Michael Fuchs Ein Freund der Bosse

Der Fraktionsvize der Union, Michael Fuchs, will dafür sorgen, dass Industriepolitik wieder zum Anliegen der CDU wird.

Wer das Bundestagsbüro von Michael Fuchs betritt, der wird mit einem rebsüßen Lächeln begrüßt. Gleich hinter der Eingangstür, in einem schwarzen Einbauregal, stehen silbergerahmte Fotos der Weinköniginnen aus Fuchs’ rheinland-pfälzischer Heimat, in Abendkleid und mit Krönchen heißen sie den Besucher willkommen. Wirtschaftspolitiker aus Rheinland-Pfalz haben offenbar ein Faible für Wein und für die Monarchie. Über Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle wird erzählt, es gebe keine Weinkönigin, die er nicht geküsst habe. Fragt man Fuchs, ob auch er ein Weinköniginnenküsser sei, dann lacht er, schüttelt den Kopf und zeigt auf die blonde junge Frau in seinem Vorzimmer: »Darf ich vorstellen, das ist die bis vor Kurzem amtierende Weinkönigin aus Willingen, sie macht jetzt ein Praktikum bei uns.« Bevor Fuchs in die Politik ging, war er Unternehmer. Und an den Weinköniginnen zeigt sich, was einen reinen Berufspolitiker wie Brüderle und einen Mann aus der Wirtschaft wie Fuchs unterscheidet: Der eine küsst, der andere lässt arbeiten.

Rainer Brüderle und Michael Fuchs kennen sich noch aus ihrem alten Leben in Rheinland-Pfalz: Damals war Brüderle Landeswirtschaftsminister, Fuchs Chef eines mittelständischen Unternehmens. In ihrem Berliner Leben treffen sich die beiden nun regelmäßig um Viertel nach sieben im Wirtschaftsministerium, zum Frühstück und Gedankenaustausch. Und während die schwarz-gelbe Regierung monatelang nach einem gemeinsamen Projekt suchte, hatten CDU-Mann Fuchs und FDP-Minister Brüderle ihres längst gefunden: sich als ordnungspolitisches Gewissen der Koalition zu inszenieren. Mit Erfolg.

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Dass zwei Herren über 60 – der eine bis vor Kurzem als Dampfplauderer belächelt, der andere kaum wahrgenommen – nun die Durchstarter der Regierungskoalition sind, hat allerdings weniger mit ihrer Stärke als mit der Schwäche der anderen zu tun. Brüderles liberale Kabinettskollegen treten thematisch erst gar nicht in Erscheinung oder sind mit unpopulären Reformen beschäftigt. Und in der Union liegt seit Karl-Theodor zu Guttenbergs Wechsel ins Verteidigungsministerium und Roland Kochs Abgang das wirtschaftspolitische Feld brach. Ob Opel-Bürgschaft, AKW-Laufzeitverlängerung oder Rentengarantie: Zuletzt war es Michael Fuchs, der der Wirtschaftspolitik der CDU ein Gesicht und eine Stimme gab.

Es gibt zwei Arten, die Geschichte des Unternehmers Michael Fuchs zu erzählen. Die erste geht so: Mit 30 Jahren gründete er Impex Electronic, eine Firma, die Werbeprodukte vertreibt, brachte zwei elektronische Produkte auf den Markt, die sich bestens verkauften, fusionierte mit einem niederländischen Wettbewerber, stieg 2002 aus und verkaufte später seine Firmenanteile. Die zweite Variante ist die, die Michael Fuchs erzählt. Darin ist er der Mann, der den elektronischen Schlüsselfinder nach Deutschland brachte. Einen Anhänger, der auf Pfeifgeräusche mit einem Piepsen antwortet. »Das Ding ging ab wie eine Rakete«, sagt Fuchs. Und er ist auch der Mann, der die wahren Gewinnchancen der Euro-Einführung erkannte und den Euro-Umrechner auf den Markt warf. Einen Taschenrechner, der sich laut Fuchs 20 Millionen Mal verkauft habe. Doch dann gab es Differenzen in der Firmenspitze, Fuchs konnte sich nicht durchsetzen und schmiss hin. Weil er es nicht gewohnt gewesen sei, überstimmt zu werden.

