbarn empfinden viele zunächst als Last. Aber es kann auch das Leben bereichern. Eine internationale Studie kommt zu dem Ergebnis: Wo die Hilfe für den anderen einen hohen Stellenwert hat, da fühlen sich die Menschen insgesamt besser. Das zeigt der World Giving index 2010.

Dieser Geber-Index ist ein von der britischen Charities Aid Foundation ermittelter Wert. Er gibt den Durchschnitt der Ja-Antworten auf die folgenden drei Fragen an: 1. Haben Sie im vergangenen Monat Geld für einen wohltätigen Zweck gespendet? 2. Haben Sie Ihre Zeit freiwillig einer sozialen Organisation zur Verfügung gestellt? 3. Haben Sie einem wildfremden Menschen geholfen?

Weiterer Indikator ist der Wohlfühl-Index. Dafür sollten die Befragten angeben, auf welcher Stufe einer Leiter mit den Sprossen 0 bis 10 sie sich einordnen würden. Dabei bezeichnet 10 das bestmögliche Leben. In Deutschland zum Beispiel beträgt der Wohlfühl-Index 6,7. Im vergangenen Monat haben 49 Prozent der Menschen gespendet, 28 Prozent ehrenamtlich gearbeitet, 56 Prozent einem Fremden geholfen – das ergibt 44 auf dem Geber-Index, weltweit Rang 18.

Die Infografik zeigt, wie Geber- und Wohlfühlindex sich weltweit verteilen.

In fast allen Regionen der Welt sind die Menschen hilfsbereit:

Westeuropa : In West- und Südeuropa wird in sehr unterschiedlichem Ausmaß gespendet: von 8 Prozent (Griechenland) bis 83 Prozent (Malta).

Nordamerika : 67 Prozent der Menschen in den USA und Kanada haben Fremden geholfen – Weltspitze. Beim Spenden steht die Region auf Platz 2.

Ozeanien : Down under wird am meisten gespendet und ehrenamtlich gearbeitet. Der Geber-Index von 57 ist der größte weltweit.

Naher Osten: In Nordafrika und Westasien ist die persönliche Hilfsbereitschaft sehr ausgeprägt, mit Geld hilft man nicht so gern (Ausnahme: Marokko).

Osteuropa: Im ehemaligen Ostblock ist die Stimmung schlecht, und man gibt auch nur zögerlich: In 7 Ländern spenden weniger als 10 Prozent.

Lateinamerika: Trotz manchmal widriger Lebensumstände schätzen die Latinos ihre Situation gut ein (Ausnahme: Haiti). Persönliche Hilfe steht hoch im Kurs.

Ostasien: Hongkong-Chinesen spenden zu 70 Prozent, im großen Mutterland sind es nur 11 Prozent. Auch Freiwilligenarbeit ist in China unbeliebt.

Südostasien: Im Süden und Südosten Asiens ist die Hilfsbereitschaft sehr gering ausgeprägt. Sri Lanka und Laos stechen in allen Kategorien positiv hervor.

Süddliches Afrika: Wem es schlecht geht, der hat auch nicht viel Geld für andere übrig. Aber man hilft einander: Liberia und Sierra Leone sind Weltspitzenreiter.

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