Bologna-Studenten-Studie Von wegen Bulimie

Den Bologna-Studenten geht es viel besser als behauptet.

Den angeblich so gestressten Studenten bleibt doch noch viel Zeit zum Entspannen

Den angeblich so gestressten Studenten bleibt doch noch viel Zeit zum Entspannen

Wer hätte das gedacht nach all den wütenden Protesten. Hieß es nicht gerade noch, Bologna mache aus Studenten gestresste Bulimielerner, verweigere ihnen durch brutal niedrige Masterquoten den Zugang zu einem Vollstudium und werde infolgedessen Jobversager en masse produzieren?

Jetzt folgt der Realitäts-Check: Laut einer Studie der Uni Hamburg wenden Bachelorstudenten im Schnitt nur 26 Stunden pro Woche für ihr Studium auf. Und das Internationale Zentrum für Hochschulforschung Kassel hat auf Grundlage der bisher größten Stichprobe von Bologna-Absolventen herausgefunden, dass satte 78 Prozent der Uni-Bachelors ins Masterstudium übergehen.

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Gleichzeitig, so die Studie, gelinge jenen, die nicht weiterstudieren wollen, der Einstieg in den Arbeitsmarkt genauso gut wie Diplom- und Magisterabsolventen. Und sogar 27 Prozent haben am Ende ihres Masters eine Zeit lang im Ausland studiert – gegenüber 19 Prozent bei den traditionellen Studenten. Es sind übrigens nicht die ersten Studien, die zu solchen Ergebnissen kommen, sodass alle, die sich auskennen, nicht wirklich überrascht sind. All jene, die allzu erbost den Bachelor verdammt haben, sollten sich fragen, ob sie sich bei aller berechtigten Kritik nicht vor den Karren derjenigen haben spannen lassen, die ganz eigene Interessen an der Verhinderung einer studentenorientierten Reform haben. Konservative Professorenverbände zum Beispiel.

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 07.10.2010 um 10:04 Uhr

    wie falsch es ist, sich auf die Berichte von Betroffenen zu verlassen.

  1. An meiner Uni wurde im Zuge von Bologna die ehemals 4 semestrige Mathevorlesung in 2 Semestern gehalten, mit doppelter Stundenanzahl pro Woche... Das führte zu massivsten Durchfallquoten. Aber nicht nur in Mathe... statt 3 Semestern Elektrotechnik im Bachelor nur noch 2, statt 2 Semestern technische Informatik fast der gleich Stoff in einem mit 2 getrennten Prüfungen.
    Wenn man nicht nebenbei Arbeiten muss und die richtige Arbeitseinstellung mitbringt halte ich das trotzdem für gut machbar, in sofern kann ich mich dem Artikel anschließen. Aber auch bei disem Thema sind die Menschen in Berlin nicht umsonst auf die Straßen gegangen.

  2. Der Redakteur des Artikels sollte darauf hinweisen, dass bei der Hamburger Studie nur ein ganz kleiner Teil der Studiengänge untersucht wurde.
    Hier eine Übersicht:
    http://www.spiegel.de/fot...

    Daher bin ich sehr gespannt, wie sich die Ergebnisse darstellen, wenn Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften mit in die Studie einfließen!!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Danke für diesen wichtigen Hinweis, jetzt macht das ganze etwas mehr Sinn.

    • oooo
    • 07.10.2010 um 13:38 Uhr

    dass sie so eine Studie in die Zeitung setzen, und dann behaupten, es repräsentiere die Studentenschaft. Ich fühle mich gekränkt, wenn ich so etwas lesen muss.

    Zumindest ein Hinweis, welche Studiengänge hier untersucht wurden, wäre das nicht eine Idee?

    • f4ItH
    • 08.10.2010 um 0:10 Uhr

    Also ich habe die letzten 2 Semester Medizintechnik studiert in ilmenau und das grundstudium sollte ähnlich wie bei mechatronik sein.

    ich hatte allein schon 22.5 zeitstunden an der uni (ohne lernen und ohne Unipraktika) Das würde heißen, dass man nur 0.5 std für die uni pro woche lernen soll?

    Dann aber viel spaß beim prüfungen in den sand setzen.

    Die studie ist wohl eher nicht aussagekräftig.

    Wer hat wohl eine solche Studie verfasst, die vor wissenschaftlicher Genauigkeit ja nur so strotzt?
    Richtig: Bachelor-Studenten, die auf keinen Fall mehr als 26 Wochenstunden in ihr Studium zu stecken gewillt sind. Wundert das irgendeinen?!
    Fragt sich nur, wie es eine solche "Studie" in den Spiegel schafft...

