Schulstreit Eine abenteuerliche Attacke

Die ehemalige nordrhein-westfälische Kultusministerin Gabriele Behler (SPD) kritisierte in der ZEIT Nr. 39/10 die Reformpädagogik. Sie attestierte ihr den totalitären Anspruch einer Heilslehre und eine ungesunde Nähe zum Kind. Darauf antworten nun zwei bekannte Reformpädagogen

Die Autoren

Hans Brügelmann, der Autor dieses Artikels, lehrt Grundschulpädagogik in Siegen und ist Sprecher des Reformschulverbandes "Blick über den Zaun".

Eine weitere Replik auf die Kritik an der Reformpädagogik hat Bernhard Bueb verfasst. Seinen Text finden Sie hier.

Was für einen Popanz baut Gabriele Behler (oder die ZEIT?) schon in der Überschrift ihres Beitrags auf, um solche Thesen zu platzieren:

"Lehrer müssen nicht geliebt werden." Wer hat so etwas je gefordert?

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"Die Reformpädagogik hat versagt." Durch welche "Studien" ist das belegt? "Sie kann nicht einfach so weitermachen wie bisher". Hat sie das getan? Wie 1920? Oder 1950? Oder 1990?

Keine Frage: politische Äußerungen von manchen Reformpädagoginnen (der 1920er bis 1950er Jahre!) sind aus heutiger Sicht nicht akzeptabel und das wird auch doskutiert. Und: Kritik an Missständen im Schulsystem darf nicht überheblich sein und abwerten, was viele Kolleginnen im Schulalltag unter erschwerten Bedingungen leisten.

Ich habe den Rundumschlag von Gabriele Behler gelesen, als ich drei Tage in einer der von ihr pauschal beschimpften reformpädagogischen Schulen zu Gast war. Ein Landerziehungsheim, in dem Kinder und Jugendliche aus ganz verschiedenen Kulturen und Milieus zusammenleben, viele von ihnen mit bedrückender Lerngeschichte in "ganz normalen Schulen", die Behler so emphatisch verteidigt. Mich hat beeindruckt, wie die Lehrer sich um jeden einzelnen Schüler kümmern - und ich habe mich dafür geschämt, wie diese engagierte tagtägliche Zuwendung von einer ehemaligen deutschen Kultusministerin heruntergemacht wird, als sei die Forderung, den Einzelnen gerecht zu werden, Spinnerei von Leuten, die Schule nur aus der Ferne kennen.

Wer sich über ein angebliches "Zerrbild" der Regelschule unter Reformpädagogen beklagt, wird unglaubwürdig, wenn er ein ebensolches von "der" Reformpädagogik entwirft. Die Primarschulstudie IGLU zeigt, dass die sehr viel stärker reformpädagogisch orientierte Praxis der deutschen Grundschulen im internationalen Vergleich in jeder Hinsicht besser abschneidet als die Sekundarstufe. Differenzierte Leistungsvergleiche reformpädagogisch orientierter (Gesamt-)Schulen am Ende der Sekundarstufe I belegen, dass auch diese in wichtigen Punkten besser abschneiden als Schulen des herkömmlichen Systems, in anderen Punkten ihm kaum nachstehen.

Gabriele Behler übersieht bei ihrem Schwarz-weiß-Gemälde zudem, wie viele der staatlichen Regelschulen sich an reformpädagogischen Ideen und Prinzipien orientieren. Beispielsweise bilden in dem von ihr abgekanzelten Verbund "Blick über den Zaun" Staatsschulen die Mehrheit. Und in diesem Verbund tun die inzwischen über 100 Schulen seit 20 Jahren genau das, was als scheinbar neuartige Forderung propagiert wird: Sie tauschen sich aus und lernen voneinander - übrigens weithin auf eigene Kosten und ohne Unterstützung der von Behler so vehement verteidigten Schulaufsicht und Bildungspolitik.

