China Lange Nase, helle Haut
Woher kommen die »europäischen« Toten, die mumifiziert in Chinas Wüstenboden lagen?
Der Mann muss Europäer sein, da besteht kaum ein Zweifel: 1,76 Meter groß, lange Nase, tief liegende Augen, blond-bräunliches Haar und helle Haut. Seine gut erhaltene Kleidung mutet osteuropäisch an. Und er ist seit 3200 Jahren tot. Das Besondere ist aber nicht sein biblisches Alter, sondern der Ort, an dem er in einer einfachen Glasvitrine ruht: in der chinesischen Provinzhauptstadt Ürümqi.
Ebenso eindeutig nichtasiatisch ist ein halbes Dutzend weiterer Mumien, das im örtlichen Museum zu bestaunen ist. Die Toten waren zwischen 1800 und 1200 vor Christus in der Senke nördlich der Taklamakan-Wüste beigesetzt worden. Die Mumifizierung hatte die Natur übernommen: Heftig schwankende Tages- und Nachttemperaturen und das Wüstenklima des Tarim-Beckens sorgten für eine Gefriertrocknung des Körpers. Der hohe Salzgehalt des Bodens hielt zersetzende Bakterien ab.
- Mumifizierung
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Mit dem Tod weicht das Leben keineswegs aus dem Menschen. Körpereigene Bakterien und Kleingetier florieren. Umgehend beginnen sie den Leib zu zersetzen. Dieser Leichenschmaus endet jedoch abrupt, wenn das Gewebs- und Körperwasser rasch verdunstet: Überreste ohne Feuchtigkeit trotzen Fraß und Verwesung.
In trockenen Gebieten passiert das oder ganz allgemein bei guter Luftzufuhr. Unter Idealbedingungen setzt die natürliche Mumifizierung bereits nach zwei Tagen an Fingern, Ohren, Nasen- und Kinnspitze ein: Die Haut wird lederartig. Heißer Wüstensand verstärkt den Trocknungsprozess.
Unter Luftabschluss stockt die Verwesung selbst in feuchter Umgebung, weil sich ungesättigte in gesättigte Fettsäuren umwandeln. Im Lauf von Jahren werden so ganze Leiber – etwa Wasserleichen – in Fettwachs umgewandelt.
- Feuchtmumie
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Fast jede Leiche, die in einem Salzsee landet, wird mumifiziert. Das Salz dringt ins Gewebe ein und bringt dort das Bakterienwachstum zum Erliegen.
Ein hervorragender Konservator ist auch die Kälte – auf zwei Arten: Entweder entzieht die eisige Umgebung dem Körper das Wasser, und er wird gleichsam gefriergetrocknet. Oder es verbleibt ein Rest Feuchtigkeit, jedoch gefroren. So war es auch bei der berühmtesten aller Permafrost-Leichen: Der Jungsteinzeitler Ötzi lag 5300 Jahre im Eis unweit des Hauslabjochs in den Ötztaler Alpen – und dehydrierte nur unvollständig. Daher ist Ötzi eine Feuchtmumie.
- Moorleiche
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Im sauerstoffarmen Moorboden verhindern zusätzlich Tannin- und Huminsäuren die Fäulnis. Nebenbei färben sie Haare rot, gerben Haut und Weichteile. Bei gut erhaltenen Moorleichen lässt sich oft sogar noch die Todesursache ermitteln.
Die Dunkelheit in Höhlen behindert viele Aasfresser und Bakterien. Permanente Luftströme und konstante Temperaturen begünstigen dort ebenfalls die Erhaltung.
Mumien sind auch in Erd- oder Bergwachs (einem Kohlenwasserstoffgemisch) gefunden worden und in natürlichem Asphalt, dem Erdpech.
Diese »Europäer« in der äußersten Nordwestecke des heutigen Chinas sind ein wissenschaftliches Rätsel – und ein Politikum. Denn die Leichname wurden in der »Autonomen Region Xinjiang« gefunden, der Heimat der Uiguren. Das Turkvolk muslimischen Glaubens fordert – mit Protesten, aber auch Bomben – seit Jahrzehnten eine Loslösung von China, was die Regierung in Peking mit rigiden Polizeimaßnahmen und einer verstärkten Ansiedlung von Han-Chinesen verhindert. Die Spannungen entluden sich im vergangenen Jahr so gewalttätig, dass die chinesischen Behörden die Region für Besucher sperrten. In diesem Konflikt avancierten die westlich anmutenden Mumien schon früh zum Symbol des uigurischen Nationalismus. Als mutmaßliche Vorfahren sollten sie das Heimatrecht des Turkvolkes auf Xinjiang untermauern.
