Geert WildersIch, Retter des AbendlandsSeite 2/3

»Der Islam«, doziert Wilders, »ist eine gewalttätige Ideologie«

Ihre bisherige Haupterrungenschaft ist es, eine regelrechte Suböffentlichkeit zum traditionellen Mediendiskurs geschaffen zu haben. In Deutschland ist es vor allem die Plattform Politically Incorrect des ehemaligen Sportlehrers Stefan Herre, die Nachrichten, Filme und Termine »gegen die Islamisierung Europas« bündelt. Die Gesamtzahl der Seitenaufrufe liegt laut Eigenzählung bei knapp 108 Millionen, etwa 75.000 User tummeln sich demnach jeden Tag auf der Seite, die sich selbst als »größtes Blog Europas« bezeichnet. Mitte Juli empfing Geert Wilders Herre zusammen mit René Stadtkewitz in seinem Büro in Den Haag. »Wilders unterstrich in dem Gespräch die Bedeutung Deutschlands für die Geert Wilders Allianz für die Freiheit«, berichtete Politically Incorrect nach dem Besuch. Jetzt also Berlin.

»Das Thema Internationalisierung haben wir noch gar nicht im Blick«, wehrt René Stadtkewitz ab. »Und wir werden auch bestimmt nicht mit Geert-Wilders-Fanschals dastehen, wenn er spricht. Wir wollen mit ihm reden. Kritisch reden.«

Man muss diese neue Bewegung an ihrem Anspruch messen, eine Avantgarde der Aufklärung zu sein. Sie mitsamt den Le Pens und Haiders dieser Welt als Rechtspopulisten abzuhaken greift zu kurz. Natürlich zieht der Schlachtruf »Islam = Böses«, siehe die Sarrazin-Debatte, Dumpfheit und Ressentiment an. Aber Wilders und Stadtkewitz versichern, Rassisten weder zu sein noch sie in ihrer Bewegung zu dulden. »Wir sind keine Freunde jener Parteien und Politiker quer durch Europa, die mit uns Kontakt aufnehmen wollen«, beteuert Wilders.

Das mag aufrichtig sein, aber es bleibt ein bestenfalls naiver Anspruch angesichts des ganz eigenen Extremismus, den diese neue Internationale produziert. Vielleicht nennt man ihn am besten einen Absolutismus des Verdachts. Die Wilderisten verurteilen den Islam in der Tat völlig unabhängig von Aussehen und Herkunft seiner Anhänger. Sie halten nicht den Menschen für unveränderlich, sondern eine angeblich im Mittelalter zurückgebliebene Weltanschauung. Sie werfen dem New Yorker Moscheegründer seinen Glauben genauso vor wie dem indonesischen Imam und dem türkischen Gemüsehändler. Sie würden, kurzum, am liebsten eine Religion einstampfen, der weltweit etwa 1,5 Milliarden Menschen angehören – und in der durchaus ein Kampf der Reformer gegen die Traditionalisten tobt. Aber Modernisierungsmöglichkeiten passen nicht ins Weltbild der Islamgegner. Sie betrachten diesen Glauben eher als ansteckende Krankheit.

In einem Interview mit dem australischen Nach- richtensender SBS sagte Geert Wilders, er lehne Immigration aus sämtlichen muslimischen Ländern ab, also aus allen Staaten, die mehrheitlich von Muslimen bewohnt seien.

Rückfrage des Moderators: Auch die von Christen aus dem Libanon oder Juden aus Ägypten?

Antwort Wilders: Auch die, denn die Fakten bewiesen nun einmal, dass dort, wo die islamische Kultur dominiere, die Freiheit unterentwickelt sei.

Leserkommentare
  1. "Dass in Berlin ein Aktionsbündnis gegen Rechtspopulismus zur Wilders-Gegendemo aufgerufen hat, erscheint in solchen Momenten dann doch beruhigend."

    Frage aus dem Tagesspiegel, die ich gerne beantwortet hätte!

    "Zudem ist es doch seltsam, warum das Bündnis in dieser Massivität nicht zuweilen - nach hektischer Recherche und Mobilisierung - auch dort auftaucht, wo Hassprediger allen Ungläubigen, also nicht nur Wilders, sondern auch ihnen, den Tod wünschen, sei es in Hinterzimmern, sei es, zum Beispiel beim Israel feindlichen Al-Quds-Tag auf offener Straße."
    http://www.tagesspiegel.d...