Dass Kollegien diese Zusatzbelastung auf sich nehmen, zeigt, dass ihnen die Ergebnisse landesweiter Lernstandserhebungen und die Punktwerte der Schulinspektionen nicht reichen, um Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von Unterricht und Schule zu gewinnen. "Blick über den Zaun" wurde nicht von Erziehungswissenschaftlerinnen erfunden. Kollegen aus ganz Deutschland haben sich zusammengefunden und gemeinsam Leitideen für ihren Unterricht (!) und die Gestaltung des Schullebens erarbeitet:

Leser-Kommentare
  1. Sowohl Brügelmann als auch Bueb weisen darauf hin, dass reformpädagogische Elemente, anders als Behler annimmt, längst Einzug in bundesdeutsche Klassenzimmer gehalten haben.
    Dieser Befund trifft zu, ebenso wie die Besorgnis ob der Ergebnisse dieses Einzuges zunimmt: http://www.maerkischeallg...

    Im Vergleich war aufgefallen, dass Normalschulen mit reformpädagogischen Elemten schlechtere Leseergebnisse produzieren und Kinder erheblich öfter Schuljahre wiederholen als in herkömmlich arbeitenden Schulen. Weder die hochgelobte Montessorischule Potsdam, noch Hans Brügelmann, noch das Ministerium hat diesen Aussagen widersprochen.

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    Ihr Verweis führt zu einem Mix von Un- und Halbwahrheiten. Kein Wunder, dass die Angesprochenen nicht reagiert haben (Die hochgelobte Montessorischule hat übrigens den Schulpreis gewonnen; dessen Jury ist u. a. mit PISA-Machern und dem Reformpädagogik-Kritiker Oelkers besetzt; das spricht nicht für Behler-Filz). Eine gute Studie wäre interessant, nicht dagegen einen Schmähartikel. Es stimmt, dass "auch" Brügelmann aus Siegen kommt. Doch was suggeriert dies...? Es ist die halbe Wahrheit, dass er Anlauttabellen befürwortet. Doch auch vieles Andere... Die ZEIT wird dann falsch zitiert.
    Es ist unwahr, dass "die" Reformer Kinder schlechter schreiben lernen lassen. Es gibt kein einheitliches Konzept und die verschiedenen sind sicher nicht gleich [wenig] erfolgreich. Die IGLU-Studie zeigt die reformorientierte Grundschule erfolgreich, während das PISA-Abschneiden gerade durchschnittlich ist. Studien zum „freien Schreiben“ erbringen keine Nachteile und das für ALLE Kinder. Nachlesen hier: www.grundschulverband.de -> Forschung
    Selbstbestimmung ist keine allein reformpädagogische Idee. Die Kinderrechtskonvention sieht Beteiligung als ein dauerhaftes Recht an. Schließlich: Fr. Rosebrock macht etwas ganz anderes als IntraActPlus (und das ist nicht FLOH). Welcher Zusammenhang besteht zwischen sex. Gewalt an der OSO und dem Lesenlernen?
    Doch darauf kommts bei dieser Stimmungsmache gar nicht an. Mit Behauptungen, Unterstellungen und Fehlaussagen versucht man seine Wirkung zu erzielen.

    Ihr Verweis führt zu einem Mix von Un- und Halbwahrheiten. Kein Wunder, dass die Angesprochenen nicht reagiert haben (Die hochgelobte Montessorischule hat übrigens den Schulpreis gewonnen; dessen Jury ist u. a. mit PISA-Machern und dem Reformpädagogik-Kritiker Oelkers besetzt; das spricht nicht für Behler-Filz). Eine gute Studie wäre interessant, nicht dagegen einen Schmähartikel. Es stimmt, dass "auch" Brügelmann aus Siegen kommt. Doch was suggeriert dies...? Es ist die halbe Wahrheit, dass er Anlauttabellen befürwortet. Doch auch vieles Andere... Die ZEIT wird dann falsch zitiert.
    Es ist unwahr, dass "die" Reformer Kinder schlechter schreiben lernen lassen. Es gibt kein einheitliches Konzept und die verschiedenen sind sicher nicht gleich [wenig] erfolgreich. Die IGLU-Studie zeigt die reformorientierte Grundschule erfolgreich, während das PISA-Abschneiden gerade durchschnittlich ist. Studien zum „freien Schreiben“ erbringen keine Nachteile und das für ALLE Kinder. Nachlesen hier: www.grundschulverband.de -> Forschung
    Selbstbestimmung ist keine allein reformpädagogische Idee. Die Kinderrechtskonvention sieht Beteiligung als ein dauerhaftes Recht an. Schließlich: Fr. Rosebrock macht etwas ganz anderes als IntraActPlus (und das ist nicht FLOH). Welcher Zusammenhang besteht zwischen sex. Gewalt an der OSO und dem Lesenlernen?
    Doch darauf kommts bei dieser Stimmungsmache gar nicht an. Mit Behauptungen, Unterstellungen und Fehlaussagen versucht man seine Wirkung zu erzielen.