Eine exakte Antwort auf die Fragen aber, wer diese Indoeuropäer waren und wie sie nach Fernost kamen, kannte die Wissenschaft bislang nicht. Für Chinesen ist die Frage grundsätzlich unangenehm, denn Kulturbringer von außerhalb widersprechen dem chinesischen Selbstverständnis, wonach sich das Reich der Mitte nur aus sich selbst heraus entwickelt habe. Die frühen Mumienfunde – etwa durch den schwedischen Geografen Sven Hedin 1937 – konnten die chinesischen Behörden noch mit der Erklärung marginalisieren, es handle sich um versprengte Einzelreisende. Doch in den vergangenen Jahrzehnten wurden so viele gut erhaltene Leichname aus dem heißen Wüstenboden geborgen, dass davon keine Rede mehr sein kann.
Mittlerweile bemüht sich China selbst um die Lösung des Rätsels. Wissenschaftler der Universitäten von Shanghai und Changchun haben von 20 Mumien aus der Nekropole Xiaohe am heute ausgetrockneten Nur-See DNA-Proben genommen und diese unabhängig voneinander untersucht. Das Ergebnis, mitgeteilt in der US-Fachzeitschrift Archaeology, ist für uigurische Nationalisten, die auf Rückendeckung aus der Wüste gehofft hatten, ein herber Rückschlag. Nicht eine der DNA-Proben ergab offenbar eine Beziehung zur modernen Uiguren-Bevölkerung. Die genetische Verbindung nach Westen jedoch ließ sich zweifelsfrei belegen.
Alle männlichen Proben stammten aus einem europäischen Gen-Pool, die Frauen aus zwei verschiedenen Populationen – einer europäischen und einer asiatisch-sibirischen. Schon vorher hatten andere Indizien in den europäischen Westen gewiesen: die Herstellung des Garns und die Webtechnik der Kleidung mit mehrfarbigem Muster – die Stoffe gleichen auffallend frühen Textilien aus Österreich, Skandinavien und Deutschland.
- Datum 27.10.2010 - 08:11 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 21.10.2010 Nr. 43
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... die Chef-Ideologin, Verzeihung -Archäologin, des Deutschen Archäologischen Instituts alles ausdrücklich NICHT interessiert.
Ja, also diese "Chef-Ideologin" und was sie alles nicht sehen will. Wenn man den Artikel aufmerksam genug liest, horcht man doch spätestens bei diesem Satz auf:
"Ihre Gräber waren weithin sichtbar durch SCHWARZ-ROT-GOLD bemalte Pfosten gekennzeichnet."
Schlaaand!
Ja, also diese "Chef-Ideologin" und was sie alles nicht sehen will. Wenn man den Artikel aufmerksam genug liest, horcht man doch spätestens bei diesem Satz auf:
"Ihre Gräber waren weithin sichtbar durch SCHWARZ-ROT-GOLD bemalte Pfosten gekennzeichnet."
Schlaaand!
... einfach auf mit der Wissenschaft.
»Es waren damals so viele Völker unterwegs, dass die Trennung in Ethnien für die Kulturgeschichte dieses Raumes völlig belanglos ist.«
Wir werden ja doch nie zu einer abschließenden Antwort kommen. Also wozu das ganze? Wozu Fragen nachgehen, deren Beantwortung voraussichtlich keine vollständigen Ergebnisse erbringen werden? Auf die Erkenntnisse, die auf diesem weg erlangt werden können dürfen wir gerne verzichten. Das ist also Frau Wagners Einstellung. - Lassen wir's einfach bleiben.
Die Frage: "Was jetzt noch fehlt, ist die Geburtsurkunde. Mitteleuropäer, Iraner, Kaukasier?" ist durchaus berechtigt - sie ist nur politisch nicht korrekt.
