Migration »Irgendwann ist man einfach Deutscher«

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering fordert ein Integrationsministerium für Deutschland – seine Partei habe dazugelernt, sagt er.

DIE ZEIT: Herr Müntefering, seit Wochen debattiert das Land über Integration. Doch die Politik wirkt hilflos und getrieben. Was tun?

Franz Müntefering: Wir brauchen ein bundesweites Programm für Bildung und Integration. Ich glaube, das geht nicht ohne ein Bundesministerium, das das Notwendige mit Ländern und Kommunen koordiniert.

ZEIT: Sie fordern ein Integrationsministerium?

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Müntefering: Bildung, Ausbildung und Integration sind zentral für die Sicherung unseres Wohlstands. Aber sie sind auch Menschenrechte. Integration ist nicht nur ein Problem von Migranten, sondern aller Kinder mit schlechten Startbedingungen, deutsch oder nicht deutsch. Wir brauchen den schnellen Ausbau von Ganztagsbetreuung. Eine konzertierte Kampagne für die deutsche Sprache ist nötig. Bund, Länder und Kommunen sind gemeinsam gefordert. Deshalb das Bundesministerium.

Zeit: Warum hat die SPD in ihren Regierungsjahren kein Integrationsministerium geschaffen?

Müntefering: Es gehört zur Demokratie, dass man klüger wird und sieht, wo Dinge sich zuspitzen. Und dass man dann die Konsequenzen daraus zieht. Im Wahlprogramm 2009 der SPD stand es.

ZEIT: Wir diskutieren hierzulande, als drohe Masseneinwanderung. Dabei sind wir eigentlich längst Abwanderungsland. Wie können wir Zuwanderung steuern?

Müntefering: Es gibt einen erheblichen Fachkräftemangel, der sich noch dramatisch verstärken wird. Wenn wir unseren Wohlstand sichern wollen, müssen wir zuerst auf qualifizierte Ausbildung all derer setzen, die schon hier sind. Aber wir brauchen auch weitere Zuwanderung, denn die Zahl der Menschen im Erwerbsalter in Deutschland nimmt bald kräftig ab.

ZEIT: Ist das bei der gegenwärtigen Anti-Migranten-Stimmung durchsetzbar?

Müntefering: Davor dürfen wir nicht weglaufen. Ich glaube, dass ein Punktesystem für Einwanderer die richtige Lösung wäre. Wir können das nicht einfach von klassischen Einwanderungsländern wie Kanada kopieren, es muss genau auf den Bedarf unseres Landes zugeschnitten werden. Dann kann man das den Menschen auch vermitteln.

Leser-Kommentare
    • Otto12
    • 29.10.2010 um 17:58 Uhr

    Auch der "Alte" (Müntefering) redet Unsinn,nein, Integration
    wird seit Jahrzehnten diskutiert, das brauchen wir nicht mehr, wir müssen vielmehr für eine Lösung unserer unsinnig geregelten Einwanderung sorgen!
    Seit Jahrzehnten mahnen sogenannte "rechte Kreise", im O-TOn
    der ZEIT natürlich vulgär "Neonazis" geheißen werden, eine
    bessere Lösung an, vergeblich! Aber auch völlig unverdächtige Politiker, wie Heinz Kühn, Helmut Schmidt oder der ehem. Hannoveraner Oberstadtdirektor und auch Genosse, zuletzt NDR-Intendant, warnen seit 1979/80 vor zu
    großen Einwanderer-Zahlen, nicht zuletzt aus dem mohamme=
    danischen Bereich, auch vergeblich! Dabei sprach man vor dreißig Jahren noch von nur 3,5 Mio. Ausländern, trotzdem
    meinten diese SPD-Genossen, daß wir schon zuviele Ausländer
    in Deutschland hatten, gell, da staunt der gemeine ZEIT-Leser ob solcher "fremdenfeindlichen Äußerungen dreißig
    Jahre vor Genosse Sarrazin?
    Es dürfen in Zuknunft nur geschte Einwanderer, die einen
    festen Arbeitsvertrag haben, einreisen, natürlich die
    aus politischen Gründen Verfolgten ebenso, alle anderen, also die Wirtschaftsflüchtlinge, können wir uns schon längst
    nicht mehr leisten!

