Autotest Elegant zum Aussteigen
Dietmar H. Lamparter fährt den Opel Meriva 1.4 Ecotec
© GM Corp.

Der neue Opel Meriva zählt zur Klasse der Kompaktvans
Gut, dass ich bei der ersten Testfahrt das Radio eingeschaltet hatte. Was der Nachrichtensprecher da verkündete, hat meine Erwartungen an das Testauto – einen Opel Meriva – schlagartig erhöht. Eine lebenslange Fahrzeug-Garantie sollen Opel-Käufer hinfort bekommen. Das ist mutig. Knausern doch die deutschen Renommiermarken üblicherweise mit kümmerlichen zwei Jahren Gewährleistung, allein die Koreaner Hyundai (5 Jahre) und Kia (7 Jahre) haben sich bislang ähnlich weit vorgewagt. Klar, Opel hat ein Imageproblem, die quälend lange Bettelei um Staatskredite hat dem Ruf geschadet. Da kann so eine Marketingaktion hilfreich sein – auch wenn es bei der Garantieerklärung natürlich Einschränkungen im Kleingedruckten gibt. Um das Fazit der Testfahrt vorwegzunehmen: Die Autos der Marke mit dem Blitz sind besser als ihr Ruf. Auf den knapp 2000 Testkilometern – einmal von Hamburg auf die Schwäbische Alb und zurück – gab es nichts zu mäkeln. Der Verbrauch lag – trotz flotter Autobahnfahrt und Vollbesetzung samt Gepäck – mit 6,9 Litern erfreulich nah an den sonst meist ziemlich theoretischen Prospektwerten.
Autos mit flexibler Raumnutzung will Opel bauen, der Meriva untermauert den Anspruch. Die dreifach aufteilbaren Sitze der zweiten Reihe und der Kofferraum lassen sich fix für jeden denkbaren Transport verstellen. So was sucht man selbst bei der erfolgreichen Konkurrenz aus Wolfsburg vergeblich. Die Gänge – der getestete Turbo mit 140 PS hat gleich sechs davon – lassen sich leicht einlegen, und das Navi mit großem, gut im Blickfeld liegenden Bildschirm arbeitet wunderbar. Natürlich kostet so was extra. Dafür eignete sich der Test-Meriva ideal als Reisewagen für die erweiterte Kleinfamilie mit Kind und Hund – obwohl er ja eher als Stadtauto daherkommt.
In seiner Stammdomäne hat er allerdings ein Handicap: Ohne Einparkhilfe fiele das Einparken schwer, weil man die Motorhaube nicht sieht. Das hat der Meriva leider mit fast allen neuen Automodellen gemein. An die Besonderheit der hinteren Türen hat man sich schnell gewöhnt: Wie beim Rolls Royce öffnen sie sich in Richtung Kofferraum und nicht, wie üblich, in Richtung Fahrertür. Man hat beim Ausstieg viel Platz und kann ihn entsprechend zelebrieren. Leute, bei denen das Image der Marke beim Autokauf im Vordergrund steht, werden den Meriva wohl trotzdem nicht kaufen.
Es dauert halt, bis der Ruf wieder aufpoliert ist.
Technische Daten
Motorbauart: 4-Zylinder-Benzinmotor
Leistung: 103 kW (140 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,3 s
Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h
CO2-Emission: 156 g/km
Durchschnittsverbrauch: 6,7 Liter
Basispreis: 15.900 Euro
Dietmar H. Lamparter ist Wirtschaftsredakteur
- Datum 04.10.2010 - 17:09 Uhr
- Serie Autotest
- Quelle ZEITmagazin, 07.10.2010 Nr. 41
- Kommentare 6
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Ist das jetzt schon erwähnenswert, dass eine neuer Opel, der wahrscheinlich extra von der Firma für die Presse ausgesucht(kontrolliert und präpariert?) wurde, heldenhafte 2.000 km ohne Panne schafft?
Mein inzwischen gut 12 Jahre alter BMW hat die letzten 30.000 km seiner inzwischen gut 160.000 km (Ende eines Opellebens laut Aussage des Konzerns!) nur ein kaputtes Seitenblinkerkabel gehabt und (natürlich) Verschleißteile gebraucht (Stoßdämpfer, Öl, Reifen, Bremsschläuche, Birnen etc).
Außerdem ist der Opel (Mini-)Van. Dazu passt nur Jermey Clarksons Ausspruch (und der Opel ist vermutlich nicht mal der beste Van):
"This is a Renault Espace, probably the best of the people carriers. That’s like saying ‘Oh good, I’ve got syphilis, the best of the sexually transmitted diseases!"
...hatte auch einen Startpreis von 15900€?
