Religionsfreiheit Ein Kulturkampf findet nicht statt

Passt der Islam zur deutschen Verfassung? Der Juristentag gibt eine politische Antwort.

Circa 1760: Bildnis einer Frau mit Haube

Circa 1760: Bildnis einer Frau mit Haube

Wie steht die Kirche zum Staat? Lange schien das in Deutschland geklärt. Bis vor Kurzem galt die Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Gesetz als rein akademisches Relikt. Der Artikel 4 des Grundgesetzes, der die Religionsfreiheit garantiert, war eine weithin erkaltete Rechtsmaterie, die allenfalls Juristen interessierte. Gesellschaftlich schien das Thema erledigt. Das hat sich gründlich, um nicht zu sagen: dramatisch geändert. Die Religionsfreiheit ist wieder ein heißer, leidenschaftlich umkämpfter Stoff.

Aber müssen wir jetzt auch noch über ein Burka-Verbot streiten – so wie die Franzosen und die Belgier es gerade tun? Müssen wir vielleicht gar, wie Alice Schwarzer es gefordert hat, ein allgemeines Kopftuchverbot für öffentliche Schulen diskutieren? Hatten wir nicht schon genug zu tun mit Sarrazin, mit Moscheebau-Konflikten und Ehrenmord-Prozessen?

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Ja, die Debatten nerven. Aber sie müssen sein. Weil die Alltagskonflikte real sind, und weil dahinter eine prinzipielle Frage lauert, die uns in immer neuen Konstellationen wohl auf Jahre beschäftigen wird. Sie zielt in die tiefsten Schichten unserer Verfassung: Muss neu ausgelotet werden, wie sich säkularer Staat und Glauben zueinander verhalten?

Für den Temperaturwandel in diesem Streit gibt es mehrere Gründe: Die fortschreitende innere Erosion der großen Kirchen in Deutschland etwa, auch das Vordringen fundamentalistischer Tendenzen in fast allen Weltreligionen. Die entscheidende Veränderung aber ist die Sichtbarwerdung des Islams in Europa. Mit Millionen muslimischen Zuwanderern, die sich auf Dauer in Europa und in Deutschland niedergelassen haben, ist hier eine dritte große Weltreligion heimisch geworden, die im Westen bislang fremd war und von nicht wenigen Alteingesessenen als bedrohlich empfunden wird. Das erzeugt unweigerlich Reibung und Hitze.

Das christliche Europa hat nach seinen mörderischen Religionskriegen ein anspruchsvolles Konzept der Toleranz, des Nebeneinanders von Kirche und Staat entwickelt, das vor allem eines soll: Frieden stiften. Jeder ist in seinem Glauben frei, so lautet in Deutschlands Verfassung der zentrale Satz. Es gibt keine Staatskirchen, aber auch keine rigide laizistische Trennung von öffentlichem Raum und privatem Bekenntnis wie in Frankreich oder den USA. Der deutsche Staat pflegt vielmehr eine »wohlwollende Neutralität«, er schätzt die Religion, er fördert die Kirchen, auch finanziell, weil er im Glauben eine Kraft sieht, die der Gesellschaft Orientierung geben kann – und damit zur Stabilität des Staates beiträgt.

Manche stellen das weltliche Recht infrage und wollen den Gottesstaat

Zu diesem fein ausgetüftelten System steht der Islam einstweilen quer. Erstens, weil das deutsche Modell über Jahrhunderte hinweg auf das Verhältnis des Staates zu den christlichen Kirchen zugeschnitten wurde. Dabei zwang man Katholiken und Protestanten zu massiven Zugeständnissen, sei es die Anerkenntnis der Religionsfreiheit, sei es die Bereitschaft, den Kirchenaustritt zuzulassen. Dem Dogma nach sah die Taufe nämlich keinen Austritt vor. Zugleich ist aber in diesem Prozess der Aushandlung auch eine Vertrautheit entstanden, die zwischen dem bundesdeutschen Staat und dem Islam noch fehlt.

Zweitens kennt der in sich vielgestaltige Islam keine innere Verfassung, keine kirchenähnliche Struktur – der Staat hat deshalb (bislang) schlicht kein Gegenüber, keine umfassend legitimierten Ansprechpartner, mit denen er verhandeln könnte. Ganz konkret wird dieses Problem bei der Organisation des islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen: Welcher Islamverband, welche geistliche Richtung soll die Gestaltung des Unterrichts bestimmen? Sunniten, Schiiten, Aleviten? Alle gemeinsam? Oder jeder für sich? 