    Wer hat wohl diese vor wissenschaftlicher Genauigkeit strotzende und repräsentative Studie verfasst?
    Richtig: ein paar Studenten, die nicht begriffen haben, was Studium bedeutet und die nicht mehr als 26 Stunden pro Woche auf ihr Studium aufwenden. Sie haben 121 Kommilitonen, die zufällig gerade in der Mensa herumsaßen, befragt, und fertig war die bahnbrechende Arbeit... Anders kann man sich das nicht erklären.
    Fragt sich nur, wie es in solches Machwerk in den Spiegel geschafft hat.

    • JuKul
    • 22.10.2010 um 21:55 Uhr

    Wenn dieser Artikel sich wirklich auf die oben genannte Studie beruft, finde ich es echt ein Armutszeugnis für eine seriöse Zeitschrift wie die Zeit, solche unfundierten Halbwahrheiten in die Welt zu setzen!

    Danke für diesen wichtigen Hinweis, jetzt macht das ganze etwas mehr Sinn.

    • oooo
    • 07.10.2010 um 13:38 Uhr

    dass sie so eine Studie in die Zeitung setzen, und dann behaupten, es repräsentiere die Studentenschaft. Ich fühle mich gekränkt, wenn ich so etwas lesen muss.

    Zumindest ein Hinweis, welche Studiengänge hier untersucht wurden, wäre das nicht eine Idee?

    • f4ItH
    • 08.10.2010 um 0:10 Uhr

    Also ich habe die letzten 2 Semester Medizintechnik studiert in ilmenau und das grundstudium sollte ähnlich wie bei mechatronik sein.

    ich hatte allein schon 22.5 zeitstunden an der uni (ohne lernen und ohne Unipraktika) Das würde heißen, dass man nur 0.5 std für die uni pro woche lernen soll?

    Dann aber viel spaß beim prüfungen in den sand setzen.

    Die studie ist wohl eher nicht aussagekräftig.

    Wer hat wohl eine solche Studie verfasst, die vor wissenschaftlicher Genauigkeit ja nur so strotzt?
    Richtig: Bachelor-Studenten, die auf keinen Fall mehr als 26 Wochenstunden in ihr Studium zu stecken gewillt sind. Wundert das irgendeinen?!
    Fragt sich nur, wie es eine solche "Studie" in den Spiegel schafft...

    Wer hat wohl diese vor wissenschaftlicher Genauigkeit strotzende und repräsentative Studie verfasst?
    Richtig: ein paar Studenten, die nicht begriffen haben, was Studium bedeutet und die nicht mehr als 26 Stunden pro Woche auf ihr Studium aufwenden. Sie haben 121 Kommilitonen, die zufällig gerade in der Mensa herumsaßen, befragt, und fertig war die bahnbrechende Arbeit... Anders kann man sich das nicht erklären.
    Fragt sich nur, wie es in solches Machwerk in den Spiegel geschafft hat.

    • JuKul
    • 22.10.2010 um 21:55 Uhr

    Wenn dieser Artikel sich wirklich auf die oben genannte Studie beruft, finde ich es echt ein Armutszeugnis für eine seriöse Zeitschrift wie die Zeit, solche unfundierten Halbwahrheiten in die Welt zu setzen!

  3. 5. schade

    wenn man studien unternimmt in denen eine breite masse an studenten befragt wird kann ich mir gut vorstellen das solche ergebnisse herauskommen. denn nun ist der bachelor schon lange genug etabliert, dass abiturieten, ohne übergang direkt aus der schule in ein vollkommen verschultes unileben geraten. die fähigkeit das was einen vorgesetzt wird zu hinterfragen wird mehr mehr zurück gehen, gerade aus einer reform, die studenten genauso arbeiten lässt wie zuvor in der schule, bei der man sich durch auswendig lernen auf klausuren vorbereitet, die dann multiblechoice sind und bei denen die eigene denkleistung gleich null ist. doch sollte das Studium nicht auch selbststudium sein, interessen finden und verfolgen, andere fächer belegen, weil sie einen interessieren, sich selbst als mündiger, selbstbestimmter erwachsener entdecken? denn das alles ist mit dem bachelor unmöglich. noch komplizierter wird es, wenn man bafoeg bezieht und nach dem abgelaufen 6 semester, in denen man nur nachgeplappert hat was der dozent vorkaute, kein geld mehr bekommt und eventuelle problematische, konsekutive Module noch nicht abschließen konnte. ich finde es wirklich gefährlich diese ganzen aspekte auszublenden. auch wirtschaftlich gesehen; denn was bringt es unserem arbeitsmarkt wenn eine generation viel zu junger, unselbstständiger und schlecht ausgebildterer hochschulabsolventen unsere Zukunft bedeuten soll?
    bescheuert!

