TechnikstudiengängeOhne Männer

Weil zu wenige Frauen sich für technische Fächer einschreiben, richten die Unis eigene Studiengänge für sie ein. von 

Eine Informatik-Studentin sitzt in einem Computerraum hinter Fachbüchern für die Programmiersprache Java

Eine Informatik-Studentin sitzt in einem Computerraum hinter Fachbüchern für die Programmiersprache Java  |  © Friso Gentsch/dpa

Vor etwa hundert Jahren, als in Deutschland noch ein Kaiser regierte, brauchte man viel Geduld, um an einer deutschen Universität eine studierende Frau zu finden. Ein Studium aufzunehmen war lange Zeit Männern vorbehalten. Auch nachdem Frauen sich offiziell an den Unis einschreiben konnten, blieb ihr Anteil dort weit hinter ihrem Anteil an der Bevölkerung zurück. Diese Zeiten sind vorbei, könnte man denken. Gut die Hälfte der Studenten ist heute weiblich.

Das Problem ist nur: In manchen Fächern studieren bis heute fast nur Männer. Ob im Wirtschaftsingenieurwesen, in der Informatik oder in den Naturwissenschaften: Statistiken zufolge sind in diesen Studiengängen immer noch höchstens ein Viertel der Studenten Frauen – auch wenn die Zahlen seit 2008 etwas gestiegen sind. Wie aber kann es gelingen, dass mehr Frauen als bisher sich für die Arbeit mit Computern oder Maschinen interessieren?

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An einigen deutschen Hochschulen lautet die Lösung: indem man Studiengänge ohne Männer anbietet, Frauenstudiengänge. An der Hochschule Bremen geht der Internationale Frauen-Studiengang Informatik gerade in sein zehntes Jahr, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin gibt es seit einem Jahr den Frauenstudiengang Informatik und Wirtschaft.

Heide-Rose Vatterrott ist Professorin in Bremen. Sie sagt: »Wir versuchen vor allem, Frauen zu ermutigen. Wir verlangen von den Studentinnen keine Vorkenntnisse.« Der Studiengang habe sich bewährt, die Absolventinnen würden gern genommen von den Unternehmen, auch von großen Konzernen wie EADS.

Konstanze Steinhausen studiert im siebten Semester in Bremen, sie sagt: »Natürlich hört man von manchen Männern immer noch Sprüche wie: ›Die machen ja nur Fraueninformatik‹. Tatsache ist aber, dass wir die gleiche Informatik betreiben wie Männer und ihnen auf Augenhöhe begegnen.« Es ginge auch nicht nur darum, unter sich zu sein: Die Ausrichtung sei international und die Gruppen kleiner als an anderen Hochschulen.

Leserkommentare
    • Hickey
    • 02. November 2010 8:19 Uhr

    Das ist es...wenn die Frauen keine Technik mögen, kann man sie dazu nicht zwingen.

    Wie verhält es sich denn umgekehrt, gibt es eigene Lehrgänge für Männer die z.b. Krankenschwester werden wollen ? :)

    mfg

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    • johaupt
    • 02. November 2010 8:32 Uhr

    ...nicht. Schon die Bezeichnung *Krankenschwester* ist ja im Prinzip eine diskriminierende Beschreibung des Berufsbildes. Wie nennt man einen Mann? *Krankenbruder* oder *Krankenpfleger*?

    Ich kenne einen Mann der das macht und dem wurde übrigens sogar die Aufnahme in die *Schwesternschaft* verweigert, was ganz klare Nachteile hat, denn eine Mitgliedschaft in der Schwesternschaft bringt uU auch Unkündbarkeit mit sich.

    • Waldez
    • 02. November 2010 8:51 Uhr

    damit hat das nichts zu tun, aber ich teile ihre meinung dass speziell für fraue eingerichtete studiengänge oder allg. der genderismus solangsam die grenze zum wahnsinn überschreitet...

    warum müssen frauen sich unbedingt für technik oder eines der anderen fächer im text interessieren? warum muss man diesen vermeintlichen "misstand" bekämpfen??

    misst man mittlerweile die entwicklung oder den wohlstand der gesellschaft an den frauenquoten? Ich hoffe nicht!

    schafft eine absolute gleichstellung der frau mehr wettbewerb in der wirtschaft? Sicher nicht! sonst müsste man die frauenquote nicht einführen. das schafft höchstens mehr wettewerb zuhause und lässst die neue gleichung kind/Karriere=Paranoia entstehen... nebenbeibemerkt: es sind nicht die bösen männer die nicht mit den ladies spielen wollen und nur deswegen keine frauen in gewissen sparten sitzen. es ist einfach die tatsache dass männer gewisse dinge besser können und eine natürliche autorität besitzen!

    warum also werden solch absurden dinge gemacht? eine gesellschaft und ihre hierarchischen strukturen lassen sich nicht von oben verändern. das sollten die genderisten doch irgendwann mal einsehen. -.-

    Am Rande: Es handelt sich bei der männlichen Krankenschwester um den Beruf des Krankenpflegers.