Vor allem aber lässt sich der Islam nicht bruchlos in das etablierte bundesrepublikanische System einpassen, weil es im Islam starke Strömungen gibt, die das Säkulare bekämpfen. Sie stellen den Vorrang des weltlichen Rechts vor dem göttlichen infrage und lehnen die Herrschaft einer Verfassung ab. Sie beharren auf außerweltlichen Letztbegründungen, relativieren die Menschenrechte und sehen in der Demokratie bestenfalls eine Übergangsphase zum Gottesstaat, wenn nicht Teufelswerk.

Leser-Kommentare
  1. was wäre denn los, wenn ehemalige Verfassungsrichter sich gegen die Burka aussprächen? Sobald ein Jurist in die rechte Ecke gedrängt werden könnte (durch antiislamische Äußerungen), wäre seine Karriere vorbei.

    So dumm ist kein Jurist, dass er seine Karriere aufs Spiel setzt, dafür haben Juristen eine zu harte Ausbildung durchgemacht.

    Es ist einfach unnütz, Juristen auf dem Juristentag solche Fragen zu stellen. Wenig verwunderlich, dass am Ende dann doch eine eindeutige "politische" Antwort herauskommt.

  2. Was ist an der Burka und Niquab religiös?
    Man läuft nur vor der offensichtlichen Wahrheit der Entpersönlichung der Frau davon. Jedes Tier soll geschützt werden vor Unterdrückung und Herabwürdigung, aber bei der Burka soll das religiöse Selbstentfaltung sein. In Afghanistan kämpfen wir dafür, dass die Frauen nicht mehr unter die Burka gezwungen werden, hier werden Gegner der Burka als Rechtspopulisten beschimpft und man stellt sich vehement vor die Burka!!! kann mir das einmal jemand erklären? Die Taliban hätten mit ihre Burkazwang hier freies Spiel. Ist das unser Rechtsstaat?

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    Sie schreiben: "In Afghanistan kämpfen wir dafür, dass die Frauen nicht mehr unter die Burka gezwungen werden, hier werden Gegner der Burka als Rechtspopulisten beschimpft und man stellt sich vehement vor die Burka!!! kann mir das einmal jemand erklären?"

    Ja, das Grundgesetz Art. 2,1:
    /Zitat
    Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
    Zitat/

    - Jeder und jede darf bei uns unter den genannten Einschränkungen eine Burka, ein Nonnen- oder Mönchsgewand tragen, wenn er das will.

    - Niemand darf gezwungen werden, eine Burka ... zu tragen.

    - In Afghanistan kämpfen wir genau dafür, nämlich für die Gültigkeit von Art. 2,1 des GG auch dort.

    - Wer anderen verbieten will, eine Burka zu tragen, denkt und handelt genau so wie jene, die andere dazu zwingen wollen. Beide wollen sie jener Freiheit berauben, die Art. 2,1 garantiert.

    Er wird deshalb zu Recht kritisiert. Der Vorwurf des Rechtspopulismus wäre in diesem Fall die wohl angemessene Kritik.

    Sie schreiben: "In Afghanistan kämpfen wir dafür, dass die Frauen nicht mehr unter die Burka gezwungen werden, hier werden Gegner der Burka als Rechtspopulisten beschimpft und man stellt sich vehement vor die Burka!!! kann mir das einmal jemand erklären?"

    Ja, das Grundgesetz Art. 2,1:
    /Zitat
    Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
    Zitat/

    - Jeder und jede darf bei uns unter den genannten Einschränkungen eine Burka, ein Nonnen- oder Mönchsgewand tragen, wenn er das will.

    - Niemand darf gezwungen werden, eine Burka ... zu tragen.

    - In Afghanistan kämpfen wir genau dafür, nämlich für die Gültigkeit von Art. 2,1 des GG auch dort.

    - Wer anderen verbieten will, eine Burka zu tragen, denkt und handelt genau so wie jene, die andere dazu zwingen wollen. Beide wollen sie jener Freiheit berauben, die Art. 2,1 garantiert.

