Björn Lomborg »Ich habe nie verharmlost«

Lange galt Björn Lomborg als Buhmann der Umweltschützer. Jetzt warnt der Skeptiker selbst vor dem Klimawandel

Kühltürme eines Kohlekraftwerk im britischen Warrington

Kühltürme eines Kohlekraftwerk im britischen Warrington

DIE ZEIT: Herr Lomborg, lange galten Sie als Relativierer in Sachen globaler Erwärmung. Jetzt schreiben Sie in Ihrem neuen Buch: »Der Klimawandel ist eines der größten Probleme der Menschheit.« Woher dieser Sinneswandel?

Björn Lomborg: Ich habe den Klimawandel nie verharmlost. Fakt ist: Die globale Erwärmung gibt es, sie ist vom Menschen verursacht, und wir müssen etwas dagegen tun. Aber so wie im Moment funktioniert es nicht.

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ZEIT: Aber als Sie 2004 in Ihrem »Copenhagen Consensus« die dringendsten Probleme der Welt aufgelistet haben, stand der Klimawandel noch ganz unten auf der Agenda.

Lomborg: Dabei ging es ja um Lösungsmöglichkeiten. Die Frage war: Wo verspricht Hilfe den größten Erfolg? Beim Klimawandel jedenfalls nicht. Hunger dagegen können wir sehr effizient bekämpfen. Und wer heute Abend hungrig ins Bett geht, den interessiert die Temperatur in 100 Jahren nicht.

ZEIT: Es geht also um Effizienz von Hilfsmaßnahmen. Wie wollen Sie die messen?

Björn Lomborg
Björn Lomborg

Der Statistiker Björn Lomborg, 45, leitet das Copenhagen Consensus Center und wurde mit seinem Buch »Apokalypse No!« zu einer weltweit umstrittenen Figur. Als Herausgeber veröffentlichte er soeben »Smart Solutions to Climate Change«

Lomborg: Per Kosten-Nutzen-Rechnung. Wer heute einen Euro im Kampf gegen den Klimawandel investiert, etwa in die Reduzierung des CO₂-Ausstoßes, der verhindert nur 20 Cent an Schaden. Wer in den Entwicklungsländern aber einen Euro für Spurenelemente wie Zink, Vitamin A oder Eisen ausgibt, tut für 22 Euro Gutes – indem Leben gerettet, Gesundheitsausgaben oder Nothilfeprogramme gespart werden.

ZEIT: Sie berufen sich auf die »grundlegenden Prinzipien der Ökonomie«. Hoffnungsfroh stimmt das nach der Finanzkrise nicht gerade.

Lomborg: Ja, Ökonomen lagen in letzter Zeit oft falsch. Andererseits haben wir die Ursachen des Klimawandels in den vergangenen 20 Jahren nicht in den Griff bekommen. Wir stoßen heute rund 40 Prozent mehr CO₂ aus als 1990. Ich vermute daher: Bisherige Lösungsansätze waren wirtschaftlich nicht attraktiv. Man hat die Ökonomie ausgeblendet.

ZEIT: Rajendra Pachauri, der Vorsitzende des Weltklimarates, hat Sie einen Kriminellen im Mantel des Statistikers genannt, da Sie Umweltschäden und menschliches Leid verrechneten.

Lomborg: Diese Leute sagen, Wirtschaftlichkeit dürfe kein Kriterium sein, wenn es darum geht, Gutes oder Notwendiges zu tun. Nur, mit moralischen Appellen bekommt man den Klimawandel nicht in den Griff.

ZEIT: Ihr Lösungsvorschlag also?

Lomborg: Bisher ist man nach der Methode verfahren: Wenn eine höhere CO₂-Konzentration in der Atmosphäre höhere Temperaturen bedeutet, senken wir eben den Ausstoß. Dabei hat man vergessen, dass die fossilen Energieträger unsere Welt am Laufen halten. Solange es keine Alternative gibt, die sich auch Inder und Chinesen leisten können, wird sich daran nichts ändern. Deshalb plädieren wir in unserem Buch dafür, global jährlich 100 Milliarden Dollar in die Erforschung erneuerbarer Energien zu investieren. Dann werden sie in 20 bis 40 Jahren billiger sein als Öl. Zurzeit investieren wir nur zwei Milliarden.

