RudernDer perfekte Achter

Bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Neuseeland (vom 31.10. bis 7.11.2010) ist das deutsche Boot Favorit. Die Athleten müssen sich technisch optimal ergänzen und viele Kniffe der Physik beachten. Eine Mannschaft nur aus Kraftpaketen hätte keine Chance

Infografik: Ruder Achter
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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen  |  © Helen Gruber

Mit einem Sieg im Vorlauf hat sich der Deutschland-Achter direkt für das Finale der Ruder-WM am Sonntag qualifiziert. Das deutsche Boot ist damit Favorit. Nach einem enttäuschenden achten Platz bei den Olympischen Spielen in Peking wurde Ralf Holtmeyer wieder die Verantwortung für den Deutschland-Achter übertragen. Der 54 Jahre alte Trainer hat binnen kurzer Zeit eine Mannschaft geformt, seit 2008 ging kein Rennen mehr über die 2000-Meter-Strecke verloren.

Vor fünfzig Jahren ruderte der westdeutsche Achter zu seinem ersten Olympiasieg – und begründete so den Mythos »Deutschland-Achter«. Noch heute streben die meisten jungen Ruderer in dieses Paradeboot.

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Damit das Team erfolgreich ist, braucht es mehr als rohe Ruderkraft. Ausdauer ist die bestimmende Größe. Alle Olympia- oder WM-Rennen gehen über 2000 Meter – oder etwa 220 Schläge, möglichst perfekt gleichmäßig.

Gezählt wird nicht. »Der Rhythmus wird einfach gefahren«, sagt Bundestrainer Ralf Holtmeyer. Dabei gleitet das Boot aber nicht ruhig und gleichmäßig übers Wasser. Es pendelt: Antrieb und Pause wechseln sich ab. Hinzu kommt eine Wellenbewegung durch die Gewichtsverschiebung im Boot – immer dann, wenn die Ruderer Richtung Heck rollen. Schließlich bewegen sich dann mehr als 800 Kilogramm. Durch diese Bewegung schaukeln sich Bug und Heck auf, was eine enorme Schwankung der Dollen (der Ruderbefestigung) zur Folge hat: bis zu zehn Zentimeter auf und ab. Weil diese Schwankungen je nach Sitzplatz unterschiedlich sind, können nicht alle Athleten überall rudern. Außerdem können sie nicht beliebig von Steuerbord auf Backbord wechseln, dafür sind sie muskulär zu sehr spezialisiert: Jeder erfüllt eine spezielle Aufgabe.

Wer an welcher Position was besonders gut können muss, zeigt die Infografik (zum Download).

Weitere Infografiken der Serie "Wissen in Bildern" finden Sie hier.

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Leserkommentare
  1. ...schließlich hat das deutsche Team nicht nur den Deutschlandachter, und auch nicht nur der ist erfolgreich...schade, dass man über die anderen wenig bis meist gar nichts hört!

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