WirtschaftswachstumWeg von der Droge!Seite 2/2

Im Bundestag werden wir also auch die Frage zu beantworten haben, wie solche Zwänge abgebaut werden können und in welchen Zeiträumen. Dies ist der schwierigste Punkt einer ehrlichen Wachstumsdiskussion.

Dabei muss sich eine kluge Kritik nicht auf den Begriff des Nullwachstums festnageln lassen. Viel wichtiger ist es, darüber zu reden, was wachsen und was schrumpfen soll. Dabei muss eine zukunftsfähige Strategie darauf achten, dass BIP-Wachstum und Ressourcenverbrauch entkoppelt werden. Mehr Wachstum muss mit weniger Ressourcenverbrauch verbunden werden. Die Effizienz muss systematisch schneller wachsen als das BIP, etwa durch moderne Umwelttechnik. Sonst konterkariert der Rebound-Effekt die Effizienzsteigerung wieder. Diese absolute Entkoppelung ist eine offensive Innovationsstrategie, mit der es gelingen kann, mit grünen Ideen schwarze Zahlen zu schreiben. Die jetzige Regierung redet davon zwar auch. Doch sie bremst zugleich. Der Atomeinstieg und das schwarz-gelbe Energiekonzept werden die Entkoppelung blockieren und nicht fördern. Die lang gezogene Brücke von der Atomkraft zu den erneuerbaren Energien ist das exakte Gegenteil von Schumpeters »kreativer Zerstörung« im Rahmen funktionierender innovativer Märkte.

Eine nachhaltige Entkoppelungsstrategie könnte die Zeit verschaffen, die die Politik dringend braucht, um strukturelle Wachstumszwänge abzubauen. Sie funktioniert nur im Rahmen einer echten grünen Marktwirtschaft, die neue ökologische und soziale Leitplanken setzt. Dazu brauchen wir funktionierenden Wettbewerb um die ökologischste Lösung und nicht das milliardenschwere Mästen der Oligopole.

Eine spannende Frage ist, ob wir anders leben müssen, wenn wir eine nachhaltige Entwicklung erreichen wollen. Die Antwort lautet eindeutig ja.

Nicht nur die Art, wie wir produzieren, sondern auch die Art, wie wir uns bewegen, wie wir uns ernähren und wie wir wohnen, ist nicht nachhaltig. Es wäre fahrlässig, wenn wir uns ausschließlich auf die Entkoppelungsstrategie verlassen würden. Ohne Veränderungen in Lebensstil und Konsumverhalten wird es nicht gelingen, bis 2050 95 Prozent des CO₂-Ausstoßes zu vermeiden. Ich glaube nicht, dass dies durch staatliche Verordnung asketischen Verzichts gelingen kann. Es geht darum, zu erleben, dass wir reicher werden, wenn wir uns ändern. Das geht nur, wenn wir unsere Freiheit zur Selbstbestimmung nutzen.

 
Leserkommentare
  1. Wohlstand retten?

    Seien wir ehrlich. Das was wir unter Wohlstand verstehen ist eine Tyranney von Sesselp*psern (@Zensur, Sorry für den Ausdruck, aber es ist die Tatsache).

    Steuerberatern, Juristen, Beamte, Genderstreamer, Menschenrechtler, Moderatoren, Experten, Anwälten, Popstars, Krankenkassenchefs, Intendanten, etc. Das sind die Menschen, die mehr als ein Ingenieur, ein Handwerksmeister verdienen! Und nun muss man sich fragen welche Exportleistung diese Subjekte erbringen könnten...

    Nein. Die Bonzen haben sich gedacht ein lockeres Leben mit Spekulation und Gelddrucken zu schaffen - aber ohne Produktion geht es nunmal nicht. China wird in kürze genügend eigene Erfinder haben. Für den Westen bleiben nur Anwälte und Intendanten übrig.

    Traurig aber wahr, unsere Zukunft ist verdammt. Wir werden im verwahrlosten Dreck mit den Migranten schlagen...

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die als Relativierung oder Gutheißung von NS Politik oder Personal verstanden werden. Danke, die Redaktion/fk.