    Er wird deshalb zu Recht kritisiert. Der Vorwurf des Rechtspopulismus wäre in diesem Fall die wohl angemessene Kritik.

  3. Kurz und knapp, neutral in Wort und Sinn, nichts verheimlichend und nichts überbewertend ist dieser Kommentar.
    Bravo !
    Aber der Lösungsansatz ist falsch, weil praktisch nicht umzusetzen. Die Islam-Debatte, und damit die Lösung für die Burka-, Niqab- und Kopftuchfrage, Moscheenbau, etc, dem Volk zu überlassen und nicht durch Gesetze zu ersticken, wäre sinnvoll, weil zwar länger aber dafür nachhaltig.
    Das funktionierte aber nur, wenn die Redefreiheit (und das bedeutet Gesinnungsfreiheit!) nicht UNTER der Religionsfreiheit stehen würde. Laut GG und vor allem praktisch ist dies aber der Fall.

    Ich möchte sagen können, daß ich
    -Burkas und Niqabs häßlich finde und sogar Angst habe vor vermummten Menschen (gleichsam Clowns, Ninjas, Bankräuber,etc)
    [...]
    -die Sprache der meisten gläubigen Moslems aggressiv finde
    -der Islam für mich entgegen einer möglichen frohen Zukunft der Menscheit ist
    usw und so fort.....

    Leider werden diese persönlichen Ansichten heute nicht durch die Redefreiheit geschützt. Sie werden ausschließlich unter dem Aspekt der Religionsfreiheit und damit dem Schutz der Religion als Verunglimpfung, Rassismus, Islamophobie dargestellt - und sogar rechtlich verfolgt.

    An dem Tag, an dem ich auf offener Strasse sagen kann : "Ich mag den Islam nicht und ich lege keinen Wert auf Bekanntschaften mit gläubigen Moslems!" - an diesem Tag brauchen wir keine Gesetze gegen Burka & Co mehr.

    Bis dahin...tja....

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Die Redaktion/cs

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    natürlich dürfen sie ihr persönliches Empfinden bezüglich einer Religion ausdrücken. Das alles ist von der Meinungsfreiheit (Art. 5 I) umfasst. Allerdings endet ihre freie Meinung nru dann, wenn sie die persönliche Ehre von Menschen angreifen. Auch tritt die Meinungsfreiheit für Sie nicht subsidiär bzgl. Art. zurück. Sie selbst beziehen sich ja nicht auf ihre eigene Religion.

    Auch ist der Antwort des Juristentages zuzustimmen. Ein Burka- und / oder Kopftuchverbot würde gegen die Religionsfreiheit der Betroffenen verstoßen. Daher liegt es nahe die Debatte zurück zur Gesellschaft bzw. Politik zu verlagern.

    • Jess87
    • 03.10.2010 um 13:29 Uhr

    ...irgendwie. Die Debatte wird eben in von uns selbst eng gesteckten Grenzen geführt.
    Allerdings hat es auch mit Respekt anderen gegenüber zu tun, wenn wir so etwas - zumindest in der Formulierung - nicht unbedingt laut sagen.

    dass ich die bayerische Tracht eckelhaft und die dunklen Kirchen zum Fürchten finde. Ob es stimmt oder nicht ist unwichtig, aber Sie müssen dieses dann bitte schön auch ertragen können

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf lange Zitate ohne Quellenangabe und äußern Sie sich stattdessen bitte in weitgehend eigenen Worten zum Thema. Die Redaktion/cs

    Zitat von:
    OCTOBER 4, 1943

    POZNAN, POLAND

    Reichsführer-SS Heinrich Himmler, the second most powerful man in Nazi Germany, speaks to SS officers for three hours in a secret meeting.

    Aus der sicht eines Muselmannen, hat sich nichts geändert! Dieser Hass sucht NUR noch nach einer Politische Figur. Das Leben an sich wird nicht mehr Lebenswert, sondern nur noch Liebenswert. Mit solch Traurigen Figuren ist sehr bitter und verletztend zugleich.

    Zitat: "Ich möchte sagen können, daß ich
    -Burkas und Niqabs häßlich finde und sogar Angst habe vor vermummten Menschen (gleichsam Clowns, Ninjas, Bankräuber,etc)
    [...]
    -die Sprache der meisten gläubigen Moslems aggressiv finde
    -der Islam für mich entgegen einer möglichen frohen Zukunft der Menscheit ist
    usw und so fort....."