Fuchs beschloss, es mit der Politik zu versuchen, kandidierte 2002 für den Bundestag. Ausgerechnet einer, der es nicht ertrug, überstimmt zu werden, suchte nun seine Erfüllung in der Politik.

Michael Fuchs sitzt in seinem Büro und schaut auf die ausgedruckte E-Mail, die er auf den Besprechungstisch gelegt hat. »Ich schäme mich meiner CDU-Mitgliedschaft«, hat ein wütender Professor aus Koblenz geschrieben. Fuchs hat viele solcher E-Mails bekommen, seit die Kanzlerin Thilo Sarrazins Thesen als inakzeptabel kritisiert hat. Zwar ist Fuchs als Fraktionsvize nicht für Integration, sondern für Wirtschaft und Energie zuständig. Doch in der Zustimmung vieler CDU-Anhänger zu Sarrazin spiegelt sich eine Sehnsucht wider, die auch Fuchs etwas angeht: Die Sehnsucht nach einem konservativen Profil der Partei - sowohl in der Gesellschafts- als auch in der Wirtschaftspolitik. »Unsere Aufgabe ist es, wieder eine Industriepolitik zu machen, die den Industriestandort Deutschland schützt«, sagt Fuchs.

Industriepolitik, das klingt gestrig, nach einem Staat, der die Richtung einer Volkswirtschaft vorgibt. »Von mir aus können Sie das gestrig oder konservativ nennen, ich sehe das als klassischen Markenkern der CDU«, sagt er. Schließlich habe Deutschland die Finanzkrise nur dank seiner starken Industrie weitgehend schadlos überstanden.

Weil Fuchs sich und seine Partei als Interessenhüter der deutschen Industrie sieht, hat er auch für lange AKW-Laufzeiten gekämpft und öffentlichkeitswirksam den Anti-Röttgen gegeben. Er hat den »Energiepolitischen Appell« unterzeichnet, eine Anzeigenkampagne der Wirtschaft gegen den Kurs des Bundesumweltministers. Der hatte es sich mit der Großindustrie endgültig verscherzt, als er energieintensive Branchen zum Auslaufmodell erklärte. Fuchs hat übrigens als einziger Bundespolitiker seinen Namen für den Appell hergegeben.

»Welcher Wirtschaftsflügel?«, soll Angela Merkel mal gefragt haben

Fuchs ist der Wirtschaft eng verbunden, vielleicht ein bisschen zu eng. Von 1992 bis 2001 war er Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, bis heute pflegt er gute Kontakte in die Chefetagen der deutschen Wirtschaft. Der Verdacht der Klientelpolitik ist bei einem, der jahrelang als Lobbyist unterwegs gewesen ist, nicht abwegig. Fuchs nerven diese Klientelgeschichten. »Wissen Sie, wem ich mich verpflichtet fühle?«, sagt er und zeigt auf die Regalwand. »Diesem Buch da von Ludwig Erhard.« Das Buch Wohlstand für alle steht im Fach neben den lächelnden Weinköniginnen.

Auch Rainer Brüderle fühlt sich Erhard verpflichtet, so sehr, dass er sich für den Focus mit Zigarre und Erhard-Fibel im Starschnittformat ablichten ließ. Immerhin, Brüderle hat es vom Mister Mittelstand der FDP zum Bundeswirtschaftsminister gebracht. Und Michael Fuchs will offenbar nun vom Mittelständler zum Mister Wirtschaft der CDU werden.

Während die Partei in den Tagen nach Roland Kochs Rückzugsankündigung unter Schockstarre stand, wirkte Fuchs ziemlich lebendig. In Interviews sagte er, in Kochs bisherige Rolle würden sich andere rasch einfinden, »auch ich werde mich bemühen«. Jetzt dehnen sich seine Lippen zu einem breiten Lächeln, wenn er auf die Frage antwortet, ob er tatsächlich vorhabe, das neue wirtschaftspolitische Gesicht der CDU zu werden. »Ja, natürlich«, sagt er. Sich mit 61 Jahren zum Hoffnungsträger aufzuschwingen, kann das funktionieren?

