Europäisches Masterstudium Über Budapest nach Brüssel

Wer an der Central European University in Budapest studiert, hat gute Chancen, später einmal bei der EU zu arbeiten.

Maren Huser hat ihren Masterstudiengang einfach gegoogelt. Sie wusste genau, was sie machen wollte – sie wusste nur nicht, wo. Die 23-Jährige hat in Maastricht studiert und dieses Jahr ihren Bachelorabschluss gemacht. Während ihres Auslandssemesters in Paris belegte sie Kurse in dem Fach Internationale Beziehungen und merkte schnell, dass dieser Bereich ihr gefiel. Sie suchte nach einer Kombination, die ihr Studium ergänzen würde – und fand die Central European University (CEU) in Budapest.

Jetzt ist Maren Huser seit ein paar Wochen an der Privatuniversität in Ungarn. Die CEU ist eine junge Hochschule, und sie umgibt ein besonderes Flair. 1991 wurde sie gegründet, um die Transformation der ehemaligen Ostblockländer von kommunistischen Diktaturen in Demokratien zu unterstützen. Eine starke Zivilgesellschaft, freier Meinungsaustausch und die Freiheit jedes Einzelnen – diese Werte werden an der CEU hochgehalten. Der prominente Investor George Soros hat die CEU mitgegründet und ist heute noch einer ihrer wichtigsten Förderer.

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Justus Schönlau hat sich 1997 an der CEU beworben, seine Recherchen führten den heute 39-Jährigen an die CEU. »Ich habe meine Abschlussarbeit zum Thema Europäische Identität geschrieben. Dabei bin ich auf einen Wissenschaftler aufmerksam geworden, der an der CEU gelehrt hatte.«

Er ist jetzt da, wo Maren Huser auch gern hin möchte: in Brüssel. Schönlau arbeitet als wissenschaftlicher Referent für die Sozialdemokraten im Europaparlament. Die Richtung seiner Berufswahl zeichnete sich schon in Budapest ab. »Mit der Hilfe eines Dozenten der CEU habe ich ein Stipendium für meine Promotion in England bekommen. Das war der richtige Kontakt mit dem richtigen Thema«, sagt Schönlau.

Der Königsweg nach Brüssel sei eigentlich das College of Europe in Brügge, wer eine der begehrten Stellen in den Institutionen in der EU ergattern möchte, bewirbt sich erst einmal dort. Auch Schönlau hätte einen Platz bekommen – aber kein Stipendium. An der CEU wurden ihm die kompletten Studiengebühren, etwa 11.000 Euro, erlassen. Über 90 Prozent der Studenten beziehen entweder ein Teil- oder ein Vollstipendium. Auch Maren Huser muss keine Studiengebühren zahlen, und auch sie stand vor der schwierigen Entscheidung, entweder an die CEU zu gehen oder die ebenso renommierte London School of Economics zu besuchen. Wie Justus Schönlau wollte sie aber unbedingt ein Jahr in Osteuropa verbringen, damit stand die Entscheidung fest. »Außerdem passt der Studiengang besser zu mir als der in London, er ist mehr auf Europa ausgerichtet«, sagt Huser. Dass der Weg nach Brüssel trotzdem nicht einfach wird, weiß sie. »Ich kann mir gut vorstellen, einmal dort zu arbeiten. Ich befürchte aber, dass man erst einmal nur Praktika bekommt.«

Leser-Kommentare
  1. "Mit dem Studium an der CEU hat man die Qualifikation, sich für die EU-Institutionen zu bewerben."

    Das trifft auf jeden Hochschulabschluß zu, grundsätzlich ist (außer für die untergeordneten sogenannten Assistenten-Stellen ein Hochschulabschluß die Voraussetzung. In vielen Fällen werden zudem bestimmte Studienfächer gefordert. Insofern bietet prinzipiell jede Universität diese Qualifikation.

    Unter Umständen ist es eher anders herum. Die EU-Einstellungsverfahren beginnen mit einem harten Auswahlwettbewerb; unter Umständen sind Absolventen von Universitäten, die ihre Studenten mit einem ebensolchen auswählen, häuifger Personen, die tendenziell in solchen Wettberwerben erfolgreich sind. In diesem Fall bestünde gar kein Zusammenhang mit den Ausbildungsinhalten an der CEU, sondern eher mit ihren Eingangsprüfungen ...

  2. erstaml danke für den artikel. bitte berichten sie weiter über verschiedene studiengänge und unis. auch viell. mal in zeit campus. das ist interessant.

    finde unis mit internationales studis und profs generell gut.
    allerdings muss ich sagen, das die studiengebühren ziemlich hoch sind. was passiert mit den leuten die nicht in den EU institutionen landen? weil die studiengänge sind ja darauf spezialisiert. vor allem hier in D ist die Uni wahrscheinl. kaum bekannt. mit politikwissenschaften ist eh schwierig.
    eine EU politik studium wäre mir das geld nicht wert.

    generell habe ich in Dland eine große skepsis gegenüber ausländ. unis beoabchtet. sofern man nicht in maastricht, LSE oder stanford studiert hat, sind die leute skeptisch.

    als migrantin muss ich aber auch sagen, das ich hier in D noch nie von einer eher "leichten" hochschule gehört hab.
    alles ist durchschnitt, wobei ich das viel besser finde als wenns 3 topunis gäbe, und der rest ist tief unten.

    ich studiere an einer "normalen" staatlichen hochschule und finde das ich für mein geld viel bekomme. ich muss sehr viel lernen, es gibt nichts geschenkt.

    aber bin schon zu off-topic. sry.

    also danke nochmal für den artikel ;))

    • Fluhit
    • 13.11.2010 um 18:23 Uhr

    finde ich einen Haufen der Zeitartikel, die von Karriere und Studium handeln. Mal ehrlich wieviele Studenten können sich denn mit den Porträtierten (wie auch im Artikel "globale Doktorandenfamilie) identifizieren??
    Für mich ist das alles ziemlich weit ab vom Schuss, obwohl ich ein guter Student bin...

    schon komisch

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