    Oder noch besser, was macht dieses dubiose Bündnis gegen solche Zustände an deutschen Schulen, wo islamischer Psychoterror an der Tagesordnung ist? Siehe hier:

    http://www.tagesspiegel.d...

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    ist es nicht das Gleiche. Zumindest nicht in Deutschland.

  2. ...gibt es leider überall und auf allen Seiten. Dass er keinen deut besser ist als das, was er zu bekämpfen vorgibt, scheint ihm und seinen Anhängern nicht aufzuleuchten.
    Der Führer und seine Bewegung bestärken sich gegenseitig in Ihrer Massenpsychose. Da ist kein klares Denken zu erwarten.

    (Ist eigentlich schon mal irgendwem aufgefallen, das G.W. große Ähnlichkeit mit Gustav Gans aufweist... ;-) ?)

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    • joG
    • 01. Oktober 2010 14:39 Uhr

    ....bekämpft ist da die Frage. Zwar finde ich seine Positionen nicht gut und zum Teil sehr fragwürdig. Muslime sind nicht zwangsweise Islamisten und schon gar nicht sind sie immer Terroristen; und jemandem zu verbieten ein Kopftuch zu tragen ist entsetzlich in einer Gesellschaft, das die Kippa erlaubt. Auf der anderen Seite bekämpft er Leute, die Kinderbomben benutzen um am Markttag die Reihen zu lichten, Frauen auspeitschen, weil sie leicht bekleidet sind oder, die Steinigungen und Enthauptungen als legitime Mittel des Rechts einsetzen. Diese Dinge finde ich schlimmer.

    • Andre69
    • 01. Oktober 2010 12:13 Uhr

    Ich bin wirklich Fassunglos über diese Hetz Propaganda gegen Geert Wilders!
    Er ist ein in Holland DEMOKRATISCH gewählter Politiker!
    Eigentlich müsste Merkel ihm den Roten Tepich ausbreiten!
    Das erinnert stark an die Hexenjgd bei Sarrazin, was die "Zeit" schreibt..vieleicht sollte sich die Zeit in "mittelalter" umbenennen!
    Millionen würden auch hierzulande Wilders wählen.
    Selbst ich als Migrant würde Wilders wählen und auch viele Migranten, die keine Moslems sind, haben ihn in Holland gewählt!
    Also liebe Zeit "journalisten" oder besser Islam Hörige!
    Es wird zeit für OBJEKTIVE Respektvolle Kommentare mit Wahrheitsgehalt und nicht ihr Islam Höriges Wunschdenken!
    Und kein Absender unter ihren Beitrag?
    Schwach...

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    adolf hitler war auch demokratisch gewaehlt. le pen auch

    • cojoh
    • 07. Oktober 2010 12:09 Uhr

    die kurzen Kommentare sind ja doch meist die besten. Danke dafür.

    • Arrian
    • 01. Oktober 2010 12:14 Uhr

    Einerseits in der Welt herumtingeln und die eigene Ideologie verbreiten, es sich aber verbitten, selber kritisiert zu werden:

    http://www.telegraaf.nl/b...

    Mit dem Demokratieverständnis dieses Herrn scheint es wahrhaftig nicht weit her zu sein. Offenbar gilt die von ihm gerne beschworene Meinungsfreiheit nur für diejenigen, die seinen Thesen zustimmen.

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    • Neo Al
    • 01. Oktober 2010 19:19 Uhr

    "...Wenn in solch einem Sinn von „Meinungsfreiheit" geredet wird, geht es aber natürlich nicht um „Meinungsfreiheit", sondern darum, in einer diskursiven Konstellation einen Vorteil gegenüber Andersdenkenden zu erzielen. „Meinungsfreiheit" ist dann nicht die Grundlage, auf der argumentiert wird, sondern selbst ein Totschlagargument, das besonders dann gute Dienste leistet, wenn man selbst nicht in der Lage ist, plausibel und vernünftig zu argumentieren. Motto: Wer meine Meinung nicht teilt, beschneidet meine Meinungsfreiheit..."

    http://www.misik.at/texte...

    Von wegen Meinungsfreiheit...

