Krankenversicherung Vorbild Niederlande
Deutschland sollte eine einheitliche Krankenversicherung für alle einführen.
Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch einkommensabhängige Beiträge aus Lohn, Gehalt und Rente steht spätestens seit der Wiedervereinigung auf tönernen Füßen: Während die Ausgaben der Krankenkassen je Versicherten von 1991 bis 2008 mit 3,1 Prozent pro Jahr exakt so stark wuchsen wie das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, stiegen die beitragspflichtigen Einkommen der gesetzlich Versicherten im gleichen Zeitraum nur um 1,9 Prozent pro Jahr. Dies spiegelt die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt ebenso wider wie die sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Die Einkommensarten, die nicht der Beitragszahlung für die Krankenversicherung unterliegen, sind besonders stark gewachsen. In der Folge stieg der durchschnittliche Beitragssatz bei den Kassen stark an, von 12,3 Prozent 1991 auf 14,9 Prozent 2008.
Wir führen seit Beginn dieses Jahrzehnts eine Diskussion um eine Finanzreform im Krankenversicherungssystem. Das Ziel, die Finanzbasis der Versicherer zu verbreitern, halten dabei alle Akteure für richtig. Aber die Debatte sollte die Versorgungsseite des Gesundheitssystems einbeziehen. Den einzelnen Krankenkassen sind in den vergangenen Jahren erste Instrumente an die Hand gegeben worden, um die Rahmenbedingungen für die Behandlung ihrer Versicherten zu verbessern – Versorgungsverträge mit Arzt-Netzen und Krankenhäusern für bestimmte chronische Erkrankungen oder Rabattverträge mit pharmazeutischen Herstellern sind Beispiele.
Wenn die Politiker Mut zur weiteren Öffnung der starren Regeln für das Handeln von Kassen und Leistungserbringern hätten, könnte sich ein Wettbewerb der Kassen um Qualität und Wirtschaftlichkeit ergeben. Damit dieser Wettbewerb um Versorgungsangebote funktionieren kann, muss der Versicherte die Kassen besser als bisher vergleichen können. Nötig dafür sind neben ausreichenden Informationen über die Angebote der Krankenkassen insbesondere unverzerrte Preissignale für die Versicherten. Diese Aufgabe können Zusatzbeiträge, die in Euro und Cent festgesetzt werden, besser erfüllen, als wenn sich die Kassen bei der Höhe der Beitragssätze unterscheiden. Gleichzeitig wollen die Bürger – das zeigen zahlreiche Umfragen seit vielen Jahren – in hohem Umfang und in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten, dass die Umverteilung durch einkommensabhängige Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten bleibt. Beides spricht grundsätzlich für das Konzept der Großen Koalition von 2007: einerseits einkommensabhängige Beiträge, andererseits kassenindividuelle Zusatzbeiträge.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung behält dieses Konzept bei. Dabei möchte Minister Philipp Rösler die Zusatzbeiträge ausbauen. Liegen auch die künftigen Ausgabensteigerungen der Kassen über dem Wachstum von Löhnen und Renten, sollen sie über die Zusatzbeiträge finanziert werden. Im Vergleich zu einem Anstieg von Beitragssätzen werden bei wachsenden Zusatzbeiträgen allerdings Besserverdienende entlastet und Menschen mit niedrigem Einkommen belastet. Zusatzbeiträge sind daher verteilungspolitisch nur akzeptabel, wenn sie an einen Sozialausgleich gekoppelt sind. Theoretisch können Zusatzbeiträge plus steuerfinanzierter Sozialausgleich sogar zu einer »gerechteren« Verteilungswirkung führen als die Finanzierung über einkommensabhängige Beiträge.
Leider gilt dies nicht für den Sozialausgleich, auf den sich die Koalition verständigt hat: Der Sozialausgleich soll greifen, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen zwei Prozent der beitragspflichtigen Einkommen eines Mitglieds überschreitet. Damit entscheidet die Einkommensart, ob jemand Anspruch auf Sozialausgleich hat. Ein Beispiel: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt monatlich 20 Euro. Ein Mitglied hat eine Rente von 1100 Euro und damit keinen Anspruch auf Sozialausgleich, weil die Überforderungsgrenze von zwei Prozent erst bei 22 Euro greift. Ein anderes Mitglied hat eine Rente von nur 700 Euro (weil es nur einige Jahre rentenversichert war und sich dann selbstständig gemacht hat), aber 2000 Euro Zinseinkünfte pro Monat – damit hat es Anspruch auf sechs Euro Sozialausgleich, weil nur die Rente interessiert. So geht der theoretische Charme des Zusatzbeitrags ein Stück weit verloren. Auch ist die Finanzierung des Sozialausgleichs im Gesetzentwurf noch nicht solide geregelt, sondern auf 2015 vertagt.
