Wulffs Rede zur Einheit Unser Islam?

Christian Wulff wagt eine große Geste in aufgeheizter Zeit. Aber noch gehört der Islam nicht zur deutschen Kultur.

Gehört der Islam zu Deutschland? Das hat der Bundespräsident in seiner Rede zum Jahrestag der deutschen Einheit behauptet. Der Satz hat etwas Schillerndes, Doppeldeutiges. Man kann ihn nämlich deskriptiv verstehen, als neutrale Beschreibung eines simplen Faktums. Man kann ihn aber auch normativ verstehen, als Aufruf zur Erfüllung eines höheren Auftrags. Im einen Fall stellen wir fest: Es gibt in Deutschland den Islam. Im andern: Der Islam ist Bestandteil der deutschen Kultur.

Christian Wulff nun hat ausdrücklich beide Bedeutungen angesprochen. Wenn er sich an die »deutschen Muslime und Musliminnen« wendet und sagt: »Ja, natürlich bin ich Ihr Präsident! Und zwar mit der Leidenschaft und Überzeugung, mit der ich der Präsident aller Menschen bin, die hier in Deutschland leben«, so ist das ebenso schön gesagt wie selbstverständlich. Er ist der Präsident aller, ob Kind oder Greis, Mann oder Frau, Katholik oder Atheist, Hindu oder Muslim. Wenn er aber sagt: »Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland «, so postuliert er damit einen kulturellen Zusammenhang, und er verwischt auf ungute Weise die Unterschiede. Das würde, wenn er recht hätte, darauf hinauslaufen, dass wir nicht mehr in gewohnter Weise von der christlich-jüdischen Kultur, aus deren langer Tradition wir kommen, sprechen dürften, sondern dass wir in einer christlich-jüdisch-muslimischen Kultur lebten.

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Ganz abgesehen davon, dass eine solche Verkoppelung nicht allen Christen und schon gar nicht allen Juden gefallen dürfte – es gibt diese Kultur nicht. Vielleicht wird es sie eines Tages geben. Einstweilen aber empfiehlt es sich, die Besonderheit der beiden Welten wahrzunehmen und anzuerkennen. Wer zum Beispiel die Präambel unseres Grundgesetzes liest, wo es heißt: »Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen hat sich das Deutsche Volk dieses Grundgesetz gegeben«, der sieht, dass hier zwei polare Gewalten benannt werden, das Deutsche Volk, das im Begriff ist, einen Staat zu gründen, auf der einen und Gott auf der anderen Seite.

Diese Gewaltenteilung geht zurück auf das Alte Testament, in dem die Propheten als Sprecher Gottes den weltlichen jüdischen Herrschern oftmals in den Arm fallen. Sie gipfelt in dem Satz von Jesus: »Mein Reich ist nicht von dieser Welt.« Sie findet ihre Ausarbeitung bei Augustinus und seiner Lehre von den zwei Reichen. Es war der Augustinermönch Luther, der diesen Gedanken gegen eine Kirche stark machte, die ihn vergessen und die politische Gewalt usurpiert hatte.

Und wer im Grundgesetz weiterliest, der findet zwei Sätze, die unser Selbstverständnis ebenso lapidar wie grandios enthalten: »Die Würde des Menschen ist unantastbar« (Artikel 1.1) und »Die Freiheit der Person ist unverletzlich« (2.2). Sie sind nicht denkbar ohne jenes Verständnis von der uneingeschränkten Verantwortlichkeit der Person, das seine Wurzeln in der Philosophie der Antike hat und schließlich in der Aufklärung zu neuer Entfaltung kam. Daraus entstand die Idee unveräußerlicher Menschenrechte.

Es ist wahr, dass die Christen die christliche Botschaft nicht selten aufs Erbärmlichste verletzt haben, und es stimmt, dass die aufgeklärten Europäer die fürchterlichsten Kriege und Massaker zu verantworten haben. Aber die rabiateste Kritik am Christentum kam von den Christen selber, und die europäische Fähigkeit zur Selbstkritik und zur Aneignung des Fremden ist eine erwähnenswerte Tugend. Selbst die wütendsten Religionsverächter und die heftigsten Kritiker unserer Lebensweise besitzen selbstverständlich das Recht auf Meinungsfreiheit, und niemand darf es ihnen streitig machen. Auch das gehört zur deutschen Kultur.