  3. Jetzt können sich die Berliner doch mal selbst einen Eindruck von Herrn Wilders verschaffen. Warum denn nicht?

    • Andre69
    • 01. Oktober 2010 12:23 Uhr

    Ich bitte doch mal die Zeit Redaktion, mir zu erklären, warum ein Islam Kritiker, egal welcher Herkunft immer ein Rechtspopulist oder Rechtsradikaler sein soll?
    [...]

    Gekürzt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.

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    Ich bitte doch mal die Zeit Redaktion, mir zu erklären, warum ein Islam Kritiker, egal welcher Herkunft immer ein Rechtspopulist oder Rechtsradikaler sein soll?
    Von dem Islam Faschisten, die ganz Europa Tyrannisieren und der Grund der ganzen Probleme sind, liest man aber nicht..

    ist auch nicht politisch korrekt und unerwünscht-das linke Weltbild darf nicht in Frage gestellt werden

    • Hendrix
    • 01. Oktober 2010 14:49 Uhr

    Ich bitte doch mal (...), mir zu erklären, warum ein Islam Kritiker, egal welcher Herkunft immer ein Rechtspopulist oder Rechtsradikaler sein soll?

    Weil er eine Gruppe von Menschen, eine Religionsgemeinschaft, pauschal negativ über einen Kamm schert - als "Niederländer/Christ/Abendländer" die Angehörige des muslimischen Glaubens.
    Deshalb. Das ist rechtsradikal, denn Rechtsradikale verunglimpfen Bevölkerungsteile pauschal, ohne Rücksicht auf das individuell Menschliche. Jetzt könnte man sagen, er kritisiere nicht die Moslems, sondern den Islam, aber das ist unglaubwürdig, da er selber kein Moslem oder ehemaliger Moslem ist.

  4. über weite Strecken zwar als tendenziös aber nicht so demagogisch wie viele andere Polemiken.

    Völlig unakzeptabel ist allerdings die Begeisterung des Autors für eines dieser dubiosen "Aktiensbündnisse", mit denen Linksextremisten, Antideutsche und realitätsverweigernde Multikultianhänger Andersdenkende in ihrem Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit einzuschränken suchen.

    Henryk Broder hat diese Klientel zutreffend als "rote SA" bezeichnet, die sie keineswegs friedlich demonstriert, sondern "ungenehme" Veranstaltungen gewalttätig stört und zu verhindern sucht. Und jeder Arbeitnehmer sollte sich fragen, ob er mit seinen Beträgen auch weiterhin die Gewerkschaftsbonzen bezahlen will, die als Komplizen von Straftätern agieren.

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    der olle Antisemit taugt nun wirklich nicht als Vorbild. (Antisemit weil: Solche Heinis wie er rücken Israel und Juden in das denkbar schlechteste Licht.)

    "Ich finde den Beitrag über weite Strecken zwar als tendenziös aber nicht so demagogisch wie viele andere Polemiken."

    Ich schon. Allein wenn man sich die Überschrift ansieht, welche diesem Artikel vorangeht, erkennt man die Absicht des Autors.

    "Der niederländische Populist Geert Wilders sieht sich als geistiges Oberhaupt einer globalen Allianz gegen den Islam."

    Das soll doch suggerieren, daß Wilders eine Art Sektenführer ist, der mit seinem Kampf gegen den Islam irrationale und unbegründete Parolen und Ängste schürt. Warum wird nicht direkt darauf Bezug genommen, was Wilders tatsächlich gesagt hat? Das ist ein Fall Sarrazin 2.0.

    "Völlig unakzeptabel ist allerdings die Begeisterung des Autors für eines dieser dubiosen "Aktiensbündnisse", mit denen Linksextremisten, Antideutsche und realitätsverweigernde Multikultianhänger Andersdenkende in ihrem Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit einzuschränken suchen.

    Henryk Broder hat diese Klientel zutreffend als "rote SA" bezeichnet, die sie keineswegs friedlich demonstriert, sondern "ungenehme" Veranstaltungen gewalttätig stört und zu verhindern sucht."

    So ist es. Es ist nämlich diese Bewegung und nicht Wilders, die sich selbst in quasireligiöser Überzeugung die Weihen gibt, gegen Andersdenkende gewaltsam vorgehen und die Mitte der Gesellschaft als faschistisch und rassistisch diffamieren zu können, wenn es sich herausstellt, daß diese nicht bereit ist, die eigene linke Gesinnung und die Sprach- und Denktabus zu teilen.

    "So ist es. Es ist nämlich diese Bewegung und nicht Wilders, die sich selbst in quasireligiöser Überzeugung die Weihen gibt, gegen Andersdenkende gewaltsam vorgehen und die Mitte der Gesellschaft als faschistisch und rassistisch diffamieren zu können, wenn es sich herausstellt, daß diese nicht bereit ist, die eigene linke Gesinnung und die Sprach- und Denktabus zu teilen."

    Und bezeichnend ist zudem, daß allenfalls Außenseitermedien diesen offenkundigen Gesinnungsterror thematisieren, während Mainstreammedien wie der Spiegel diesen sogar noch befördern oder gar erst organisieren, indem sie die autonomen Sturmtrupps mit Insiderinformationen versorgen, damit diese am rechten Ort ihre Gewaltbereitschaft gegen Andersdenkende ausleben können. Das ist der eigentliche Skandal, daß sich die politische Klasse und deren journalistische Hilfstruppen autonomer Schlägerbanden bedienen, um Opposition unmöglich zu machen.

  5. Hollands Sehnsucht nach der Insel - , dieser Beitrag "romantisiert" mal wieder die Niederlande und die Überschrift ist faktisch falsch: Holland ist nur eine Provinz (ähnlich unserer Bundesländer), das Land heißt Niederlande.

    Die Niederlande hat grundsätzlich einen Minderwertigkeitskomplex. Sie sind klein, nichts ist besonders hier. Und wer in Holland lebt, weiß, das soziale Politik und Toleranz ausschließlich Worte sind, mit denen sich das Land nach außen hin präsentiert, mit der Realität im niederländischen Leben aber nicht viel zu tun haben.

    Dazu hat die Niederlande schlicht das gleiche Problem wie die BRD auch. In den letzten 20 Jahren wurde eine verheerende Politik gemacht, die das Volk bei den Wahlen letztendlich zu Wilders getrieben hat, der zwar auch nichts ändern wird, aber andere Dinge versprochen hat.

    Und abgesehen von dem grundsätzlichen Blödsinn, den André69 von sich gegeben hat, an einem Punkt hat er Recht.

    Wilders ist ein demokratisch gewählter Politiker. Und er nicht gerade eben die "5%-Hürde" übersprungen, sondern wurde von 15% der Wahlteilnehmer (nicht der Wähler oder der Niederländer, die Wahlbeteiligung war relativ gering) gewählt.

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    ich weiss nicht woher sie die weisheit nehmen das die niederlaender einen minderwertigkeitskomples haben sollten ? ich lebe bereits 40 jahre in nl und habe dies weder in der familie noch im freundes- und bekanntenkreis feststellen koennen. im gegenteil!!!!

    Und eben weil Wilders, so wie andere Fanatiker, ein Produkt der bestehenden Politik ist, weil er wiederspiegelt, wo die Politik in den Augen der Bürger versagt hat, gerade deshalb sollte Frau Merkel den Mund halten.
    War es nicht so, dass noch vor gar nicht langer Zeit ein Teil der deutschen begeistert einem Herrn Sarrazin zugejubelt haben?
    So etwas sollte zu denken geben.

    Die Niederländer, die Wilders nicht gewählt haben, sehen es übrigens größten Teils gelassen. Sie haben Erfahrung mit Emporkömmlingen, die mit extremen Ansichten auf Stimmenfang geben und dann im politischen Alltag untergehen, weil sie eben das nicht können, was eine politische Partei braucht: Sie können nicht das Gesamtbild erkennen und ihnen fehlt das Personalspektrum und die Kenntnis.

    Bitte nicht falsch verstehen, ich behaupte nicht, dass Merkel&Co gut machen, was sie tun, aber zumindest begreifen sie alle, dass Politik mehr ist als Islam-Hass oder, oder, oder.

    Und genau das wird Wilders Partei ebenfalls den Kopf kosten. Immer mit der Ruhe.

    Auch wenn einige völlig Verblendete das Ende des Abendlandes schon direkt vor der Haustür stehen sehen: Noch immer gibt es in Deutschland ebenso wie in Holland eine Mehrheit von Menschen, die ein deutlich differenzierteres Bild haben.

    • J.E.B.
    • 01. Oktober 2010 13:55 Uhr

    Korrektur: "Holland" sind zwei Provinzen (um Amsterdam herum).

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