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    Ja warum nur nennt man Leute, die rassistische und faschisitisches Gedankengut äußern "Neonazis"? - Vielleicht weil sie es sind?
    Wie sähen denn die von Leuten wie Ihnen geforderte "bessere Lösung" in der Ausländerfrage aus? - Massenabschiebung? Oder doch lieber vorerst nur die Einrichtung abgegrenzter Wohngebiete, bis einem was besseres abfällt?

    Auch wenn es Ihnen nicht gefällt

    [...]

    Und deswegen dürfen Sie sich auch nicht wundern, wenn man Leute mit Ihren Argumenten auch zukünftig Neonazis heißt.

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag

    • Gafra
    • 30.10.2010 um 17:04 Uhr

    mal das Kühn_memorandum zu lesen und man wird staunen, welche Vorschläge schon 1979 gemacht wurden, ohne sie umzusetzen:
    http://www.migration-onli...

    Ja warum nur nennt man Leute, die rassistische und faschisitisches Gedankengut äußern "Neonazis"? - Vielleicht weil sie es sind?
    Wie sähen denn die von Leuten wie Ihnen geforderte "bessere Lösung" in der Ausländerfrage aus? - Massenabschiebung? Oder doch lieber vorerst nur die Einrichtung abgegrenzter Wohngebiete, bis einem was besseres abfällt?

    Auch wenn es Ihnen nicht gefällt

    [...]

    Und deswegen dürfen Sie sich auch nicht wundern, wenn man Leute mit Ihren Argumenten auch zukünftig Neonazis heißt.

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag

    • Gafra
    • 30.10.2010 um 17:04 Uhr

    mal das Kühn_memorandum zu lesen und man wird staunen, welche Vorschläge schon 1979 gemacht wurden, ohne sie umzusetzen:
    http://www.migration-onli...

  1. Ein neues Ministerium? Mehr Bürokratie? Ach ja, klar. Die SPD Mitglieder, für die es bald im Verteidigungsministerium auch offiziell keine Verwendung mehr gibt, kann man ja nicht einfach auf die Strasse setzen, wie das bei allen anderen Arbeitnehmern der Fall wäre. Da käme ein neues Ministerium gerade recht, um die unterzubringen.

    Darf ich so etwas schreiben, oder muß man dafür Comedian sein?

    • Otto12
    • 29.10.2010 um 18:03 Uhr

    Entfernt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Die Redaktion/cs

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Otto12
    • 30.10.2010 um 20:20 Uhr

    Mir streichen Sie einen harmlosen Kommentar, dieser unglaubliche "herr Meyer" darf mich als "Neonazi" beschreiben,
    obwohl ich nur auf Forderungen v. SPD-Politikern vor 30 Jahren
    hinweise!
    Schämen Sie sich für diese Zensur, dies ist unüberbietbare
    Bevorzugung Ihres linken Spektrums!
    "Herr Meyer" bezeichnet also die von mir genannten Politiker
    Helmut >Schmidt, Heinz Kühn oder Martin Neuffer als "Neonazis"
    bemerken Sie welches Eigentor Sie geschossen haben?

    • Otto12
    • 30.10.2010 um 20:20 Uhr

    Mir streichen Sie einen harmlosen Kommentar, dieser unglaubliche "herr Meyer" darf mich als "Neonazi" beschreiben,
    obwohl ich nur auf Forderungen v. SPD-Politikern vor 30 Jahren
    hinweise!
    Schämen Sie sich für diese Zensur, dies ist unüberbietbare
    Bevorzugung Ihres linken Spektrums!
    "Herr Meyer" bezeichnet also die von mir genannten Politiker
    Helmut >Schmidt, Heinz Kühn oder Martin Neuffer als "Neonazis"
    bemerken Sie welches Eigentor Sie geschossen haben?

