Pop99 Fragen an Phil CollinsSeite 5/6

65. Haben Sie den Begriff Progressive Rock jemals verstanden?

Ja, natürlich.

66. Haben Sie die Telefonnummer von Peter Gabriel?

Ja.

Anzeige

67. Hängt es Ihnen zum Hals heraus, schlecht über Peter zu reden?

Ich habe nie schlecht über Peter geredet.

68. Welche Ihrer Ehen war die erfolgreichste?

Ich muss sagen, und ich versuche dabei gar nicht, diplomatisch zu sein: Ich habe zu allen meinen drei Exfrauen ein ausgesprochen gutes Verhältnis. Meine Exfrauen verstehen sich sogar untereinander gut, und meine derzeitige Freundin versteht sich gut mit meinen drei Exfrauen. Sie ist es, die Bilderrahmen mit Fotos meiner Exfrauen im ganzen Haus aufstellt.

69. Welchen Fehler werden Sie in der vierten Ehe garantiert nicht wiederholen?

Ich werde nicht noch einmal heiraten.

Und nun gehen wir richtig ab. Wir wollen wissen, welches Leben Phil Collins da in seinem Haus am Genfer See führt. Wir wollen uns den Alltag des Pop-Tycoons vorstellen – verstehen, ob so eine Millionärsexistenz in der Abgeschiedenheit der Schweiz ein trister Stumpfsinn oder doch einfach ein wunderbares Leben ist. Große Nähe zwischen Popstar und Interviewer. Der Interviewer tätschelt dem Popstar – ist das peinlich, ist das schön – den Arm.

70. Richtig, dass ihr Besitzer eines Hauses mit Seeblick glücklichere Menschen seid?

Glücklicher als wer? Glücklicher als die Leute, die nicht am Wasser wohnen?

71. Welche philosophische Einsicht ist Ihnen beim Blick aus Ihrem Wohnzimmerfenster auf den Genfer See gekommen?

Ich bin mit dem Blick aufs Wasser – auf Boote am Fluss – aufgewachsen. Ich begreife es als tröstliche Wendung, im letzten Drittel meines Lebens wieder aufs Wasser zu schauen.

72. Wie geht es Alain Delon?

Er ist ein Nachbar, richtig? Ich habe ihn nie getroffen.

73. Welche irre Geschichte können Sie über Ihren Nachbarn Michael Schumacher erzählen?

Auch nie getroffen.

74. Richtig, dass russische Waffenhändler und Pornofilmproduzenten mehr und mehr zum Problem für die exklusive Anwohnerschaft hier am Genfer See werden?

Ich kenne diese Menschen nicht.

75. Mal daran gedacht, das Château de Chillon am Genfer See zu kaufen?

Die Burg am See? Die wäre mir zu groß. Sie sollten mein Zuhause sehen: Mein Lebensstil ist bescheiden.

76. Was ist der Name Ihres Boots?

Fil d’or.

77. Der Vorname der netten Frau, die morgens nach dem Rechten gucken kommt?

Denise. Sehr nette Frau.

78. Der Name Ihrer Schweizer Bank?

Meine Bank ist in England. HSBC.

79. Ihr Schweizer Lieblingskäse?

Vacheron.

80. Der Name eines Kumpels, der abends mal auf ein Bierchen vorbeikommt?

Da nenne ich Paul und Johnny. Beide leben hier in Orten in der Nachbarschaft, einer in Gland, der andere in Givrins.

81. Wie sieht der Kamin in Phil Collins’ Wohnzimmer aus?

Klein.

82. Ihr Tipp, wie man den perfekten Kaminholzstapel längs der vom Wetter geschützten Hauswand aufschichtet?

Da habe ich keine Tipps. Ich hebe mein Kaminholz in Säcken in der Garage auf.

83. Im Vergleich zu Rod Stewarts sagenumwobener Modelleisenbahn, die gigantische Ausmaße angenommen haben soll, was macht Ihre Modelleisenbahn?

Gegen Rod hat niemand eine Chance. Mich hat immer weniger die Eisenbahn, immer mehr das Aufbauen der Landschaft, der Hügel und Häuser, interessiert. Meine Jungs mögen die Bahn.

84. Was ist denn nun das Lustigste, was man an einem Freitagabend in einem Dorf in der Schweiz anstellen kann?

Man winkt den Leuten zu. Und sie winken zurück. Es sind entspannte, freundliche und friedliche Leute hier in der Schweiz, ganz anders als in England.