Leser-Kommentare
  1. Was ist bloß aus der Allgemeinbildung unserer Bundespräsidenten geworden? Mit der großartigen Parabel von den drei Weltreligionen hätte Bundespräsident Wulff um Toleranz werben können. Nach dieser Rede bleibt der schale Nachgeschmack, daß der Bundespräsident gar nicht weiß was die Menschen bewegt. Die Religionen sollen den Platz einnehmen, der ihnen gebührt. Unter Berücksichtigung der Säkularisierung. Ansonsten ergeben sich die Antworten aus dem Grundgesetz Art. 4. Der Bundespräsident hat mit seinen mißverständlichen Äußerungen eine Chance vertan. Der Wahlkämpfer Wulff ist im Amt noch lange nicht angekommen.

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    Ich hatte schon eher das Gefühl unser Bundespräsident hätte gerade im Sinne Lessings gesprochen. Nathan spielt in Jerusalem. Dort leben Christentum, Judentum und Islam nebeneinander. Und in Deutschland inzwischen auch, er hat also einfach nur recht.

    hat sich nie mit dem Islam beschäftigt. Lesen Sie doch mal bitte den Koran.

    Die Ringparabel gab eine Antwort auf die Frage: "Welche Religion ist die wahre oder die richtige Religion?". Bei der Diskussion über die Immigration von Muslimen spielt dies aber überhaupt keine Rolle.
    Die Fragen, die sich hier stellen, liegen eher im Bereich. "Wer verursacht die Probleme? Wer löst die Probleme? Wer bezahlt die Zeche? Wer will bleiben, wer will gehen ? Funktioniert unsere "WG"? Wessen Interessen werden vertreten, auf wessen Kosten ?
    Unser GG garantiert Religionsfreiheit, sagt aber nicht wer ein geeigenter Immigrant ist und wer nicht. Das Grundgesetz garantiert keine Interessensgerechtigkeit und auch nicht die Zukunftsfähigkeit dieser Gesellschaft.
    Die vielen Verweise auf das Grundgesetz und eben wie hier auf die Ringparabel, finde ich wirklich oberflächlich, naiv und irgendwie auch von gestern.
    Die Kernfrage bleibt für mich: "Sind die vielen Menschen, die aus muslimischen Ländern hierher gekommen sind, die richtigen Immigranten?". Dies soll man bitte differenziert beantworten. Es steht aber für mich fest, dass die Antwort sehr oft "NEIN" lauten müsste. Da hilft auch kein Lessing.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten und sachlichen Beiträgen. Danke. Die Redaktion/km

    Entfernt. Bitte liefern Sie für Ihre Thesen seriöse Quellen und bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km

    Ich hatte schon eher das Gefühl unser Bundespräsident hätte gerade im Sinne Lessings gesprochen. Nathan spielt in Jerusalem. Dort leben Christentum, Judentum und Islam nebeneinander. Und in Deutschland inzwischen auch, er hat also einfach nur recht.

    hat sich nie mit dem Islam beschäftigt. Lesen Sie doch mal bitte den Koran.

    Die Ringparabel gab eine Antwort auf die Frage: "Welche Religion ist die wahre oder die richtige Religion?". Bei der Diskussion über die Immigration von Muslimen spielt dies aber überhaupt keine Rolle.
    Die Fragen, die sich hier stellen, liegen eher im Bereich. "Wer verursacht die Probleme? Wer löst die Probleme? Wer bezahlt die Zeche? Wer will bleiben, wer will gehen ? Funktioniert unsere "WG"? Wessen Interessen werden vertreten, auf wessen Kosten ?
    Unser GG garantiert Religionsfreiheit, sagt aber nicht wer ein geeigenter Immigrant ist und wer nicht. Das Grundgesetz garantiert keine Interessensgerechtigkeit und auch nicht die Zukunftsfähigkeit dieser Gesellschaft.
    Die vielen Verweise auf das Grundgesetz und eben wie hier auf die Ringparabel, finde ich wirklich oberflächlich, naiv und irgendwie auch von gestern.
    Die Kernfrage bleibt für mich: "Sind die vielen Menschen, die aus muslimischen Ländern hierher gekommen sind, die richtigen Immigranten?". Dies soll man bitte differenziert beantworten. Es steht aber für mich fest, dass die Antwort sehr oft "NEIN" lauten müsste. Da hilft auch kein Lessing.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten und sachlichen Beiträgen. Danke. Die Redaktion/km

    Entfernt. Bitte liefern Sie für Ihre Thesen seriöse Quellen und bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km

  2. Jetzt grüble ich, wie Wulff das so in seiner Rede hätte unterbringen können, ohne daß sie eine halbe Stunde länger geworden wäre und keiner mehr zugehört hätte.