    Ich kann die Vorgehensweise gut verstehen, da ich eine Frau mit sehr technischem Background bin, den ich mir in der "Männerwelt" angeeignet habe, da ich aber mehr wie ein Mann ticke, hatte ich damit keine Probleme.
    Ich bin zwar auch gegen Frauenquote, aber trotzdem für diese „Förderung“ besser Stabilisierung für Frauen.
    Süffisant werden Frauen von Männern „hochgenommen“, die Profs tun ihr möglichstes und wenn Frau dazu noch attraktiv ist, leidet die Integrität darunter und dadurch auch die eigene Wahrnehmung.
    Ich habe leider mitbekommen wie so manche Technik interessierte Frau die Flügel gestrichen hat. Weil sie der Anmache und dem Mobbing nicht standgehalten haben. . Nur weil er auf diesen Typus „scharf“ ist, wird sie degradiert.
    Merkwürdigerweise gesteht „Mann“ weniger attraktiven Frauen mehr „Grips“ zu, es ist wirklich ein Jammer.
    Ich muss natürlich auch etwas die Männer in Schutz nehmen, da es bestimmt auch genug Frauen gibt die darauf spekulieren. Deshalb darf man aber nicht alle Frauen in einen Topf werfen, genauso wenig wie die Männer.

  1. ... und die Damen müssen sich den "pöhsen" Männern aussetzen.

    Meine Ansicht: je eher, desto besser!

    Deshalb halte ich Mädchen-Kindergärten/Schulen/Universitäten gelinde gesagt für "Humbug". Wer Durchsetzungsfähigkeit nicht bereits in der Ausbildung erlernt, wird im Berfufsleben garantiert scheitern.

    Bei Frauen wird natürlich nicht "scheitern" gesagt, sondern sie "stossen an die gläserne Decke".

    Gruß,

    Joe

    Eine Leserempfehlung
    • johaupt
    • 02. November 2010 8:32 Uhr

    ...nicht. Schon die Bezeichnung *Krankenschwester* ist ja im Prinzip eine diskriminierende Beschreibung des Berufsbildes. Wie nennt man einen Mann? *Krankenbruder* oder *Krankenpfleger*?

    Ich kenne einen Mann der das macht und dem wurde übrigens sogar die Aufnahme in die *Schwesternschaft* verweigert, was ganz klare Nachteile hat, denn eine Mitgliedschaft in der Schwesternschaft bringt uU auch Unkündbarkeit mit sich.

    Antwort auf "Männerdiskriminierung"
  2. ... wird durch einen Frauenstudiengang allerdings verhindert und ermöglicht es, zuerst die Fähigkeiten und damit auch das fachliche Selbstbewusstsein zu entwickeln, bevor man dem Diplomer mit den frauenfeindlichen Sprüchen gegenüber steht. Ich studiere übrigens Informatik und wurde gerade erst wieder von einem (männlichen, was auch sonst) Mitarbeiter des Institutes, an dem ich meine Abschlussarbeit schreibe, gefragt, ob ich meine Arbeit den selbst geschrieben hätte. Die Sprücke mit den Mädchen und der Informatik kommen da auch öfter. Nicht lustig, auch wenn der Typ sich noch so cool findet. Wenigstens hab ich ne große Klappe und lasse mich nicht unterkriegen. Ich bin auch eine der letzten Frauen bei uns im Bachelor-Studiengang. Von 60 Studenten waren am Ende noch 5 Frauen (anfänglich 120 Studenten und 40 Frauen darunter). Professorinnen gibt es übrigens gar nicht. Wir hatten bisher in 3 Jahren auch immerhin eine Dozentin. Ansonsten: Männliche Kommilitonen, männliche Dozenten, männliche Professoren.