  2. Ihr Verweis führt zu einem Mix von Un- und Halbwahrheiten. Kein Wunder, dass die Angesprochenen nicht reagiert haben (Die hochgelobte Montessorischule hat übrigens den Schulpreis gewonnen; dessen Jury ist u. a. mit PISA-Machern und dem Reformpädagogik-Kritiker Oelkers besetzt; das spricht nicht für Behler-Filz). Eine gute Studie wäre interessant, nicht dagegen einen Schmähartikel. Es stimmt, dass "auch" Brügelmann aus Siegen kommt. Doch was suggeriert dies...? Es ist die halbe Wahrheit, dass er Anlauttabellen befürwortet. Doch auch vieles Andere... Die ZEIT wird dann falsch zitiert.
    Es ist unwahr, dass "die" Reformer Kinder schlechter schreiben lernen lassen. Es gibt kein einheitliches Konzept und die verschiedenen sind sicher nicht gleich [wenig] erfolgreich. Die IGLU-Studie zeigt die reformorientierte Grundschule erfolgreich, während das PISA-Abschneiden gerade durchschnittlich ist. Studien zum „freien Schreiben“ erbringen keine Nachteile und das für ALLE Kinder. Nachlesen hier: www.grundschulverband.de -> Forschung
    Selbstbestimmung ist keine allein reformpädagogische Idee. Die Kinderrechtskonvention sieht Beteiligung als ein dauerhaftes Recht an. Schließlich: Fr. Rosebrock macht etwas ganz anderes als IntraActPlus (und das ist nicht FLOH). Welcher Zusammenhang besteht zwischen sex. Gewalt an der OSO und dem Lesenlernen?
    Doch darauf kommts bei dieser Stimmungsmache gar nicht an. Mit Behauptungen, Unterstellungen und Fehlaussagen versucht man seine Wirkung zu erzielen.

    Antwort auf "Ein paar Fakten"
  3. Die Faktizität des Beitrages von johanna redlich ist zu bestätigen. Eine Ergänzung aus empirisch-statistischer Sicht:

    Die 2003 publizierte Schulleistungsstudie DESI ('Deutsch Englisch Schülerleistungen International') hat den Befund erhärtet, dass Gesamtschulen in ihren Leistungen weit unterdurchschnittlich sind. So liegen Gesamtschulen in Deutsch 75 Punkte und in Englisch 80 Punkte, die Schulformen mit mehreren Bildungsgängen in Deutsch 61 Punkte und in Englisch 94 Punkte hinter der Realschule. Das macht einen Leistungsunterschied von eineinhalb bis zwei Schuljahren und mehr aus. Gleichwohl vergeben diese Gesamtschulen und teilintegrierten Schulformen dieselben Schulabschlüsse wie die Realschule (mittlere Reife). Über diese Gerechtigkeitslücke ist von den Kultusministern nur wenig zu hören.

    Bei DESI handelt es sich um eine deutsche Längsschnittuntersuchung über ein Schuljahr, die im Auftrag der Kultusministerkonferenz vom 'Deutschen Institut für Pädagogische Forschung in Frankfurt' (DIPF) geleitet wurde. Um die Vergleichbarkeit mit Pisa-Ergebnissen zu ermöglichen, wurde allerdings dieselbe Skalierung gewählt. Untersucht wurden die Deutsch- und Englischleistungen neunter Klassen aller Schularten, die mit Englisch als erster Fremdsprache begannen. Insgesamt wurden 11 000 Schüler aus 219 Schulen getestet. Gemessen, wurden die Leistungen zu Beginn und am Ende der neunten Klasse, was eine relativ genaue, valide Aussage über den Leistungsfortschritt in einem Schuljahr zulässt.

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    Warum nun eine Gesamtschuldebatte (und was hat die mit dem "Fakten-Artikel" zu tun?) - nun gut:

    In er Regel nach dem vierten Schuljahr werden Kinder in Deutschland auf Schulformen verteilt (oft durch ein Lehrervotum). Die Selektionsmaschinerie greift. Die Kinder, die keine Gymnasialempfehlung erhalten haben, müssen auf andere Schulformen gehem.
    In NRW schaffte eine hohe Quote der Kinder, die keine Gymnasialempfehlung erhalten haben, auf der Gesamtschule es, das Abitur zu machen (in Zeiten des Zentralabiturs kann es auch nicht am "einfacherem Abitur" der Gesamtschule liegen). Das spricht doch umgekehrt für eine hohe Förderleistung der Gesamtschule.

    Desi weist - und das ist ein Verdienst - auf Schwächen hin. Wenn man die Debatte führen will, aber ernst: Es ist nicht verwunderlich, dass das deutsche Gesamtschulwesen schlechter abschneidet als das Gymnasium, je nach Zusammensetzung der Klientel (man beachte die geringen Schüleranteile, die heute noch auf die Hauptschule gehen - wohin gehen die denn?) auch als die Realschule.
    Die Leistung anderer Gesamtschulsysteme (als Hauptsystem) sind aber doch beachtlich neben der Dreigliedrigkeit.
    Diese aufzugeben hat aber einen ganz anderen Grund und dieser Grund sollte in der Debatte viel mehr hervortreten: Mehr als 40% der Schüler machen in der Schulzeut negative Selektionserfahrungen. Dies ist nicht notwendig. Eine gemeinsame Schule ermöglichte zudem, das wir brauchen in einem ganz anderen Maße: Begegnung von Kulturen, Integration.

    Warum nun eine Gesamtschuldebatte (und was hat die mit dem "Fakten-Artikel" zu tun?) - nun gut:

    In er Regel nach dem vierten Schuljahr werden Kinder in Deutschland auf Schulformen verteilt (oft durch ein Lehrervotum). Die Selektionsmaschinerie greift. Die Kinder, die keine Gymnasialempfehlung erhalten haben, müssen auf andere Schulformen gehem.
    In NRW schaffte eine hohe Quote der Kinder, die keine Gymnasialempfehlung erhalten haben, auf der Gesamtschule es, das Abitur zu machen (in Zeiten des Zentralabiturs kann es auch nicht am "einfacherem Abitur" der Gesamtschule liegen). Das spricht doch umgekehrt für eine hohe Förderleistung der Gesamtschule.

    Desi weist - und das ist ein Verdienst - auf Schwächen hin. Wenn man die Debatte führen will, aber ernst: Es ist nicht verwunderlich, dass das deutsche Gesamtschulwesen schlechter abschneidet als das Gymnasium, je nach Zusammensetzung der Klientel (man beachte die geringen Schüleranteile, die heute noch auf die Hauptschule gehen - wohin gehen die denn?) auch als die Realschule.
    Die Leistung anderer Gesamtschulsysteme (als Hauptsystem) sind aber doch beachtlich neben der Dreigliedrigkeit.
    Diese aufzugeben hat aber einen ganz anderen Grund und dieser Grund sollte in der Debatte viel mehr hervortreten: Mehr als 40% der Schüler machen in der Schulzeut negative Selektionserfahrungen. Dies ist nicht notwendig. Eine gemeinsame Schule ermöglichte zudem, das wir brauchen in einem ganz anderen Maße: Begegnung von Kulturen, Integration.