    Diesen Leuten geht es geht nicht um die Religion. Nein, was einem Fremd ist, empfindet er als abstoßend. Davor muss man, um die Angst der Menschen zu verstehen sich runter pumpen in den Schlamm des Vulgären. Wo es durch Mundpropaganda und Massenmedien erzeugt wird. Nach dieser Formel könnte man den Islam definiernen "Islam= Uran Iran*Terror"......

    Ach, eigentlich kann man nicht böse auf solche unwissenden Menschen sein. Es wäre doch alles in betser Ordnng, wenn man unterscheiden würde zwischen "Guter" und "Böser" Mensch.Doch Unwissendheit schützt nicht vor dem "Orientalisten" ;).

    natürlich dürfen sie ihr persönliches Empfinden bezüglich einer Religion ausdrücken. Das alles ist von der Meinungsfreiheit (Art. 5 I) umfasst. Allerdings endet ihre freie Meinung nru dann, wenn sie die persönliche Ehre von Menschen angreifen. Auch tritt die Meinungsfreiheit für Sie nicht subsidiär bzgl. Art. zurück. Sie selbst beziehen sich ja nicht auf ihre eigene Religion.

    Auch ist der Antwort des Juristentages zuzustimmen. Ein Burka- und / oder Kopftuchverbot würde gegen die Religionsfreiheit der Betroffenen verstoßen. Daher liegt es nahe die Debatte zurück zur Gesellschaft bzw. Politik zu verlagern.

    • Jess87
    • 03.10.2010 um 13:29 Uhr

    ...irgendwie. Die Debatte wird eben in von uns selbst eng gesteckten Grenzen geführt.
    Allerdings hat es auch mit Respekt anderen gegenüber zu tun, wenn wir so etwas - zumindest in der Formulierung - nicht unbedingt laut sagen.

    dass ich die bayerische Tracht eckelhaft und die dunklen Kirchen zum Fürchten finde. Ob es stimmt oder nicht ist unwichtig, aber Sie müssen dieses dann bitte schön auch ertragen können

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf lange Zitate ohne Quellenangabe und äußern Sie sich stattdessen bitte in weitgehend eigenen Worten zum Thema. Die Redaktion/cs

    Zitat von:
    OCTOBER 4, 1943

    POZNAN, POLAND

    Reichsführer-SS Heinrich Himmler, the second most powerful man in Nazi Germany, speaks to SS officers for three hours in a secret meeting.

    Aus der sicht eines Muselmannen, hat sich nichts geändert! Dieser Hass sucht NUR noch nach einer Politische Figur. Das Leben an sich wird nicht mehr Lebenswert, sondern nur noch Liebenswert. Mit solch Traurigen Figuren ist sehr bitter und verletztend zugleich.

    Zitat: "Ich möchte sagen können, daß ich
    -Burkas und Niqabs häßlich finde und sogar Angst habe vor vermummten Menschen (gleichsam Clowns, Ninjas, Bankräuber,etc)
    [...]
    -die Sprache der meisten gläubigen Moslems aggressiv finde
    -der Islam für mich entgegen einer möglichen frohen Zukunft der Menscheit ist
    usw und so fort....."

    Diesen Leuten geht es geht nicht um die Religion. Nein, was einem Fremd ist, empfindet er als abstoßend. Davor muss man, um die Angst der Menschen zu verstehen sich runter pumpen in den Schlamm des Vulgären. Wo es durch Mundpropaganda und Massenmedien erzeugt wird. Nach dieser Formel könnte man den Islam definiernen "Islam= Uran Iran*Terror"......

    Ach, eigentlich kann man nicht böse auf solche unwissenden Menschen sein. Es wäre doch alles in betser Ordnng, wenn man unterscheiden würde zwischen "Guter" und "Böser" Mensch.Doch Unwissendheit schützt nicht vor dem "Orientalisten" ;).

  4. Deutsche Juristen verdrücken sich feige in die Büsche. Warum wundert einen das nicht? Im Bundestag wimmelt es von diesen Gestalten, die keinen Kulturkampf ausfechten wollen. Aber wir wissen aus der Geschichte, wer nicht kämpft, hat schon verloren!