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    • Waldez
    • 02. November 2010 9:03 Uhr

    lassen sie sich dadurch bitte nicht zu dem glauben verleiten dass es unter männern keine solchen sprüche gibt. bei uns ist das natürlich und wird seit kindesbeinen praktiziert. wenn man also soetwas verhindern will sollte man die grundsätzliche natur von jungs ändern, was natürlich vollkommener schwachsinn wäre. ausserdem glaube ich dass frauen wie in ihrem beispiel noch schlechter auf das berufsleben in von männern dominierten fächern vorbereitet werden wenn mann sie getrennt studieren lässt.

    eine frage habe ich an sie: hatten sie, wie sie selbst schreiben schon vorher eine grosse klappe, oder haben sie es sich selber während dem studium mit den bösen männern antrainiert?

    • Waldez
    • 02. November 2010 8:51 Uhr

    damit hat das nichts zu tun, aber ich teile ihre meinung dass speziell für fraue eingerichtete studiengänge oder allg. der genderismus solangsam die grenze zum wahnsinn überschreitet...

    warum müssen frauen sich unbedingt für technik oder eines der anderen fächer im text interessieren? warum muss man diesen vermeintlichen "misstand" bekämpfen??

    misst man mittlerweile die entwicklung oder den wohlstand der gesellschaft an den frauenquoten? Ich hoffe nicht!

    schafft eine absolute gleichstellung der frau mehr wettbewerb in der wirtschaft? Sicher nicht! sonst müsste man die frauenquote nicht einführen. das schafft höchstens mehr wettewerb zuhause und lässst die neue gleichung kind/Karriere=Paranoia entstehen... nebenbeibemerkt: es sind nicht die bösen männer die nicht mit den ladies spielen wollen und nur deswegen keine frauen in gewissen sparten sitzen. es ist einfach die tatsache dass männer gewisse dinge besser können und eine natürliche autorität besitzen!

    warum also werden solch absurden dinge gemacht? eine gesellschaft und ihre hierarchischen strukturen lassen sich nicht von oben verändern. das sollten die genderisten doch irgendwann mal einsehen. -.-

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Männerdiskriminierung"
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    Spätestens da wurde es lächerlich. Haben Sie sich mal in einem Informatik- oder Ingenieursstudiengang umgesehen? Die Jungs da haben keine natürliche Autorität. Noch weniger als der Rest der Menschheit. Niemand hat "natürliche Autorität", Autorität ist antrainiert, hängt mit Haltung, Betonung und Sprache zusammen, nicht mit dem Geschlecht. Ich dachte, wir seien über die alte Leier, Männer und Frauen würden ja unterschiedliche Dinge können, hinweg... außer Säugen ist alles andere erlernt, und lernen können Männer ebenso gut wie Frauen und umgekehrt.

  3. Spätestens da wurde es lächerlich. Haben Sie sich mal in einem Informatik- oder Ingenieursstudiengang umgesehen? Die Jungs da haben keine natürliche Autorität. Noch weniger als der Rest der Menschheit. Niemand hat "natürliche Autorität", Autorität ist antrainiert, hängt mit Haltung, Betonung und Sprache zusammen, nicht mit dem Geschlecht. Ich dachte, wir seien über die alte Leier, Männer und Frauen würden ja unterschiedliche Dinge können, hinweg... außer Säugen ist alles andere erlernt, und lernen können Männer ebenso gut wie Frauen und umgekehrt.

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    • Waldez
    • 02. November 2010 9:11 Uhr

    Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft

    • alkyl
    • 03. November 2010 17:44 Uhr

    "und lernen können Männer ebenso gut wie Frauen und umgekehrt"

    Schon auf dem Gymnasium und erst recht später im Chemiestudium hatte ich den Eindruck, daß viele Frauen sehr wohl besser lernten, zumindest aber fleißiger und zielstrebiger waren als viele Männer, mich nicht ausgenommen. Ich habe sie darum durchaus beneidet.

    ...eine reine Frage der Hormone ist. Die genetische Anlage dazu haben auch Männer. Der einzige Unterschied ist genau genommen - und das ist ja auch die Definition von Mann und Frau - von wem die Eizelle kommt und von wem das Spermium, wobei der Mensch wohl auch diesen Unterschied überwinden wird, in seiner eigenen Form der Weiterentwicklung, die nunmal weniger körperlich, als geistg stattfindet. Leider ist unser Wissen unserem Verstand immer wieder weit vorraus, weshalb wir selten die Möglichkeiten und Gegebenheiten akzeptieren und stattdessen in irgendwelchen uralten Klischees herumhängen.

    Der eigentlich größte Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht nämlich rein bildlich in unserem Kopf, wie auch jede andere Form von Vorurteilen und Rassismus.