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    • Hickey
    • 20.10.2010 um 7:46 Uhr

    Sollte man wirklich unterlassen, ich komme aus der Steuerberaterbranche und kann dazu nur sagen, das ihre Behauptung einfach Schwachsinn ist.

    Haben sie eine 48/std-60/std Woche ? Wohl kaum.

    Wer Geld verdienen will muss mehr als nur 35/Std die Woche arbeiten gehen, das war vor 100 Jahren nicht anders.

    • Hickey
    • 20.10.2010 um 7:46 Uhr

    Sollte man wirklich unterlassen, ich komme aus der Steuerberaterbranche und kann dazu nur sagen, das ihre Behauptung einfach Schwachsinn ist.

    Haben sie eine 48/std-60/std Woche ? Wohl kaum.

    Wer Geld verdienen will muss mehr als nur 35/Std die Woche arbeiten gehen, das war vor 100 Jahren nicht anders.

  2. Der Artikel greift viele Standpunkte auf, die ich auch seit längerem vertrete.
    Als Zusatz würde ich hinzufügen, dass nicht nur der Nachhaltigkeitsbegriff betrachtet werden soll.

    Die richtige Frage wurde bereits gestellt und verbirgt sich hinter der Feststellung, dass durch unser Wachstum seit Jahrzehnten keinerlei Armut abgebaut, sondern in jüngster Zeit sogar aufgebaut wird.

    Gerade wir, die westliche Welt, die wir so gerne so stolz auf unsere Werte sind und die Auswirkungen davon, z.B. die Menschenrechte, als eine unserer größten Errungenschaften feiern - gerade wir sollten bei einer Neubetrachtung darauf achten, nicht erneut nur einen externen Zwang ins Zentrum zu stellen. In diesem Artikel wird als Zwang der Erhalt unserer Umwelt als Basis gesehen, was zweifelsohne ein wichtiger Aspekt ist.

    Getreu unseren Werten müssen wir als Zwang die Lebensqualität aller Menschen betrachten.

  3. "Unser heutiges Wirtschafts- und Sozialmodell beruht strukturell auf dem Zwang zu ständigem Wachstum."

    Das ist eine weichgespühlte, verschleiernde Formulierung. Die wahre Formulierung lautet:

    'Eine 2%Wachstumszwang-Tyrannei hat sich etabliert, wie einst das Rumpelstilzchen, die wie ein Moloch davon lebt, dass seine Existenz von allen, auch von denen die von ihren Wachstumsbeiträgen zerstört werden, gesichert wird."

    Deshalb ist der Auzstieg aus der 2%Tyrannei auch leicht. Es reicht die Medienmauer über die evolutionsprozess-eigene Exoduslösung zu öffnen. Diese setzt an der steuerungssystemischen Weichenstellung des 2%Wachstumszwang-Regime an - der stetigen Verteuerung des Faktors ARBEIT, via Tariflohnerhöhungen und paritätische Finanzierung der Sozialsysteme, einschl der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Exodus-Lösung heißt: Ersatz der Tariflohnsteigerungen durch ein energie- und sachkapitalsteuer-finanziertes Zweiteinkommen für Jedermann, das dynamisch mit dem Produktivitätsfortschritt steigt.

    Diese Exodusoption ist Herrn Kuhn und allen Spitzen-Grünen bekannt. Sie verweigern die öffenltiche Diskussion. Sie fürchten, dass dann ein selbstläuzferischer Übergang in die folgende Weltordnung-des-KREATIVEN-Fortschrittspfades die ganze Parteienlandschaft aushebelt - einschl. der GRÜNEN ...

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    • K.Mehl
    • 19.10.2010 um 14:16 Uhr

    "Die Exodus-Lösung heißt: Ersatz der Tariflohnsteigerungen durch ein energie- und sachkapitalsteuer-finanziertes Zweiteinkommen für Jedermann, das dynamisch mit dem Produktivitätsfortschritt steigt."

    Leider wird es ohne Produktion auch keinen Produktivitätsfortschritt mehr geben. Und in Deutschland würde es bei diesem Wirtschaftsmodell ganz sicher keine Produktion mehr geben. Alle Kapitalisten (=Unternehmer) würden schnellstmöglich geschlossen die Produktion ins Ausland verlagern.