- Datum 30.09.2010 - 18:42 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.09.2010 Nr. 40
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in Holland . Das ist kein Witz. Die sind da sauberer als hier.
Als Beispiel will ich nur das hier zeigen:
http://de.wikipedia.org/w...
....aber es ist nicht Teil der Wahrnehmung des hiesigen Volks. Man will glauben, man hätte ein tolles Sozialsystem mit kleinen Fehlern über die man sich aufregen kann. Dass man ein ziemlich mieses System insgesamt hat will man nicht hören, vielleicht weil es so teuer war und man nun als Depp da steht.
....aber es ist nicht Teil der Wahrnehmung des hiesigen Volks. Man will glauben, man hätte ein tolles Sozialsystem mit kleinen Fehlern über die man sich aufregen kann. Dass man ein ziemlich mieses System insgesamt hat will man nicht hören, vielleicht weil es so teuer war und man nun als Depp da steht.
Unser Minister ist doch Arzt, wie wäre es wenn er eine Art kleine "Informationsreise" in verschiedene Krankenhäuser (keine grossen sondern die kleinen und die ums Überleben kämpfen) mal besucht, sich da Zeit nimmt und sich die Schwierigkeiten des Bürokratismus hört und sieht ??
Es wäre einen Versuch wert und er könnte neue Perspektiven gewinnen, mal logisch geschrieben (bei seinem Besuchertross könnten auch der Präsident der GKV und PKV gleich mitreisen, ein kleiner Trupp auf der Suche nach den Miliarden)...
Der Forderung nach einem einfacheren Gesundheitssystem kann man nur zustimmen. Das nervt irgendwie, zwischen Privater und Gesetzlicher zu hängen und nicht genau zu wissen, ob nun mittelfristig der eine oder der andere Weg vorteilhafter bzw. umständlicher ist. Vorerst könnte man aber schon mal Bürokratie beseitigen und die Unzahl an Versicherungen verringern. So viele Managerboni hat unser Gesundheitssystem nicht nötig.
Der niederländische Weg sieht mir auch zu bürokratisch aus und ist sicher nur suboptimal. Obwohl man auf anderem "medizinischen" Bereich die Niederlande sicherlich zum Vorbild nehmen könnte. Damit meine ich z.B. jenen Bereich, der sich z.B. um Amsterdam Central gebildet hat und in dem es leckere "Kräutermedizin" gibt.
Wir müssen keinen Vorbildern nachhecheln, und wie schon bereits bei den Hartz Reformen geschehen (Hauptvorbild Großbritannien) gleich die Schattenseiten mitkopieren, sondern progressiv denken. Deutschen hat es noch nie an Ideen gemangelt, die letzten Jahre hingegen an Mut. Was nicht bereits tausendmal woanders erprobt wurde, durch unzählige Studien und Gutachten für gut befunden wurde, schafft es noch nicht einmal in den erlesenen Kreis der Hirngespinste die durch die TV Talkrunden geistern (bei denen natürlich eh nie was greifbares rauskommt). Es wird im Grunde nur von einem Tag auf den anderen Tag rumgedoktort und das angepackt was gerade besonders akut ist. Mehr nicht.
Wir hatten und haben im Kern den besten Staat den es jemals auf Erden gab, sag ich jetzt mal ganz undeutsch (typisch deutsch ist das was die meisten Deutschen tun und das ist heutzutage nun einmal exzessive Selbstherabsetzung Deutschlands und exzessive Lobhudelei über den gesamten Rest der Welt).
Das Grundgesetz ist von philosophischer Weisheit getragen, die paritätische und solidarische Sozialversicherung war gar eine genuin deutsche "Erfindung", wir haben eine Kluge gesellschaftliche Organisation der Willensbildung über Gewerkschaften, Parteien, Interessengruppen, wir haben einen austarierten Mix aus Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht,... wir haben alles Potential (wir sind das Volk was aus der Asche und dem Krieg ein "Wirtschaftswunder" vollbrachte!)...aber wir stehen uns selbst im Weg. MUTLOS.
Ja wir haben das alles was sie sagen. Aber das reicht nicht.
Was wir nicht haben ist Mut. Und genau deshalb weil wir das alles haben.
In Ländern in denen erst ein Aufbau erfolgt müssen mutig sein und auch unkonventionelle Konzepte umsetzen. Diese müssen aber keinesfalls ineffizient sein.
"Wir hatten und haben im Kern den besten Staat den es jemals auf Erden gab"
Ich würde eher sagen wir "hätten" ihn, wenn die Politik etwas wagen würde und nicht immer wie eine Marionette den fadenschwingenden Unternehmen folgt.
"(wir sind das Volk was aus der Asche und dem Krieg ein "Wirtschaftswunder" vollbrachte!)."