Leser-Kommentare
  1. Extrem utopisch, wenn man sich die heutigen dpa-Artikel über die Einspeisevergütung von Ökostrom ansieht. Was ein Tea-Party-Mitglied einem androht, wenn man ihm sagt, er solle für Öko-Forschung abdrücken, kann ich mir gar nicht vorstellen.

    Im Wenn-Dann sind scheint's auch kapitalistische Utopisten ganz groß. Nett auch, dass er jetzt auf 2030 abstellt, vor acht Jahren war es 2020.

    Am Ende ist es, wie mit Sarrazin, er ist sich ziemlich sicher, ganz genau weiß er's aber nicht, jedenfalls will er jetzt sein Buch verkaufen.

  2. Warum darf Herr Lomberg in der ZEIT unkommentiert behaupten, er habe den Klimawandel nie verharmlost? In seinem Buch "The Skeptical Environmentalist" (2001) widmet er (selbst Politikwissenschaftler) dem Leugnen der damals bereits durch einen klaren wissenschaftlichen Konsens gesützten Befunde ein ganzes Kapitel. Auch viele andere wissenschaftliche Erkenntnisse (z.B. zum sauren Regen) hat er in so medienwirksamer Weise zu unterminieren versucht, dass die Zeitschrift "Scientifc American" sich genötigt sah einen Großteil ihres Januarhefts 2002 der Widerlegung seiner abstrusesten Fehler zu widmen. Einige der renommiertesten Wissenschaftler mussten sich dazu mit den 3000 Fußnoten seines Buches beschäftigen (die aber überwiegend nicht auf wissenschaftliche Literatur, sondern auf die populäre Presse und auf Papiere konservativer Thinktanks verweisen). "Was für eine monumentale Verschwendung der Zeit vielbeschäftigter Menschen", wie der inzwischen verstorbene Stephen Schneider, einer der damals an der Aufklärung beteiligten Wissenschaftler, resümierte. (Siehe http://www.grist.org/arti... )

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    • joG
    • 15.10.2010 um 12:04 Uhr

    ...die Umstellung mehrere Trillionen Euro kosten wird, so ist es nur gut, wenn man konträre Meinungen untersucht. Immerhin wird die schnellere Einführung alternativer Energien sehr viel mehr kosten als eine langsamere. Sie wird bedeuten, dass in unseren Regionen die breite Bevölkerung weniger haben wird. Das gilt auch für die ärmeren unsere Länder. In armen Ländern wird die schnellere Einführung bedeuten, dass Millionen verhungern werden, die das sonst nicht wären. Es mag sein, dass die beschleunigte Einführung alternativer Energieträger dies rechtfertigt. Dass man allerdings verlangt, dass man den Konsens hinterfragt ist verständlich.

    • pk1
    • 16.10.2010 um 19:03 Uhr

    "The Sceptical Environmentalist" ist eines der besten Wissenschaftsbücher zur Umweltpolitik mit einem Überblick zu nahezu allen Umweltthemen. Darin hat Lomborg fragwürdige Forschung, Junk Science und Ökopseudowissenschaft entlarvt. Zum Beispiel die "Erkenntnis" von Malthusianismus-Pseudowissenschaftlern wie Paul Ehrlich, die seit 1965 behaupten, Indien müsste bald an einer riesigen Hungersnot zugrundegehen oder von Artenschutzideologen, bis 2050 wären alle Arten ausgestorben...
    Der wesentliche Beitrag von Lomborg ist, dass er Umweltthemen nicht zum Selbstzweck der Sabotage menschlicher Wirtschaft missbraucht, sondern ökonomisch rational die Umweltwirkungen und die Vermeidungskosten beurteilt. Er hat in der Tat nie den Klimawandel bezweifelt und auch nicht die menschliche Ursache, aber er hat den ökofundamentalistischen Hype entlarvt, da er als Ökonom dafür der geegnete Experte ist.
    Kurz nach Veröffentlichung seines entlarvenden Buches gab es eine Kampagne von von ihn entlarvten Öko-Pseudowissenschaftlern, die ihn im Ernst der Wissenschaftsfälschung bezichtigten, weil sie an seine populärwissenschaftliche Veröffentlichung Maßstäbe eines Forschungs-Papers anwandten. Diese Kampagne scheiterte jedoch an der Unterstützung für Lomborg aus der Sozialwissenschaft.