  4. Nanu, die Fakten sind doch eindeutig erwähnt:
    Nach Aussage des Bildungsministeriums Brandenburgs wiederholen 12% der Schüler in jahrgangsübergreifenden Flex-Klassen (d.h. einem reformpädagogischen Element in öffentlichen Schulen) brandenburgweit ein Schuljahr, verglichen mit 2,4% in den beiden ersten Schuljahren jahrgangsweise unterrichteter Klassen.
    Das sind fünfmal so viele Kinder.
    Anders ausgedrückt: Eine Steigerung von 400%.
    Ich persönlich finde diese Zahlen skandalös.
    Nehmen Sie an, dass das Ministerium Brandenburgs mit Behauptung, Unterstellung, Fehlaussage arbeitet? Zuungunsten der Leistungen des eigenen Landes?
    Das glaube ich nicht, normalerweise werden solche Zahlen doch eher geschönt als aggraviert.

  5. johanna redlich für den Link zum relevanten Artikel der 'Märkischen Allgemeinen' (19.08.2010):

    "SCHULE: Und die Eltern müssen es ausbügeln - Die Reformpädagogik erschwert das Lesenlernen und bewirkt, dass sich die soziale Schere weiter öffnet"

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    Diese "Fakten" stehen dort, nur sind diese Fakten nicht so eindeutig.
    Und entweder weiß das die Autorin nicht, oder sie geht wissentlich darüber hinweg, damit Menschen wie Johanna Redlich sie ungeprüft so übernehmen.

    - Die Flexible Eingangsphase (Flex) ist eine Reaktion
    darauf, dass Kinder mit einem Unterschied in ihren Lernständen von drei bis vier Jahren in die Schule kommen (Suchwort im Netz: Remo Largo)
    - Bei der Flex kommen alle Kinder in die Schule ohne die frühere Zurückstellung (mit allen negativen Wirkungen und ohne den erhofften Fördererfolg) in Vorschulen oder Schulkindergärten
    - Die Kinder haben ganz bewusst ein bis drei Jahre Verweilszeit in der Flex; im Anfangsunterricht, wo die Grundlagen z.B. im Lesen und Schreiben gelegt werden. Entsprechend der unterschiedlichen Vorkenntnisse (siehe erster Punkt) sind die Verweilzeiten deshalb auch unterschiedlich. Die Kinder haben aber im Gegensatz zum Schulkindergarten die Möglichkeit in einem Umfeld, in dem es um das Lernen von Lesen&Schreiben geht zu verweilen.

    Ich halte dieses - übrigens nicht reformpädagogische - Konzept nicht für das Goldene vom Ei. Die reformpädagogische Idee der Jahrgangsmischung wird z.B. noch nicht optimal ausgenutzt.
    Aber es ist ein Versuch mit der gegebenen Heterogenität umzugehen. Die Zahl 12% kann nicht direkt mit einer Rückstellungszahl 2,4% verglichen werden. Wenn müsste man die Zahl der Rückstellungen in Schulkindergäten und die Zahl der Wiederholungen zusammen mit den 12% vergleichen.

    Diese "Fakten" stehen dort, nur sind diese Fakten nicht so eindeutig.
    Und entweder weiß das die Autorin nicht, oder sie geht wissentlich darüber hinweg, damit Menschen wie Johanna Redlich sie ungeprüft so übernehmen.

    - Die Flexible Eingangsphase (Flex) ist eine Reaktion
    darauf, dass Kinder mit einem Unterschied in ihren Lernständen von drei bis vier Jahren in die Schule kommen (Suchwort im Netz: Remo Largo)
    - Bei der Flex kommen alle Kinder in die Schule ohne die frühere Zurückstellung (mit allen negativen Wirkungen und ohne den erhofften Fördererfolg) in Vorschulen oder Schulkindergärten
    - Die Kinder haben ganz bewusst ein bis drei Jahre Verweilszeit in der Flex; im Anfangsunterricht, wo die Grundlagen z.B. im Lesen und Schreiben gelegt werden. Entsprechend der unterschiedlichen Vorkenntnisse (siehe erster Punkt) sind die Verweilzeiten deshalb auch unterschiedlich. Die Kinder haben aber im Gegensatz zum Schulkindergarten die Möglichkeit in einem Umfeld, in dem es um das Lernen von Lesen&Schreiben geht zu verweilen.

