Automobilbranche Im Höhenrausch
Volkswagen fährt neue Absatzrekorde ein. Doch der Expansionskurs des Konzerns birgt große Risiken.
© Sean Gallup/Getty Images

Ein VW-Mitarbeiter kontrolliert im Wolfsburger Werk hergestellte Fahrzeuge
Deutlich über fünf Millionen. Noch nie hat die Volkswagen-Gruppe in den ersten neun Monaten eines Jahres so viele Autos ausgeliefert. Der Konzern hat die Branchenkrise weggesteckt , wächst schneller als der Weltmarkt. Gut jedes zehnte rund um den Globus verkaufte Auto stammt aus seinen Fabriken. Neue Werke werden in Serie hochgezogen. Überraschend schnell scheint man dem äußerst ehrgeizigen Ziel näher zu kommen: Mit zehn Millionen Fahrzeugen will Volkswagen im Jahr 2018 der führende Autoproduzent der Welt sein.
Den Pariser Auto-Salon, die bedeutendste Branchenshow dieses Jahres, nutzten die Manager dazu, ihr Imperium leuchten zu lassen. Mit fast 1500 Gästen feiert Volkswagen am Vorabend der Messe die mit Abstand größte Party. Auf dem Ausstellungsgelände in Halle 4 umzingelten seine Marken Audi, Škoda, Seat, VW, Bentley, Lamborghini, Bugatti und erstmals Porsche den derzeitigen Branchenprimus Toyota auch symbolisch. Und natürlich konnte jede Konzernmarke ein ganz besonderes Modell herzeigen: einen mit allerfeinster Technik ausgestatteten neuen VW Passat, einen bulligen Audi quattro, einen Lamborghini mit ultraleichter Kohlefaserkarosserie, das erste Elektroauto von Seat sowie den teuersten und schnellsten Sportwagen der Welt.
1,7 Millionen Euro kostet der Bugatti Veyron Supersport. Der orange-schwarz lackierte Bolide hat gerade einen Geschwindigkeitsweltrekord für im Straßenverkehr zugelassene Seriensportwagen aufgestellt: 431 Kilometer pro Stunde. Bei diesem Tempo dürfe man nicht den kleinsten Moment unaufmerksam sein, erzählt Testpilot Jean-Henri Raphanel auf der Party. »Sonst kommt man nicht zurück.«
Höchste Konzentration benötigt auch der Mann am Steuer des Konzerns, Martin Winterkorn (63). Der promovierte Metallkundler ist seit knapp vier Jahren Chef der 380.000 Konzernbeschäftigten. Kein anderer Automanager muss derzeit so viele Herausforderungen gleichzeitig bewältigen: Quasi in voller Fahrt müssen die neuen Mitglieder der Konzernfamilie, wie Porsche oder Suzuki, integriert werden, die Managementstrukturen angepasst und aus der Spur gekommene Marken wie Seat oder Škoda neu ausgerichtet werden.
In einem Alter, in dem sich Topmanager auf ihre Pension vorbereiten, will der Schwabe noch einmal richtig angreifen. Es scheint ausgemacht, dass sein Vertrag demnächst bis weit über die Pensionsgrenze hinaus verlängert wird. Der Wolfsburger Betriebsratschef und Vize-Aufsichtsratschef Bernd Osterloh hat dies schon ausgeplaudert. Auf der Party in Paris macht auch Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch deutlich: Winterkorn soll weitermachen. Früher habe er seine Manager mit 65 in Pension geschickt, erzählt der 73-Jährige, jetzt sei er schlauer. »Ich habe selbst erst mit über 70 Jahren die schwierigsten Aufgaben meines Lebens gelöst.«
Wenige Meter weiter beobachtet eine kleine Managerrunde um Konzernchef Winterkorn nach dem Ende der multimedialen Markenshow entspannt den Andrang um das Ehepaar Ferdinand und Ursula Piëch. Diplomatisch reagieren die Herren auf die Frage, ob Ursula Piëch, designierte Erbwahrerin ihres Gatten , schon die Modellpolitik mitbestimme. »Frau Piëch ist eine Kundin, und wir nehmen jeden Kunden ernst«, sagt ein Vorstand. Die Formulierung gefällt offenbar auch Winterkorn. Die von Piëch an diesem Abend neu angefachte Diskussion, dass zu den zehn Konzernmarken – acht Pkw-Marken plus VW-Nutzfahrzeuge und Scania – sowie den Beteiligungen an MAN und dem japanischen Kleinwagenbauer Suzuki als 13. Marke Alfa Romeo aus dem Fiat-Konzern noch gut passen würde, ist derzeit nicht Winterkorns größte Sorge. Anderes drängt viel mehr.
- Datum 09.10.2010 - 17:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 07.10.2010 Nr. 41
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Erinnert mich an die DaimlerChrysler Welt AG.
Zahlen wird's der Steuerzahler.