    • joG
    • 15.10.2010 um 12:04 Uhr

    ...die Umstellung mehrere Trillionen Euro kosten wird, so ist es nur gut, wenn man konträre Meinungen untersucht. Immerhin wird die schnellere Einführung alternativer Energien sehr viel mehr kosten als eine langsamere. Sie wird bedeuten, dass in unseren Regionen die breite Bevölkerung weniger haben wird. Das gilt auch für die ärmeren unsere Länder. In armen Ländern wird die schnellere Einführung bedeuten, dass Millionen verhungern werden, die das sonst nicht wären. Es mag sein, dass die beschleunigte Einführung alternativer Energieträger dies rechtfertigt. Dass man allerdings verlangt, dass man den Konsens hinterfragt ist verständlich.

    • pk1
    • 16.10.2010 um 19:03 Uhr

    "The Sceptical Environmentalist" ist eines der besten Wissenschaftsbücher zur Umweltpolitik mit einem Überblick zu nahezu allen Umweltthemen. Darin hat Lomborg fragwürdige Forschung, Junk Science und Ökopseudowissenschaft entlarvt. Zum Beispiel die "Erkenntnis" von Malthusianismus-Pseudowissenschaftlern wie Paul Ehrlich, die seit 1965 behaupten, Indien müsste bald an einer riesigen Hungersnot zugrundegehen oder von Artenschutzideologen, bis 2050 wären alle Arten ausgestorben...
    Der wesentliche Beitrag von Lomborg ist, dass er Umweltthemen nicht zum Selbstzweck der Sabotage menschlicher Wirtschaft missbraucht, sondern ökonomisch rational die Umweltwirkungen und die Vermeidungskosten beurteilt. Er hat in der Tat nie den Klimawandel bezweifelt und auch nicht die menschliche Ursache, aber er hat den ökofundamentalistischen Hype entlarvt, da er als Ökonom dafür der geegnete Experte ist.
    Kurz nach Veröffentlichung seines entlarvenden Buches gab es eine Kampagne von von ihn entlarvten Öko-Pseudowissenschaftlern, die ihn im Ernst der Wissenschaftsfälschung bezichtigten, weil sie an seine populärwissenschaftliche Veröffentlichung Maßstäbe eines Forschungs-Papers anwandten. Diese Kampagne scheiterte jedoch an der Unterstützung für Lomborg aus der Sozialwissenschaft.

  3. Er will noch verhindern, dass Hunderte Milliarden Euro und Dollar für den Klimaschwindel rausgeworfen werden.

    Das Geld ist dann natürlich nicht weg, sondern in den Taschen derer, die gerade dafür sorgen, dass unsere Massenmedien pausenlos von Klimaerwärmung fabulieren, obwohl wir nichts als kalte, kurze Sommer und lange, eisige Winter haben.

    Er wird es in diesem korrupten Lügensystem nicht mehr einfach haben. Das ist ja nur noch grotesk, was die Massenmedien dem Publikum pausenlos an Lügen in die Köpfe trommeln. Aber die Lüge vom Klimawandel muss nur oft genug wiederholt werden, bis sich keiner mehr traut, der Lüge zu widersprechen.

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    Schade für Sie , dass Ihr Vereinnahmungsversuch bei Lomborg nach so einer Veröffentlichung nicht mehr so richtig glaubhaft ist .
    Ihr beschworener Hinweis , dass" Massenmedien pausenlos von Klimaerwärmung fabulieren, obwohl wir nichts als kalte, kurze Sommer und lange, eisige Winter haben." würde doch wieder als propagandistische Hülse enden, weil Sie sich aus der Argumentation fachlich versierter Mitkommentatoren wortlos verdünnisieren würden .

    Insgesamt ist noch zu ergänzen, dass die Meinungsdivergenz auch innerhalb der Ökonomenelite so gross ist , dass "der Weissheit letzter Schluss" hier nicht unbedingt zu finden ist ,aber wichtig sind die Einwände allemal.