Für Fuchs spricht, dass es in der Fraktion niemanden gibt, der ihm Konkurrenz macht. Bei den Wirtschaftspolitikern herrscht personelle Flaute, und so trauern bis heute viele in der CDU einem wie Friedrich Merz nach, dessen Namen sie stets mit einem sehnsuchtsvollen Seufzer aussprechen. Wie groß die Flaute ist, zeigt auch eine Bemerkung der Kanzlerin. Als sie im Sommer in kleiner Runde auf die Kritik des Wirtschaftsflügels an ihrem Führungsstil angesprochen wurde, soll sie geantwortet haben: »Welcher Wirtschaftsflügel?«

Michael Fuchs zuckt mit den Schultern, eine Geste, die Gelassenheit demonstrieren soll. Schließlich hat er bei der Milliardenbürgschaft für Opel gezeigt, dass er den Wirtschaftskurs der CDU prägen kann. Das ist zumindest seine Art, die Geschichte über den Nachmittag im Juni zu erzählen, an dem die Kanzlerin auf einer Pressekonferenz erklärte, das letzte Wort über Opel sei noch nicht gesprochen, obwohl kurz zuvor Wirtschaftsminister Brüderle eine Staatsbürgschaft ausgeschlossen hatte. Hört man Fuchs zu, dann klingt es, als habe er die Fraktion auf Brüderles Kurs eingeschworen und Merkel mit Rebellion gedroht. »Legendenbildung« sei das, sagt ein Fraktionskollege. Die Mehrheit sei ohnehin gegen eine Bürgschaft gewesen, Fuchs habe sich lediglich an die Spitze der Bewegung gestellt. Das ist die andere Variante der Geschichte.

Es gehört zum Geschäft, nach außen ein bisschen auf dicke Hose zu machen

Ähnlich ist es mit der Erzählung über das Treffen von Merkel mit Fuchs und zwei Fachpolitikern, die wie er lange AKW-Laufzeiten forderten. Dieses Treffen, wenige Tage vor dem Energiegipfel, sei kurzfristig zustande gekommen, wurde aus Fraktionskreisen lanciert. Die Botschaft zwischen den Zeilen: Fuchs ist in der Atomdebatte so bedeutend geworden, dass Merkel das Gespräch mit ihm sucht. Eine Botschaft, die Fuchs so stehen lässt. »Das Treffen war nicht kurzfristig, der Termin stand seit Wochen fest«, sagt hingegen einer, der dabei war.

Nach außen ein bisschen auf dicke Hose machen, das gehört zum Geschäft – in der Wirtschaft und der Politik. Nach innen aber ist es ein embedded conservatism, den Fuchs betreibt, um der CDU wirtschaftspolitische Kante zu geben. Denn Fuchs ist kein Parteirebell: Ob bei Opel oder der Laufzeitverlängerung – er hat sich stets mit Fraktionschef Volker Kauder abgestimmt. Und so könnte es – getragen von der Fraktionsspitze und der Sehnsucht nach einem ordnungspolitischen Profil – für Fuchs mit dem Mister Wirtschaft tatsächlich klappen.

Fuchs jedenfalls findet, dass er optimale Voraussetzungen mitbringt: viel Berufserfahrung und noch mehr Lebenserfahrung. »Jeder Bundestagskandidat sollte vor seiner Mandatstätigkeit das wahre Leben kennengelernt haben – bestenfalls als Unternehmer.« Von den Jungspunden, die als Beruf nur Politik kennen, hält er nichts. Die würden sich bei Abstimmungen meist der Mehrheit anschließen, weil sie fürchteten, sonst ihr Mandat zu verlieren. Er selbst sei frei, habe genug »Cash in der Täsch«. Fuchs klopft sich mit der rechten Hand auf die Hosentasche.

