DIE ZEIT: Haben Sie eigentlich Prüfungsangst, Herr Kahn?

Oliver Kahn:(lacht) Also, wenn ich eins gelernt habe in meinem Leben, dann ist es, mit Druck umzugehen. Aber ich war auch früher in der Schule keiner, der in solchen Situationen panisch war. Zumal: Man kann ja etwas dagegen tun: Das Beste ist immer, man ist gut vorbereitet.

ZEIT: In welchem Semester sind Sie?

Kahn: Im dritten, Regelstudienzeit sind vier. Mal schauen, ob ich das schaffe. Aber fünf Semester wären auch noch okay.

ZEIT: Bei einem MBA-Studium sollen alle wesentlichen Managementfähigkeiten vermittelt werden. Die Anforderungen dabei sind extrem hoch. Warum tun Sie sich das an?

Kahn: Zwei Dinge waren ausschlaggebend. Erstens: Wenn man unternehmerisch tätig werden will, kann man sich nicht darauf beschränken, irgendwann mal ein guter Torwart gewesen zu sein. Und zweitens: Ich hatte mir eine Auszeit gegönnt. Aber irgendwann, wenn man auf jedem Golfplatz und an jedem Strand gewesen ist, wird einem langweilig. Ich habe gemerkt, dass ich eine vernünftige Aufgabe brauche und mich weiterentwickeln möchte.

ZEIT: Ist das Ende einer Sportlerlaufbahn hart?

Kahn: Natürlich. Man muss sich völlig neu erfinden. Ich habe mich gefragt: Will ich ewig ein Fußballer sein, der von der Vergangenheit lebt? Oder möchte ich weitermarschieren, in eine neue Zukunft? Ich habe mich für den Neuanfang entschieden.

ZEIT: Wie läuft das Studium ab?

Kahn: Es ist ein semivirtuelles Studium. Das heißt, 15 Tage pro Semester bin ich vor Ort an der Uni in Salzburg, übrigens in wunderschöner Umgebung am See gelegen. Den Rest der Zeit nutzen wir Studenten eine hochmoderne Internetplattform. Dort wird der Stoff bereitgestellt, den man sich erarbeiten muss. Außerdem kann man darüber mit den Kommilitonen und Dozenten kommunizieren oder auch in Gruppen arbeiten.

ZEIT: Wie viele Stunden am Tag studieren Sie?

Kahn: Ich habe mir kein bestimmtes Quantum auferlegt. Vielleicht wäre es vernünftig, kontinuierlich vormittags zwei und nachmittags zwei Stunden den Stoff durchzugehen. Aber ich richte mich eher nach den Abgabeterminen für die Studienarbeiten. Es gibt also intensivere und weniger intensive Phasen. Im Moment ist so viel zu tun, dass ich eigentlich acht Stunden am Tag arbeiten müsste. Die meisten meiner Kommilitonen machen diesen MBA parallel zu ihrem Beruf – es ist mir ein Rätsel, wie sie das schaffen. Davor ziehe ich wirklich den Hut. Ich habe ja den Vorteil, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann.