Energie Verheizte Zukunft
Strom aus Biomasse führt zu noch mehr Raubbau an der Natur – vor allem in den Entwicklungsländern.
© Andreas Rentz/Getty Images

Das Vattenfall-Kohlekraftwerk Reuter West in Berlin. Im geplanten Kraftwerk Klingenberg will der Energiekonzern Holzschnitzel aus Liberia verfeuern
Als der schwedische Energiekonzern Vattenfall im März 2009 das Aus für ein neues Steinkohlekraftwerk in Berlin bekannt gab, hatten die Umwelt- und Klimaschützer Grund zum Jubeln. Doch auch mit dem Nachfolgeprojekt können sich viele Ökologen nicht anfreunden. Jetzt nämlich will Vattenfall am Standort des alten, mit Braunkohle betriebenen Heizkraftwerks Klingenberg zwei Biomasse-Kraftwerke bauen.
Um den Heißhunger der neuen Anlagen zu stillen, reichen geschredderte Weihnachtsbäume, Waldrestholz und Landschaftspflegematerial aus der Region längst nicht aus. Deshalb will Vattenfall im großen Stil Holzhackschnitzel importieren.
Dass der Konzern dabei als Lieferant ausgerechnet das von Korruption geplagte westafrikanische Liberia im Blick hat, werten Umweltschützer und Menschenrechtler als Kampfansage. Außerdem wollen die Schweden in den ebenfalls nicht unumstrittenen großflächigen Anbau von Energiehölzern einsteigen, sogenannte Kurzumtriebsplantagen. Weil diese Plantagen oft auf – für die Landwirtschaft nur bedingt geeigneten – »Grenzertragsstandorten« entstehen sollen, fürchten Naturschützer um letzte Refugien für Arten, die in den intensiv bewirtschafteten Agrarwüsten keine Chance mehr haben.
Möbel-, Bau- und Papierindustrie könnten das Nachsehen haben
Eigentlich gilt Biomasse als Königsweg des Klimaschutzes . Denn verbrannt wird ja, zumindest in der Theorie, nur das, was zuvor gewachsen ist. »Klimaneutralität« heißt das Zauberwort. Als Motor regionaler Wirtschaftsentwicklung wird Biomasse auch von konservativen Politikern geschätzt. In Berlin will Vattenfall in insgesamt drei Biomasse-Heizkraftwerken rund eine Million Tonnen Holzhackschnitzel jährlich verbrennen und in umweltfreundlichen Strom plus Fernwärme umwandeln. Vattenfall hat dem Berliner Senat zugesichert, auf diese Weise die Emissionen in der Hauptstadt bis 2020 im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu halbieren.
Der heikle Deal mit Liberia wirft ein Schlaglicht auf den hart umkämpften Holzmarkt, auf dem immer mehr Akteure um einen knappen Rohstoff wetteifern. Zu den traditionellen Nutzern von Wald- und Resthölzern wie der Möbelindustrie, der Bau- und Holzwerkstoffindustrie sowie der Papier- und Zellulosehersteller ist die vom Staat mit diversen Förderinstrumenten gepäppelte Biomasse-Branche hinzugekommen. Nicht nur Vattenfall, sondern auch andere Energieversorger wie RWE sind in großem Stil in den Markt eingestiegen.
Die drohende Rohstofflücke mit Importen aus Entwicklungsländern zu füllen, hält Arno Frühwald vom Institut für Holztechnologie und Holzbiologie der Universität Hamburg für den falschen Weg. Die Exportländer seien dann womöglich gezwungen, mehr fossile Energieträger zu verbrennen – was die Klimaziele konterkarierte. Außerdem bedrohe das zunehmende Verheizen von Waldholz die Versorgung der deutschen Holzindustrie und gefährde so ihre globale Führungsposition.
Im Hafen der liberianischen Stadt Buchanan türmen sich derweil schon die Hackschnitzel-Halden. Im Frühjahr hatte die schwedische Muttergesellschaft Vattenfall AB einen Vertrag mit der niederländischen Firma Buchanan Renewables (BR) geschlossen. Er sieht in einem Zeitraum von fünf Jahren die Lieferung von einer Million Tonnen gehäckselter Gummibäume aus liberianischen Plantagen vor. Biomasse-Kraftwerke des Konzerns in Skandinavien, Polen und Deutschland sollen damit gefüttert werden.
- Datum 01.10.2010 - 17:16 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.09.2010 Nr. 40
- Kommentare 9
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Gehen mit diesem Schwachsinn den Leuten nicht bald mal die Augen auf?
Die "Erfindung" der fossilen Brennstoffe vor ~200 Jahren ist doch nicht aus purer Bosheit der "unschuldigen Natur" gegenüber erfolgt, das läßt sich in guten Ökologiebüchern klipp und klar nachlesen.
"Nachwachsende" Rohstoffe haben selbstverständlich etwas mit Druck auf die Landschaft zu tun. Das ist heute nicht anders als in vergangenen Jahrhunderten. Und wenn man den Energiekonsum einer industriellen Zivilisation zum Maßstab macht, ist die Bettdecke selbstverständlich zu kurz, egal an welcher Eckeman zieht.
Die Hackschnitzelaus Liberia sind da natürlich eine hervorragende Idee.
Feuerholz als Welthandelsgut? Man lernt nie aus.......
"Eigentlich gilt Biomasse als Königsweg des Klimaschutzes."
Das ist ja ganz neu. Der Selbstbetrug ist wohl der größte.
Schauen Sie sich mal die Biogasanlagen in Niedersachsen an und die Untersuchungen vom NABU dazu.!!!!
Versuch und Irrtum sind die Wegzeiger in die Energie-
zukunft. Deutsche Energieversuche könnten sich als
grandios teure Irrtümer heraus stellen.
Solange die Ökoinstitute die Scene beherrschen wird es
immer teurer: Solarstrom von deutschen Dächern, Windstrom
braucht Speicher und Übertragungleitungen und Ersatzkraft-
werke für Flauten. Die neuen Windparks vor der Küste Eng-
lands haben Nutzungszeiten von nur 25% der geplanten Leistung. Bitte prüfen (Googel).
Jede Generation baut ihe Pyramiden.
Wir können die Renten, Arbeitslose, die Gesundheit, die
Bildung nicht finazieren sind aber im siebten Ökohimmel,
wenn wir die nächsten 2o Jahre 1oo Mrd. Euro für Solar-
strom ausgeben dürfen.
Auf unsere Demonstranten lauern noch viele Themen
Der Artikel ist höchstens ein Pladoyer gegen Großkonzerne, nicht gegen Biomasse an sich. Verfeuert ein Bauer sein Maisstroh in seinem kleinen Blockkraftwerk um den Stall zu heizen und ein bisschen Strom isses OK aber sobald RWE oder Vattenfall in Spiel kommen. Tja.
Deshalb das Kind mit dem Bad auszuschütten wie einige meiner Vorposter hier ist mit Verlaub Bullshit.
Die Umweltschutzverbände sehen Nutzbiomasseanbau kritisch und wollen lieber wieder den Zustand in Deutschland wie vor 1000 Jahren? RÜckzugsgebiete für die Natur? An die Bauern denen man damit Verdienst nimmt denkt keiner und was die werten Herren darüberhinaus nicht bedenken ist das ein klassicher Niederwald der alle 10 - 20 Jahre geerntet wird in der REgel ökologisch wertvoller ist als ein Bannwald den keiner mehr anrührt. Kann man in Dänemark nachfragen. Stichwort Langeland. Mich erinnert die Diskussion an die bei Kleinwasserkraftwerken von Umweltschützer die CO2 freie Energie fördern gegen solche die die Flüsse renaturiren wollen stehen.
Dabei verlieren beide und die Energiemultis gewinnen.
Und was soll die Heulerei über all das Geld das REdten, Bildung etc fehlt? Vielleicht sollre man mal über die 165 Milliarden nachdenken die den Multis als Kernkraftförderung zur Forschung und Entwicklung man hat zukommen lassen in den letzten Jahrzehnten. JEtzt haben wir kein Geld mehr für Phozovolatik um unsere REnten zu sichern. Wir haben ja billigen Atomstrom. Gell.
Die Frage hier ist ja, ob das wirklich ein Grund zum Jubeln ist; schließlich sind neue Kraftwerke typischerweise um einiges effizienter.
Gesetzt den Fall der liberianische Urwald bleibt unangetastet und es wird nur Holz von Gummibaum-Plantagen exportiert, die hinterher neu aufgeforstet werden: In diesem Fall wäre gegen den Import von Holzschnitzeln prinzipiell nichts einzuwenden.
Liberia ist eines der ärmsten Länder der Welt und Holz ist eine der wenigen Ressourcen, mit denen es sich Devisen beschaffen kann.
Andererseits: Das Land hat selbst ein Energieproblem. Bislang werden nur die Städte Monrovia und Buchanan (über ein rudimentäres Elektrizitätsnetz) mit Strom versorgt. Der Rest des Landes sitzt im wahrsten Sinne des Wortes im "Dunkeln".
Vor diesem Hintergrund könnte es Liberia schaden, sich an langfristige Lieferverträge mit Vattenfall zu binden.
Denn: Die Entwicklung eines eigenen industriellen Sektors wird Liberia nur gelingen, wenn das einheimische Handwerk mit Elektrizität versorgt werden kann. Beispiel: Ohne einfache elektrische Werkzeuge wie etwa eine Kreissäge wird kein Tischlerbetrieb in der Lage sein Möbel herzustellen, die sich auf dem internationalen Markt absetzen lassen.
Auch der Bildungssektor ist betroffen. Bücher sind im armen Liberia Mangelware und das Internet als Informationsquelle daher umso wichtiger. Ohne Elektrizität lässt sich der kaum vorhandene IT-Sektor allerdings nicht weiterentwickeln.
Genau davor hat man Angst. In wie weit kennen Sie sich mit Biogasanlagen aus?
Kennen Sie die Studien, dass die Anlagen nur mit bestimmten Nutzpflanzen funktionieren, dass Investmentgesellschaften( von wegen Bauern) in Niedersachsen, die Hälfte des ganzen "Ackers" mit Genmais für diese Anlagen bewirtschaftet? Monokulturen nennt man das. Und was daraus wird, könnten Sie sich mit ein wenig Fantasie ausmalen.
Ein bisschen Maisstroh in den Ofen und schon läufts mit dem Strom, alles klar.
Ich habe im Keller ein Laufrad. Einmal im Monat für eine Stunde..., deckt meinen Strombedarf.
Und was die Umweltschutzvereine betrifft, haben diese bestimmt am Zustand vor 1000 Jahren kein Interesse.
Was denken Sie wie viel Wald, oder Bäume für einen Kirchenbau drauf gingen?
1.) Reden wir hier von Biomasse nicht Biogas
2.) Ich traue den Studien nur so weit wie ihren Auftraggebern. Wenn Investmentgesellschafteen dafür Genmais anpflanzen spricht das höchstens gegen die Gesellschaften. Das funkioniert mit normalen Mais genauso gut oder schlecht. Und Monokultueren haben wir jetzt schon. WAs ist ihre Schlußfolgerung. Gemischter ANbau landschaftspflegerischer Art wie vor 100 Jahren im Schatten von Bilbis 2?
3.) Ein bisschen Maisstroh hier ein Kleinwasserkraftwerk da. Die Summe machts. Ich kenne hier ein paar Bauern die das GENAUSO handhaben in der Gegend. Die sparen schon nett Kohle damit selbst abzüglich der getätigten Investitionen. Ohne Genmais und großflächiger Monokultur.
4.) Stimmt. Ging viel Holz drauf für den Kirchenbau und wie lange hält so eine Kirche? Die Balken steckten dann mehrere Jahrhunderte drin bis zum nächsten Umbau oder Brandschatzung. Was die Umweltverbände und ihre Zielsetzung angeht habe ich den Eindruck, daß ich je nach Nabu, WWF, Greenpeace oder sonstwem durchaus konträre Ansichten und Zielsetzungen bekomme wenn ich nachfrage. Und das dann noch von Kreis zu Kreis unterschiedlich.
1.) Reden wir hier von Biomasse nicht Biogas
2.) Ich traue den Studien nur so weit wie ihren Auftraggebern. Wenn Investmentgesellschafteen dafür Genmais anpflanzen spricht das höchstens gegen die Gesellschaften. Das funkioniert mit normalen Mais genauso gut oder schlecht. Und Monokultueren haben wir jetzt schon. WAs ist ihre Schlußfolgerung. Gemischter ANbau landschaftspflegerischer Art wie vor 100 Jahren im Schatten von Bilbis 2?
3.) Ein bisschen Maisstroh hier ein Kleinwasserkraftwerk da. Die Summe machts. Ich kenne hier ein paar Bauern die das GENAUSO handhaben in der Gegend. Die sparen schon nett Kohle damit selbst abzüglich der getätigten Investitionen. Ohne Genmais und großflächiger Monokultur.
4.) Stimmt. Ging viel Holz drauf für den Kirchenbau und wie lange hält so eine Kirche? Die Balken steckten dann mehrere Jahrhunderte drin bis zum nächsten Umbau oder Brandschatzung. Was die Umweltverbände und ihre Zielsetzung angeht habe ich den Eindruck, daß ich je nach Nabu, WWF, Greenpeace oder sonstwem durchaus konträre Ansichten und Zielsetzungen bekomme wenn ich nachfrage. Und das dann noch von Kreis zu Kreis unterschiedlich.
1.) Reden wir hier von Biomasse nicht Biogas
2.) Ich traue den Studien nur so weit wie ihren Auftraggebern. Wenn Investmentgesellschafteen dafür Genmais anpflanzen spricht das höchstens gegen die Gesellschaften. Das funkioniert mit normalen Mais genauso gut oder schlecht. Und Monokultueren haben wir jetzt schon. WAs ist ihre Schlußfolgerung. Gemischter ANbau landschaftspflegerischer Art wie vor 100 Jahren im Schatten von Bilbis 2?
3.) Ein bisschen Maisstroh hier ein Kleinwasserkraftwerk da. Die Summe machts. Ich kenne hier ein paar Bauern die das GENAUSO handhaben in der Gegend. Die sparen schon nett Kohle damit selbst abzüglich der getätigten Investitionen. Ohne Genmais und großflächiger Monokultur.
4.) Stimmt. Ging viel Holz drauf für den Kirchenbau und wie lange hält so eine Kirche? Die Balken steckten dann mehrere Jahrhunderte drin bis zum nächsten Umbau oder Brandschatzung. Was die Umweltverbände und ihre Zielsetzung angeht habe ich den Eindruck, daß ich je nach Nabu, WWF, Greenpeace oder sonstwem durchaus konträre Ansichten und Zielsetzungen bekomme wenn ich nachfrage. Und das dann noch von Kreis zu Kreis unterschiedlich.
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