    Der immer noch auf Betulichkeit gepolte Teil der Medien, allen voran die ÖR Fernsehsender, haben ja schon von seiner mißverständlich kurzen Rede die Teile in der Berichterstattung weggelassen, wo er den Integrationsverweigeren für seine Verhältnisse ziemlich scharf entgegengetreten ist.

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    Vielleicht sind Beiträge wie diese von Die Zeit nicht anders zu erwarten:

    "Ganz abgesehen davon, dass eine solche Verkoppelung nicht allen Christen und schon gar nicht allen Juden gefallen dürfte – es gibt diese Kultur nicht."

    Die Zeit hat sich in Bezug auf gesamtgesellschaftliche Fragen doch eher selten hervorgetan. Mich überrascht dieser Beitrag nicht. Einen solchen hatte ich in der Druckausgabe bereits erwartet.

    Vielleicht müsste man Wulff, die CDU und andere nach ihrem Begriff von "Kultur" befragen. Anscheinend ist ihr Begriff nicht imstande 3,2 Mill. Muslime (4 %) als Teil der deutschen Kultur wahrzunehmen. Das erscheint mir, mit Verlaub, als naiv und kurzsichtig. Was sonst sind 3,2 Mill. muslimische Deutsche, wenn nicht Teil der deutschen Kultur? Ganz zu schweigen von den wenigen deutschen Buddhisten...

    Vielleicht sind Beiträge wie diese von Die Zeit nicht anders zu erwarten:

    "Ganz abgesehen davon, dass eine solche Verkoppelung nicht allen Christen und schon gar nicht allen Juden gefallen dürfte – es gibt diese Kultur nicht."

    Die Zeit hat sich in Bezug auf gesamtgesellschaftliche Fragen doch eher selten hervorgetan. Mich überrascht dieser Beitrag nicht. Einen solchen hatte ich in der Druckausgabe bereits erwartet.

    Vielleicht müsste man Wulff, die CDU und andere nach ihrem Begriff von "Kultur" befragen. Anscheinend ist ihr Begriff nicht imstande 3,2 Mill. Muslime (4 %) als Teil der deutschen Kultur wahrzunehmen. Das erscheint mir, mit Verlaub, als naiv und kurzsichtig. Was sonst sind 3,2 Mill. muslimische Deutsche, wenn nicht Teil der deutschen Kultur? Ganz zu schweigen von den wenigen deutschen Buddhisten...

  3. Ein wirklich guter und interessanter Artikel.

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    • remail
    • 07.10.2010 um 9:59 Uhr

    Es ist doch immer wichtig genau zu lesen und zu verstehen. Historisches Wissen kann einem spontan die Augen öffnen, leider.

    ...obgleich ich nicht ganz einleuchtend finde, wie weit unser Bundespräsident die Bedeutung des "Tag der Einheit" ausdehnt, macht mir der feinfühlig artikulierte und sachlich fundierte Beitrag "Unser Islam" deutlich, dass Herr Wulf seine Rede interpretieren muss.
    Der Bürger muss doch aber von den Schreibern im Bundespräsidialamt erwarten können, dass sie eine Rede schreiben, die substanziell und nachvollziehbar - auch für das gemeine Volk - ist. Oder wurde hier lediglich das Kalkül überstrapaziert, dass Herr Wulf nicht mehr als CDU-Bundespräsident dasteht...?