Soso! Und die dann dort aus welchem Grunde auch immer
"unterwegs" waren, haben ihre Toten so aufwändig bestattet?
Wer ist wann dort gewesen(hat gelebt) und hat seine
für uns europid aussehenden Toten so aufwändig bestattet?
Ist doch die geeignetere Frage?
... Gen-Pool, die Frauen aus zwei verschiedenen Populationen – einer europäischen und einer asiatisch-sibirischen."
Und da sage einer Sarrazin hätte mit dem rassistischen Gen unrecht.
Herr Sarrazin hat mit seiner Gengeschichte unrecht.
Wie komme ich darauf?
Bei solchen Untersuchungen vergleicht man meines Wissens eher nicht-kodierende Sequenzen (das hat mit deren höheren Veränderungrate zu tun) und das sind eben keine Gene.
Manchmal kann man über bestimmte Allele einen Träger mit gewisser Wahrscheinlichkeit zu einer Region zuordnen. Ein bekanntes Beispiel ist die LCT Laktase (http://www.ncbi.nlm.nih.g...). In Nordeuropa ist ein Allel dieses Gens verbreitet, dass das Trinken von Milch weit über die Kindheit hinaus ermöglicht. Aber 1. geht es dabei nur um eine erhöhte Wahrscheinlichkeit in einer bestimmten Region dieses Allel zu haben und 2. ist das kein spezielles Gen, sondern ein spezielles Allel.
Herr Sarrazin hat mit seiner Gengeschichte unrecht.
Wie komme ich darauf?
Bei solchen Untersuchungen vergleicht man meines Wissens eher nicht-kodierende Sequenzen (das hat mit deren höheren Veränderungrate zu tun) und das sind eben keine Gene.
Manchmal kann man über bestimmte Allele einen Träger mit gewisser Wahrscheinlichkeit zu einer Region zuordnen. Ein bekanntes Beispiel ist die LCT Laktase (http://www.ncbi.nlm.nih.g...). In Nordeuropa ist ein Allel dieses Gens verbreitet, dass das Trinken von Milch weit über die Kindheit hinaus ermöglicht. Aber 1. geht es dabei nur um eine erhöhte Wahrscheinlichkeit in einer bestimmten Region dieses Allel zu haben und 2. ist das kein spezielles Gen, sondern ein spezielles Allel.
Herr Sarrazin hat mit seiner Gengeschichte unrecht.
Wie komme ich darauf?
Bei solchen Untersuchungen vergleicht man meines Wissens eher nicht-kodierende Sequenzen (das hat mit deren höheren Veränderungrate zu tun) und das sind eben keine Gene.
Manchmal kann man über bestimmte Allele einen Träger mit gewisser Wahrscheinlichkeit zu einer Region zuordnen. Ein bekanntes Beispiel ist die LCT Laktase (http://www.ncbi.nlm.nih.g...). In Nordeuropa ist ein Allel dieses Gens verbreitet, dass das Trinken von Milch weit über die Kindheit hinaus ermöglicht. Aber 1. geht es dabei nur um eine erhöhte Wahrscheinlichkeit in einer bestimmten Region dieses Allel zu haben und 2. ist das kein spezielles Gen, sondern ein spezielles Allel.
...ist zwar soweit richtig, widerspricht jedoch nicht der These systematischer biologischer Unterschiede unterschiedlicher menschlicher Populationen. Eher unterstützt sie die Aussage indem sie zeigt, dass es durchaus Kanäle gibt, die biologische Merkmale und das ist hypothetisch auch teilweise das Verhalten, weitergeben. Das scheint sich auch auf anderen Gebieten der Genforschung abzuzeichnen.
Sieht man auch in die neuere Zwillingsforschung, so scheinen wiederum unterstützende Aussagen aufzutauchen. Spezifisch zu dem "Erfolg" nachgeburtlich getrennter eineiiger Zwillinge im späteren leben weisen recht große Untersuchungen sehr signifikante Unterschiede zu nicht-verwandten Probanden auf. War ein Zwilling erfolgreich, so ist statistisch relevant auch der andere Zwilling erfolgreich gewesen. Das beweist natürlich nicht, dass Erfolg genetisch "vorprogrammiert" ist. Es zeigt jedoch die Möglichkeit auf, dass unsere politisch korrekte Einstellung wissenschaftlich zumindest teilweise zweifelhaft ist.