    @ Tom Bayes: Sehr interessanter Kommentar

    Wenn wir in Europa kalte nasse Sommer haben und milde Winter, hisst das ja nicht, dass die ganze Erde im Sommer kalt und im Winter mild ist. Europa hat den Golfstrom, der riesige Mengen an warmer feuchte Luft und Wasser zu uns bringt. Wenn durch den Klimawandel das Nordmeer zwischen Spitzbergen und Grönland wärmer wird, dann sackt dort das Wasser nicht mehr in die Tiefe ab und der Golfstrom wird langsamer. Dann bringt er im Sommer zwar noch Feuchtigkeit, aber weniger Wärme mit dem langsameren Wasserstrom. Ein Abbrechen des Golfstroms würde für Europa Wetterbedingungen wie im Inneren Kanadas oder Sibiriens bedeuten, also kälter als heute im Winter, heiß und trocken im Sommer. Im Mittel würde es bei uns kälter, im Golf von Mexiko kommt sie Wärme aber nicht mehr weg. Dort wird es deutlich wärmer mit häufigeren und heftigeren Wirbelstürmen. Einige ziehen vielleicht noch über den Atlantik und beglücken uns dann.

    Schade für Sie , dass Ihr Vereinnahmungsversuch bei Lomborg nach so einer Veröffentlichung nicht mehr so richtig glaubhaft ist .
    Ihr beschworener Hinweis , dass" Massenmedien pausenlos von Klimaerwärmung fabulieren, obwohl wir nichts als kalte, kurze Sommer und lange, eisige Winter haben." würde doch wieder als propagandistische Hülse enden, weil Sie sich aus der Argumentation fachlich versierter Mitkommentatoren wortlos verdünnisieren würden .

    Insgesamt ist noch zu ergänzen, dass die Meinungsdivergenz auch innerhalb der Ökonomenelite so gross ist , dass "der Weissheit letzter Schluss" hier nicht unbedingt zu finden ist ,aber wichtig sind die Einwände allemal.

    @ Tom Bayes: Sehr interessanter Kommentar

    Wenn wir in Europa kalte nasse Sommer haben und milde Winter, hisst das ja nicht, dass die ganze Erde im Sommer kalt und im Winter mild ist. Europa hat den Golfstrom, der riesige Mengen an warmer feuchte Luft und Wasser zu uns bringt. Wenn durch den Klimawandel das Nordmeer zwischen Spitzbergen und Grönland wärmer wird, dann sackt dort das Wasser nicht mehr in die Tiefe ab und der Golfstrom wird langsamer. Dann bringt er im Sommer zwar noch Feuchtigkeit, aber weniger Wärme mit dem langsameren Wasserstrom. Ein Abbrechen des Golfstroms würde für Europa Wetterbedingungen wie im Inneren Kanadas oder Sibiriens bedeuten, also kälter als heute im Winter, heiß und trocken im Sommer. Im Mittel würde es bei uns kälter, im Golf von Mexiko kommt sie Wärme aber nicht mehr weg. Dort wird es deutlich wärmer mit häufigeren und heftigeren Wirbelstürmen. Einige ziehen vielleicht noch über den Atlantik und beglücken uns dann.

  4. Meinen Sie, daß das Öl, das in Deutschland durch Windkraft, Photovoltaik und Gebäudesanierung eingespart wird, in der Erde bleibt?

  5. mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

    Komisch, dass er mal so "in" war - bei all dem widersprüchlichem Zeugs, das er von sich gab.

    aj

  6. Ich habe eigentlich noch nie verstanden, was daran - auch aus wirtschaftlicher Sicht - so schlimm ist, den CO²-Ausstoß zu verringern, oder auf erneuerbare Energien umzustellen,oder einfach ökologischere Konzepte zu entwickeln. Dass das mit dem Erdöl nicht endlos so weitergeht, dürfte ja wohl jedem klar sein. Oder anders gefragt, für was braucht man eigentlich solche Typen wie Lomberg? Ob die nun doch "für" oder "gegen" den Klimawandel sind, ist doch eigentlich egal. Interessant wäre mal zu erfahren, was sie mit Diskurs eigentlich wollen, bzw. bezwecken.

  7. setzt auf ökonomische Anreize bei der Lösung globaler Probleme, dem Hunger und dem Klimawandel. Das würde ich weniger zynisch als realistisch nennen. Schließlich folgen die wirklich Mächtigen Global Players fast ausschließlich wirtschaftlichen Interessen. Die wollen bedient werden, also geben wir ihnen die bunten Scheine und machen wir endlich ernst!