    • zorni
    • 07.10.2010 um 12:16 Uhr

    Wieso gehört der Buddhismus nicht zu Deutschland? Heisst das, als Buddhist bin ich kein richtiger Deutscher mehr? Welche Normen muß ich also erfüllen, ausser Verfassungs- und Gesetzestreue, der Beherrschung der deutschen Spra-che? Dreht man die derzeitig übliche Argumentation um, ergibt sich, daß jene die so argumentieren (unbewusst?) ir-gendein Deutschtum im Hinterkopf ha-ben, welchem häufig eine quasi über-zeitliche Substanz zugeschrieben wird. Das kann man in der Tat nicht verstehen aus buddhistischer Sicht. Griechisch-römisch-christlich-jüdische Leitkultur schön und gut. Wenn wir uns jedoch auf den griechisch-römischen Teil berufen, was ergibt sich daraus? Nach allem, was ich in der Schule gelernt habe, eine reli-giös ziemlich bunte Gesellschaft! Und es wäre noch an die griechischen Einflüsse auf den frühen Buddhismus der Gandhara-Kultur zu erinnern und an die Gespräche des antiken griechischen Königs Melinda mit einem buddhisti-schen Meister. Der Islam hat übrigens nicht nur jüdisch-christliche Wurzeln, sondern auch griechisch-römische! Im islamischen Kulturkreis wurden wesentliche Schriften der Antike bewahrt, während sie in Europa von der Kirche unter der Decke gehalten wurden. Was bitte ist dieses Deutschtum, was da im Hintergrund lungert und auf seine Chance wartet?

    • remail
    • 07.10.2010 um 9:59 Uhr

    Es ist doch immer wichtig genau zu lesen und zu verstehen. Historisches Wissen kann einem spontan die Augen öffnen, leider.

    ...obgleich ich nicht ganz einleuchtend finde, wie weit unser Bundespräsident die Bedeutung des "Tag der Einheit" ausdehnt, macht mir der feinfühlig artikulierte und sachlich fundierte Beitrag "Unser Islam" deutlich, dass Herr Wulf seine Rede interpretieren muss.
    Der Bürger muss doch aber von den Schreibern im Bundespräsidialamt erwarten können, dass sie eine Rede schreiben, die substanziell und nachvollziehbar - auch für das gemeine Volk - ist. Oder wurde hier lediglich das Kalkül überstrapaziert, dass Herr Wulf nicht mehr als CDU-Bundespräsident dasteht...?

    • zorni
    • 07.10.2010 um 12:16 Uhr

    Wieso gehört der Buddhismus nicht zu Deutschland? Heisst das, als Buddhist bin ich kein richtiger Deutscher mehr? Welche Normen muß ich also erfüllen, ausser Verfassungs- und Gesetzestreue, der Beherrschung der deutschen Spra-che? Dreht man die derzeitig übliche Argumentation um, ergibt sich, daß jene die so argumentieren (unbewusst?) ir-gendein Deutschtum im Hinterkopf ha-ben, welchem häufig eine quasi über-zeitliche Substanz zugeschrieben wird. Das kann man in der Tat nicht verstehen aus buddhistischer Sicht. Griechisch-römisch-christlich-jüdische Leitkultur schön und gut. Wenn wir uns jedoch auf den griechisch-römischen Teil berufen, was ergibt sich daraus? Nach allem, was ich in der Schule gelernt habe, eine reli-giös ziemlich bunte Gesellschaft! Und es wäre noch an die griechischen Einflüsse auf den frühen Buddhismus der Gandhara-Kultur zu erinnern und an die Gespräche des antiken griechischen Königs Melinda mit einem buddhisti-schen Meister. Der Islam hat übrigens nicht nur jüdisch-christliche Wurzeln, sondern auch griechisch-römische! Im islamischen Kulturkreis wurden wesentliche Schriften der Antike bewahrt, während sie in Europa von der Kirche unter der Decke gehalten wurden. Was bitte ist dieses Deutschtum, was da im Hintergrund lungert und auf seine Chance wartet?

  4. In dem Subtitel schreiben Sie:

    "Der Respekt voreinander gebietet es, die Unterschiede gelten zu lassen"

    Es fällt mir offen gesagt schwer, eine Religion zu respektieren, die so gegen mich hetzt, und deren "Gotteswort" mit als Leugner, blind, taub, und schlimmer als Vieh bezeichnet. Auch Moscheen, die nach Erobereren christlicher Länder benannt werden, erleichtern diesen Respekt nicht. Und Sharia-Gesetze - wie Todesstrafe bei Islamkritik (die heute noch in vielen islamischen Ländern Gesetz sind!) respektiere ich auch nicht.