 
Leser-Kommentare
  1. Wie man einem selbstgefälligen Lobbyisten mit genügend cash in der täsch so ein Loblied schreiben kann ist mir ein Rätsel. Politischen Gestaltungswillen sieht man in des Mannes Wirken jedenfalls nicht. Ob es Grund zur Hoffnung ist, dass der Freund der Bosse 61 Jahre alt ist und einen Hang zu Wein und Monarchie besitzt, mag ich doch arg zu bezweifeln. Wenn man sich schon die Mühe macht einen solch langen Artikel zu schreiben sollte dieser über das aneinanderreihen von Anektoten hinausgehen. Danke!

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    ... daher hier einen interessanten Nachtrag:
    http://www.nebeneinkuenft...

    Auszug:
    Aufsichts/Beiratsmitglied in:
    -------------------
    Fortress Deutschland GmbH
    GAP Solution Patrick Politze Management Consulting GmbH,
    IVG Immobilien AG, Bonn
    Kienbaum Consultants International GmbH
    PKS Wirtschafts- und Politikberatung GmbH
    Rhodius Mineralquellen und Getränke GmbH & Co KG
    Verlag für die Deutsche Wirtschaft

    Mitglied:
    ---------
    1) Trilaterale Kommission (ja genau, DIE Rockefeller-Bilderberg-Ableger):
    http://juergenelsaesser.w...

    2) Sparkasse Koblenz, Koblenz
    Mitglied des Verwaltungsrates

    3) Stadt Koblenz, Koblenz
    Mitglied des Stadtrates bis 30. Juni 2006

    Ein echter *Leistungsträger* der macht an einem Tag Arbeit für die man in Wirklichkeit eine 40h Woche bräuchte. Oder anders ausgedrückt: er wird für seine guten Kontakte bezahlt und sonst nichts.

    Glasklar ein Lobbyist der übelsten Sorte. Er scheint sich nichtmal der Tatsache bewusst zu sein, dass es als unmoralisch gelten könnte, sich für gute Politik-Kontakte bezahlen zu lassen. Zumindest legt das der Artikel nahe. Aber Leute aus der Wirtschaft sind ja sowieso eher weniger für Moral und Selbstzweifel bekannt. Von der Sorte hocken schon viel zu viele in der Politik.

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    Mitglied des Verwaltungsrates

    3) Stadt Koblenz, Koblenz
    Mitglied des Stadtrates bis 30. Juni 2006

    Ein echter *Leistungsträger* der macht an einem Tag Arbeit für die man in Wirklichkeit eine 40h Woche bräuchte. Oder anders ausgedrückt: er wird für seine guten Kontakte bezahlt und sonst nichts.

    Glasklar ein Lobbyist der übelsten Sorte. Er scheint sich nichtmal der Tatsache bewusst zu sein, dass es als unmoralisch gelten könnte, sich für gute Politik-Kontakte bezahlen zu lassen. Zumindest legt das der Artikel nahe. Aber Leute aus der Wirtschaft sind ja sowieso eher weniger für Moral und Selbstzweifel bekannt. Von der Sorte hocken schon viel zu viele in der Politik.

    • Lutz2
    • 10.10.2010 um 11:01 Uhr

    Neoliberale Verbrecher und Lügenpack !!!

    Da Kommentare einen argumentativen und differenzierten Beitrag zur Diskussion darstellen sollen, möchten wir darum bitten, Aussagen auch zu erläutern. Danke, die Redaktion/fk.