  4. Dass Bachelorstudenten durchschnittlich nur 26 Wochenstunden für ihr Studium aufwenden, zeigt, dass entweder die Universität Hamburg nicht besonders viel von seinen Studenten verlangt, oder jemand bei der Anfertigung der Studie völligen Mist verzapft hat. - Ich tippe auf letzteres.

    Wenn 26 Wochenstunden der Wahrheit entsprächen, dann wären das ja traumhafte Zustände. Als ich studiert habe, da waren zeitweise locker mal 50 Stunden pro Woche drin. Es gab Zeiten, da habe ich nur 5 Stunden nachts geschlafen und manchmal fühlte ich mich sogar gezwungen am Wochenende zur Uni zu fahren. Per Studienordnung war eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden veranschlagt.

  5. Danke für diesen wichtigen Hinweis, jetzt macht das ganze etwas mehr Sinn.

  6. Die Hamburger Studie über den zeitlichen Aufwand wurde mit 121(!) Studenten von 5 Studiengängen durchgeführt. Dass eine solche Umfrage überhaupt den Weg in ernsthafte Medien findet (und noch dazu völlig unkritisch und missverständlich verknüpft mit einer Großstudie), ist mehr als peinlich.

    Es zeigt sich wie so oft, dass die Leser und Kommentarschreiber gründlicher recherchieren - oder zumindest ehrlicher sind.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Ich denke auch, dass die Kriterien für diese Studie dringend überprüft werden sollten.
    Zudem meine ich mich anhand des Spiegel-Artikels darüber zu entsinnen, dass einer der überprüften Studiengänge tatsächlich nicht einmal ein Bachelor-, sondern ein Diplom-Studiengang war.
    Und einer der überprüften Bachelor-Studiengänge ist derjenige an meiner Universität, den ich noch auslaufend im Diplom studiere. Dazu kann ich nur sagen: Das ist ein geisteswissenschaftlicher Studiengang voll mit enthusiastischen Individualisten, für die mit Sicherheit nicht alles, was sie an Zeit für das Studium aufwenden, tatsächlich auch als solche empfunden wird. (Will sagen: vieles wird in freiwilliger Leistung erbracht.)
    Darum sollte man nicht leichthin wieder das Klischee vom faulen Studenten, der sich ungerechtfertigt überforderrt fühlt, ausgraben.

    Mit besten Grüßen,
    Kater-Strophe (wendet z.Zt. ca. 40 Wochenstunden fürs Studium auf)

    • Nocon
    • 28.03.2011 um 5:43 Uhr

    könnte man sagen: der/die Schreiber/in war Opfer der eigenst verfechteten Bildungspolitik.

    - Keine Zeit zur Recherche
    - Keine Fähigkeiten zur Beurteilung einer Studie

    Ich glaub ich mach auch ne Studie. Ich frag 121 Journalisten der B***-Zeitung was sie von ihren Lesern halten. Danach kann ich meine These belegen: Journalisten wollen uns nur verkackeiern!

    Ich denke auch, dass die Kriterien für diese Studie dringend überprüft werden sollten.
    Zudem meine ich mich anhand des Spiegel-Artikels darüber zu entsinnen, dass einer der überprüften Studiengänge tatsächlich nicht einmal ein Bachelor-, sondern ein Diplom-Studiengang war.
    Und einer der überprüften Bachelor-Studiengänge ist derjenige an meiner Universität, den ich noch auslaufend im Diplom studiere. Dazu kann ich nur sagen: Das ist ein geisteswissenschaftlicher Studiengang voll mit enthusiastischen Individualisten, für die mit Sicherheit nicht alles, was sie an Zeit für das Studium aufwenden, tatsächlich auch als solche empfunden wird. (Will sagen: vieles wird in freiwilliger Leistung erbracht.)
    Darum sollte man nicht leichthin wieder das Klischee vom faulen Studenten, der sich ungerechtfertigt überforderrt fühlt, ausgraben.

    Mit besten Grüßen,
    Kater-Strophe (wendet z.Zt. ca. 40 Wochenstunden fürs Studium auf)

    • Nocon
    • 28.03.2011 um 5:43 Uhr

    könnte man sagen: der/die Schreiber/in war Opfer der eigenst verfechteten Bildungspolitik.

    - Keine Zeit zur Recherche
    - Keine Fähigkeiten zur Beurteilung einer Studie

    Ich glaub ich mach auch ne Studie. Ich frag 121 Journalisten der B***-Zeitung was sie von ihren Lesern halten. Danach kann ich meine These belegen: Journalisten wollen uns nur verkackeiern!

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