Seelsorge für Studierende "Viele fühlen sich einsam"

Jana und Heike arbeiten ehrenamtlich bei einem Sorgentelefon für Studenten.

DIE ZEIT: Sie wollen Ihren vollen Namen nicht nennen und nicht im Bild erscheinen. Nicht einmal Freunde wissen von Ihrer Arbeit. Warum das alles?

Jana: An der Uni kennt man sich. Wenn bekannt würde, dass ich für die Nightline arbeite, hätten Bekannte vielleicht Bedenken, dass ich sie nach ihrem Anruf erkenne und anspreche.

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Heike: So stellt uns auch niemand Fragen über die Gespräche. Die sind vertraulich. Wir wollen verhindern, dass jemand auf den Anruf verzichtet, weil er Angst hat, seine Anonymität zu verlieren.

ZEIT: Welche Sorgen haben die Studenten?

Das Sorgentelefon "Nightline"

Viele Studenten schieben spannende Projekte an. Etwa das Sorgentelefon Nightline:

Was machen die da?
Nightline ist ein Zuhörtelefon von Studenten für Studenten.

Was machen die genau?
Ob Trennungsschmerz, Bafög-Probleme, Uni-Frust oder Geldsorgen: Die Studenten am anderen Ende der Nightline hören sich jedes Problem an und geben Denkanstöße – meist täglich zwischen 21 und 1 Uhr.

Was kann man da lernen?
Gesprächsführung, Empathie

Was war der größte Erfolg?
Es geht eher um kleine Erfolge wie das erleichterte "Danke!" am Ende eines Gesprächs.

Wer kann mitmachen?
Alle, die gerne mit anderen reden und gut zuhören können. Nightlines gibt es in mehreren Städten. Wer selbst eine starten möchte, findet Hilfe unter bit.ly/ZCtel

Quelle: ZEIT CAMPUS 06/2010

Jana: Die meisten haben Ärger in der Uni, fühlen sich in der neuen Stadt einsam oder haben Liebeskummer. Generell kann man aber wegen jedes Problems bei uns anrufen.

ZEIT: Läuft ein Gespräch mit der Nightline anders als das mit einem Freund?

Heike: Wir wurden geschult zuzuhören, die Anrufer können sich aussprechen. Wir spiegeln nur wider. Dadurch sollen die Leute selbst Lösungen finden. Wenn jemand Liebeskummer hat, geben wir keine Tipps, wie der Expartner zurückgewonnen werden kann. Wir fragen aber zum Beispiel, was er oder sie sich jetzt Gutes tun könnte. Während der Anrufer darüber nachdenkt, entstehen Gesprächspausen. Die müssen wir aushalten. Aber das lernt man.

Jana: Wir werten nicht, weil wir die Situation der Anrufer nicht kennen. Das ist mit einem Freund anders. Außerdem ist das kein Gespräch auf Gegenseitigkeit. Bei der Nightline bringen wir uns nicht ein. Ein Satz wie »Ja, das kenne ich« fällt dort nicht.

ZEIT: Wie werden Sie mit belastenden Geschichten fertig?

Jana: Einmal im Monat haben wir Supervision und sprechen mit Psychologen über die Schichten.

Heike: Ich nehme manches mit nach Hause und denke darüber nach. Die Supervisionen helfen mir – auch bei der Frage: Habe ich alles richtig gemacht?

Interview: Katharina Ober

 
Leser-Kommentare
    • Pencil
    • 22.10.2010 um 19:00 Uhr

    Ich fand das Thema nicht uninteressant, aber das Interview war eher nur eine Einleitung. Wo ist der Rest des Artikels?

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  • Quelle DIE ZEIT, 21.10.2010 Nr. 43
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  • Schlagworte Liebeskummer | Hochschule | Student | Gespräch
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