    Liebe Redaktion: Respekt und Toleranz sind meistens gut. Aber es gibt Situationen, in denen Toleranz geradezu ein Verbrechen an unseren Kindern und Enkeln ist. Und Respekt dafür, dass jemand hetzerische Lehren, die mir gegenüber feindlich sind, für "Gottes Wort hält", kann man wirklich nicht erwarten. Das ist einfach zuviel verlangt.

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    Entfernt. Kehren Sie bitte zu einer sachlichen Diskussion zurück. Danke. Die Redaktion/sh

    Ich glaube sie werden es überleben,oder?

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    Ich glaube sie werden es überleben,oder?

    • SeKel
    • 07.10.2010 um 9:53 Uhr

    Guten Tag,

    gratuliere, ein rundum guter Artikel.

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    • remail
    • 07.10.2010 um 10:56 Uhr

    Die deutsche Sprache hat die Macht es allen recht zu machen, nur wem hilft das wirklich.

    • joG
    • 07.10.2010 um 13:34 Uhr

    " Wenn er aber sagt: »Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland«, so postuliert er damit einen kulturellen Zusammenhang, und er verwischt auf ungute Weise die Unterschiede. Das würde, wenn er recht hätte, darauf hinauslaufen, dass wir nicht mehr in gewohnter Weise von der christlich-jüdischen Kultur, aus deren langer Tradition wir kommen, sprechen dürften, sondern dass wir in einer christlich-jüdisch-muslimischen Kultur lebten."

    Diese Grundthese des Artikels ist mE falsch. Es wurde gesagt, dass der Islam zu Deutschland nun gehört. Das tut er zweifelsohne, wenn mehrere Millionen Bürger und eine oder mehr weitere Millionen hier Daueraufenthalt haben. Wer anderes sagt, verkennt die Fakten wie in den 30ern dlJ als es auch eine ähnlich große Gruppe mit ähnlicher Nationalitäten Verteilung gab, die nicht zu den Deutschen "gehörten" und das Volk bzw das Land "schädigte". Das wird der Autor nicht gerne hören. Es ist aber so. Genau so.

    • remail
    • 07.10.2010 um 10:56 Uhr

    Die deutsche Sprache hat die Macht es allen recht zu machen, nur wem hilft das wirklich.

    • joG
    • 07.10.2010 um 13:34 Uhr

    " Wenn er aber sagt: »Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland«, so postuliert er damit einen kulturellen Zusammenhang, und er verwischt auf ungute Weise die Unterschiede. Das würde, wenn er recht hätte, darauf hinauslaufen, dass wir nicht mehr in gewohnter Weise von der christlich-jüdischen Kultur, aus deren langer Tradition wir kommen, sprechen dürften, sondern dass wir in einer christlich-jüdisch-muslimischen Kultur lebten."

    Diese Grundthese des Artikels ist mE falsch. Es wurde gesagt, dass der Islam zu Deutschland nun gehört. Das tut er zweifelsohne, wenn mehrere Millionen Bürger und eine oder mehr weitere Millionen hier Daueraufenthalt haben. Wer anderes sagt, verkennt die Fakten wie in den 30ern dlJ als es auch eine ähnlich große Gruppe mit ähnlicher Nationalitäten Verteilung gab, die nicht zu den Deutschen "gehörten" und das Volk bzw das Land "schädigte". Das wird der Autor nicht gerne hören. Es ist aber so. Genau so.

  5. Haben wir keine eigene Tradition mehr, dass wir allem hinterherrennen müssen? Der Punkt der Integration ist überschritten, wenn heute Jugendliche in der dritten Generation nichts zur Gesellschaft beitragen können, dann werden die auch in Zukunft nichts leisten.
    [...]
    Als wenn dies nicht schon genug wäre, sollte man wenigsten den Nachstrom und die Sozialsubventionierung stoppen

    Bitte formulieren Sie ihre Ausführungen sachlich und verzichten Sie auf polemische Beiträge. Danke. Die Redaktion/er

    • remail
    • 07.10.2010 um 9:55 Uhr

    Der Artikel klingt nach Nachbessern, wie schön dass sich die Menschen in D freuen können, weil wir immer etwas für sie übrig haben, auch Geld. Wer schon mal versucht hat Auszuwandern, nach Kanada oder Dänemark, der versteht schnell, nirgendwo hat man es so gut wie hier. Schade, dass dieses Land von der Fläche begrenzt ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wo ein beidseitiger Wille ist, ist Hochzeit: Jenseits davon ist Zwangsheirat.