    • K.Mehl
    • 19.10.2010 um 14:16 Uhr

    "Die Exodus-Lösung heißt: Ersatz der Tariflohnsteigerungen durch ein energie- und sachkapitalsteuer-finanziertes Zweiteinkommen für Jedermann, das dynamisch mit dem Produktivitätsfortschritt steigt."

    Leider wird es ohne Produktion auch keinen Produktivitätsfortschritt mehr geben. Und in Deutschland würde es bei diesem Wirtschaftsmodell ganz sicher keine Produktion mehr geben. Alle Kapitalisten (=Unternehmer) würden schnellstmöglich geschlossen die Produktion ins Ausland verlagern.

  4. Weg von dieser Droge heißt auch weg von der Gier des nur Geldverdienens egal was da komme. Wir müssen wieder lernen auch andere Generationen haben ein Anrecht auf sauberes Wasser, saubere Luft und giftfreien Boden.
    Ungebremstes Wachstum heißt langsames ersticken der nachfolgenden Menschheit. Arbeit für alle heißt nicht in einer Wegwerfgesellschaft zu leben und immer das Neueste zu besitzen.

    • joG
    • 19.10.2010 um 11:06 Uhr

    ....Wohlstand mit einer Zahl messen, die nichts aussagt."

    Es mag zwar sein, dass wir das BIP ungenügend gut berechnen und Externe Effekte fehlen. Es ist aber falsch zu sagen das seine Größe "nichts aussagt". Das ist einfach falsch; die Aussage eines Mannes, der sich mit der Sache formal ungenügend beschäftigte und Intuition anwenden will, wo technische Expertise erforderlich wäre. Wie ein Kind, mit seinen Einfällen die Physik lösen will. Der Autor fühlt sich vielleicht tiefsinnig und weise, wenn er dem Volk solche Dinge sagt, aber sie sind letztlich dumm. Wenn ihm die Externen Effekte ungenügend berücksichtigt scheinen, dann soll er sie berücksichtigen. Die Modelle gibt es seit immer und einen Tag.
    Wenn die Grünen einen anderen Index benutzen wollen um die Wohlstandsmehrung eines Landes zu beziffern so gibt es auch solche. Jede Menge gibt es. Man braucht sie nur zu verwenden. Die Frage ist, ob das jemandem nutzt, der bereits die täglichen Indizes nicht zu verstehen scheint.

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    wie man den BIP sieht.

    FDP und Union freuen sich über die Prognosen des Wirtschaftswachstums in Deutschland.

    Kurzzeitig ist es für unsere Wirtschaft zwar erfreulich, aber langfristig gesehen, wird uns genau dieses Wachstum um die Ohren fliegen.

    Die Gründe dafür ist die sehr starke Verschuldung der USA und Chinas, welche einen Marktungleichgewicht herbeiführen (und das schon seit mehreren Jahren). Man tut es, damit die Marktbereinigung nicht zum Zuge kommt, welches für eine funktionierende Marktwirtschaft von Nöten ist.

    Warum die Wirtschaft und der Staat die Marktbereinigung fürchten, wie der Teufel das Weihwasser:

    Die Probleme sind allerlei bekannt. Die Antwort liegt in der Marktmacht und den langen Prozess der Umstrukturierung des Marktes (welcher viellerlei für strukturelle Arbeitslosigkeit, etc. führt).

    Und hier komme ich zurück zum BIP:

    Der BIP ist kein Messer für Marktungleichgewicht. Allerdings wirken Marktungleichgewichte positiv, wie auch negativ auf den BIP aus. Die Marktbereinigung wird aber immer vorhanden sein (welcher auch einen Einfluss auf unser BIP haben wird), welches aber viel später zum Zuge kommt.

    Ich will nicht sagen, dass der BIP völlig nutzlos ist, aber solange unsere Regierungen nicht umdenken, solange wird der BIP nichts wichtiges aussagen können.

    DAs Brutto-Inlands-Produkt sagt nur etwas darüber aus, wieviel Geld in einem Land umgesetzt wird. Wenn dieselbe Leistung im einen Land kostenlos angeboten wird, sie im anderen Land aber etwas kostet, dann geht es im zweiten Land den Bürgern laut diesem Maßstab also besser.
    Das würden die meisten wohl kaum unterschreiben.