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    sind im Grunde die falschen Problemlöser. Juristen sollen Gesetze auslegen. Sie können nicht "Mädchen für alles" sein. Politiker sind hier gefragt.

    sind im Grunde die falschen Problemlöser. Juristen sollen Gesetze auslegen. Sie können nicht "Mädchen für alles" sein. Politiker sind hier gefragt.

  5. sind im Grunde die falschen Problemlöser. Juristen sollen Gesetze auslegen. Sie können nicht "Mädchen für alles" sein. Politiker sind hier gefragt.

    Antwort auf "Mit anderen Worten"
    • JMD
    • 03.10.2010 um 11:25 Uhr

    Gibt es nicht irgend wie andere Probleme als die Garderobe unserer Mitbürger? Ich finde es ehrlich gesagt unerhört, dass in einem demokratischen Land überlegt wird einigen Bürgern Vorschriften über ihrer Kleiderordnung zu machen. Wenn in einem Land wie dem Iran oder meinetwegen auch in Afghanistan, den Menschen und konkret den Frauen von Staatswegen und per Gesetzt vorgeschrieben wird, was sie zu tragen haben, dann empfinden wir dies als einen unzulänglichen Eingriff. Dennoch wird gerade solch ein Eingriff diskutiert. Das scheint doch recht paradox, oder?
    Darüber hinaus es ist wohl letztlich nicht mehr als Augenwischerei und Ausdruck einer gewissen Ratlosigkeit. Denn nur weil man den Frauen verbietet sich auf eine bestimmte Weise zu kleiden, verändert man noch nicht die patriarchalische Grundstruktur in diesem Teil der Gesellschaft. Oder anders: dass man keine Hakenkreuze oder ähnlichen Firlefanz in der Öffentlichkeit tragen darf, heißt ja nicht, dass es keine Nazis mehr gibt. Verbote lassen ja die eigentliche Probleme und ihre Einstellungen nicht verschwinden, sie verschieben diese lediglich ins Verborgene und radikalisieren sie wohlmöglich noch. In einer pluralistischen Gesellschaft muss man auch jene Kräfte erdulden, welche an der Pluralität einfach nur blutegeln.
    Letztlich ist es kein Problem der Legalisierung oder Illegalisierung durch den Parlamentarismus oder die Justiz, sondern eine Aufgabe zur Politik und zum Diskurs; d.h. Aufgabe an die Bürger. Demokratie eben.

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    ...auch diesen Kleidervorschriften unterworfen sein wird, werden Sie verstehen, was wir damals meinten.

    Hallo-eine Frage:ist ihr Kommentar ein Plädoyer dafür, Hakenkreuzfahnen tragen zu dürfen?Oder dafür, Kinderpornografie herunterladen zu dürfen?Oder Atommeiler an den Iran verkaufen zu dürfen?Natürlich, ist allgemein bekannt, dass mit Gesetzen keine Straftat,weder in der Überlegung noch Ausführung, verhindert werden kann,aber wo es Gesetze gibt gibt es auch Straftaten, sprich entsprechende juristische Konsequenzen.Das hält dann doch den einen oder anderen Schwerenöter von seinen geplanten Umtrieben ab oder aber er verlegt sie in den Untergrund, wo aber bedauerlicherweise immer die permanente Gefahr des Auffliegens-siehe Herr Zumwinkel-besteht.Hinter dem Tragen des Burkas vermute ich eher Zwang von Seiten der Angehörigen als Freiwilligkeit-in diesem Fall müsste man einen Psychologen hinzuziehen- von Seiten der Trägerin.Mit Blauäugigkeit ist in der Tat der Gesellschaft nicht gedient.

    ...auch diesen Kleidervorschriften unterworfen sein wird, werden Sie verstehen, was wir damals meinten.