    Bitte kehren Sie zum Thema des Artikels zurück. Danke. De Redaktion/er

    • macey
    • 07.10.2010 um 13:50 Uhr

    Nicht nur dieses Land, eh schon fast das am dichtest besiedelte der Welt, ist in der Fläche begrenzt. Auch die Leistungsfähigkeit unserer Sozialsysteme sind begrenzt. Ohne dieses außerordentlich großzügige Sozialsystem hätten wir heute keine Islamdebatte. Viele, die in unsere Sozialsysteme eingewandert sind, brauchten sich nicht anpassen und ihre archaische Religion zurückstellen, weil sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen müssen. Wer hart arbeitet, hat gar nicht die Zeit, sich den ganzen Tag mit Religion zu beschäftigen. Das war bei den hart arbeitenden ersten türkischen Gastabeiter meist der Fall. Wenn ich die vielen Frauen mit Kopftuch sehen, die mit dieser Kopfbekleidung keine normale Arbeit finden, glaube ich nicht daran, dass noch mehr Sprachkurse helfen. Nur wenn alle Migranten das Ziel haben, per Erwerbsarbeit ihren Anteil zum Bruttosozialprodukt zu bringen, wird auch die Religion an Bedeutung verlieren.

    Wo ein beidseitiger Wille ist, ist Hochzeit: Jenseits davon ist Zwangsheirat.

    Bitte kehren Sie zum Thema des Artikels zurück. Danke. De Redaktion/er

    • macey
    • 07.10.2010 um 13:50 Uhr

    Nicht nur dieses Land, eh schon fast das am dichtest besiedelte der Welt, ist in der Fläche begrenzt. Auch die Leistungsfähigkeit unserer Sozialsysteme sind begrenzt. Ohne dieses außerordentlich großzügige Sozialsystem hätten wir heute keine Islamdebatte. Viele, die in unsere Sozialsysteme eingewandert sind, brauchten sich nicht anpassen und ihre archaische Religion zurückstellen, weil sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen müssen. Wer hart arbeitet, hat gar nicht die Zeit, sich den ganzen Tag mit Religion zu beschäftigen. Das war bei den hart arbeitenden ersten türkischen Gastabeiter meist der Fall. Wenn ich die vielen Frauen mit Kopftuch sehen, die mit dieser Kopfbekleidung keine normale Arbeit finden, glaube ich nicht daran, dass noch mehr Sprachkurse helfen. Nur wenn alle Migranten das Ziel haben, per Erwerbsarbeit ihren Anteil zum Bruttosozialprodukt zu bringen, wird auch die Religion an Bedeutung verlieren.

  6. angehören, auch zu Deutschland? Es soll sich angeblich um ca. 30 Prozent der Bevölkerung handeln.

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    eine aktuelle Frage. Dieser Teil der Bevölkerung bleibt
    unerwähnt, unbeachtet. Der Tunnel-Blick eines Poli-
    tikers ...

    der beteiligten christlichen Politiker.

    Die tatsächliche Bedeutung der sogenannten Christlich-Jüdischen-Leitkultur kann man jeden Sonntag am Eingang einer Kirche ermitteln.

    Natürlich haben Christentum und Judentum Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Gesellschaften gehabt und oft genug war es nicht der Beste. Das die europäische Kultur aber auch Einflüssen aus islamischen Ländern unterlag, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten.

    eine aktuelle Frage. Dieser Teil der Bevölkerung bleibt
    unerwähnt, unbeachtet. Der Tunnel-Blick eines Poli-
    tikers ...

    der beteiligten christlichen Politiker.

    Die tatsächliche Bedeutung der sogenannten Christlich-Jüdischen-Leitkultur kann man jeden Sonntag am Eingang einer Kirche ermitteln.

    Natürlich haben Christentum und Judentum Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Gesellschaften gehabt und oft genug war es nicht der Beste. Das die europäische Kultur aber auch Einflüssen aus islamischen Ländern unterlag, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten.

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