    Beispiel Kinderbetreuung: Ein Land schafft es, flächendeckend Arbeitszeitkontenmodelle einzuführen, die es Männern wie Frauen in bestimmten Lebensphasen ermöglichen, weniger Stunden zu arbeiten und dies zu anderen Zeiten auszugleichen. Ein anderen Land schafft das nicht. Sagen wir, der Lohn ist ihn beiden Ländern ungefähr derselbe. Im Land 2 müssen Eltern nun aber weit mehr Betreuungsleistungen für ihre Kinder hinzukaufen, zugleich werden aber nicht mehr Erzieher eingestellt, sondern nur die Gruppengrößen erhöht.
    Ergebnis: Land 2 hat das größere BIP - doch Land 1 hat den besseren Lebensstandard.

    • Hickey
    • 20.10.2010 um 7:49 Uhr

    Schon alleine aus dem Grund das die theoretischen Ausgaben der Umweltzerstörung nicht mit einberechnet sind.

    Würde man diese hinzurechen hätten wir allerhöchstwahrscheinlich ein negatives BIP.

    Eine Zahl die nur das abdeckt was man sehen will, ist nichts anderes als eine bewußte Fälschung und darin sind die Menschen Meister, Dinge nicht wahrhaben zu wollen, obwohl sie bereits vor der Türe stehen.

    wie man den BIP sieht.

    FDP und Union freuen sich über die Prognosen des Wirtschaftswachstums in Deutschland.

    Kurzzeitig ist es für unsere Wirtschaft zwar erfreulich, aber langfristig gesehen, wird uns genau dieses Wachstum um die Ohren fliegen.

    Die Gründe dafür ist die sehr starke Verschuldung der USA und Chinas, welche einen Marktungleichgewicht herbeiführen (und das schon seit mehreren Jahren). Man tut es, damit die Marktbereinigung nicht zum Zuge kommt, welches für eine funktionierende Marktwirtschaft von Nöten ist.

    Warum die Wirtschaft und der Staat die Marktbereinigung fürchten, wie der Teufel das Weihwasser:

    Die Probleme sind allerlei bekannt. Die Antwort liegt in der Marktmacht und den langen Prozess der Umstrukturierung des Marktes (welcher viellerlei für strukturelle Arbeitslosigkeit, etc. führt).

    Und hier komme ich zurück zum BIP:

    Der BIP ist kein Messer für Marktungleichgewicht. Allerdings wirken Marktungleichgewichte positiv, wie auch negativ auf den BIP aus. Die Marktbereinigung wird aber immer vorhanden sein (welcher auch einen Einfluss auf unser BIP haben wird), welches aber viel später zum Zuge kommt.

    Ich will nicht sagen, dass der BIP völlig nutzlos ist, aber solange unsere Regierungen nicht umdenken, solange wird der BIP nichts wichtiges aussagen können.

    DAs Brutto-Inlands-Produkt sagt nur etwas darüber aus, wieviel Geld in einem Land umgesetzt wird. Wenn dieselbe Leistung im einen Land kostenlos angeboten wird, sie im anderen Land aber etwas kostet, dann geht es im zweiten Land den Bürgern laut diesem Maßstab also besser.
    Das würden die meisten wohl kaum unterschreiben.

    Beispiel Kinderbetreuung: Ein Land schafft es, flächendeckend Arbeitszeitkontenmodelle einzuführen, die es Männern wie Frauen in bestimmten Lebensphasen ermöglichen, weniger Stunden zu arbeiten und dies zu anderen Zeiten auszugleichen. Ein anderen Land schafft das nicht. Sagen wir, der Lohn ist ihn beiden Ländern ungefähr derselbe. Im Land 2 müssen Eltern nun aber weit mehr Betreuungsleistungen für ihre Kinder hinzukaufen, zugleich werden aber nicht mehr Erzieher eingestellt, sondern nur die Gruppengrößen erhöht.
    Ergebnis: Land 2 hat das größere BIP - doch Land 1 hat den besseren Lebensstandard.