Leserkommentare
  1. Mein Gott, so was Selbstverliebtes, dieses Interview. Ich meine jetzt den Interviewer und nicht Mr. Collins. Phil Collins-Bashing ist doch langsam ein wirklich alter Hut; der Mann nervt doch schon lange nicht mehr so wie in den Achtzigern. Und noch was: "Smalltown Boy", "Maria Magdalena" und "Words" in eine Reihe zu stellen - was ist das denn? Wenn ich hier behaupte, dass zwei Songs von diesen dreien veritabler Schrott sind, einer dagegen ein hörbarer, akzeptabler und stilvoller Achtziger-Hit ist, weiß wohl jeder, was gemeint ist.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    • Freio
    • 04. Oktober 2010 11:01 Uhr

    Mit welcher Arroganz hier von oben herab auf einen alternden Mann geblickt wird! Man macht sich hier einfach mal über körperliche Beeinträchtigungen lustig. Ihn mehrfach auf seine Glatze anzusprechen ist nicht nur resepktlos sondern auch überflüssig und uninteressant. Was kommt als Nächstes? Man muss kein Fan sein, um einem Menschen ein Mindestmaß an Respekt entgegenzubringen. Und wie zwischendurch seine Musik einfach mal gänzlich als "schlecht" abgewertet wird. Als ob es Musiker gibt, die ausschließlich "gute" Musik abliefern. Im Gegensatz zum Interviewer ist Collins ein sympatischer Mensch, der so schnell nicht vergessen wird.

    • creezy
    • 04. Oktober 2010 11:12 Uhr

    nur 50 Fragen und die dann mit deutlich mehr inhaltlicher Qualität formuliert, wären dem Interview deutlich eher zugute gelangt. Wenn ich einen Menschen mit soviel Lebenserfahrung in diesem Business hätte treffen dürfen (auch ohne eine seiner Platten im Schrank zu haben), der zudem auch für einen gewissen guten Humor und Intelligenz bekannt ist, da wären mir wahrlich spannendere Themen und Fragen dazu eingefallen …

  3. Entfernt. Bitte beleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

  4. ... Moritz von Uslar versucht zu provozieren, Phil Collins geht nicht darauf ein. Ergebnis: ein Interview, bei dem die Fragen unterhaltsamer sind als die Antworten.

    &@aguirre72: Smalltown Boy?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Besteht da irgendein Zweifel?

    • Hipper
    • 04. Oktober 2010 13:43 Uhr

    Ich finde übrigens, dass Bronski Beats "Smalltown Boy" and Sandras "Maria Magdalena" klasse Popsongs der tanzbaren Art sind.

    Die selbstgerechte, ironiefreie, unbegründet-überhebliche Attitüde mit der man in Rock-Kreisen (z.B. der Mainstream-Rock-Presse) auf Popmusik herunterblickt, war mir schon immer ein Greuel.

    Phil Collins bildet diesbezüglich übrigens eine rühmliche Ausnahme.

    • kiter23
    • 04. Oktober 2010 15:58 Uhr

    So unverschämte Fragen sollten mal an Herrn von Uslar gestellt werden. Was ist das für ein Niveau, 99 unvorbereitete, respektlose und zusammenhanglose Fragen runterzurattern und sich selbst dabei noch so ungemein cool vorzukommen? "Mal sehen, ob wir ihm das durchgehen lassen." Oh je, wie schlecht ist das denn? "Der Interviewer tätschelt dem Popstar... den Arm." Ich hätte gewusst, wie ich auf das Getätschel reagiert hätte.
    Herr von Uslar disqualifiziert sich mit dem Interview selbst, dabei gäbe es sicher gute Fragen mit interessanten Antworten. Eines der Highlights war "Wie geht es Peter Haaren?" Da frage ich mich, warum ich dafür Geld bezahle.
    Unlängst erschien in einer Tageszeitung ein gut gemachtes Gespräch mit Phil Collins. Das hätte der Autor mal lesen sollen - vielleicht hat er es auch gelesen, und wollte einfach nur "hipp" sein? Na, herzlichen Glückwunsch!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Elton John | Peter Gabriel | Charlie Watts | Schweiz | Alec Guinness | Fluss
  • Der Autor Diedrich Diederichsen

    Geist ohne Lächeln

    Deutschlands oberster Poptheoretiker hat einfach keine Lust auf ein Frühstücksei. Unser Kolumnist versteht sich mit ihm auf animierende Art irgendwie so gar nicht.

    • Der Zahn ist draußen: Kateryna Kasper in Peter Eötvös' "Der goldene Drache" in Frankfurt

      "Aua, aua – Schme-e-erzen!"

      Teuer, träge, selbstverliebt: Der Oper wirft man einiges vor. Trotzdem entstehen derzeit so viele neue Stücke wie noch nie. Warum halten sich so wenige im Repertoire?

      • Paul Kalkbrenner in China: Junge aus Ostberlin

        Junge aus Ostberlin

        Sogar in China tanzen sie jetzt nach seinen Beats: Wie kam es eigentlich, dass Paul Kalkbrenner einer der gefragtesten Techno-Musiker der Welt wurde?

        • Der britische Musiker Robert Plant auf Tour im Juli 2014

          Liebe zum Schlamm

          Alle kommen wegen Robert Plant. Nur unser Reporter ist wegen der Vorband hier, den North Mississippi All Stars. In Berlin erlebte er ein bluesgefärbtes Generationenfest.

          Service