1. Ist ihre Basispreisangabe falsch. Um den Meriva mit dem vorgestellt Top-Benziner zu bekommen muss man mindestens die mittlere Ausstattungsvariante nehmen und ist schon bei 20.370€ Basis.
2. Wenn ich dann noch die Ausstattung bereinige bin ich für den Meriva bei 23.505,00€. Und dabei habe ich immer noch den besseren Motor...da war nach einem I-Net Rechner selbst der Neupreis meines Wagens (den ich ja nie gezahlt habe) nicht so weit weg.
3. Wollte ich nicht sagen, dass der Meriva per se ein schlechtes Auto sei. Nur bei einem für die Presse gestellten Neuwagen lobend zu erwähnen, dass er 2.000 km ohne Probleme schafft, naja. Das sollte wohl eine Selbstverständlichkeit sein.
1. Ist ihre Basispreisangabe falsch. Um den Meriva mit dem vorgestellt Top-Benziner zu bekommen muss man mindestens die mittlere Ausstattungsvariante nehmen und ist schon bei 20.370€ Basis.
2. Wenn ich dann noch die Ausstattung bereinige bin ich für den Meriva bei 23.505,00€. Und dabei habe ich immer noch den besseren Motor...da war nach einem I-Net Rechner selbst der Neupreis meines Wagens (den ich ja nie gezahlt habe) nicht so weit weg.
3. Wollte ich nicht sagen, dass der Meriva per se ein schlechtes Auto sei. Nur bei einem für die Presse gestellten Neuwagen lobend zu erwähnen, dass er 2.000 km ohne Probleme schafft, naja. Das sollte wohl eine Selbstverständlichkeit sein.
Glück gehabt!
Also, ich kenne einige BMW Neuwagenbesitzer, die in der ersten Monaten einmal pro Woche in der Werkstatt waren. Zwei davon haben den Kaufvertrag gewandelt.
In der Qualität der Neufahrzeuge arbeiten inzwischen alle Hersteller nach dem Prinzip, dass neue Modelle nicht mehr ausgereift verkauft werden. Die Autos der ersten 6-12 Monate sind fehlerbehaftet und der Kunde dient als Versuchsfahrer um dann, ab den ersten Jahr die Mängel erkannt und abgestellt zu haben.
Opels Problem ist weniger die schlechte Qualität als das nach wie vor dröge und langweilige Design. Immer noch scheint man dort das Image des Arbeiter- oder Rentnerautos pflegen zu wollen.
1. Ist ihre Basispreisangabe falsch. Um den Meriva mit dem vorgestellt Top-Benziner zu bekommen muss man mindestens die mittlere Ausstattungsvariante nehmen und ist schon bei 20.370€ Basis.
2. Wenn ich dann noch die Ausstattung bereinige bin ich für den Meriva bei 23.505,00€. Und dabei habe ich immer noch den besseren Motor...da war nach einem I-Net Rechner selbst der Neupreis meines Wagens (den ich ja nie gezahlt habe) nicht so weit weg.
3. Wollte ich nicht sagen, dass der Meriva per se ein schlechtes Auto sei. Nur bei einem für die Presse gestellten Neuwagen lobend zu erwähnen, dass er 2.000 km ohne Probleme schafft, naja. Das sollte wohl eine Selbstverständlichkeit sein.
...ist ja auch kein Automagazin. Muss man nicht ernster nehmen als ein Politik-Special in "Popcorn".
Aber ich habe mir den Meriva neulich mal selbst angeschaut, und er macht tatsächlich den Eindruck, als sei er das ideale Familienauto. Würde ich sofort jedem zur Ansicht und Probefahrt empfehlen, der ein Familienauto sucht. Das größte Highlight: der Ein- und Ausstieg hinten ist königlich - da bietet Opel plötzlich die beste Lösung auf dem Markt (die schlechteste bietet übrigens BMW mit dem 1er). Gut gemacht, Opel.
Seit Februar 2009 fahre ich den Volkswagen Touran Bluemotion (1900ccm, 75kw, i.M. ca. 30.000km).
Im letzten Urlaub (3500km) betrug der Verbrauch durchschnittlich 5.3l Diesel.
"Die dreifach aufteilbaren Sitze der zweiten Reihe und der Kofferraum [...] So was sucht man selbst bei der erfolgreichen Konkurrenz aus Wolfsburg vergeblich."
Der Touran hat zwei klappbare (Not-)sitze in der dritten Reihe und in der zweiten Reihe drei Sitze, die einzeln einzeln 2fach-klapp- und ausbaubar sowie in Längsrichtung verschiebbar sind. Wird der Mittelsitz ausgebaut, lassen sich die zwei Aussensitze für mehr Komfort etwas mehr in die Mitte rücken.
Ach ja, natürlich haben alle Sitze Dreipunktgurte.
Wieviel variabler kann da der Opel noch sein?
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