    • Hickey
    • 20.10.2010 um 7:49 Uhr

    Schon alleine aus dem Grund das die theoretischen Ausgaben der Umweltzerstörung nicht mit einberechnet sind.

    Würde man diese hinzurechen hätten wir allerhöchstwahrscheinlich ein negatives BIP.

    Eine Zahl die nur das abdeckt was man sehen will, ist nichts anderes als eine bewußte Fälschung und darin sind die Menschen Meister, Dinge nicht wahrhaben zu wollen, obwohl sie bereits vor der Türe stehen.

  5. 6. Bitte?

    [Die Schulden des Staates lassen sich leichter begleichen, wenn wir wachsen.]

    Schulden:

    Schulden kann man entweder durch neue Schulden begleichen (sei es direkt "wenn der Staat selbst Kredite aufnimmt" oder indirekt "durch Umverteilung der Schulden"), oder aber abschreiben.

    Schulden kann man eben nicht abbezahlen. Als Einzelperson mag es so aussehen, aber volkswirtschaftlich (bzw. global) ist es nicht möglich. Es gehen nur die 2 genannten Möglichkeiten.

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    • joG
    • 19.10.2010 um 13:42 Uhr

    ...richtig, dass es nur die genannten zwei Möglichkeiten gäbe, die Staatsschuld zu tilgen. Man kann auch weniger ausgeben, als man einnimmt. Man kann, volkstümlich gesagt, auch sparen.

    • joG
    • 19.10.2010 um 13:53 Uhr

    Tatsächlich? In welchem Land? das BIP ist jetzt fast wie vor der Krise und wuchs die letzten Jahre nur mit 1,5%-2%.

    Und ja, der persönliche Wohlstand und die verbundene Lebensqualität ist in Deutschland viel höher als vor 40 Jahren. Dass die Menschen die gleichen Worte verwenden, wenn sie beschreiben, wie sie sich fühlen ist da kaum ein Indikator, das den Wert der besseren Umstände in Zweifel stellt. Aber, wenn jemand nun unglücklich ist? Nun, dann ist er das eben 80 Jahre lang und nicht 60. So fies kann leben sein.

    • joG
    • 19.10.2010 um 13:42 Uhr

    ...richtig, dass es nur die genannten zwei Möglichkeiten gäbe, die Staatsschuld zu tilgen. Man kann auch weniger ausgeben, als man einnimmt. Man kann, volkstümlich gesagt, auch sparen.

    • joG
    • 19.10.2010 um 13:53 Uhr

    Tatsächlich? In welchem Land? das BIP ist jetzt fast wie vor der Krise und wuchs die letzten Jahre nur mit 1,5%-2%.

    Und ja, der persönliche Wohlstand und die verbundene Lebensqualität ist in Deutschland viel höher als vor 40 Jahren. Dass die Menschen die gleichen Worte verwenden, wenn sie beschreiben, wie sie sich fühlen ist da kaum ein Indikator, das den Wert der besseren Umstände in Zweifel stellt. Aber, wenn jemand nun unglücklich ist? Nun, dann ist er das eben 80 Jahre lang und nicht 60. So fies kann leben sein.

  6. Die Frage ist doch, was wollen die Menschen wirklich.
    Viele werden antworten, Geld natürlich, Wohlstand, evtl eine Familie gründen, ein eigenes Häuschen und ähnliches.

    Doch das sind letztlich doch nur Ausdrücke eines tieferen Verlangens. Nämlich nach Glück und Wohlergehen.
    Und danach sollten wir als Volk streben (auch wenn wir es natürlich nie erreichen): Glück für alle.

    Darauf stellt sich die Frage, wie misst man Glück...
    Über das BIP sicher nicht. Das BIP ist die letzten Jahrzehnte stark gestiegen. Sind die Menschen heute glücklicher?
    Über perönlichen Wohlstand? Vielleicht zum Teil.
    Aber heute sind die Menschen, mit vor 50 Jahren verglichen, viel reicher. Macht der viele Kram sie nun glücklicher?
    Anders gefragt: Wird weiteres Wachstum, also noch mehr Kram, sie glücklicher machen?
    Wird die dafür zerstörte Umwelt die Menschen beglücken?
    Und kommende Generationen?