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    ... in diesem Falle wohl nur ein Eingeständnis mangelnder Differenzierungsfähigkeit

    ... in diesem Falle wohl nur ein Eingeständnis mangelnder Differenzierungsfähigkeit

  2. ... in diesem Falle wohl nur ein Eingeständnis mangelnder Differenzierungsfähigkeit

    Antwort auf "Übel !!!!!!!!"
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    "... in diesem Falle wohl nur ein Eingeständnis mangelnder Differenzierungsfähigkeit"
    'Differenzierung' - die Lieblingsausrede neoliberaler Claqueure ... ein so willkommenes wie abgedroschen, fadenscheiniges Todschlagsargument. Immer, wo sich Widerspruch gegen Lobbyismus, Neoliberalismus, Ausbeutung oder Gier bildet, wo es Kritik an Wirtschafts- und Verteilungskriegen, an Entlassungen, an elitärer Ausgrenzung und Privilegien gibt, da fehlt es an 'Differenzierung'. Entlässt eine Bank tausende Menschen zur Profitsteigerung, obwohl sie bereit Milliardengewinne macht, so wird jede Verurteilung als undifferenziert verunglimpft, weil die Bank ja auch noch viel mehr Menschen hätte entlassen können, was sie im Grunde zum Wohltäter macht. Wenn amerikanische Soldaten als Handlanger der Ölindustrie im Irak morden und foltern, so muss man das differenziert betrachten, weil sie ja auch den Einsatz nicht existierender Massenvernichtungswaffen verhindern. Wenn Rösler immer und immer wieder in die Tasche der gesetzlich Versicherten greift, um reihum Pharmaindustrie, Ärzte und Arbeitgeber beschenkt, so ist auch das nicht etwa schamlose Klientelpolitik, sondern differenziert zu betrachten.

    Wenn die Industrie praktisch jede ihr unliebsame Entscheinung - ob nun zur gerechten Bezahlung, zum Schutz der Umwelt, zu Kennzeichnung von Schadstoffen, zu den Rechten der Arbeitnehmer, zum Schutz vor Bespitzelung oder Ausbeutung mit der Erpressung durch Arbeitsplatzabbaus zu verhindern versucht, so ist das nicht etwa antidemokratisch, sondern muss differenziert betrachtet werden.
    Und wer es tatsächlich wagt, anderer Meinung zu sein, der hat halt einfach die Wirtschaft nicht verstanden. widersprechende Argumente kann, darf und wird es nicht geben.
    Dabei ist 'Differenzierung' keineswegs immer so wichtig. Werden alle Arbeitslosen anhand eines in Florida lebenden Rentners BILD-gerecht über einen Kamm geschoren und entrechtet, bespitzeln, drangsaliert und zur Zwangsarbeit getrieben, dann ist eine Differenzierung ganz gewiss nicht nötig. Wenn es um die Intregration von Muslimen in Deutschland geht, braucht es keiner Differenzierung, auch wenn eine der am besten integrierten Ethnien mit den besten Bildungsergebnissen jene Zuwanderer aus dem Iran und die mit der schlechtesten Sprachbildung nicht etwa Türken, sondern Italiener sind. Und ob es nun Sozialabbau, Ausländerfeindlichkeit, Kriegsgelüste, Nahostpolitik, Umweltthemen oder Überwachungsambitionen geht, machen sie all jene, die sonst nach 'Differenzierung' schreien, nicht im Ansatz die Mühe. Bei diesen Themen kann man ruhig pauschalisieren, verunglimpfen, gleichmachen und alle über einen Kamm scheren, wie es gerade passt.

    "... in diesem Falle wohl nur ein Eingeständnis mangelnder Differenzierungsfähigkeit"
    'Differenzierung' - die Lieblingsausrede neoliberaler Claqueure ... ein so willkommenes wie abgedroschen, fadenscheiniges Todschlagsargument. Immer, wo sich Widerspruch gegen Lobbyismus, Neoliberalismus, Ausbeutung oder Gier bildet, wo es Kritik an Wirtschafts- und Verteilungskriegen, an Entlassungen, an elitärer Ausgrenzung und Privilegien gibt, da fehlt es an 'Differenzierung'. Entlässt eine Bank tausende Menschen zur Profitsteigerung, obwohl sie bereit Milliardengewinne macht, so wird jede Verurteilung als undifferenziert verunglimpft, weil die Bank ja auch noch viel mehr Menschen hätte entlassen können, was sie im Grunde zum Wohltäter macht. Wenn amerikanische Soldaten als Handlanger der Ölindustrie im Irak morden und foltern, so muss man das differenziert betrachten, weil sie ja auch den Einsatz nicht existierender Massenvernichtungswaffen verhindern. Wenn Rösler immer und immer wieder in die Tasche der gesetzlich Versicherten greift, um reihum Pharmaindustrie, Ärzte und Arbeitgeber beschenkt, so ist auch das nicht etwa schamlose Klientelpolitik, sondern differenziert zu betrachten.