  2. Einige „Allgemeinplätzchen“, können nicht darüber hinweghelfen, den Unsinn der unter Münteferings Verantwortung angerichtet wurde, vergessen zu machen.

    Das Interview erinnert mich an den Versuch, noch schnell auf einen abgefahrenen Zug aufspringen zu wollen.

    Glaubt Herr Müntefering wirklich seine ehemaligen Wähler vergessen so schnell seine markigen Worte über die Rente mit 67, die Hartz4 Gesetzgebung und die Zerstörung einer ausreichenden Ruhegeldversorgung der Rentner?

    Nun soll er sich um seine junge Frau kümmern. Das ist in seinem Alter anstrengend genug und uns mit seinen flotten Sprüchen verschonen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn wir so weit sind, werden wir garnichts haben. Es tut mir leid, wenn manscher Rentner nicht genug bekommt. Der heutige Rentner soll sich liebe nicht beschweren, denn die Kinder und Enkel werden noch weniger haben. Sie sollen auch bitte schoen fuer naechsten Generationen was uebriglassen. Die Rentnerpartei CDU mit der Ostdeutscher Kanzlerin treibt alle ins Ruin. Den der Osten kostet uns allen mehr als 100 Milliarden im Jahr, was sich auch in den naechsten 20 Jahren aendern wird.

    Wenn wir so weit sind, werden wir garnichts haben. Es tut mir leid, wenn manscher Rentner nicht genug bekommt. Der heutige Rentner soll sich liebe nicht beschweren, denn die Kinder und Enkel werden noch weniger haben. Sie sollen auch bitte schoen fuer naechsten Generationen was uebriglassen. Die Rentnerpartei CDU mit der Ostdeutscher Kanzlerin treibt alle ins Ruin. Den der Osten kostet uns allen mehr als 100 Milliarden im Jahr, was sich auch in den naechsten 20 Jahren aendern wird.

  3. wer die deutsche Staatsbürgschaft besitzt und/oder deutscher Abstammung ist. So steht es auch im GG.

    Wer 20 oder 30 Jahre lang hier lebt, und kein Deutsch spricht, ist ganz sicher kein Deutscher.

    Die doppelte Staatsbürgerschaft ist abzulehnen, insbesondere bei den Gruppen, bei denen es nachweislich (Integrationsberichte) ohnehin die größten Integrationsprobleme gibt.

    "Niemand kann zwei Herren dienen"
    Islam und Grundgesetz stehe zueinander in schroffem Gegensatz. Was soll dann islamischer Religionsunterricht vermitteln? Wenn man sich hier nicht entscheidet, droht Chaos. Ein Gastbeitrag von Karl Doehring.

    http://www.faz.net/s/RubC...

    http://www.tagesanzeiger....

  4. Einige „Allgemeinplätzchen“, können nicht darüber hinweghelfen, den Unsinn der unter Münteferings Verantwortung angerichtet wurde, vergessen zu machen.

    Das Interview erinnert mich an den Versuch, noch schnell auf einen abgefahrenen Zug aufspringen zu wollen.

    Glaubt Herr Müntefering wirklich seine ehemaligen Wähler vergessen so schnell seine markigen Worte über die Rente mit 67, die Hartz4 Gesetzgebung und die Zerstörung einer ausreichenden Ruhegeldversorgung der Rentner?

    Nun soll er sich um seine junge Frau kümmern. Das ist in seinem Alter anstrengend genug und uns mit seinen flotten Sprüchen verschonen.

    • th
    • 29.10.2010 um 18:29 Uhr

    hat ganz gescheit geantwortet. Wenn er jetzt auch noch akzeptieren würde, daß es neben dem Grundgesetz auch noch andere zu respektierende Bestandteile der Mehrheitskultur gibt - und daß in der Demokratie im Prinzip eben doch die jeweiligen Mehrheiten die Richtung bestimmen, ohne sich dafür schämen zu müssen - dann würde ich sagen: 100% Übereinstimmung.

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