    Ich halte dieses - übrigens nicht reformpädagogische - Konzept nicht für das Goldene vom Ei. Die reformpädagogische Idee der Jahrgangsmischung wird z.B. noch nicht optimal ausgenutzt.
    Aber es ist ein Versuch mit der gegebenen Heterogenität umzugehen. Die Zahl 12% kann nicht direkt mit einer Rückstellungszahl 2,4% verglichen werden. Wenn müsste man die Zahl der Rückstellungen in Schulkindergäten und die Zahl der Wiederholungen zusammen mit den 12% vergleichen.

  6. Diese "Fakten" stehen dort, nur sind diese Fakten nicht so eindeutig.
    Und entweder weiß das die Autorin nicht, oder sie geht wissentlich darüber hinweg, damit Menschen wie Johanna Redlich sie ungeprüft so übernehmen.

    - Die Flexible Eingangsphase (Flex) ist eine Reaktion
    darauf, dass Kinder mit einem Unterschied in ihren Lernständen von drei bis vier Jahren in die Schule kommen (Suchwort im Netz: Remo Largo)
    - Bei der Flex kommen alle Kinder in die Schule ohne die frühere Zurückstellung (mit allen negativen Wirkungen und ohne den erhofften Fördererfolg) in Vorschulen oder Schulkindergärten
    - Die Kinder haben ganz bewusst ein bis drei Jahre Verweilszeit in der Flex; im Anfangsunterricht, wo die Grundlagen z.B. im Lesen und Schreiben gelegt werden. Entsprechend der unterschiedlichen Vorkenntnisse (siehe erster Punkt) sind die Verweilzeiten deshalb auch unterschiedlich. Die Kinder haben aber im Gegensatz zum Schulkindergarten die Möglichkeit in einem Umfeld, in dem es um das Lernen von Lesen&Schreiben geht zu verweilen.

    Ich halte dieses - übrigens nicht reformpädagogische - Konzept nicht für das Goldene vom Ei. Die reformpädagogische Idee der Jahrgangsmischung wird z.B. noch nicht optimal ausgenutzt.
    Aber es ist ein Versuch mit der gegebenen Heterogenität umzugehen. Die Zahl 12% kann nicht direkt mit einer Rückstellungszahl 2,4% verglichen werden. Wenn müsste man die Zahl der Rückstellungen in Schulkindergäten und die Zahl der Wiederholungen zusammen mit den 12% vergleichen.

    Antwort auf "Dank an"
  7. Es geht um empirisch vorliegende und nachgewiesene Resultate 'gemeinsamen Lernens' in undifferenzierten Schulsystemen.

    Da liegen nun allerdings reichlichst statistisch valide Ergebnisse vor aus dem betreffenden Langzeit- und Grossraum-Experiment, 'Gesamtschule' genannt.

    Dass Empirie in der Pädagogik missachtet wird, ist ein Alleinstellungsmerkmal dieser 'Wissenschaft'.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Missachtet würde ich nicht sagen, aber es nicht die einzige Bezugsgröße:

    Wie sieht es mit den angesprochenen Kinderrechten aus? Wie mit einem Bericht vom "Reformpädagogen" Munoz, UN-Menschenrechtsinspektor?

    http://www.stern.de/polit...

    Erst nach der normativen Klärung können doch empirische Fragen kommen.

    Missachtet würde ich nicht sagen, aber es nicht die einzige Bezugsgröße:

    Wie sieht es mit den angesprochenen Kinderrechten aus? Wie mit einem Bericht vom "Reformpädagogen" Munoz, UN-Menschenrechtsinspektor?

    http://www.stern.de/polit...

    Erst nach der normativen Klärung können doch empirische Fragen kommen.

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  • Quelle DIE ZEIT, 07.10.2010 Nr. 41
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