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    Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ft

    zufrieden. Solange wir das herrschende Geldsystem haben, in dem jeder ohne Kosten Geld horten kann und nur gegen Zinsen wieder in der Umlauf bringt, werden alle Pläne zur Beendigung des Hungers, Ausrottung der schlimsten Krankheiten oder Bekämpfung des Klimawandels nur Schall und Rauch sein. Wenn die Reichen keinen Profit sehen, wird nicht investiert. Arme bringen keinen Umsatz, also wozu bei denen Waren verkaufen wollen, die können ja doch nicht zahlen. Für den Klimawandel kaufen sich die Reichen dicke Klimaanlagen, der Rest der Menschheit darf vor die Hunde gehen.
    Ohne Zinsen wäre Strom aus Windkraftanlagen und Biogasanlagen heute schon billiger als aus Kohlekraftwerken oder Atomkraftwerken. Ganze 2 Cent/kWh würde der Windstrom kosten. Selbst Photovoltaik wird es bald (10-15 Jahre) schaffen die Kohle zu unterbieten. Warum füttern wir die Reichen mit unserer Arbeit? Mit welchem Recht verlangen sie leistungslose Einnahmen? Moralisch ist das nicht zu begründen. Alle Religionsstifter haben mit Weitblick das Zinsnehmen verboten. Aber wir haben den Götzen Mammon zum obersten Gott erhoben. Die Spaltung der Gesellschaft ist die Folge des Zinsbehafteten Geldes. Nur eine Reform des Geldwesens kann die Welt noch retten. Dann werden alle regenerativen Energien und alle sozialen Projekte wirtschaftlich - nicht rentabel. Der sanfte Tod des Rentiers wurde von Jahn Maynard Keynes vorausgesagt. Er kannte noch nicht die Neocons. Die müssen vorher die Welt zerstören.

    Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ft

    zufrieden. Solange wir das herrschende Geldsystem haben, in dem jeder ohne Kosten Geld horten kann und nur gegen Zinsen wieder in der Umlauf bringt, werden alle Pläne zur Beendigung des Hungers, Ausrottung der schlimsten Krankheiten oder Bekämpfung des Klimawandels nur Schall und Rauch sein. Wenn die Reichen keinen Profit sehen, wird nicht investiert. Arme bringen keinen Umsatz, also wozu bei denen Waren verkaufen wollen, die können ja doch nicht zahlen. Für den Klimawandel kaufen sich die Reichen dicke Klimaanlagen, der Rest der Menschheit darf vor die Hunde gehen.
    Ohne Zinsen wäre Strom aus Windkraftanlagen und Biogasanlagen heute schon billiger als aus Kohlekraftwerken oder Atomkraftwerken. Ganze 2 Cent/kWh würde der Windstrom kosten. Selbst Photovoltaik wird es bald (10-15 Jahre) schaffen die Kohle zu unterbieten. Warum füttern wir die Reichen mit unserer Arbeit? Mit welchem Recht verlangen sie leistungslose Einnahmen? Moralisch ist das nicht zu begründen. Alle Religionsstifter haben mit Weitblick das Zinsnehmen verboten. Aber wir haben den Götzen Mammon zum obersten Gott erhoben. Die Spaltung der Gesellschaft ist die Folge des Zinsbehafteten Geldes. Nur eine Reform des Geldwesens kann die Welt noch retten. Dann werden alle regenerativen Energien und alle sozialen Projekte wirtschaftlich - nicht rentabel. Der sanfte Tod des Rentiers wurde von Jahn Maynard Keynes vorausgesagt. Er kannte noch nicht die Neocons. Die müssen vorher die Welt zerstören.

    • joG
    • 15.10.2010 um 12:04 Uhr

    ...die Umstellung mehrere Trillionen Euro kosten wird, so ist es nur gut, wenn man konträre Meinungen untersucht. Immerhin wird die schnellere Einführung alternativer Energien sehr viel mehr kosten als eine langsamere. Sie wird bedeuten, dass in unseren Regionen die breite Bevölkerung weniger haben wird. Das gilt auch für die ärmeren unsere Länder. In armen Ländern wird die schnellere Einführung bedeuten, dass Millionen verhungern werden, die das sonst nicht wären. Es mag sein, dass die beschleunigte Einführung alternativer Energieträger dies rechtfertigt. Dass man allerdings verlangt, dass man den Konsens hinterfragt ist verständlich.

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