    Hallo-eine Frage:ist ihr Kommentar ein Plädoyer dafür, Hakenkreuzfahnen tragen zu dürfen?Oder dafür, Kinderpornografie herunterladen zu dürfen?Oder Atommeiler an den Iran verkaufen zu dürfen?Natürlich, ist allgemein bekannt, dass mit Gesetzen keine Straftat,weder in der Überlegung noch Ausführung, verhindert werden kann,aber wo es Gesetze gibt gibt es auch Straftaten, sprich entsprechende juristische Konsequenzen.Das hält dann doch den einen oder anderen Schwerenöter von seinen geplanten Umtrieben ab oder aber er verlegt sie in den Untergrund, wo aber bedauerlicherweise immer die permanente Gefahr des Auffliegens-siehe Herr Zumwinkel-besteht.Hinter dem Tragen des Burkas vermute ich eher Zwang von Seiten der Angehörigen als Freiwilligkeit-in diesem Fall müsste man einen Psychologen hinzuziehen- von Seiten der Trägerin.Mit Blauäugigkeit ist in der Tat der Gesellschaft nicht gedient.

  6. Ich habe das Gefühl, dass zu oft zwei verschiedene Reibungspunkte verwechselt werden. Meiner Meinung nach sind die Streitzonen zwar gleitend, aber da wir gerne in Kateorien denken:

    1) Religiöses gegen weltliches Staatskonzept
    2) West/Christentum gegen Islam

    Konflikt Nr. 1 gehört in Deutschland spätestens seit der Verfassung von 1919 der Geschichte an.

    Konflikt Nr. 2 beschäftigt die Leute, aber ich denke in Wirklichkeit aus rein ästhetischen Gründen.

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    Nein, dieser Konflikt gehört nicht der Vergangenheit an. Natürlich will ich nicht bestreiten, dass Deutschland ein demokratischer, freiheitlicher Staat ist. Dennoch: Solange schon in der Präambel des Grundgesetzes ein Bezug auf Gott festgeschrieben ist; solange der Staat die finanziellen Beiträge der Mitglieder bestimmter Glaubensgemeinschaften einzieht; solange reihenweise Kindergärten, Pflegeeinrichtungen etc. in kirchlicher Hand sind und insbesondere die Rechte der Mitarbeiter eben dieser Einrichtungen beschnitten werden mit Bezugnahme auf die Religion, solange kann man nicht behaupten, dass es sich um einen umfassend weltlichen Staat handelt.
    Mag sein, dass dies hier "Meckern auf hohem Niveau" ist, aber für Atheisten ist das doch zuweilen etwas befremdlich.

    Nein, dieser Konflikt gehört nicht der Vergangenheit an. Natürlich will ich nicht bestreiten, dass Deutschland ein demokratischer, freiheitlicher Staat ist. Dennoch: Solange schon in der Präambel des Grundgesetzes ein Bezug auf Gott festgeschrieben ist; solange der Staat die finanziellen Beiträge der Mitglieder bestimmter Glaubensgemeinschaften einzieht; solange reihenweise Kindergärten, Pflegeeinrichtungen etc. in kirchlicher Hand sind und insbesondere die Rechte der Mitarbeiter eben dieser Einrichtungen beschnitten werden mit Bezugnahme auf die Religion, solange kann man nicht behaupten, dass es sich um einen umfassend weltlichen Staat handelt.
    Mag sein, dass dies hier "Meckern auf hohem Niveau" ist, aber für Atheisten ist das doch zuweilen etwas befremdlich.

    • Lyaran
    • 03.10.2010 um 11:54 Uhr

    Also herrscht hier keine Meinungsfreiheit?
    @ 3: Sie können das alles sagen, und ich kann sie für engstirnig und dumm halten. Da gibt es doch gar kein Problem solange sie nicht behaupten das würde der Wahrheit entsprechen.

    @1: Ich frage mich wie das eigene Verhalten aussehen muss wenn man andere für so Rückgratslos hält. Aber bestimmt sind sie Experte und haben die Rechtslage schon ganz anders interpretiert. Alles Duckeberger ausser einem selbst oder denen die die gleiche Meinung haben.

    Schade wie die Leute, die meinen unsere Kultur verteidigen zu müssen, ebendiese als allererste verraten!

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    vielleicht, aber jüngstes Beispiel Sarrazin hat doch gezeigt, wohin derartige Tendenzen führen:

    zur Arbeitslosigkeit und Verachtung der politischen Klasse. Niemand wird sich den Ast absägen, auf dem er sitzt.

    vielleicht, aber jüngstes Beispiel Sarrazin hat doch gezeigt, wohin derartige Tendenzen führen:

    zur Arbeitslosigkeit und Verachtung der politischen Klasse. Niemand wird sich den Ast absägen, auf dem er sitzt.

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