    Wenn die Industrie praktisch jede ihr unliebsame Entscheinung - ob nun zur gerechten Bezahlung, zum Schutz der Umwelt, zu Kennzeichnung von Schadstoffen, zu den Rechten der Arbeitnehmer, zum Schutz vor Bespitzelung oder Ausbeutung mit der Erpressung durch Arbeitsplatzabbaus zu verhindern versucht, so ist das nicht etwa antidemokratisch, sondern muss differenziert betrachtet werden.
    Und wer es tatsächlich wagt, anderer Meinung zu sein, der hat halt einfach die Wirtschaft nicht verstanden. widersprechende Argumente kann, darf und wird es nicht geben.
    Dabei ist 'Differenzierung' keineswegs immer so wichtig. Werden alle Arbeitslosen anhand eines in Florida lebenden Rentners BILD-gerecht über einen Kamm geschoren und entrechtet, bespitzeln, drangsaliert und zur Zwangsarbeit getrieben, dann ist eine Differenzierung ganz gewiss nicht nötig. Wenn es um die Intregration von Muslimen in Deutschland geht, braucht es keiner Differenzierung, auch wenn eine der am besten integrierten Ethnien mit den besten Bildungsergebnissen jene Zuwanderer aus dem Iran und die mit der schlechtesten Sprachbildung nicht etwa Türken, sondern Italiener sind. Und ob es nun Sozialabbau, Ausländerfeindlichkeit, Kriegsgelüste, Nahostpolitik, Umweltthemen oder Überwachungsambitionen geht, machen sie all jene, die sonst nach 'Differenzierung' schreien, nicht im Ansatz die Mühe. Bei diesen Themen kann man ruhig pauschalisieren, verunglimpfen, gleichmachen und alle über einen Kamm scheren, wie es gerade passt.

    • Harzer
    • 10.10.2010 um 12:03 Uhr

    Herr Fuchs, einer der Transmissionsriemen der Oligarchie in die Politik.

    • keox
    • 10.10.2010 um 13:39 Uhr

    "Und in der Union liegt seit Karl-Theodor zu Guttenbergs Wechsel ins Verteidigungsministerium und Roland Kochs Abgang das wirtschaftspolitische Feld brach."

    Seit wann - und bei wem - gilt denn Guttenberg als Wirtschaftsexperte?

    Und Koch - nun, da schweigt des Sängers Höflichkeit.

  3. das ist aber hoffnungslos übertrieben! Schauen Sie sich mal seine jämmerlichen Nebenverdienste an (http://www.abgeordnetenwa...), der Mann spielt doch HÖÖÖÖCHSTENS in der 3. Liga...oder sogar nur Regionalliga!

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    wenn DAS dritte Liga ist, wer ist dann erste Liga?

    erkennen Sie vermutlich nichtmals, wenn sie Sie in den Allerwertesten beißt, oder?

    wenn DAS dritte Liga ist, wer ist dann erste Liga?

    erkennen Sie vermutlich nichtmals, wenn sie Sie in den Allerwertesten beißt, oder?