    Glück setzt sich aus vielen Dingen zusammen. Grundbedürfnisse mögen gedeckt werden müssen (Nahrung, Beziehungen, Sicherheit...). Der Rest liegt aber bei den Menschen selbst und ihrer Einstellung :)

    ME liegt es in der Pflicht der Politiker das zu fördern: Menschen müssen leben lernen - glücklich sein zu können.
    Das erfordert jedoch eine grundlegende Veränderung des Wirtschaftens. Geiz ist geil ist jedenfalls ein Irrweg; das ist den meisten inzwischen klar, wozu ihn also weitergehen?

    Ein Ansatz könnte ein Index sein, wie er z.B. in Bhutan verwendet wird. Das "Brutto Glücks Produkt", auch wenns lustig klingt...

  7. wie man den BIP sieht.

    FDP und Union freuen sich über die Prognosen des Wirtschaftswachstums in Deutschland.

    Kurzzeitig ist es für unsere Wirtschaft zwar erfreulich, aber langfristig gesehen, wird uns genau dieses Wachstum um die Ohren fliegen.

    Die Gründe dafür ist die sehr starke Verschuldung der USA und Chinas, welche einen Marktungleichgewicht herbeiführen (und das schon seit mehreren Jahren). Man tut es, damit die Marktbereinigung nicht zum Zuge kommt, welches für eine funktionierende Marktwirtschaft von Nöten ist.

    Warum die Wirtschaft und der Staat die Marktbereinigung fürchten, wie der Teufel das Weihwasser:

    Die Probleme sind allerlei bekannt. Die Antwort liegt in der Marktmacht und den langen Prozess der Umstrukturierung des Marktes (welcher viellerlei für strukturelle Arbeitslosigkeit, etc. führt).

    Und hier komme ich zurück zum BIP:

    Der BIP ist kein Messer für Marktungleichgewicht. Allerdings wirken Marktungleichgewichte positiv, wie auch negativ auf den BIP aus. Die Marktbereinigung wird aber immer vorhanden sein (welcher auch einen Einfluss auf unser BIP haben wird), welches aber viel später zum Zuge kommt.

    Ich will nicht sagen, dass der BIP völlig nutzlos ist, aber solange unsere Regierungen nicht umdenken, solange wird der BIP nichts wichtiges aussagen können.

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    • joG
    • 19.10.2010 um 16:52 Uhr

    .... aber langfristig gesehen, wird uns genau dieses Wachstum um die Ohren fliegen."

    Das ist zwar richtig, aber es ist auch eine Grundaussage jeglicher menschlichen Existenz. Langfristig funktioniert nichts und wir sind alle tot. So würde ich diese Feststellung nicht verwenden wollen, um meine Position zu argumentieren.

    Die Frage ist doch eher, wie es uns gelingt möglichst gut zu leben. Es mag sein, dass ein Land eine bessere Möglichkeit findet als den Markt. Da gab es in der Vergangenheit mehrere real existierende Versuche. Die Ergebnisse waren nicht überzeugend.

    Da fände ich es doch sehr sportlich, wenn man das Wohlergehen der gesamten Nation auf die Spekulation setzt, nun doch eine bessere Lösung in der Enquete Kommission zu finden.

    • joG
    • 19.10.2010 um 16:52 Uhr

    .... aber langfristig gesehen, wird uns genau dieses Wachstum um die Ohren fliegen."

    Das ist zwar richtig, aber es ist auch eine Grundaussage jeglicher menschlichen Existenz. Langfristig funktioniert nichts und wir sind alle tot. So würde ich diese Feststellung nicht verwenden wollen, um meine Position zu argumentieren.

    Die Frage ist doch eher, wie es uns gelingt möglichst gut zu leben. Es mag sein, dass ein Land eine bessere Möglichkeit findet als den Markt. Da gab es in der Vergangenheit mehrere real existierende Versuche. Die Ergebnisse waren nicht überzeugend.

    Da fände ich es doch sehr sportlich, wenn man das Wohlergehen der gesamten Nation auf die Spekulation setzt, nun doch eine bessere Lösung in der Enquete Kommission zu finden.

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