Na wie Phönix aus der Asche sind wir nicht gekommen. Die Milliarden des Marshallplanes haben dem mehr als geholfen.
Mit nichts und ohne Hilfe kann kaum einer was zustandebringen.
Ja wir haben das alles was sie sagen. Aber das reicht nicht.
Was wir nicht haben ist Mut. Und genau deshalb weil wir das alles haben.
In Ländern in denen erst ein Aufbau erfolgt müssen mutig sein und auch unkonventionelle Konzepte umsetzen. Diese müssen aber keinesfalls ineffizient sein.
"Wir hatten und haben im Kern den besten Staat den es jemals auf Erden gab"
Ich würde eher sagen wir "hätten" ihn, wenn die Politik etwas wagen würde und nicht immer wie eine Marionette den fadenschwingenden Unternehmen folgt.
"(wir sind das Volk was aus der Asche und dem Krieg ein "Wirtschaftswunder" vollbrachte!)."
Na wie Phönix aus der Asche sind wir nicht gekommen. Die Milliarden des Marshallplanes haben dem mehr als geholfen.
Mit nichts und ohne Hilfe kann kaum einer was zustandebringen.
Ich frage mich, warum heute schon nicht auf alle Einkommen ein Beitrag erhoben wird.
Die Zinseinkünft, Mieteinkünfte usw. bleiben außen vor. Das ist aber genauso Einkommen wie etwa ein Arbeitsentgelt. Auch AV, RV wird nicht berechnet. Das sind versteckte Subventionen an die Bürger.
Was noch fehlt ist eine effizientte Kontrolle der Krankhäuser. Ich glaube dass da ein großes Betrugpotenzial herscht und dieses bei Gelegenheit wahrgenommen wird.
Die Besuchszahlen beim Arzt haben auch nicht abgenommen trotz der Zuzahlungen und der Gebühr. Bei Befragungen von Patienten antworteten diese: "Na wenn ich schon 10 Euro zahle, dann gehe ich auch öfter zum Arzt". Die Einstellung muss sich ändern.
Wir haben eigentlich keine Kostenexplosion, sondern ein Leistungsexplosion. Die Hersteller von Medzinischer Technik oder pharmazeutischen Produkten vermitteln dem Bürger, dass mit durch die Behandlung ihrer Geräte oder die Einnahme ihrer Medikament ein allumfassendes Heilmittel besteht.
Natürlich verlangt der Bürger nach diesem Geräten und Medikamenten is sich aber nicht bewußt wie viel dieser Einsatz kostet.
Ja wir haben das alles was sie sagen. Aber das reicht nicht.
Was wir nicht haben ist Mut. Und genau deshalb weil wir das alles haben.
In Ländern in denen erst ein Aufbau erfolgt müssen mutig sein und auch unkonventionelle Konzepte umsetzen. Diese müssen aber keinesfalls ineffizient sein.
"Wir hatten und haben im Kern den besten Staat den es jemals auf Erden gab"
Ich würde eher sagen wir "hätten" ihn, wenn die Politik etwas wagen würde und nicht immer wie eine Marionette den fadenschwingenden Unternehmen folgt.
"(wir sind das Volk was aus der Asche und dem Krieg ein "Wirtschaftswunder" vollbrachte!)."
Na wie Phönix aus der Asche sind wir nicht gekommen. Die Milliarden des Marshallplanes haben dem mehr als geholfen.
Mit nichts und ohne Hilfe kann kaum einer was zustandebringen.
Als ein in den Niederlanden Versicherter kann ich dem Gesundheitssystem hier qualitativ gute Noten geben. Allerdings ist die Arztwahl stark eingeschraenkt und die Wartezeiten bei nicht Notfaellen um einen Facharzt zu sehen sehr lang.
Die Medikamentenpreise sind in Deutschland höher als in jedem anderen OECD-Land mit Ausnahme der marktradikalen USA. Dieses Thema bleibt außen vor. Ebensowenig die Frage offen, ob fast 200 gesetzliche und ein halbes Dutzend privater Kassen wirklich sinnvoll sind. Jede Kasse hat einen Vorstand, eine Vorstandssekretärin, eine Verwaltung,... sicher eine gutes Arbeitsplatzreservoir, aber halt auch teuer.
Und wieso vertraut man dem Markt, wenn das marktliberalste Land der OECD, die USA, die größten Probleme mit der Gesundheitsversorgung ihrer Bevölkerung haben?
Nur ein paar Fragen, die Idee auf Nachbarstaaten zu schauen begrüße ich prinzipiell. Bei der Rentenversicherung und beim Thema Mindestlohn sind die Niederlande definitiv ein Vorbild, das Gesundheitssystem kenne ich nicht gut genug, um es einschätzen zu können.
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