...ist zwar soweit richtig, widerspricht jedoch nicht der These systematischer biologischer Unterschiede unterschiedlicher menschlicher Populationen. Eher unterstützt sie die Aussage indem sie zeigt, dass es durchaus Kanäle gibt, die biologische Merkmale und das ist hypothetisch auch teilweise das Verhalten, weitergeben. Das scheint sich auch auf anderen Gebieten der Genforschung abzuzeichnen.
Sieht man auch in die neuere Zwillingsforschung, so scheinen wiederum unterstützende Aussagen aufzutauchen. Spezifisch zu dem "Erfolg" nachgeburtlich getrennter eineiiger Zwillinge im späteren leben weisen recht große Untersuchungen sehr signifikante Unterschiede zu nicht-verwandten Probanden auf. War ein Zwilling erfolgreich, so ist statistisch relevant auch der andere Zwilling erfolgreich gewesen. Das beweist natürlich nicht, dass Erfolg genetisch "vorprogrammiert" ist. Es zeigt jedoch die Möglichkeit auf, dass unsere politisch korrekte Einstellung wissenschaftlich zumindest teilweise zweifelhaft ist.
Ja, also diese "Chef-Ideologin" und was sie alles nicht sehen will. Wenn man den Artikel aufmerksam genug liest, horcht man doch spätestens bei diesem Satz auf:
"Ihre Gräber waren weithin sichtbar durch SCHWARZ-ROT-GOLD bemalte Pfosten gekennzeichnet."
Schlaaand!
Sehr interessanter Artikel! Nun, europäische Völker in Zentralasien - das ist an sich nichts Neues. Schließlich hat man im Tarim-Becken bereits schriftliche Zeugnisse der ausgestorbenen indoeuropäischen tocharischen Sprache gefunden, die dort im 5. bis 8. Jahrhundert nach Chr. gesprochen wurde (Link: http://de.wikipedia.org/w...). Es wäre zumindest anzunehmen, dass es sich bei den Mumien um direkte Vorfahren der indoeuropäischen Tocharer handelt. Ihre Sprache gehörte ja zu den westlichen Kentumsprachen! Man müsste die DNA der Mumien mit der DNA von menschlichen Überresten aus dem Tarim-Becken aus dem 5. Jahrhundert vergleichen. Solche zu finden, müsste verhältnismäßig leicht sein.
ich meine mich zu erinnern, dass es die Tocharier bis in die Provinz Gansu, also ein gut Stück weiter östlich geschafft haben.
Verstehe gar nicht, was hier neu ist, außer einem zahlenmäßigen Anwachsen der Funde.
ich meine mich zu erinnern, dass es die Tocharier bis in die Provinz Gansu, also ein gut Stück weiter östlich geschafft haben.
Verstehe gar nicht, was hier neu ist, außer einem zahlenmäßigen Anwachsen der Funde.
Wie soll das bitte gehen?
alle Männer genetisch europäisch, die Frauen nicht immer?
das würde ja bedeuten, dass zufällig nur die erste Generation der Siedler gefunden wurde, denn sonst müsste es ja Mischehen gegeben haben mit Mischkindern...
oder aber die sibirischen Frauen waren Sklaven die auf Kriegszügen gefangen wurden.
Deutschösterreicher haben also mit sibirischen Sklavinnen Nordchina besetzt....
gebe zu eine abstruse Schlussfolgerung, aber auf so Ideen kommt man halt, wenn Antworten verweigert werden. Also liebe Forscher nicht Fragen verweigern sondern Antworten suchen. Zensur ist schlimm, Selbstzensur schlimmer und Forscher die nicht Fragen wollen unnütz.
Wo liegt das Problem? Die Männer waren auch später die Nachfahren der Europäer. Zumindest der mänlichen Vorfahren. Die Frauen sind aber (gewalttätig oder nicht) zu einem großen Teil von woanders gekommen, also nicht alle europäischer Herkunft.
Wo liegt das Problem? Die Männer waren auch später die Nachfahren der Europäer. Zumindest der mänlichen Vorfahren. Die Frauen sind aber (gewalttätig oder nicht) zu einem großen Teil von woanders gekommen, also nicht alle europäischer Herkunft.
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