    • Waldez
    • 02. November 2010 9:03 Uhr

    lassen sie sich dadurch bitte nicht zu dem glauben verleiten dass es unter männern keine solchen sprüche gibt. bei uns ist das natürlich und wird seit kindesbeinen praktiziert. wenn man also soetwas verhindern will sollte man die grundsätzliche natur von jungs ändern, was natürlich vollkommener schwachsinn wäre. ausserdem glaube ich dass frauen wie in ihrem beispiel noch schlechter auf das berufsleben in von männern dominierten fächern vorbereitet werden wenn mann sie getrennt studieren lässt.

    eine frage habe ich an sie: hatten sie, wie sie selbst schreiben schon vorher eine grosse klappe, oder haben sie es sich selber während dem studium mit den bösen männern antrainiert?

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    Dieses Verhalten ist nicht die Natur von Jungen und Männern, tut mir leid. Es ist das Verhalten, zu denen die Menschheit sie psychisch hinprügelt und was sie mitmachen und ertragen müssen oder daran eben zugrunde gehen. Menschen suchen Akzeptanz, Bestätigung, Anerkennung. Aber ein gefühlvoller, sanfter Junge bekommt diese nicht, ein Junge der Händchen hält, wie es die Mädchen tun oder sich auf den Schoss eines anderen setzt oder sogar nur an der Schulter berührt. Und auch fürs schön Aussehen gibt es keine Anerkennung. Die gibt es nur für "Leistung", egal welcher Art. Wettkämpfe. Im "besten" Fall jubelt dann sogar ein ganzer Chor aus Cheerleadern zu, wenn sich der Junge die Knochen in einem brutalen Sport zerschindet.

    Wie stark glauben Sie, muss ein KIND sein, um sich gegen solchen Druck zur Wehr zu setzen? Ein Kind, dass die Sinnlosigkeit dahinter erkennt und sich erfolgreich dagegen wehr, ohne daran zugrunde zu gehen, ist wohl sowohl ein Genie, als unglaublich stark, denn mit Druck der Ausgrenzung, weil ma nicht so ist, wie man sein soll, ist verheerend und kaum ein Mensch stark genug dafür. Mal abgesehen davon, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass Jungen irgendwann zum Soldaten werden MUSSTEN, sonst waren sie Verbrecher und natürlich - schließlich will man möglichst willige Soldaten haben - das gesellschaftliche Bild darauf ausgerichtet war, dass Schlachten zu schlagen etwas heldenhaftes ist. Männer werden seit Jahrtausenden vergewaltigt, seit Geburt an.

  4. Absolventinnen hervor. Wer als Frau je in einem deutschen mint Studiengang war, wird überrascht sein von der Lernatmosphäre, die man an einer solchen Universität erlebt und kaum verstehen, was wir hier an rückständiger Form von Lehre betreiben.

    Ich halte es für eine gute Idee, wenn man Frauen und ihr Potential fördern will.

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    • johaupt
    • 02. November 2010 16:09 Uhr

    "Wer als Frau je in einem deutschen mint Studiengang war, wird überrascht sein von der Lernatmosphäre, die man an einer solchen Universität erlebt und kaum verstehen, was wir hier an rückständiger Form von Lehre betreiben."

    ...was hat das mit Männern und Frauen zu tun? Glaubst du die Männer leiden nicht unter den rückständigen deutschen Unis?

    "Ich halte es für eine gute Idee, wenn man Frauen und ihr Potential fördern will."

    Aber Männer nicht? Ich habe selbst Informatik studiert und ich kenne den beissenden Zynismus und die menschenverachtende Aussortierpolitik mancher Fakultäten. Es besteht die Gefahr, dass die Frauen am Ende nicht nur ihre Ruhe in eigenen Studiengängen haben, sondern schlicht die besseren Lernverhältnisse. Schon deshalb weil auch bei einer Förderung die Mehrheit der Frauen diese Fächer nicht überfluten wird. Man bleibt ein kleiner eingeschworener Verein mit geringer Durchfallquote.

    Abgesehen wird das MINT-Studium dadurch noch öder, schon jetzt hängt man da nur mit Typen ab, per Verordnung kann das dann nur noch schlechter werden.

    ...als eben an der gezielten Förderung. Eine spezielle Förderung in kleinen Gruppen ist für das Individuum immer effektiver, als das Standardprogramm zu haben. Und würde man die gleichen Ressourcen so verteilen, dass jeder davon protifiert, hätte man eben in beiden Kursen zB 20 leute, statt 10 in dem einem und 30 in dem anderen.

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