Mit den aufwendig konstruierten Škoda-Modellen erziele man in Schwellenländern nicht genügend Rendite, kritisiert der Konzernchef. Einfachere Technik soll künftig die Profitabilität erhöhen. »Die bisherigen Škoda-Kunden werden es nicht merken«, verspricht er in Paris. Kein simples Kunststück.
Bislang waren die Škodas in ihrem Segment das beste, was man aus dem VW-Konzern erwerben konnte und standen daher in direkter Konkurrenz zum jeweiligen direkten oder indirekten Schwestermodell von VW und schnitten im Preis- / Leistungsverhältnis deutlich besser ab. Der Superb z.B. hatte dem Passat massiv Kunden abgeworben, was nun zu Ende geht.
Wenn sich das nun ändert, werden die Kunden das merken und entsprechend reagieren (aber nicht zu VW "aufsteigen", sondern wechseln).
Sparen geht ein paar Jahre gut, bis die Kunden das im Portemonnaie spüren, und dann ist das Image für sehr viele Jahre im Eimer wie bei Opel, wo sich ein gewisser Herr Lopez extrem austoben durfte, aber eben auch bei VW für Imageschäden sorgte (woran beide Firmen noch heute leiden).
Heisst es dann im Falle eines Falles auch wieder: To-big-to-fail?
Auf das richtige Augenmaß wird es ankommen.
Irgendwann ist der Laden so groß, dass er nicht mehr steuerbar wird oder einzelne Teile voll aus dem Ruder laufen. Sicher wird das ein Herr Winterkorn nicht mehr erleben, aber ob sein Nachfolger mit dem gleichen Augenmaß ausgestattet ist wie er, möchte ich bezweifeln.
Hier wird es dann wie in einem Familienunternehmen gehen: eine Generation baut auf, die nächste Generation verwaltet und die dritte Generatin fährt den Karren in den Dreck. Hoffentlich dürfen wir noch lange auf die dritte Generation warten!
dass sich ein normaler Angestellter in Deutschland keinen neuen Golf mehr leisten kann. Das ist gnadenlose Abzocke. Beleg: In den USA kostet ein Golf GTI 20,000 $. Das sind etwa 14,000 € (!!!).
"431 Kilometer pro Stunde. Bei diesem Tempo dürfe man nicht den kleinsten Moment unaufmerksam sein, erzählt Testpilot Jean-Henri Raphanel auf der Party. »Sonst kommt man nicht zurück.«"
Ist das Letzere ein Versprechen?
Das schnelle Wachstum mindert vermutlich die Qualität der Fahrzeuge. Eine unübersichtliche Motorenpalette erschwert zusätzlich die Wartung. Für den Kunden teure Probleme mit dem Doppelmassenschwungrad hatte VW auch. Nicht nur andere Marken haben nach etwa fünfzehntausend Kilometern Probleme mit der Kupplung.
immer mehr das Wichtigste aus den Augen: Den Kunden und den Kundennutzen.
Warum sollte ich einen VW/Audi fahren? Bei der Konkurrenz bekomme ich entweder die Agilität und Sportlichkeit eines BMW oder die Noblesse eines Mercedes. Warum sollte ich Audi fahren? Schöne Spaltmaße und angenehme Materialien bieten auch andere für mittlerweile weniger Geld. Und haben dafür ein Image.
also noblesse besitzt so ein benz auch nur noch außen und da ist das design durchaus strittig, v.a. die aktuelle e-klasse gefällt mir (im gegensatz zur C) überhaupt nicht.
Und innen haben sie dann einen gehörigen Plastebomber der noch dazu aus billigen Materialien gefertigt wird. Nein nein, Noblesse beim Benz, das war einmal...Da wird derart viel an sinnlosem Plasteschnick schnack eingebaut...Fensterrollos, Heckscheibenrollos, wackelige Becherhalter in der Rückbank Mittellehne, billige, verchromte Plasteschalter überall usw...
Dazu noch Motoren von vorgestern...Ich sage nicht, dass Audi oder VW die Lösung allen Übels ist, Mercedes ist es definitiv nicht.
also noblesse besitzt so ein benz auch nur noch außen und da ist das design durchaus strittig, v.a. die aktuelle e-klasse gefällt mir (im gegensatz zur C) überhaupt nicht.
Und innen haben sie dann einen gehörigen Plastebomber der noch dazu aus billigen Materialien gefertigt wird. Nein nein, Noblesse beim Benz, das war einmal...Da wird derart viel an sinnlosem Plasteschnick schnack eingebaut...Fensterrollos, Heckscheibenrollos, wackelige Becherhalter in der Rückbank Mittellehne, billige, verchromte Plasteschalter überall usw...
Dazu noch Motoren von vorgestern...Ich sage nicht, dass Audi oder VW die Lösung allen Übels ist, Mercedes ist es definitiv nicht.
"Es gibt Zeiten, wo einem alles gelingt! Aber das braucht niemanden zu beunruhigen: Sie gehen sehr schnell vorüber."
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