  4. "... in diesem Falle wohl nur ein Eingeständnis mangelnder Differenzierungsfähigkeit"
    'Differenzierung' - die Lieblingsausrede neoliberaler Claqueure ... ein so willkommenes wie abgedroschen, fadenscheiniges Todschlagsargument. Immer, wo sich Widerspruch gegen Lobbyismus, Neoliberalismus, Ausbeutung oder Gier bildet, wo es Kritik an Wirtschafts- und Verteilungskriegen, an Entlassungen, an elitärer Ausgrenzung und Privilegien gibt, da fehlt es an 'Differenzierung'. Entlässt eine Bank tausende Menschen zur Profitsteigerung, obwohl sie bereit Milliardengewinne macht, so wird jede Verurteilung als undifferenziert verunglimpft, weil die Bank ja auch noch viel mehr Menschen hätte entlassen können, was sie im Grunde zum Wohltäter macht. Wenn amerikanische Soldaten als Handlanger der Ölindustrie im Irak morden und foltern, so muss man das differenziert betrachten, weil sie ja auch den Einsatz nicht existierender Massenvernichtungswaffen verhindern. Wenn Rösler immer und immer wieder in die Tasche der gesetzlich Versicherten greift, um reihum Pharmaindustrie, Ärzte und Arbeitgeber beschenkt, so ist auch das nicht etwa schamlose Klientelpolitik, sondern differenziert zu betrachten.

  5. Wenn die Industrie praktisch jede ihr unliebsame Entscheinung - ob nun zur gerechten Bezahlung, zum Schutz der Umwelt, zu Kennzeichnung von Schadstoffen, zu den Rechten der Arbeitnehmer, zum Schutz vor Bespitzelung oder Ausbeutung mit der Erpressung durch Arbeitsplatzabbaus zu verhindern versucht, so ist das nicht etwa antidemokratisch, sondern muss differenziert betrachtet werden.
    Und wer es tatsächlich wagt, anderer Meinung zu sein, der hat halt einfach die Wirtschaft nicht verstanden. widersprechende Argumente kann, darf und wird es nicht geben.
    Dabei ist 'Differenzierung' keineswegs immer so wichtig. Werden alle Arbeitslosen anhand eines in Florida lebenden Rentners BILD-gerecht über einen Kamm geschoren und entrechtet, bespitzeln, drangsaliert und zur Zwangsarbeit getrieben, dann ist eine Differenzierung ganz gewiss nicht nötig. Wenn es um die Intregration von Muslimen in Deutschland geht, braucht es keiner Differenzierung, auch wenn eine der am besten integrierten Ethnien mit den besten Bildungsergebnissen jene Zuwanderer aus dem Iran und die mit der schlechtesten Sprachbildung nicht etwa Türken, sondern Italiener sind. Und ob es nun Sozialabbau, Ausländerfeindlichkeit, Kriegsgelüste, Nahostpolitik, Umweltthemen oder Überwachungsambitionen geht, machen sie all jene, die sonst nach 'Differenzierung' schreien, nicht im Ansatz die Mühe. Bei diesen Themen kann man ruhig pauschalisieren, verunglimpfen, gleichmachen und alle über einen Kamm scheren, wie es gerade passt.

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    ich hoffe, dass ich die richtige Anrede getroffen habe. Sicherlich lässt sich das ein oder andere Ihrer wohl gesetzten Worte etwas differenziert betrachten. Ich möchte nur sehr untertänigst auf einen kleinen Sachverhalt hinweisen.

    Der neoliberale Migrant Herr Dr. Rössler hat bisher von der Pharmaindustrie höhere Rabatte eingefordert als alle seine grünen und roten Vorgänger.

    In der Hoffnung, dass Ihr mir diese sehr unwesentliche Majestätsbeleidung verzeiht wünsche ich eine gesegnete Nachtruhe

    ich hoffe, dass ich die richtige Anrede getroffen habe. Sicherlich lässt sich das ein oder andere Ihrer wohl gesetzten Worte etwas differenziert betrachten. Ich möchte nur sehr untertänigst auf einen kleinen Sachverhalt hinweisen.

    Der neoliberale Migrant Herr Dr. Rössler hat bisher von der Pharmaindustrie höhere Rabatte eingefordert als alle seine grünen und roten Vorgänger.

    In der Hoffnung, dass Ihr mir diese sehr unwesentliche Majestätsbeleidung verzeiht wünsche ich eine gesegnete Nachtruhe

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